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Rezension:Schlau kochen: Ein Entdeckerkochbuch für neugierige Kinder und Erwachsene (Gebundene Ausgabe)

Dieses wunderbare Kochbuch soll bei Kindern das Interesse am Kochen wecken. Es unterscheidet sich im Aufbau von den üblichen Kochbüchern für Erwachsene nicht nur durch eine Vielzahl lustiger Bilder und Fotos von kochenden Jungs und Mädels, sondern auch durch ein witziges Design und umfangreiche Erklärungen, die weit über die sonst üblichen Rezepterläuterungen hinausgehen.

Die jungen Kochschüler erfahren zunächst den Unterschied zwischen Kochen, Braten, Dünsten und Dämpfen, lernen Speisen zu schmecken, zu sehen und zu riechen, zu ertasten und zu hören (beispielsweise das Knuspern von Keksen) und auf diese Weise die Sinne zu trainieren.

In der Folge werden die jungen Leser über Kräuter und Gewürze aufgeklärt und können einer umfangreichen Tabelle entnehmen, womit man bestimmte Gerichte abschmecken kann. Pasta ist natürlich ein Thema. Wie man den Teig schwarz, grün oder gelb färbt bleibt kein Geheimnis. Die Rezepte für die beliebten Kindergerichte wie "Ravioli mit Ricotta und Spinat gefüllt" und "Spaghetti bolognese" werden super erklärt. In Randbemerkungen erfährt der Leser nicht zuletzt, weshalb die Sauce an den Nudeln klebt und warum Wasser schneller kocht, wenn ein Deckel auf dem Topf ist. Im Rahmen der Nudelgerichte werden auch leckere "Kässpätzle" zubereitet. Das wird schwäbische Kinder besonders erfreuen.

Die kleinen Kochschüler lernen Schritt für Schritt eine Pizza herzustellen und dadurch zu begreifen, wie wenig schmackhaft Industrieprodukte sind.

Immer wieder finden sich im Buch aufklappbare Memory-Seiten. Hier erhalten die Kleinen Warenkundewissen. Diese Seiten sind sehr lehrreich und vermitteln Wissen erfreulich spielerisch. Sehr gut gemacht.

Kartoffelgerichte werden vorgestellt, natürlich solche, die von Kindern geliebt werden, wie etwa "Reibekuchen mit Apfelmus". Die dann folgenden Gemüsegerichte , wie "Maisküchlein" oder "Gefüllter Paprika" sind Speisen, die bei Kindern sehr sicher auch gerne essen, nicht zuletzt weil sie schön bunt sind.

Salate werden sehr gut beschrieben und leckere Salatrezepte geliefert, die relativ unkompliziert und problemlos zubereitet werden können. Dies gilt auch für die Kartoffelsalate.

Sehr gut ist die knappe Beschreibung von Vitaminen und Pflanzenstoffen gelungen. Die Kids lernen des Weiteren "Wiener Schnitzel" zuzubereiten, supergesunde Filetburger herzustellen und werden mit einfachen Fischrezepten vertraut gemacht. Pfannkuchenrezepte erfreuen anschließend die Kinderherzen. Leckere Desserts machen das lukullische Kinderglück perfekt.

Dieses Buch entstand mit wissenschaftlicher Beratung seitens Prof. Dr. Manuela Welzel-Breuer und kann wegen seiner pädagogischen Ausrichtung nicht genug gelobt werden. Die kleinen Leser werden immer wieder persönlich angesprochen "Als erstes gibst Du Mehl in eine Schüssel..." und lernen spielend ein leckeres Gericht zuzubereiten. Für viele Schlüsselkinder eröffnen sich auf diese Weise ungeahnte Möglichkeiten. Das Buch eignet sich durchaus auch für Junggesellen jeden Alters, die schlau kochen lernen möchten.:-))


Rezension:Witzigmann - Plachutta Kochschule 2: : Noch mehr einfach gute Rezepte (deutsche Ausgabe) (Gebundene Ausgabe)

Die beiden seit einem halben Jahrhundert befreundeten Spitzenköche Eckart Witzigmann und Ewald Plachutta hatten es sich in ihrem Buch "Kochschule I" zur Aufgabe gemacht, eine alltagstaugliche Küche so zu vermitteln, dass selbst Küchen-Neulinge verstehen worum es geht, Fortgeschrittene noch einiges hinzulernen können und auch erfahrene Hobby - KöchInnen wertvolle Tipps und Anregungen erhalten. Im ersten Band lag der Schwerpunkt auf Gekochtem, Gebratenem und Gedünstetem. Jetzt in "Kochschule II" geht es den beiden um Gebackenes, um trendige Fingerfood für Partys bis hin zu einem reichen Angebot köstlicher Torten, Rouladen, Schnitten und raffinierten Bäckereien aller Art.

Im einleitenden Teil dieses hochinformativen Buches wird man mit spezifischen Küchengeräten, die sich in jeder "Backabteilung" einer Haushaltsküche befinden sollten, vertraut gemacht, aber es kommen auch weitere Arbeitsutensilien und kleine Helfer zur Sprache, bevor man über diverse Backtechniken liest, Backformen zuhauf kennenlernt und schließlich alles über die wichtigsten Zutaten beim Backen erfährt. Man wird aufgeklärt über: Orangeat, Aromastoffe, Backfrüchte-Mischungen, Belegfrüchte, Backoblaten, Geleepulver, diverse Gewürze, Hirschhornsalz, Mohn, Pottasche, Nüsse und Kerne und andere Zutaten mehr, erhält viele gute Tipps, z.B. wie man blind bäckt, einen Kuchen stürzt oder Garproben von Kuchen- und Tortenmassen nimmt.

Vertaut gemacht wird man mit kluger Arbeitsorganisation und lernt die wichtigsten Handgriffe nicht nur textlich, sondern auch visuell kennen, wie etwa das Arbeiten mit dem Dressiersack, sprich Spritzbeutel.

Die beiden Köche stellen 550 pikante und süße Rezepte vor. Die pikanten Rezepte sind untergliedert in:
Käse- und Partygebäck
Belegte, gefüllte und überbackende Brote
Brot und Gebäck
Quiche
Pizza
Soufflés
Gratins und Aufläufe
Lasagne
Pikante Pfannkuchen& Co
Pikante Strudel
Im Ofen gebackene Kartoffeln
Fisch und Fleisch im Teig gebacken

Die Arbeitsschritte aller Gerichte werden bestens erklärt. Im Grunde kann nichts schiefgehen, wenn man sorgfältig liest. Bei den pikanten Gerichten möchte ich folgende hervorheben: Das Partygebäck aus Blätterteig, insbesondere die Blätterteigröllchen, die man mit unterschiedlichen pikanten Füllungen zubereiten kann, auch die Pfannkuchenröllchen und schließlich die oberleckeren Windbeutel, die mit einer delikaten Kräuter- Ricotta-Füllung oder auch einer Frischkäse-Räucherlachs-Füllung nicht nur Partygäste entzücken werden. Gefallen haben mir die leckeren Aufstriche für Tramezzini, Canapés und Brote. Hier hat es mir speziell der Bärlauch- und der Thunfischaufstrich angetan. Beide Aufstriche sind ganz einfach zuzubereiten. Lobenswert auch sind die Canapés, die sich bestens für Sektempfänge eignen. Die Ideen für den Belag kann man auch visuell nachvollziehen. Ein appetitlicher Anblick! Sehr schön sind die Quicherezepte. Das Rezept für "Quiche Lorraine" besticht durch die Verwendung von saurer Sahne. Hervorragend auch sind die Rezepte für Soufflés, die nach dem Backen innen eine leicht cremige Konsistenz aufweisen sollten. Das Pilzsoufflé schmeckt zum Niederknien gut.

Pfannkuchen, Crepes oder Crespelles kann man auch würzig füllen, wie die Beispiele verdeutlichen. Dies gilt auch für Strudel. Hier hat mich der "Zanderstrudel mit Kürbis" am meisten überzeugt, dessen Zubereitung weitaus weniger kompliziert ist wie man beim ersten Lesen des Rezepts zunächst glauben mag.
Bei den Fleischgerichten möchte ich das "Filet Wellington" hervorheben. Lobenswert hier ist die leichte Farce aus Hühnerbrüsten. Sie erscheint mir weitaus zeitgemäßer als die schwere Gänsestopfleberfarce, wie man sie aus traditionellen Rezepturen kennt.

... und dann das Süße.. ein einziger Traum...Sünde pur.

Zunächst lernt man alle Grundrezepte kennen: Biskuit, Baiser, Blätterteig, Plunderteig, Mürbeteig, Hefeteig, Brandteig, Strudel, Pfannkuchenteig, Backteig etc. Es folgt eine Vielzahl von Rezepten für Füllungen für Kaffeegebäck und für Torten aber auch Glasurenrezepte. Anschließend geht es zu Sache: Man lernt Torten mit Sahnefüllungen herzustellen, wie etwa eine "Erdbeer-Sahne-Torte", eine "Malakofftorte", aber auch "Schokoladentorten". Zur Sprache kommen u.a. die "Sachatorte", die "Trüffeltorte" und die "Florentinertorte", der viele andere Torten folgen, nicht zuletzt die "Plachuttatorte", in der Schokoladensahnecreme nicht fehlen darf. Des Weiteren lernt man Rouladen und Schnitten zuzubereiten, aber auch Kuchen und Kugelhupf, Becherkuchen, Hefeteig-, Brandteig- Blätterteig- und Plunderteiggebäck. Ich mag Brandteiggebäck am liebsten und bin von daher von besagten Rezepten besonders angetan, nicht zuletzt von dem Rezept für "Eclairs", die sich als perfekter Abschluss eines festlichen Menüs erweisen.

Sehr gut sind auch die Anregungen aus der "Bastelstube". Ich hätte nicht gedacht, dass es so einfach ist "Marzipanrosen" herzustellen. Gut erklärt sind auch Rezepte für Soufflés, Aufläufe und Strudel. Allen, die Pfannkuchen lieben, wird übrigens das Wasser im Mund zusammenlaufen, denn hier gibt es Rezepte, mit Nussfüllung, mit Eis, mit Konfitüre. Zudem lernt man die Rezepte für "Böhmische Pfannkuchen" und für "Türkische Pfannkuchen" sowie für "Pfannkuchen mit Quark" kennen. Auch Saucen für Mehrspeisen bleiben nicht ausgespart und vieles andere mehr kommt auch noch zur Sprache. Super!

Meines Erachtens ist dieses Kochbuch eines der besten in diesem Herbst.

Rezension:Saucen für Genießer: 300 Rezepte aus aller Welt (Gebundene Ausgabe)

Der Meisterkoch Paul Gayler stellt in diesem Buch 300 Rezepte für Saucen aus aller Welt vor. Zunächst wird der Leser mit einer kleinen Kulturgeschichte der Sauce vertraut gemacht und erfährt nicht zuletzt, dass die Art der Saucen, wie man sie heute kennt, seitens der Franzosen begründet wurden. Antonin Careme entwickelte zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine erste systematische Einteilung, basierend auf fünf Grundzubereitungen, die er "Muttersauce" nannte. Abwandlungen nennt man "Tochtersaucen". Im Laufe der Jahre wurde das klassische Repertoire durch Importe aus dem Ausland ergänzt und es kamen kalte Saucen hinzu, die zumeist von der Mayonnaise und der Vinaigrette abgeleitet sind.

Die Basis vieler Saucen ist ein Fond. Der Autor wartet deshalb zunächst mit Rezepten für hellen Geflügelfond, für dunklen Geflügel-, Kalbs- oder Rinderfond und für Fischfond, in diesem Zusammengang auch für "Dashi", einem asiatischen Fischfond, auf. Außerdem lernt man Gemüsebrühen herzustellen und erhält einen Überblick über die Vielfalt von Saucen. Man wird mit dem Unterschied zwischen: Buttersaucen und aromatisierter Butter, pürierten Saucen, Pasten und Coulis, mit Eigelb emulgierte oder gebundene Saucen, stärkegebundenen Saucen, Bratensaucen, Vinaigretten, Dressing, Dips, Salzas, Würzsaucen und süßen Saucen auf Sirupbasis vertraut gemacht, um in der Folge alles Notwendige über das Binden von Saucen zu erfahren. Ferner liest man, wie man Saucen geschmacklich abrundet, sie im Voraus zubereitet und welches Küchenzubehör für ihre Zubereitung notwendig ist.

Die 300 Rezepte sind untergliedert in:
Die französischen Klassiker
Europa und das Mittelmeer
Asien
Rund um den Pazifik
East meets West
Süße Saucen

Zu den französischen Klassikern zählt die Hollandaise, die hervorragend zu pochiertem Fisch, verlorenen Eiern, Spargel aber auch anderem Gemüse schmeckt. Wie diese Sauce zubereitet wird, erfährt man ebenso, wie auch die etwas veränderten Rezepturen der Varianten, so etwa der "Sauce Mousseline", der "Ingwer-Hollandaise", sie passt vorzüglich zu Meeresfrüchten oder auch der "Pfeffer- Hollandaise", die exzellent zu Kalbsfilet-Steaks mundet.
"Sauce Bérnaise" und deren delikate Variationen sind ein Thema. Man lernt auch " Mayonnaise" zuzubereiten und erhält die Rezepte von 14 Mayonnaise-Variationen, natürlich auch von "Aioli ", "Rouille", der klassischen Beigabe zur Bouillabaisse, von "Remouladensauce" und von "Sauce Tartare", die sehr gut zu gebratenem Fisch passt. Den Buttersaucen aller Art folgen dann Rezepte für "Beurre Maitre D` Hotel". Besonders delikat ist die "Café- de-Paris-Butter", die hervorragend zu gegrilltem Fleisch passt. "Bechamel" bekommt durch eine nelkengespickte Zwiebel zusätzliches Aroma. Zu ihren Variationen zählt übrigens auch die "Sauce Morney", die man mit Schweizer Käse zubereitet, aber dazu zählt auch die "Kapernsauce", die zu pochiertem Fleisch gereicht wird. Die "Velouté" wird ganz ähnlich wie die "Béchamel" mit einer hellen Mehrschwitze zubereitet, allerdings anstelle von Milch mit einem hellen Fond aufgegossen.

Zu den dunklen Saucen zählt die "Leicht gebundene Kalbsjus", auch die "Sauce Bordelaise", die "Sauce Chateaubriand", eine sehr gute Steaksauce, aber auch die "Sauce Poivrade", die zum gebratenen Rinderfilet fast ein Muss ist.

Man lernt des Weiteren Gemüsesaucen zuzubereiten, auch eine "Steinpilzrahmsauce", in der Madeira nicht fehlen sollte. Zwei exzellente "Tomatensaucen" werden vorgestellt, darüber hinaus die "Sauce Américaine", die aus Hummer-, Krabben- und Garnelenschalen gemacht und mit Sahne vollendet wird.
Lobenswert sind die vielen delikaten "Vinaigrette"- und "Dressing"-Rezepte, die man nur mit besten Ölen und einem wirklich guten Dijon-Senf herstellen sollte.

Es folgen Rezepte Saucen aus ganz Europa und dem Mittelmeer, für "Tapanaden" , "Pestos", für "Salza", für "Aliata", einer italienischen Sauce aus zerstoßenen Walnüssen, für die spanische "Romescu", die man bereits vor Hunderten von Jahren zubereitet hat, für die griechische "Skordalia", für "Zhough" einer Sauce aus dem Jemen und u.a. für "Harissa", die im gesamten Maghreb verbreitet ist.

Mittel- und lateinamerikanische Saucenrezepte machen in der Folge ebenso neugierig wie asiatische und pazifische Saucenkrationen. Sehr raffiniert sind die Rezepte aus dem Kapitel "East meets West". Hier hat mich die "Pikante Mango-Aioli" ebenso angesprochen wie die "Sauce Tartare mit Chili".

Zu den süßen Saucen für Desserts zählt natürlich die "Créme Anglaise" mit ihren köstlichen Variationen, die "Zabaglione", aber auch die feinen "Fruchtcoulis" und viele andere Köstlichkeiten mehr.

Alle Rezepte werden sehr gut erklärt und machen deutlich, dass es nicht so schwierig ist, delikate Saucen zuzubereiten, wie immer behauptet wird. Wichtig ist bloß, dass man alles genau durchliest, bevor man zur Tat schreitet.


Rezension:Die Kürbisküche: Über 200 Rezepte von Kernöl bis Zucchini (Gebundene Ausgabe)

Der Spitzenkoch Hans Peter Fink stellt in diesem Kochbuch über 200 Rezepte aus der Kürbis-Küche vor. Die Rezepte werden mit appetitanregenden Fotos der vorgestellten Speisen illustriert, die der renommierte Bildjournalist Kurt-Michael Westermann gemacht hat. Auf den ersten Seiten erfährt man Geschichtliches rund um den Kürbis und seiner Artverwandten. Bereits vor mehr als 12000 Jahren soll es Wildformen der Kürbis gewächse in Süd - und Mittelamerika gegeben haben. Allerdings kannten auch die Griechen und die Römer bereits den Kürbis. Das älteste Kürbis-Rezept der Welt präsentiert der rönische Feinschmecker Marcus Gavius Apicius in dem ihm zugeschriebenen Kochbuch " De re Coquinaria".

Man lernt die Vielfalt der Kürbissorten in der Folge textlich und visuell kennen, wird mit fast 50 unterschiedliche Sorten vertraut gemacht und darauf hingewiesen, dass der Kürbis ein kalorienarmes, vitamin-und mineralstoffreiches Nahrungsmittel ist, das die Nieren und das Immunsysthem stärkt und harntreibend sowie potenzstärkend wirkt. Die Zucchini ist eine Unterart des Kürbis, deshalb findet man auch Rezepte mit diesem Gemüse im Buch. Das delikate Kürbiskernöl ist ein weiteres Thema. Übrigens helfen die im steierischen Krübiskernöl vorkommenden Phytosterine speziell die Entwicklung eines Prostata-Adenoms zu hemmen.

Der Autor untergliedert seine Rezepte in die Rubriken: Vorspeisen & Zwischendurch, Suppen, Risottos, Pasta & Beilagen, Mit Lamm, Kalb, Rind& Geflügel, Süße Mehlspeisen & Gebäck. Hervorheben möchte ich die Vorspeise "Tatar vom Almo-Ochsen mit eingelegtem Senfkürbis". Das Kürbiskernöl, das zu dieser Speise gereicht wird, gibt dem delikaten, sonntaglichen Frühstücksgericht den letzten Kick. Sehr delikat auch ist die "Tafelspitzsulz mit Fink`s Kürbispesto", die durch den trockenen Sherry ein sehr feines Aroma erhält. Das Pesto wird aus Kürbiskernen, Kürbisöl, Muskatkürbisfleisch, Parmesan, und etwas frisch gemahlenem Pfeffer sowie einer Prise Salz zubereitet. Sehr delikat auch sind die "Grüne Zuccinisuppe mit Knusperblüte", in die etwas Reis verarbeitet wird, die " Steinpilz-Kürbis-Spaghetti" und die "Kürbisfleckerl". Ein Hingucker sind die "Gefüllten Mini-Pastissons mit Paradaiser-Sugo", ein sehr leckeres Rezept. Bei den Fleischgerichten hat es mr das "Kalbsfilet mit Kürbis-Milaneser-Risotto" angetan, aber auch von dem "Faschierte Laberl mit Paprikakürbis und Erdäpfepüree" konnte Fink nachhaltig überzeugen. Das Highlight unter den Fleischgerichten ist m.E. "Rahmkürbis und Almo-Ochsenfilet mit schwarzer Nuss". Ein Festtagsessen!

Bei den Fischgerichten und Krustentieren finde ich das Rezept für "Weißen Heilbutt in Zucchiniblüte mit Oliven" sehr gut, aber auch die "Flusskrebsel mit klarer Kürbissuppe".

Die Desserts und Kuchen, in die man Kürbiskerne verarbeitet, werden Süßmäuler entzücken. Die "Apfeltarte mit Kürbiskernen" ist einfach zuzubereiten, die "Steirische Kürbiskerntorte" dagegen ist kein Spaziergang.

Alle Rezepte gut erklärt und problemlos zuzubereiten, sofern man nicht mit zwei linken Händen zur Welt gekommen ist.


Rezension:Von sieben Sinnen (Gebundene Ausgabe)

Viele Kochbücher sind bereits durch meine Hände gegangen und noch immer kommt beim Studieren eines neuen Meisterkochbuchs keine Langeweile bei mir auf, denn wirklich gute Köche unterscheiden sich in ihren Kreationen im Detail auf subtile Weise. Diese feinen Unterschiede machen mich immer wieder neugierig.
Mich interessieren stets die individuellen Nuancen eines Spitzkochs, die ihn unverkennbar zu dem machen, wofür man ihn mit Hauben und Sternen auszeichnet. Man muss die Rezepte genau lesen, dann lernt man den jeweiligen Koch kennen, auch wenn man selbst noch nie bei ihm gespeist hat.

Das vorliegende Buch stellt Kreationen des 1968 in Tirol geborenen, hoch dekorierten Martin Sieberer vor. Er leitet seit 1997 das Restaurant " Paznauerstube " im 5- Sterne Hotel " Trofana Royal " in Ischgl/ Tirol, das seit 2005 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist. Man liest Näheres über dieses Hotel, über das Restaurant und über Sieberers Küchenphilosophie, aber es wird auch mit einer kurzen Darstellung der imposanten Region aufgewartet. So liest man vom ewigen Eis der blauen Silvretta und erfreut sich eines sehr schönen Fotos von der kristallenen Stille. Der Koch stellt die Region und ihre Produkte in den Vordergrund. Das Neue und Ungewöhnliche entwickelt er aus der Ursprünglichkeit der Grundprodukte.

Die Grundvoraussetzungen für seine Spitzenleistungen sind Einfühlsamkeit, Kreativität und Liebe zum Detail. Mit " sieben Sinnen " gelingt es Sieberer vollendete Ergebnisse auf die Teller zu zaubern. Mit dem sechsten Sinn bestimmt er das rechte Gleichgewicht, balanciert die Aromen und gewichtet die Rangordnung im Menü. Seine Kunst liegt nicht im Hervorarbeiten eines Geschmacks sondern im Verbinden. Im siebten Sinn schließlich verschmelzen sich alle vorangegangen zu einem neuen Ganzen, der Kraft der Vision.
Beim ersten Studieren der Rezepte fällt bereits auf, dass dieser Ein -Sterne-Koch sich durch besondere Kreativität von vielen anderen abhebt. Sieberer besitzt die Sensibilität sowie das Auge von Wohlfahrt und wird gewiss in absehbarer Zeit mit ebenso vielen Sternen ausgezeichnet sein wie dieser Großmeister der feinen Genüsse.

Die Fotos, die Christa Engstler von den Speisen gemacht hat, visualisieren die Liebe des Kochs zum Detail, zeigen sein künstlerisches Können. Auf jedem einzelnen Teller sind kleine Kunstwerke entstanden, beinahe zu schade sie aufzuessen.... Exzellent ist ein " Frühlingssalat " von Kalbsbries, Spargeln und Morcheln. Sieberer arbeitet bei diesem Gericht nur mit wenigen Ingredienzien und lässt das Aroma der drei Hauptprodukte durch Zugabe von Butter zueinander finden. Die " Gänselebertorte " ist ein Hochgenuss, die ihren letzten Kick durch Holundergelee erhält. Die Zunge muss hier mit verschiedenen Aromen fertig werden. Hier verbindet der Geschmack von Baumkuchen den Fruchtgeschmack mit dem Geschmack von Mousse aus Gänseleber und geschlagener Sahne.

Raffiniert kommt die " Erbenschotensuppe " daher. Auf einer klaren Essenz von Erbsenschoten thront die Rahmsuppe. Dieses Gericht wird im Glas serviert, sodass man sich wahrlich eines appetitanregenden Anblicks erfreuen kann. Sehr delikat auch ist die " Lasagne von Steinpilzen und Ochsenfilet" und der " Lammrücken in der Senfsaatkruste gebraten ". Alle Gerichte sind sehr unkompliziert. Das gilt auch für die " Jakobsmuscheln auf Mangosalat". Eine Fülle von Dessert-Rezepten machen die Entscheidung schwer eines davon zu benennen. Ich habe mich für die Variationen von der " Bitterschokolade mit Kaffee und Chili " entschieden. Hergestellt werden müssen eine Tarte, Creme Brulee, eine Terrine und Mousse. Diese verschiedenen Dessert-Gerichte werden auf einem Teller angerichtet und können der krönende Abschluss eines Festtagsmenüs sein.

Die Rezepte sind alle gut strukturiert und bestens nachvollziehbar. Auf den letzten Seiten finden sich Menüvorschläge für 5 Gänge-Menues, sowohl für den Sommer als auch für den Winter und einige Grundrezepte, wie etwa für Jus , Fond, etc.

Empfehlenswert, auch sehr gut zum Verschenken.

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Rezension:Ingwer (Gebundene Ausgabe)

Dieses hochinformative und dabei sehr schöne Buch befasst sich mit dem Ingwer, dessen botanischer Name " Zingiber officinale " lautet.

Ingo Swoboda berichtet alles Wissenswerte rund um die vielseitig verwendbare Knolle. Der Spitzkoch Oliver Hoffinger präsentiert 150 delikate Rezepte, die von der Foodfotografin Luzia Ellert kunstvoll visualisiert worden sind.

Die getrocknete Wurzel der schilfartigen Ingwerpflanze, die zur Familie der Gewürzlilien gehört, ist eine der ältesten und beliebtesten Gewürze der Welt. Berühmtester Ingwerfan war übrigens Konfuzius. Jede Mahlzeit des chinesischen Religionsstifters - so wird überliefert - musste mit Ingwer gewürzt werden. Heimat des Ingwers ist das südliche Asien. Heute wird Ingwer in fast allen Ländern mit tropischem Klima angebaut. Hauptlieferant ist Indien, aber auch Jamaika, Nigeria, Japan und Brasilien exportieren das Gewürz.
Ingo Swoboda wartet mit einem hochinteressanten historischen Abriss über die Knolle auf, die übrigens geweihartig verzweigt ist und eine korkartige Rinde hat. Innen ist sie hellgelb und fasrig, außen verfügt sie über eine beige bis hellbraune Farbe. Die Natur hat dem Ingwer eine geballte Ladung von Bitterstoffen und ätherischen Ölen und Harzen mitgegeben und er wird hierzulande leider noch viel zu selten frisch als Wurzel verwendet. Swoboda empfiehlt generell nur frische oder getrocknete Knollen zu kaufen und auf fertiges Ingwerpulver zu verzichten, weil dieses schnell an Aroma und Geschmack verliert.

Frischer Ingwer fein gehackt oder geraspelt ist hervorragend zum Aromatisieren von eingelegten Gurken, Kürbissen und Chutneys. Er gehört an süß-saure Salate und ist eines der wichtigsten Gewürze der indonesischen und chinesischen Küche. Ingwer würzt Kompott, Saft und Rumtopf sowie Beizen von Fleisch und Geflügel. Gemahlener Ingwer verleiht Lebkuchen, Printen, Obstsuppen, Fruchtsalaten und Milchreis, aber auch pikanten Reisgerichten, Geflügel, Schwein, Rind, Lamm und Fisch eine interessante Note. Eingelegt verwendet man ihn hauptsächlich für fernöstlich angehauchte Desserts

Ingwer enthält u.a. Eiweiße, Fette, organische Salze, Mineralstoffe und Vitamine, insbesondere Vitamin A und Vitamine aus der B- Gruppe. Im " Gingerol " des Ingwers befindet sich jene " Anticholesterin-Chemikalie ", die Blutverklumpungen hemmt, welche zu Thrombosen und Schlaganfällen führen. Ingwer wirkt entgiftend und entzündungshemmend, stimuliert das zentrale Nervensystem und hilft gegen chronische Bronchitis.

Man sollte beim Dosieren von Ingwer vorsichtig sein, denn nicht immer hat die Knolle die gleiche Würzkraft. Je dicker und älter die Knolle , desto schärfer.

Die Rezepte Hoffingers sind unterteilt in " Kalt ", " Warm " , " Sauer ", " Süß " , " Eingekocht " und " Drinks ".

Alle Rezepte sind sehr gut erklärt, die Arbeitsschritte sind bestens strukturiert, so dass beim Zubreiten im Grunde nichts schief laufen kann. Die Zutaten lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass Hoffinger sehr kreativ ist. Das Zusammenstellen der Ingredienzien für die einzelnen Gerichte zeugt von Kenntnis aber auch vom Mut neue Geschmackswege zu beschreiten, dennoch zielen alle Rezepte auf ein harmonisches Geschmackserlebnis.

Bei den kalten Speisen hat mich der " Gelee vom grünen Spargel und Ingwer mit Zitronengras-Chili-Vinaigrette " der Zutaten wegen besonders angesprochen, aber auch " Ananas-Ingwer Schaum mit Salat vom Solospargel" überzeugt. Grüner Spargel passt zu Ingwer. Die Aromen harmonieren vortrefflich. Sehr gefallen hat mir auch das Rezept vom " Safran- Ingwer- Reis mit eingelegten Kräuterlimetten ". Die Limetten werden über Nacht in Salz, Honig, Weißwein und Kräuter eingelegt. Der Ingwer im " Vitello mit Thunfisch- Ingwer-Sauce ", verleiht der klassischen italienischen Vorspeise den letzten Kick.

Die warmen Speisen sind alle ein Traum. Ein schönes Sommergericht ist die " Hühnerbrust mit feuriger Ingwerhaut und Pfirsichrisotto ", auch das " Branzinofilet mit karamellisierten Ingwer-Zitronen und Pignolireis " ist eine ideale Speise an heißen Tagen. Das Rezept für " Rosa Lammkeule mit Rosmarin und Ingwer gefüllt auf cremiger Fontina-Polenta " würde ich am liebsten an dieser Stelle veröffentlichen. Besser kann man die Lammkeule wirklich nicht zubereiten. Die sauren Speisen bedürfen langer Überlegungen welchen Wein man dazu reicht. Doch dies soll nicht das Thema der Rezension sein. Kein Zweifel besteht bei der " Riesling-Fenchel-Suppe mit Ingwer-Crostini ". Der Riesling der in der Suppe für ein spezielles Aroma sorgt, sollte auch im Glas vorzufinden sein. Zum Niederknien lecker ist der " Grapefruit- Ingwer-Salat mit rosa Rinderfilet " . Der Salat wird mit Mandelöl angemacht und das Filet aufgeschnitten auf dem Salat serviert.

Das " Poulet de Bresse aus dem Römertopf mit Ingwerzitronen " habe ich am Wochenende zubereitet. Ich entschied mich dazu das Huhn im Römertopf mit 250 ml Chablis zu vermählen, weil Hoffinger bei Weißweinangabe seinen Lesern freie Hand lässt. Das Geschmacksergebnis war super. Beim Bresse-Huhn sollte man, wie ich finde, unbedingt einen französischen Wein wählen, sonst ist das Gericht nicht stimmig.
Eine Fülle von süßen Speisen erwartet den geneigten Leser anschließend. Mir sagen " Erdbeeren mit Cointreauschaum und Limetten-Ingwer-Sorbet " am meisten zu, angetan bin ich auch von " Rosa-Ingwer-Eis mit Walnuss-Pancakes und Ahornsirup ". Natürlich sind alle anderen Rezepte auch delikat. Eingekocht werden feine Marmeladen, Konfitüren u.s.w . Abgehandelt unter dem Begriff " Eingekocht " werden aber auch " Eingelegte Tomaten mit Ingwer" und diverse Pestos. Ganz zum Schuss wartet Hoffinger mit sehr raffinierten Drinks auf. Für die kalte Zeit ist " Heißer Chardonnay mit Ingwer und Zitronengras " einen Gang in die Küche wert. Ein interessanter Aperitif ist sicher der " Rosa Pfirsich Ingwer-Prosecco."


Das Buch ist gelungen. Eindeutig.

Empfehlenswert!



Rezension:Genießen auf den Weltmeeren: Eine kulinarische Weltreise mit MS EUROPA (Gebundene Ausgabe)

Die Buchautor und Fotojournalist Lutz Jäkel hat gemeinsam mit Stefan Wilke, dem Küchenchef der MS EUROPA Europa das vorliegende Buch verfasst.Die MS EUROPA ist das Flaggschiff der Reederei Hapag-Lloyd.Die Bordsprache des Schiffes ist deutsch, die Flagge ist die der Bahamas.Vom Berlitz Cruise Guide ist der Luxusliner zum 8. Mal in Folge als einziges Kreuzfahrtschiff weltweit mit begehrten " Prädikat 5 -Sterne plus " ausgezeichnet worden.Die Leser von " Genießen auf den Weltmeeren " haben die Chance kulinarisch an der 157 Tage andauernden Weltreise zu den schönsten Traumzielen dieser Erde teilzunehmen. Sollte man nach der Lektüre auf den Geschmack gekommen sein das Gelesene " live " zu erleben, so ist dies pro Person für etwa 100.00 Euro möglich.

Küchenchef der MS EUROPA ist der Schwarzwälder Stefan Wilke, der nach seinen ersten Ausbildungsstationen in Baiersbronn vom 3-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt in die hohe Kunst der feinen Küche eingeweiht wurde. Er und seine Crew achten mit viel Akribie darauf, dass ihre Gäste auf allerhöchstem Niveau zufrieden gestellt werden.Das Schiff bewegt sich im Mittelmeer, im Indischen Ozean, im Nordpazifik, im Südatlantik, in der Karibik und im Golf von Mexiko.

Überall, wo der Luxusliner anlegt, kauft Wilke auf den lokalen Märkten ein um die Speisen seiner Menüs mit traditionellen Zutaten zu kosmopolitischen Erlebnissen zu kombinieren.Die Berichte über die kulinarischen Besonderheiten einzelner Länder sind sehr spannend geschrieben.

Wie kocht man bei Windstärke 12? Was geschieht, wenn bei steifer Brise die Töpfe rutschen? Wer sind die Kapitäne auf dem Flaggschiff der Hapag -Loyd? Wer ist für die Weine zuständig? Wie werden logistische Problem während der 157 Tage gelöst? Diese und viele andere Fragen beantwortet das Buch ausführlich.
Überrascht bin ich, dass auf der Weinkarte der MS EUROPA 375 Positionen edler Weine gelistet sind. Der Sommelier ist Herr über 18.000 Flaschen. Alle vier Wochen werden 6000 Flaschen neu eingelagert, um den Bestand nicht zu minimieren. Zum Wein kommen noch 1500 Flaschen Sekt und 2.500 Flaschen Champagner hinzu. Verdursten muss auf der MS EUROPA demnach keiner.

Die 60 Rezepte des Küchenchefs Stefan Wilke im Buch machen deutlich, dass man auf der MS EUROPA wirklich auf allerhöchstem Niveau kulinarisch verwöhnt wird. Die Rezepte sind so gut erklärt, dass Hobbyköche keine Probleme damit haben sie zuhause zuzubereiten. Besonders gefällt mir, dass die Dekoration und das Anrichten auch beschrieben sind und der Sommelier mit bemerkenswerten Weintipps zum jeweiligen Essen Hilfestellung gibt.Einige Gerichte habe ich bereits nachgekocht und mich vom delikaten Ergebnis überzeugen können. Es handelt sich um:

" Kaisergranat mit Weichweizenrisotto und Weißweinsauce ", (ein spanisches Zwischengericht). Hierzu empfiehlt der Sommelier Silvaner Sehnsucht des Weinguts Sauer aus Franken.

" Risotto mit Oktopus ", (ein italienisches Zwischengericht) . Schmeckt umwerfend gut.

" Ingwer-Lauch-Suppe ", (eine Suppe aus Thailand). Das Herstellen von Lauchstroh und Ingwerchips erfordert etwas Geduld. Zugegeben.:-)

Ein kulinarisches Highlight kommt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten:
" Schwertfischsteak mit schwarzen Nudeln und Safransauce " Ich habe wie empfohlen Loibners Berg Riesling Smaragd von F.X. Pichler aus der Wachau dazu gereicht. Ein Traum!

Ebenfalls nicht von dieser Welt sind die japanischen Thunfischvariationen und " Escabeche vom Lachs mit Jasminreis und Sojaglasur ",
( Philippinen). Leider konnte ich den Grenache des Chateau Capitoul nicht auf die Schnelle auftreiben und reichte einen Cote de Provence dazu. Er harmonierte aber auch.

Sehr gut schmeckt der " Lammrücken mit Shirazsauce , Sesamkartoffeln und Karotten- Minz-Gemüse ", ( Neuseeland) und das " Hochrippensteak mit Maiskolben, Offenkartoffeln und Chiliquark " aus Argentinien. Dazu habe ich Merlot von Norton, Mendoza gereicht, weil ich ein Fan dieses argentinischen Weinguts bin. Der Sommelier möge mir verzeihen. :-)

Wirklich zum Niederknien sind die Klassiker- Gerichte zum Ende des Buches.

Noch habe ich mich nicht gewagt " Kaninchenrücken mit Gänsestopfleber, Pfifferlingen und Steinpilzen im Crepeteig mit Sherrysauce und Kaiserschoten " nachzukochen. Die Zubereitung ist nicht unkompliziert, aber die Ingredienzien machen mich sehr neugierig und wecken meinen Ehrgeiz.

Delikate Suppen, Vorspeisen, Hauptgerichte, Zwischengerichte, Desserts warten darauf vom Leser auf den häuslichen Tisch gezaubert zu werden und natürlich Schiffsreisewünsche zu potenzieren. Wem das Glück hold ist, wird eines Tages gewiss eine Weltreise auf der MS EUROPA genießen können. Ich wünsche dieses Glück jedem Menschen, der offen für Neues ist.

Ein Feuerwerk wunderschöner Fotos erwartet Sie und wird Ihre Reiselust ganz bestimmt wecken.

Empfehlenswert.


Rezension:Kulinarisches Osteuropa (Gebundene Ausgabe)

Die London lebende bulgarische Köchin Silvena Rowe offeriert im vorliegenden Buch 160 Rezepte aus Polen, Ungarn, Tschechien, Russland, Georgien, Bulgarien und der Ukraine.

Diese Rezepte untergliedert sie in:
Vorspeisen und Häppchen
Süß-Saures
Marinaden, Dressings , Saucen
Gewürze, Samen, Kräuter
Herbstfrüchte
Teigkreationen
Joghurt, Käse, Sauerrahm
Zu Tisch bei den Bojaren

In der osteuropäischen Küche bildet die Vorspeisentafel das eigentlich Hightlight eines mehrgängigen Mahls.
Die Autorin zeigt, wie man verschiedene Vorspeisen hierfür zubereitet. Ihre " Blinis " aus Buchweizenmehl schmecken deshalb so gut, weil sie Sauerrahm hinzufügt. Rowes Lieblingsbelag für die Blinis ist ein wohl mundender " Rote-Bete-Dattel-Kaviar". Auf den Speisekarten Russlands, Polens, Georgiens und der Ukraine findet man häufig Rote Bete. Datteln gehören zu den beliebtesten Trockenfrüchten Bulgariens. Die jüdische Gemeinde dort sah in ihnen schon immer ein Symbol des Friedens. Wer in dem Rote-Bete-Dattelgemisch Störeier sucht, wird sie dort nicht finden. Wo Kaviar draufsteht, muss noch lange nicht Kaviar drinnen sein.
Sehr delikat ist " Kulebjaka ", eine Lachspastete aus Russland, die aus Schichten von Lachs, Reis, wilden Champignons und Eiern besteht. Die Autorin verwendet anstelle von Reis übrigens Buchweizen.

Heringe sind die meist verbreiteten Fische in den Küchen der baltischen Länder und Polens, nicht zuletzt, weil davon in der Ostsee große Mengen gefangen werden. Zu Salzheringen, die man vier Stunden in Milch einlegt, bevor man sie rollt, wird ein Gemisch aus gehackten Scharloten, Senf, gekochten Eiern und Dill gereicht.
" Georgische Fleischklößchen mit Pinienkernen und Sauerkirschen " kombinieren zwei in Bulgarien, Georgien, Armenien und Ungarn beliebte Zutaten: Trockenfrüchte und Fleisch. In den Kalbs-Huhn- Hackbällchen sorgen getrocknete Sauerkirschen für die spezielle Note. Die Pinienkerne und der frische Koriander verbinden sich mit anderen Zutaten zu einem raffinierten Geschmackserlebnis. In Russland und Polen ist es Tradition Wodka zu trinken. Einer der ältesten Bräuche Russlands besteht darin Wodka zu aromatisieren. In Frage kommen Zutaten wie Baumrinde, Wurzeln, Früchte und Gewürze. Sechs Wodka-Rezepte warten darauf zubereitet zu werden.

Der " Sauerkirsch-Wodka " kann durchaus auch bei einem Damenkränzchen die Runde machen, wenn die Damen nur am Gläschen nippen und nicht gleich gierig die Flasche ansetzen. Letzteres dürfen nur trinkfeste, alte Russen. In Russland, Georgien, Armenien, Bulgarien und Polen sind die süßsauren Aromen in der Küche zumeist mediterran oder orientalisch angehaucht. Auf den " Borschtsch " trifft das nicht zu. Diese beliebte ukrainische Rote-Bete-Suppe erhält ihre Säure durch einen sauren, geraspelten, grünen Apfel.

Orientalisch hingegen mutet das bulgarische Gericht " Geschmortes Lamm mit Backpflaumen " an. Zimt und Nelkenpulver sind die Gewürze, die diesen Eindruck entstehen lassen. Die Autorin hat ein sehr delikates Rezept - man findet es im Buch unter der Rubrik Marinaden, Dressings und Saucen -, vom Chefkoch des jüdischen Restaurants in Krakau erhalten. Es handelt sich hierbei um " Mit Honig und Wodka mariniertes Rinderfilet und Senfsauce ". Das Fleisch soll nach dem Marinieren so dünn wie möglich aufgeschnitten werden, denn es handelt sich um eine Art polnisches Carpaccio, das übrigens sensationell gut schmeckt.
Empfehlenswert auch ist das " Moldauische Auberginen-Moussaka ", das mit einer Mischung aus Feta, Joghurt oder Sauerrahm überbacken wird.

Beim Lesen stolperte ich über einen polnischen " Mohn- Mandel -Kuchen ", dessen Rezeptur ich von meiner ostpreußischen Großmutter kenne. Dabei wird die Mohnfüllung in Teig eingerollt. Ein schönes Dessert nach einem osteuropäischen Mahl. Hauptgang bei einem solchen Menü könnte ein " Fasanenbraten gefüllt mit Gerste und goldenen Sultaninen sein ". Beilagen benötigt man dazu keine, weil die Gerste sättigend genug ist.
Sehr lecker sind die vielen Teigtaschen: " Pampuschki " und " Wareniki " heißen sie in der Ukraine, " Chinkali " in Geogien, " Piroggen " bei den Polen und Russen. Am besten gefallen mir " Wareniki ". Nach altem Aberglauben brechen die Teigtaschen auf und die Füllung läuft raus, wenn man die " Wareniki " abzählt. Im Rezept von Rowe sind sie mit Hühnerleber und Frühlingszwiebeln gefüllt.

Bemerkenswert sind die Speisen der Bojaren. Klassiker dieser Art sind " Hühnchen Kiew ", " Bouef Stroganaoff " und " Kalbfleisch Skobelew ". Die Familie Stroganoff hatte im russischen Adel vor mehr als 500 Jahren eine dominierende Rolle inne. Das berühmte Gericht kreierte Ende des 19. Jahrhunderts der Koch des Grafen Pavel Stroganoff. Ein wirklich edles Gericht, das mit Wildpilzen besonders aromenreich daherkommt!
Die " Schokoladen-Haselnuss-Torte " ist eine exorbitante Kalorienbombe, von der man befürchten muss, dass man bereits beim Lesen an Gewicht zulegt. Wer dieses Dessert seinen Gästen anbietet, sollte sie fairer Weise hinterher zum Holzhacken nach draußen schicken. Anschließend gibt es dann für alle eine Runde Wodka am offenen Kamin.

Die Fotos im Buch sind sehr authentisch, vielleicht, weil man auf Hochglanz verzichtet hat. Ein gelunges Kochbuch.



Rezensionen:Orientalische Vorspeisen: leicht und einfach (Gebundene Ausgabe)

Die Kochbuchautorin Anissa Helou gilt als eine der führenden Expertinnen der Küche des nahen Ostens. Im vorliegenden Buch stellt sie 80 orientalische Vorspeisen vor , die man allgemein als " Mezze " bezeichnet.
Die Autorin weist darauf hin, dass man darauf achten soll, dass die Aromen der verschiedenen Spezialitäten gut miteinander harmonieren und Farbe und Textur reizvolle Kontraste bilden. Neben Rohgemüse, Oliven, Nüsse, Samen und Kernen sollten einige Besonderheiten nicht fehlen. Zu diesen gehören " Bottarga " (das ist der getrocknete Rogen der Meeräsche), auch Seeigel, Labne-Bällchen und Pasturma, sowie Pickels und bestimmte Käsesorten. Als unverzichtbare Zutaten werden Hülsenfrüchte, Bulgur, Granatapfelsirup, Tahin, Sumach, Za`tar, Kreuzkümmel, Zimt, Paprikapulver, Cayenne-Pfeffer, Chiliflocken, getrocknete Minzeblätter, Weinblätter, frische Kräuter, Olivenöl und Nüsse sowie Samen genannt.

Mezze- Gerichte werden in geselliger Runde aus Schüssel und Schalen gegessen. In der Regel dippt man mit Pita und anderen Broten diverse Spezialitäten, deren Rezepte man im Buch näher kennen lernt.
" Tarator aus Pinienkernen " ist eine erfrischende Dip-Spezialität aus dem Libanon. In Tunesien genießt man " Harissa " als Dip. 575 g Chilischoten lassen erahnen, dass der Dip für Hitze im Körper sorgen wird. Keine Sorge Anissa Helou nennt passende Getränke zu Abkühlung, darunter auch feine Weine des östlichen Mittelmeers.

Taboule ist ebenfalls eine Spezialität aus dem Libanon. Hier werden Bulgur, Tomaten und anderen Ingredienzien vermischt und versetzten die Zunge wegen der zarten Konsistenz in Erstaunen. Von den Salaten sagt mir der " Feta-Salat in Pitaecken gefüllt " und der bunte " Portulak-Salat" am meisten zu. Portulak ist übrigens sehr herzstärkend. Über Filoteig und andere Teigspezialitäten liest man in der Folge, aber auch von Mezze-Speisen aus Hülsefrüchten und Reis. " Falafal" stammt aus Ägypten. Diese Kichererbsenbällchen werden frittiert und scheinen sehr sättigend zu sein. Die Zubreitung ist einfach, wie sich aus der Rezeptbeschreibung ergibt.


Gemüsesorten, wie Okra, Tomaten und Paprika bilden die Basis für köstliche vegetarische Vorspeisen. Besonders lecker schmecken " Gefüllte Tomaten auf marokkanische Art ". Mittelgroße Tomaten werden mit geraspelten Zucchini, Knoblauch und Koriandergrün, sowie Gewürzen gefüllt und im Backofen gebacken.
Auch " Gefüllte Auberginen " sind delikat, wenn man sich zu einer Zwiebel-Tomaten -Mischung entschließen kann. Beide Rezepte habe ich getestet. Das kriegt man problemlos hin, auch ohne Kochausbildung.


Typische Mezze-Kräuter sind Minze, Petersilie und Koriandergrün, diese finden sich auch in den Rezepten für Fisch und Meeresfrüchte und für Geflügel und Fleischspezialitäten wieder. " Kibbe " sind orientalische Frikadellen. Das Rezept für libanesische " Fisch-Kibbe" habe ich ausprobiert und bin begeistert vom Ergebnis. Diese Bulgur- Rotbarschmischung ist wirklich ein Gaumenkitzler der besonderen Art, nicht zuletzt wegen des Zimtsaromas, der der Kibbe den speziellen Kick verleiht. Sautierte Hühnerlebern erhalten durch Zitronensaft und gehacktem Koriandergrün eine exzellente Note. So schmecken sie interessanter als italienisch zubereitet.


Zum Ende des Buchs wartet Anissa Helou mit einer Reihe von Bezugsquellen auf, so dass man selbst in Hintertupfingen frisch ans Werk gehen und die Familie oder Gäste mit Geschmacksnuancen überraschen kann, die die Tafelrunde in Entzücken versetzen wird. Ewige Nörgler sollten Sie vom Tisch verbannen, und am Katzentisch mit Kartoffelbrei abspeisen.

Sehr empfehlenswert!

Rezension:Kronländerkochbuch: Die 450 besten altösterreichischen Rezepte. Prag - Krakau-Budapest - Triest (Gebundene Ausgabe)

Von den vielen Kochbüchern, die ich in meinem Bestand habe, ist dies eines der besten. Die Autoren sind der Kochbuchautor Christoph Wagner und der österreichische Spitzenkoch Adi Bittermann. Die unzähligen appetitanregenden Fotos hat Kurt-Michael Westermann gemacht. Vorgestellt wird die Küche der alten Habsburgerländer (der sogenannten Kronländer).

Darunter versteht man nach dem Stand von 1867: das Erzherzogtum unter der Enns und ob der Enns, das Herzogtum Salzburg, die gefürstete Grafschaft Tirol und Land Vorarlberg, das Herzogtum Kärnten, die Steigermark und Krain, das Küstenland, das Königreich Dalmatien, das Königreich Böhmen, die Markgrafschaft Mähren, das Herzogtum Schlesien, das Königreich Galizien und Lodomerien, das Herzogtum Bukowina, das Königreich Ungarn mit Siebenbürgen und Fiume, das Königreich Kroatien und Slawonien, das Reichsland Bosnien und Herzegowina ( ab 1908) und das Königreich Venetien-Lombardei ( Lombardei bis 1859, Venetien bis 1866).

Dem Rezeptteil ist eine grundsätzliche Betrachtung Altösterreichs Vielvölker-Küche voranstellt. Hier erfährt man u.a. , dass die ostjüdische Küche nur in den Kochbüchern und bei den im Exil lebenden Juden an der amerikanischen Ostküste und in Israel überlebt hat. Die Rezepte im Buch sollen keine monarchisch verbrämte Nostalgie verbreiten, sondern dazu beitragen, die unterschiedlichen Ethnien, die im Laufe der Jahrhunderte in den verschwommenen Überbegriff " Wiener Küche " einflossen, wieder nach Regionen und Landstrichen auseinanderhalten zu können.

Man liest einen kleinen Abriss über die ungarische Küche und in diesem Zusammenhang auch Wissenswertes über die Tischkultur aus Herend. Die Getränkevorlieben unterscheiden sich in den einzelnen Ländern sehr. Dass die Böhmen Bier bevorzugen weiß jeder, dass man in Dalmatien einen anderen Wein wie in Herzegowina schätzt, weiß man nach der Lektüre des Buchs ebenfalls. Der Rezeptteil ist untergliedert in Vorspeisen, Suppenküche, Zwischengerichte, Beilagen, Fischgerichte, Fleischgerichte und Nachspeisen.
Die einzelnen Rezepte sind gut erklärt und erhalten jeweils den Hinweis aus welchem Kronland sie stammen.
Im Rezeptteil finden sich auch immer wieder Beiträge, die berühmte lukullische Spezialitäten näher beschreiben oder Kulinarisch- Anekdotisches beinhalten.

460 Rezepte warten auf den Leser nachgekocht zu werden. Bei den Fischrezepten haben mir zwei Karpfenrezepte besonders gut gefallen, einerseits der " Schwarzbierkarpfen " aus Böhmen, andererseits der " Schilcherkarpfen " aus der Steiermark. Dass man zum "Schwarzbierkarpfen" als Beilage " Böhmische Knödel " reicht, irritiere mich zunächst etwas. Sehr lecker ist der " Fogas " ( Zander ) mit Grammelkruste vom Balaton. Dazu reicht man Letscho. Wie dieses zubereitet wird, wird auch erklärt. Delikat sind natürlich " Boreto vom Steinbutt " aus Istrien und die " Seezunge Metternich " aus Wien.

Aber ich möchte hier keine Rezepte aufzählen, dennoch kann ich nicht unerwähnt lassen, dass den Leser eine Fülle von Gulaschgerichten aus Ungarn, Dalmatien, vom Küstenland, aus Herzegowina, aus Böhmen, aus Galizien, aus Wien etc. erwartet. Viele Rezepte beinhalten Sauerkraut, einige Rotwein. Es lohnt sich alle einmal nachzukochen. Das Gleiche gilt für die Rostbratenrezepte. Interessant sind auch Bittermann Spezialrezepte, die keiner Region zugeordnet werden können, so etwa " Geschmortes Kalbsfricandeau mit Weinbergschnecken überbacken ". Das Highlight im Buch sind die " Altösterreichischen Nachspeisen ".

" Pandschepan " stammt aus der Küche der spanischen Juden und Marranen, die die iberische Halbinsel auf der Flucht vor der Inquisition verließen und sich in Südeuropa verstreuten. Aus dem " Pain d`Espagne " wurde dort allmählich das " Pandschepan ". "Powidlbuchteln ", " Krakauer Krapfen ", " Reis Trautmannsdorff ", " Zwetschgenröster ", " Dobostorte ", " Linzer Torte ", aber auch die " Sachertorte ", die " Malakofftorte" und die " Karlsbader Torte " kommen zur Sprache. Man erfährt nicht nur die Rezepte, sondern auch etwas über ihre jeweilige Geschichte. " Topfenstrudel " und " Palatschinken " aus Ungarn werden Süßmäuler zum Frohlocken bringen. Die beiden Speisen eignen sich auch sehr gut als Hauptgericht, insbesondere wenn Kinder am Tisch sitzen.


Ein tolles Kochbuch!



Kommentar

Rezension:Stein und Wein - Hessische Bergstraße: Winzer - Lagen - Rebsorten (Broschiert)

Die Geologen Prof. Dr. Hans-Peter Harres, Prof. Dr. Eckart Stein und Dr. Barnert befassen sich im vorliegenden Buch mit Deutschlands zweitkleinstem Weinanbaugebiet, der " Hessischen Bergstraße ", deren Ertragsrebfläche 421 Hektar beträgt.

Man erhält über die geologische Geschichte des Odenwaldgebietes breitgefächerte Informationen, nicht zuletzt weil der Odenwald eine besondere Stellung im geologischem Zusammenhang einnimmt und das Terroir für einen guten Wein bekanntermaßen die Grundvoraussetzung bildet. Interessant ist die geologische Zeittafel mit den zugehörigen Gesteinen im kristallinen Odenwald. Man erfährt in den umfangreichen Betrachtungen, dass der Odenwald seit etwa 45 Millionen Jahren kontinuierlich Landoberfläche ist und damit seit Ewigkeiten intensiver Verwitterung und Erosion unterlag.

Der Löss ist eine der jüngsten Sedimentsablagerungen. Er hat für den Weinanbau an der " Hessischen Bergstraße " große Bedeutung. Das Sediment besteht aus Quarzkörnern, Carbonaten und Silikaten und bildet die Grundlage für fruchtbare Böden.Die Autoren klären auf wie der " Mineralkörper " und der " Humuskörper " der Böden entstehen und verdeutlichen gut nachvollziehbar die Eigenschaften der Hauptbodenarten.

Die Bedeutung von Tonmineralen und Huminstoffe wird näher erläutert, über Wasserverfügbarkeit und Feldkapazität wird informiert und viele andere für den Weinbau wichtigen Bodencharakteristika werden benannt. Lobenswert umfangreich wird man über die Hauptnährstoffe der Reben in Kenntnis gesetzt. Die Rede ist von Stickstoff, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Schwefel, Eisen, Mangan, Bor, Kupfer, Zink, Molybdän, Chlor, Silizium und Natrium.

Weine, die gut gedeihen sollen, sind von der Bodenwärme, der Hangneigung und dem Klima abhängig. An der wärmebegünstigten Bergstraße steht dem Pflanzenanbau durchschnittlich drei Wochen mehr Zeit zur Verfügung als im angrenzenden Odenwald. Dokumentiert wird dies dadurch, dass der Frühling an der Bergstraße deutlich früher beginnt als in den umgebenden Teilen. Für die Mandelblüte ist die Bergstraße berühmt. Gerade in den letzten Jahren wurden an den Weinbergswegen viele neue Mandelbäume angepflanzt.

Man liest in der Folge von den Rebsorten, die an der " Hessischen Bergstraße" an den schönen Hängen angebaut werden. Die einzelnen Rebsorten werden bestens erklärt.Anschließend lernt man die Weinlagen, natürlich auch die Einzellagen, breitgefächert kennen und wird umfangreich über zehn Rundwege durch die Weinberge informiert.Mein Lieblingswein von der Bergstraße ist der Weißburgunder aus der Lage " Heppenheimer Centgericht". Die Lage befindet sich am nördlichen Ortausgang von Heppenheim. Das " Staatsweingut Hessische Bergstraße " ist im Gesamtbesitz der Lage. Eine Verkostung vor Ort ist empfehlenswert.

Sehr gut beschrieben ist zu Ende des Buches die Geschichte des Weinbaus an der " Hessischen Bergstraße ". Die Anfänge reichen in die römische Zeit zurück.
Die Autoren haben alle Weingüter aufgelistet. Sie nennen jeweils die Anschriften und Öffnungszeiten und informieren über die Rebflächen, die Lagen, die Spezialitäten und Auszeichnungen der einzelnen Betriebe.Anschriften von Restaurants, Hotels werden auch genannt, so dass man sich den Bergsträsser Wein ohne Reue munden lassen kann.

Empfehlenswert.

Rezension:Einfach fantastisch!: Neue Rezepte, Tipps & Tricks der Spitzenköchin -: Neue Ideen, Tipps & Tricks der Spitzenköchin (Gebundene Ausgabe)

Lea Linster ist bislang die einzige Frau, die jemals den renommierten Kochwettbewerb "Bocus d`Or" gewann. Das Kochgenie Eckart Witzigmann war damals in der Jury und urteilt:" Sie kocht intelligent, kreativ und hat eine eigene Handschrift entwickelt. Talent, Kreatität und Fleiß sind nun einmal die Grundvoraussetzungen für eine große Kochkarriere und Lea Linster ist mit diesen Attributen gesegnet."

Die Spitzenköchen kocht seit dem Beginn der achtziger Jahre in ihrem eigenen Restaurant in Frisange in Luxemburg. Ihr Jurastrudium hat sie nach dem Tod ihres Vaters abgebrochen und übernahm das Café ihrer Eltern. Ihr Ziel war es ein Spitzenrestaurant daraus zu machen. Bereits 1987 wurde sie mit einem Michelinstern gekürt, auch der Gault Millau würdigte ihr Können und sie gewann, wie oben schon erwähnt, zudem den Kochwettbewerb "Bocus d`Or".

Das vorliegende Kochbuch ist in Zusammenarbeit mit ihrem Team enstanden, der Köchin Burgunde Uhlig, der Texterin Susanne Mersmann, dem Fotografen Thomas Neckermann, der Grafik-Designerin Christian Kapaun und der Stylistin Uschi Hussmann-Dilger.

Die delikaten Rezepte Linsters sind untergliedert in: Vorspeise u. Häppchen, Salate u. Suppen, Fisch u. Krustentiere, Pasta u. Risotto, Fleisch u. Gefügel, Gemüse u. Beilagen, Desserts und Kuchen sowie Eis und Sorbets. Alle Rezepte sind sehr gut erklärt. Ähnlich wie bei Rach sieht man, dass hier ein ein akademisch ausgebildeter Mensch die Rezepte konzipiert hat, der mit viel didaktischem Gespür sein Wissen weitergibt.

Allen Rezepten gemeinsam sind raffinierte Aromen. Hervorheben möchte ich bei den Vorspeisen das "Mille-feuille von Zucchini und Schnecken", das sie mit wilden Spargel garniert. Schnecken auf diese Weise zu kredenzen, halte ich für sinnvoller wie sie im Häuschen auf den Tisch zu bringen, weil man auf das übliche Schneckenwerkzeug verzichten kann. Sehr lecker ist der "Apfel-Gurken-Salat mit Ingwer und Minze", der durch den hinzugefügten Limettensaft sommerlich frisch schmeckt. Bei den Suppen gefällt mir die "Feine Petersilienwurzel-Creme" am besten, weil sie besonders originelle Aromen aufweist.

Die "Jakobsmuscheln auf Chicorée an Orangenvinaigrette" bekommen durch Piment d`Espelette ihren letzten Kick, delikat auch ist das "Zanderfilet mit Rieslingsoße und Parmesankartoffeln". Die Rieslingsoße eignet sich für andere Fischkreationen ebenfalls.

Linster beweist mit ihren "Pasta- und Risottorezepten", dass sie auch etwas von italienischer Küche versteht. Ihr größter Wurf in dieser Beziehung sind meines Erachtens die "Bandnudeln mit Morchelrahm". Weißer Portwein, Madeira, Sahne, sogar ein wenig Tabasco sorgen neben anderen Ingrenzien für ein überirdisches Geschmacksniveau.

Bei "Fleisch und Geflügel" finde ich den "Rotwein-Schmorbraten von der Hochrippe" sehr gelungen. Vermutlich ist es schon jetzt das neue Nationalgericht der Luxemburger. Ich teile Linsters Meinung, dass Burgunder hier am besten zum Schmoren passt, die Pinot-noir-Traube ist gefälliger als die Cabernet-Sauvignon-Traube, die ihrer Tannine wegen den originären Fleischgeschmack zu sehr realtiviert.

Bei den Rezepten für Gemüse und Beilagen begeistern mich die "Artischockenherzen für zwei" mit am meisten. Eine leckere Füllung erwartet den Genießer, der die Speise mit Baguette und einem Glas Rosé als sommerlichen Imbiss auf den Tisch bringen kann.

Lea Linster ist der Meinung, dass man beim Backen ganz viel Liebe zeigen kann. Wenn ich mir ihre Kreationen ansehe, komme ich zum Ergebnis, dass sie recht hat. Ihre "Tarte Tartin mit Nektarinen und Mango" ist Kuss vom Himmel und ihr "Erdbeer-Sahneeis" sowie ihr "Geeistes Parfait von Vino Santo" schmecken so lecker, dass man sich im Schlaraffenland wähnt.

Dies ist ein sehr gutes Kochbuch einer der wenigen Spitzenköchinnen Europas. Dass Lea Linster überaus sympathisch ist, macht das Foto von ihr bereits deutlich. Man achte auf die lachenden Augen! Ich kenne einen Mann, der häufiger in ihrem Restaurant speist und geradezu vernarrt ist in diese fantasiereiche, begabte Frau. Nachdem ich das Buch jetzt gelesen habe, kann ich dessen Euphorie sehr gut nachvollziehen.



Rezension: Eckart Witzigmann - Meine Lieblingsrezepte

Der Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann stellt in diesem Kochbuch seine Lieblingsrezepte vor. Witzigmann wurde übrigens als erster Koch in Deutschland 1979 mit drei Michelinsternen ausgezeichnet. Er weiß, dass das Zubereiten von Speisen nicht nur mit Liebe, Gefühl und Geduld zu tun hat, sondern auch Intelligenz erfordert. Dies begründet der Meisterkoch ausgezeichnet in seinem Vorwort.

Das Kochbuch ist untergliedert in: Vorspeisen, Suppen und Eintöpfen, Saucen, Gemüsen, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Fisch und Meeresfrüchte, Geflügel, Wild und Wildgeflügel, sowie Desserts.

Kaum jemand kann Rezepte so gut erklären wie Witzigmann. Schritt für Schritt verdeutlicht er die Arbeitsabläufe. Genannt wird jeweils die Zubereitungszeit, auch für wie viele Personen die Zutaten eines Rezeptes gedacht sind bleibt nicht unausgesprochen.

Witzigmann warten bei einigen Rezepten mit Zusatztipps und Infos auf und berichtet über seine Erfahrungen mit Suppen und Eintöpfen, philosophiert über Saucen, bei denen sich, wie er sagt, erst der Meister zeigt. E informiert über Gemüse, nicht zuletzt über die reinweißen Spargelstangen und erklärt, was man tun muss, damit sich beim Letscho, dem pikanten ungarischen Schmorgemüse, das Aroma der Paprikaschoten voll entfalten kann.

Delikat schmeckt alles, was Witzigmann hier kreiert. Jetzt, während der heißen Tage gefällt mir als Vorspeise das Rezept für "Melonenhälften mit marinierten Flusskrebsen gefüllt" besonders gut. Es lässt sich problemlos innerhalb von nur 40 Minuten zubereiten.

Morgen werde ich wohl wieder einmal die "Geeiste Tomaten-Gurkensuppe" zubereiten. Sie schmeckt vorzüglich. Ich verwende stets sehr kleine Kapern, weil diese einfach noch aromatischer munden.

An Tagen, die etwas kühler sind, wartet das Rezept für "Böhmischen Pilzeintopf" darauf, ausprobiert zu werden. Der frische Dill verleiht den Pilzen ganz gewiss den letzten aromatischen Kick.

Witzigmanns "Morchelrahmsauce" schmeckt göttlich, nicht nur zu Fleischgerichten, sondern auch solo zu Nudeln. Seine "Gefüllten Zwiebeln" sind eine schöne Speise für Wochentage. Dies gilt auch für die "Tagliatelle mit Tomaten-Lauchzwiebelsauce".

Ein Sonntagsgericht ist der "Gebratene Seeteufel mit Muschelragout". Eine Leckerei für hohe Feiertage stellt der "Hummer mit Ingwer und Orange" dar. Ich bin nicht in der Lage einen Hummer zu töten, kann ihn nicht ins heiße sprudelnde Wasser setzen, mir fehlt der Killerinstinkt eines Jägers, aber das tote Tier auseinander nehmen, vermag ich schon. Das Gericht ist sehr delikat und nicht kompliziert in der Zubereitung.

Ebenso gut wie der "Hummer mit Ingwer und Orange" schmecken "Jakobsmuscheln mit Steinpilzen und Tomaten". Auch dieses Rezept zeigt, wie sensibel Witzigman Aromen aufeinander abzustimmen in der Lage ist.

Sehr delikate Fleischgerichte lernt man kennen. Interessant ist das Rezept "Pochierte Rinderlende mit jungem Gemüse und Sauce Béarnaise". Kulinarische Träume werden durch die "Kalbsbriesröschen auf Frühlingszwiebeln und gebackenen Morcheln" sowie "Milchkalbsleber mit weißem Pfirsich und Basalmico-Pfeffersauce" realisiert. Köstlich, wirklich köstlich.

Von Witzigmanns Wildgerichten möchte ich die "Fasanenbrust auf Champagnerkraut mit Périgord- Trüffelsauce" erwähnen. Der Meister rät die Brüste der Fasanenhennen zu nehmen, weil sie fleischiger sind als die der männlichen Vögel.

Ein Kussregen vom Himmel sind die Desserts zum Schluss. Die "Crepes mit Walderdbeeren >>Romanoff<< " lachen mich in ähnlicher Weise an wie der " Flambierte Pfirsich"........

Das Kochbuch arbeitet mit nur ganz wenigen Bildern. Witzigmann regt durch seine Rezepte die Fantasie an. Im Kopfkino entstehen die Ergebnisse kulinarischer Bemühungen, lange bevor man am Herd zur Tat schreitet.

Ein phänomenal gutes Kochbuch.

Rezension: Eckart Witzigmann- Süße Verführungen

 Süße Verführungen. Sonderausgabe (Gebundene Ausgabe) Eckart Witzigmann wird nicht zu Unrecht als Jahrhundert-Koch bezeichnet. Er ist begnadet. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich hatte einst Gelegenheit bei ihm in seinem damaligen Restaurant "Aubergine" zu speisen.

Im vorliegenden Süßspeisen-Kochbuch hat er, wie man dem Klappentext bereits entnehmen kann, die schönsten Rezepte aus der Welt der Patisserie zusammengetragen und dort auch interpretiert er sie auf betont kreative Weise.

Das Buch ist untergliedert in: Mehlspeisen, Puddinge, Omeletts und Soufflés, Cremes, Parfaits und Eis, festliche Desserts, Kuchen, Torten und Tartes, süßes Backen, pikantes Backen und Eingemachtes.


Die Rezepte werden von vielen appetitanregenden Bildern begleitet. Witzigmann erklärt alles didaktisch meisterlich - Schritt für Schritt - und gibt zu vielen Rezepten Zusatzinformationen.


Er lässt den Leser beispielsweise wissen, dass man in Österreich Zwetschgenknödel pur ohne Begleitung genießt, gleichwohl schmecken sie aber auch mit Mandelsauce und Vanillesauce gut. Beim Topfenpalatschinken kommt es seiner Meinung nach auf die Füllung und den Guss an, die dem hochdünnen Pfannkuchen seinen Charakter verleihen. Man liest an anderer Stelle auch, dass Salzburger Apfelstrudel vor dem Backen mit leicht gezuckerter Milch übergossen wird. So bleibe er schön saftig.


Die Rezepte sind ein Traum "Powidltascherln mit Quarkteig", "Topfensoufflé", diverse Omeletts etc, etc., auch das Rotweingratiné schmeckt überirdisch gut. Hier sorgt Himbeerpüree für eine fruchtige Note.


"Belgische Sahnewaffeln mit Kirschragout und Zimteis" sind nicht zu übertreffen. Das Kirschragout beinhaltet u.a. Rotwein, Portwein und Cassislikör, aber auch Kischwasser. Dieses Rezept ist freilich nichts für heiße Tage.


"Walderdbeergratin auf Vanilleparfait" ist jetzt ideal.


Ich möchte nun nicht alle Rezepte aufzählen. Vorgemerkt für den August habe ich mir jetzt schon die "Zwetschgendatschi" mit Mandelstreusel und auch die "Apfeltarte "Tarte Tatin", die Witzigmann mit einer Rumsauce serviert.


Mit meiner Mutter gemeinsam werde ich dieses Jahr Weihnachtsplätzchen nach Rezepten von Witzigmann backen. Das Rezept seiner "Vanillekipferl", aber auch seine "Orangenplätzchen" überzeugen mich besonders.

Das Rezept für "Zwetschgenröster" habe ich ausprobiert. Eine Offenbarung auf der Zunge.

Soeben habe ich mich entschlossen, einen Rumtopf nach Witzigmanns Rezept anzusetzen. Er verwendet absichtlich keine Himbeeren oder rote und schwarze Johannisbeeren, da sie leicht zerdrückt und unansehlich werden. So werde ich es auch machen.


Interessant auch ist das Rezept für Cassislikör. Dieser eignet sich für den Kir royal oder zum Aromatisieren von Mousse, Eis und Saucen. Powidl, ein Pflaumenmus aus getrockneten Pflaumen bereitet der Starkoch aus 500 g Dörrpflaumen, entsteint, 500 ml Rotwein, 600 g Zucker, 1 Gewürznelke, 1 Zimtstange, 20 ml Zitronensaft und 40 ml Rum , 58 Vol.% zu. Die Rezeptur scheint noch besser zu sein als die von den südhessischen Landfrauen, bei denen ich bislang Pflaumenmus erworben habe.


Dieses Buch sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Der "Englische Teekuchen" macht mich sprachlos. Er ist der ultimative Kuss vom Himmel.




Rezension:Milch & Sahne: 110 süße und herzhafte Rezepte (Broschiert)

  Das Autoren - und Verlegerehepaar Laurence und Gilles Laurendon stellen gemeinsam mit dem Food- Fotografen Akiko Ida und der Food-Stylistin Ilona Chavancova 110 süße und herzhafte Rezepte vor, in denen Milch, Sahne, Joghurt, Quark, Frischkäse, u. s .w. wichtige Rollen einnehmen.Zunächst erfährt man im Rahmen einer kleinen Warenkunde alles Wesentliche über Milch, Buttermilch, weiterer Milchsorten, Kondensmilch, Butter, Sahne, Crème Fraiche und Crème double, Frischkäse, Quark, Mascarpone und Joghurt, dann aber geht es gleich zur Sache. Alle Rezepte sind bestens erklärt und einfach zuzubereiten.
Mit großem Interesse las ich, wie man Butter, Quark und Joghurts selbst herstellen kann. Neugierig habe ich dies sofort ausprobiert. Es funktioniert tatsächlich, aber der Arbeitsaufwand steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis.

Sehr gut sind die Frühstücksrezepte, wie etwa "Getreideflocken mit Milch und Trockenobst", "Selbst gemachtes Müsli", "Vanille-Porridge" und ähnliches mehr. Die Ingredienzien sind wohl überdacht, sehr vitaminreich und mineralstoffhaltig. Gefallen haben mir auch die Rezepte für "Erdbeermilch" und für den "Papaya- Milchshake". Beides sind leckere, alkoholfreie Sommerdrinks. "Lakritzenmilch" und "Bunte Marshmallow-Milch" scheinen wohl eher ideale Getränke für Kindergeburtstage zu sein.

Einige delikate pikante Gerichte, wie "Kalbsragout", "Käse- Kartoffel- Gratin" , "Kartoffelpüree" auch Rezepte mit Meeresfrüchten sowie ein Fischgericht warten darauf nachgekocht zu werden und eine Fülle von leichten Dessertrezepten lassen die Süßmäuler unter den Lesern sicher frohlocken. Überzeugt haben mich die Rezepte für "Walderdbeeren auf Sahnequark", die "Creme Caramel" , auch die "Katalanische Creme" sowie für die lukullischen Highlights "Smoothie mit Milch-Baiser-Haube", "Bananenfrappeé" sowie "Bananen-Passionsfrucht-Sahne auf Kiwiepüree", aber auch die Rezeptur für einen "Wiener Kaffee", bei dem eine Prise gemahlener Zimt zu dem speziellen Geschmackserlebnis führt.

Die Rezepte haben alle das gewisse Etwas und heben sich damit von 0/8/15 Rezepten ab. Grund genug sich mit ihnen näher zu befassen. Etwas unorthodox ist der Aufbau des Buches, gleichwohl liegt im Suchen letztlich auch immer ein kleiner Reiz für neugierige Menschen......Keine schlechte Strategie um Interesse zu wecken.

Rezension:Parma: Lustvoll leben und genießen: Lustvoll leben und genießen im Bauch von Italien (Gebundene Ausgabe)

Im Klappentext erfährt man, dass dies das einzige Buch über die Stadt ist, die mehreren weltberühmten Delikatessen ihren Namen gab: Parma. Ob dies stimmt, vermag ich nicht zu überprüfen. Im Grunde ist mir dies auch nicht so wichtig. Ich habe das Buch nicht erworben, um eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen, sondern möchte aufgrund des vor mir liegenden Textes und der vielen schönen Bilder ermitteln, ob sich im Bauch von Italien wirklich so lustvoll leben und genießen lässt, wie der Untertitel des Werks von Nikko Amandonico verspricht , zudem möchte ich hin und wieder ein Gericht nach einem Rezept aus dem Kochbuch zubereiten.

Amandonico ist Autor und Fotograf zugleich. Er beschreibt in diesem Buch die Küche von Parma und ihre Grundzutaten so traditionsgemäß wie möglich. Zunächst allerdings skizziert er das Leben in dieser Stadt und lässt den Leser nicht im Ungewissen, dass die wohlhabenden Bürger in erster Linie von der Nahrungsmittelindustrie leben. Der Autor erwähnt die Tatsache, dass es hier zahlreiche Großbetriebe gibt, die Pasta, Milch, Tomaten und andere Lebensmittel produzieren, darunter Parmingiano-Reggiano (eine berühmte Käsesorte) und den legendären Prosciutto di Parma (der allseits bekannte Parma-Schinken), vgl.: S. 11.

Man erhält einen kleinen visuellen Eindruck von Parma aufgrund der schönen Fotos, erfährt wie Parmigiano Reggiano sowie Prosciutto die Parma hergestellt wird und liest u.a. wie man sonntags in dieser Stadt speist. Lustvoll und dem Genuss ergeben. Wunderbar.


Dann erst folgen insgesamt 70 Rezepte. Beginnend mit einem Grundrezept für Eierpasta, gefolgt von äußerst delikaten Pastarezepten, wie etwas Tortelli mit Weißkohlfüllung, Taliatelle mit Parmaschinken, Überbackene Auberginen-Lasagne, gute Risotto- und Gnocci-Rezepte, bemerkenswerte Fleischspeisen, wie "Im Ganzen gebratenes Perlhuhn mit schwarzer Trüffel aus Fango" oder "Kalbsrouladen". Die Rezepte sind ausführlich erklärt und ohne Probleme zuzubereiten.

Ich lese soeben das Rezept für "Kalbsschnitzel á la Stendhal" Der Autor merkt an "Der französische Schriftsteller Stendhal besuchte Anfang des 19. Jahrhunderts Parma und beschloss daraufhin, seinen nächsten Roman "Die Kartause von Parma" in der fiktiven Umgebung Parmas anzusiedeln. Diese Kalbsschnitzel sind ein Gericht zu seinen Ehren." (Zitat: S. 140)
Das Rezept ist phänomenal. Werde es am Sonntag gleich ausprobieren. Schon jetzt läuft mir das Wasser beim Gedanken an das feine Sößchen im Munde zusammen. Steinpilze, Walnüsse, Sahne und Wein spielen neben anderen Zutaten eine Rolle.

Interessant finde ich das Rezept für Walnusslikör und die vielen leckeren Süßspeisen. Es macht übrigens Freude die Anekdoten und Tipps zu lesen, die den Rezepten stets vorgeschaltet sind.

Ein schönes Buch, das auf Hochglanz verzichtet und dadurch um ein Vielfaches edler wirkt.

5 Sterne, was sonst bitte?

Rezension:Osttirol-Kochbuch (Sondereinband)

 

Während meiner Jungmädchenzeit war ich das letzte Mal in Osttirol. Damals bin ich mit meinen Eltern dort in den Ferien gewesen. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe ich mir neugierig die hübschen Bilder angeschaut und mich zu erinnern versucht. Erst dann habe ich zu lesen begonnen.

Gerd Wolfgang Sievers stellt zunächst die Landschaften in Osttirol vor: das Virgental und die Hohen Tauern, das Defreggental, die Landschaft um die Marktgemeinde Matrei, die 1000 Meter über dem Meeresspiegel liegt, das Lesachtal, das Hochpustertal und Lienz mit seiner schönen Umgebung. Lienz, die Perle der Dolomiten, ist eine schöne, lebendige, gepflegte Stadt, deren Bergpanorama ihr etwas Pittoreskes schenkt.

Der Autor skizziert kurz den Nationalpark Hohe Tauern, der mit einer Fläche von 1834 Quadratkilometern zu den größten Nationalparks Europas zählt. Auch Schloss Bruck lässt er nicht unerwähnt, die alte Residenzburg der Görzer Grafen, die heute eine Gemäldesammlung der beiden Maler Franz Defregger und Albin Egger-Lienz beherbergt.

Im Anschluss daran werden traditionelle Osttiroler Rezepte vorgestellt. Diese sind untergliedert in: Suppen und Eintöpfe, Nudel, Knödel, Mües und Plente, Hauptspeisen und Süßes. Die Rezepte sind alle gut erklärt und wirklich betont einfach zuzubereiten. Die tradionellen Gerichte der Region sind ziemlich kalorienhaltig, Kost für Menschen, die sich in den Bergen bewegen und nicht den Tag auf dem Bürosessel zubringen.

In der Folge lernt man kulinarische Spezialitäten näher kennen, wie etwa das "Osttiroler Berglamm", das mit seinem "sensationellen, feinst marmorierten Fleisch den Gaumen verzücken" soll, so der Autor. Die Lammgerichte sind alle interessant gewürzt, mit vielen Kräutern, nicht zuletzt mit aromatischer Bergminze, viel Knoblauch und anderen delikaten Zutaten.

Graukäse war mir bislang nicht bekannt. Es handelt sich um eine typische Tiroler Spezialität, die man schmackhaft in Suppen und Salaten einbinden kann.

Sievers stellt zudem einige gute Restaurants und Hotels vor und zeigt anhand von Rezepten deren jeweiliges Kochniveau. Für Personen, die in der Region Ferien machen möchten, sind diese Infos natürlich Gold wert. Das schönst Hotel ist m.E. das "Grandhotel Lienz", das am 30.4.2009 eröffnet wurde und das das erste 5- Sterne-Hotel in der Region ist. Das Rezept aus der Küche "Fasan im Honigsaftl mit Kastanienpofesen und Chicorée" klingt verlockend und dokumentiert, dass der Chefkoch Christian Flaschberger ein Könner ist. Sein Ziel ist es übrigens, die Produkte, Farben und Aromen de gebietes vom Karwendel bis zur Adria, von Friaul-Julisch-Venetien bis in das Engadin voll zur Geltung zu bringen.

Vorgestellt werden auch Jausestationen auf Almen sowie in Berghütten und Rezepte von dort. Hier hat mir das "Wildfleisch auf Osttiroler Art" sehr gut gefallen.

Das Buch ist empfehlenswert für Menschen, die interessiert sind an den kulinarischen Besonderheiten der fokussierten Region und um sich einen ersten Überblick über das Sehenswerte und die Gastronomie in Osttirol zu verschaffen.

Rezensionen: Voodoo Food: Magie der afrikanischen Küche (Gebundene Ausgabe)

Dr. Dodo Liadé stammt von der Elfenbeinküste. Der promovierte Politologe hat gemeinsam mit Zsuzsanna Ilijin , -sie hat visuelle Kommunikation in Stuttgart studiert- dieses bemerkenswerte Kochbuch auf den Weg gebracht.

Fokussiert wird die Küche von Abidjan nach Sansibar. Dabei unterstreicht Liadé dass es keine einheitliche afrikanische Küche gibt. Stattdessen kann man Afrika kulinarisch grob in vier Regionen untergliedern. Zur arabisch beeinflussten Küche zählen die Länder nördlich der Sahara, also Marokko, Algerien und Tunesien.

Ferner gibt es die äthiopische Küche, dazu gehört auch Eritrea, die südafrikanische Küche der Republik am Kap sowie die schwarzafrikanische Küche der Staaten West-, Zentral- und Ostafrikas.(vgl: S. 12)

Gemeinsam ist allen Regionen eine Neigung für Wurzelgemüse, Getreide und Fisch. Rohkost ist unüblich. Gemüse wird fast immer gekocht, geröstet, gebraten oder gegrillt, wie der Autor festhält.

Bevor man sich dem Rezeptteil widmet, sollte man sich zunächst mit den reichhaltigen Infos über Gewürze und Gewürzmischungen von voodoofood befassen.

Die einzelnen Gewürze werden sehr gut erläutert. Mohrenpfeffer kannte ich bislang noch nicht. In Afrika wird dieser Pfeffer auch "wilder Pfeffer" genannt. Er wächst in Guinea, Nigeria, Ghana, Togo, an der Elfenbeinküste und im Seneggal. Man nutzt den Pfeffer im Senegal für die Zubereitung eines Kaffeegetränkes.

Die Zutaten folgender Gewürzmischungen werden genau aufgelistet: Bebere, Charmé du Café, Gemüse Curry, Grüner Curry, Harrissa Tuareg, Kinder Curry, Grüner Curry, Lustgewürz, Milder Curry, Roter Curry, Matata, Zansibar Curry und Ingwerpaste.

Die meisten Gewürzmischungen enthalten Kreuzkümmel, Kardamom, Pfeffer, Koriander. Dennoch ist der Geschmack höchst verschieden, weil jede Mischung indiviuelle Würznoten enthält, mal durch Muskatnuss, mal durch Anis, mal durch Piment und Limonengras etc. bedingt. "Zanzibar Curry" wird beispielsweise aus Anis, Cayennepfeffer, Chili,Ingwer, Knoblauch, Nelken, Pfeffer rot, Pfeffer schwarz und Pfefferminze gemixt. Alle anderen Gewürzmischungen enthalten ebenfalls zumeist mehr als sieben Gewürze.

Die Rezepte sind eingeteilt in: Suppen, Beilagen, Vegetarische Gerichte, Fisch, Geflügel, Fleisch, Desserts und Getränke. Die einzelnen Rezepte sind gut untergliedert und werden bestens erklärt. Hin und wieder erhält man noch Sonderinfos - kulinarisches Insiderwissen- von Dr. Liadé und wird stets darüber aufgeklärt, woher die Gerichte stammen.

Damit Sie einen Eindruck davon erhalten, um welche insgesamt 60 Speisen es sich handelt, habe ich einige Gerichte hervorgehoben. Diese können Sie einer erweiterten Rezension auf meinem Rezensions-Blog entnehmen.

Ein außergewöhnliches Kochbuch.

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Rezension:American Bar. The Artistry of Mixing Drinks (Gebundene Ausgabe)

Die guten Rezepte eines schönen Mannes.,
Bei dieser Hitze (35 Grad plus in Frankfurt) fällt das Lesen und Rezensieren nicht leicht. Ich habe mich die letzten Tage deshalb mit kurzweiliger Lektüre befasst, u.a. mit dem vorliegenden wunderbaren Buch von Charles Schumann.

Die legendäre Bar "Schumann s" habe ich im München vor einigen Jahren ein paar Mal besucht, dort leckere Drinks probiert und die Atmosphäre sowie den Besitzer Charles Schumann in guter Erinnerung behalten. Charles Schumann ist wirklich schöner Mann. In diesem Punkt teile ich die Meinung mit Elke Heidenreich.

Das Buch enthält eine Fülle von Rezepten für Drinks und Cocktails, die nach Buchstaben geordnet sind. Die Rezepte sind alle gut nachvollziehbar erklärt. Untergliedert sind sie in: Aperitifs, Brandy-Drinks, Chahaca-Drinks, Campari-Drinks, Campari-Drinks, Champagner-Drinks, Classic-Drinks, Cofee-Drinks, Coladas, Collinses, Daiquiris, Degistifs, Eggnogs, Fizzes, Flips, Gin-Drinks, Hangover und Corpse Reviver Cocktails, Highballs, Hot Drinks, Juleps, Low-Alkohol Drinks, Martini-Cocktails und Variationen, No Alcohol Drinks, Rum-Drinks Sours, Tequila-Drinks, 24 -Hour Drinks, Whisky- und Whisky-Drinks sowie Wodka-Drinks.

Im Anschluss daran werden Cocktail- und Drinkgruppen näher vorgestellt, so etwa Champagner-Cocktails. Man erfährt des Weiteren Näheres über Destillate aus Wein, wie etwa Cognac bzw. Armagnac, Destillate aus Pflanzen, wie etwa Tequila und Mezcal. Liköre werden thematisiert, auch versetzte Weine, wie Port.

Wie man Cocktails rührt, welche Ausstattung in eine Bar gehört weiß man nach dieser Lektüre auch und kennt sogar die wichtigsten internationalen Fachausdrücke an der Bar.

Schumann informiert auf den letzten Seiten sehr spannend über Ausbildung und Weiterbildung des Berufs eines Barmanns, über den Umgang mit Gästen und über seine eigene Laufbahn als Barkeeper.

Ich erlaube mir zu Ende der Rezension das Rezept für ein erfrischendes Sommergetränk zu nennen:
"Monte Carlo Imperial"
1- 2 cl Zitronensaft
1 cl Crème de Menthe (weiß)
2 cl Gin
Champagner

"Im Shaker auf Eiswürfeln kräftig schütteln, im Champagnerkelch abseihen, mit Champagner auffüllen." Zitat: Seite 141

Ein tolles, sehr handliches Buch für Menschen, deren Leben nicht nur aus Theorie besteht.