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Rezension:Sündig Süß: Geheimes aus der Klosterküche (Gebundene Ausgabe)

Fast hätte ich es verabsäumt, noch vor Weihnachten dieses schöne Rezeptbuch von Ernst Kaufmann und Günther Haderer zu rezensieren, das sich mit der Zubereitung von süßen Speisen und Getränken nach alten Handschriften aus Klöstern befasst.

Untergliedert ist das Buch in die Kapitel: 
G`rissenes und G`angenes- Mehlspeisen, Schmarren und Strudel 
G`sterztes und G`stocktes- Aufläufe und Puddinge 
G`ossenes und Wackerltes- Süße Sülzen und Gelees
G`ronnenes und G`fronenes- Cremen und Gefrorenes 
Zan Aufwama- Tees, Weine und Punsch 
Zan Schlof'ngeh- Liköre, Säfte und warme Getränke 
Ingredienzien..

Es empfiehlt sich, zunächst mit den Ingredienzien zu beginnen und alles über die Zutaten zu lesen. Diese warenkundlichen Betrachtungen sind sehr gut und ausführlich beschrieben. Hier erfährt man mehr über Gewürznelken, Vanille, Zimt, Rum, Nüsse etc., auch über Butter, die in der klösterlichen Süßspeiseküche nicht wegzudenken ist.

Zu Ende eines jeden Rezeptkapitels wird ein namhafter Kleriker oder eine Klerikerin, sogar auch ein berühmter Wallfahrer porträtiert, so etwa der Heilige Benedikt von Nursia, der Naturheiler Pfarrer Johann Künzle und Hildegard von Bingen.

Hat man erst mal diese Porträts gelesen, ist es nicht mehr all zu schwer, sich einzubilden, man habe die Absolution für die sündigen Naschereien erhalten, die im Buch vorgestellt werden. Beim Studieren der Rezepte wird schnell klar, dass man auch in Klöstern sehr gerne genascht hat und es Freude bereitet, die raffinierten Leckereien am heimischen Herd auszuprobieren. Viele dieser köstlichen Süßspeisen sind Balsam für die Seele an kalten bzw. trüben Tagen. In Maßen genossen, machen sie bestimmt nicht dick.

Vertieft habe ich mich lange in das Kapitel, das Tee- Wein- und Punschrezepte vorstellt und habe hier viele gute Anregungen gefunden, die man in die Tat umsetzen sollte, gerade nach langen Spaziergängen zwischen den Jahren, um sich ohne oder mit Alkohol aufzuwärmen.

Wer Schlafprobleme hat, sollte den "Zimtlikör" ausprobieren. Er ist wärmend, beruhigend und kreislauffördernd oder sich alternativ eine "Schaumschokolade" zubereiten.

Im Hinblick auf die delikaten Desserts komme ich aus dem Staunen nicht heraus. Blicke ich aus dem Fenster, so könnte mich mit dem trüben Tag eigentlich nur eine "Weincreme" versöhnen. Das Rezept auf Seite 100 ist wirklich all zu verlockend.

Die Rezepte werden sehr gut erläutert und lassen sich problemlos zubereiten. 

Sehr empfehlenswert.

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Rezension:Hofmenüs für heute - Rezepte vom Dresdner Hof aktualisiert von sächsischen Köchen und Pâtissiers (Gebundene Ausgabe)

Dieses Kochbuch ist etwas ganz Außergewöhnliches, denn es beinhaltet Rezepte vom Dresdner Hof, neu interpretiert. Zubereitet sind sie von sächsischen Köchen und Patissiers. Herausgeber sind Wolfram Siebeck, Georg Schenk und Josef Matzerath, die gemeinsam ein aufschlussreiches Vorwort verfasst haben und dort begreifbar machen, worum es in diesem Buch geht. Hier liest man, dass das kulinarische Werk ein Votum dafür sei, eine kulinarische Tradition zur Kenntnis zu nehmen, ähnlich wie andere kulturelle Ausdrucksformen mit langer Vergangenheit. Erinnert wird in diesem Zusammenhang an Kunst, Musik oder auch Architektur.

Parallel zu diesem Band sind zwei andere in der Einleitung auch erwähnte Bücher erschienen, die sich als korrespondierende Teile eine Intervention in die Ernährungssituation der Gegenwart begreifen. Beabsichtigt wird hochwertige Nahrungsmittel aus handwerklicher Herstellung zu würdigen und für Speisen ohne künstliche Aromen und Zusatzstoffe aus industrieller Fertigung zu plädieren.

Josef Matzerath schreibt auf den letzten Seiten des Buches Wissenswertes zur Küche und Kochkunst des Dresdner Hofes um 1900. Die Rezepte von Ernst Max Pötzsch belegen, was damals ein junger begabter Koch in Dresden wissen musste. Die Dresdner Hofküche hatte ein eigenes Potential. Man kochte mit jahreszeitlichen Produkten, stellte den Eigengeschmack von Speisen in den Vordergrund und achtete darauf, dass die Gerichte ihrer Menüs sich nach Hauptzutat, Zubereitungsweise und Farbe unterschieden. Nicht uninteressant dabei war, dass der Preis eines Produktes nicht das Kriterium für Exklusivität verkörperte.

Das Kochbuch von Ernst Max Pötzsch mit dem Titel "Vollständige Herrschaftsküche des Kronprinzen von Sachsen" (Dresden 1898-1899) bildet die Grundlage des vorliegenden Werkes, in dem namhafte Köche und Patissiers aus Sachsen aus dem Hier und Heute nach den Rezepten von Pötzsch kochen und zwar neuzeitlich interpretiert. Die Menüs beinhalten alle vier Gänge, so wie dies einst bei Hofe in Dresden üblich war.

Wolfram Siebeck wartet vor dem bemerkenswerten Rezeptteil mit einer Einleitung auf, die sowohl inhaltlich als sprachlich ein Hochgenuss ist und sehr schön auf das was kommt, einstimmt.

Vorgestellt werden von Wolfram Siebeck folgende Köche und Patissiers: Dirk Schröer (Bülow Palais, Dresden), Olaf Kranz (Schmidt`s Restaurant, Dresden Hellerau), André Mühlfriedel (Restaurant im Ratskeller, Dohna), Till Weiss (Hotel Fürstenhof, Leipzig), Mirko Pfuhland (Restaurant Schloss Wackerbarth, Radebeul), Thomas Eichler (Konditorei Eichler, Burgstädt), Silvio Escher (Goldener Löwe, Meißen), Mario Pattis (Food& Beverage Consulting, Dresden), Stephan Miessner (Element DELI und Restaurant, Dresden), Paul Gildemeister (Swisshotel, Dresden), Ines Kuka (Charlotte K. Radebeul), Tino Gierig (Café Keutzkamm, Dresden), Eva Haubold (Dresdner Schokowerk, Dresden) André Tienelt (Restaurant Sendig, Hotel Elberesidenz, Bad Schandau), Detlef Schlegel (Stadtpfeiffer im Gewandhaus, Leipzig).

Alle Personen werden durch ein Foto optisch vorgestellt. Wolfram Siebeck schreibt dann jeweils eine Seite Wissenswertes zu den einzelnen kulinarisch Kreativen, auch wie sie mit der Aufgabe der Interpretation der alten Hofgerichte umgegangen sind. Das liest sich, wie bei Siebeck nicht anders als zu erwarten überaus kurzweilig und spannend.

Die königlichen Rezepte sind wunderbar erläutert und lassen sich sehr gut nachkochen. Gerade jetzt zu den bevorstehenden Festtagen finde ich diese Menüs ideal, aber nicht unkompliziert.

Ein gelungenes Buch, das nicht nur neugierig auf das Zubereiten der Speisen macht, sondern auch zum Reisen nach Sachsen motiviert, da man dort augenscheinlich vorzüglich speisen kann.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension:Modernist Cuisine at Home (Gebundene Ausgabe)

Ein Kochbuch wie dieses zu rezensieren ist fast unmöglich, denn es enthält unzählige Fakten. Hier zu selektieren bereitet Kopfschmerzen. Der schön gestalteten Kassette ist ein dickes Buch mit dem Titel "Modernist Cuisine at home" und ein Rezepthandbuch mit praktischer Ringspirale zu entnehmen. Dabei ist das reich bebilderte dicke Buch in zwei umfangreiche Teile mit einundzwanzig Kapiteln untergliedert. Nach zwei Vorworten von Fachleuten kommen die Autoren zur Sprache. Bei diesen handelt es sich um Nathan Myhrvold und Maxime Bilet. Die vielen Fotos stammen übrigens von Nathan Myrvold, Melissa Lehuty und dem Foto-Team von The Cooking Lab. Zunächst erfährt man Wissenswertes zur Geschichte des Buches. Hier wird auch auf das 2011 bereits erschienene 2438 Seiten umfassende sechsbändige Werk "Modernest Cuisine. The Art of Science of Cooking" hingewiesen. Das vorliegende Buch hat zwar den Titel behalten, ist aber keine kondensierte Version des Vorgängerwerks. Dieses neue Werk konzentriert sich auf Kochgeräte, Techniken und 406 Rezepte. Sie alle sind neu. Es geht dabei um innovative neue Techniken im Rahmen der Rezepte. Doch darauf komme ich noch zurück.

Zum besseren Verständnis erfährt man zunächst die 10 Grundsätze der modernistischen Küche, wobei Parallelen zur Kunst nicht unerwähnt bleiben. Das Buch konzentriert sich auf neue Techniken wie Sous-vide-Wasserbad, Schnellkochtopf und Sahnesiphon und zeigt wie man damit zuhause modernistisch kochen kann, d.h. in diesem Falle Vereinfachung, Reproduzierbarkeit und Zeitgewinn beim Kochen.

Man erfährt in Vorfeld wie ein Rezept skaliert wird, auch dass die Rezepte von vielen berühmten Köchen inspiriert wurden. Anschließend liest man wichtige Kriterien zu neutralen und aromatischen Ölen und auch Näheres zur Lebensmittelsicherheit. Alsdann wird man im ersten Abschnitt mit Geräten am Arbeitsplatz, mir konventionellen Küchengeräten, mit dem so genannten Sous- Vide-Garen und interessanten Zutaten vertraut gemacht. Hier wurde ich mal mit der Gesamtheit meiner technischen Ahnungslosigkeit konfrontiert. Mir ist klar geworden, dass ich, was Küchengeräte anbelangt, vorsintflutlich agiere. Mikrowelle und Schnellkochtöpfe kannte meine Küche bislang noch nicht, das könnte sich aber jetzt ändern, denn es wurden durch die Lektüre des Buches massiv Vorurteile abgebaut.

Der Rezepteil ist untergliedert in: Frühstückseier; Salate und Kalte Suppen; Druckgegarte Gemüsesuppen; Steak; Chessburger; Carnitas; Geschmorte Querrippe; Brathähnchen; Chicken-Wings; Nudel-Hühnersuppe; Lachs; Meeresfrüchte; Pizza; Mac and Cheese; Risotto und Paella; Maismehl; Mikrowellengerichte und Custards und Pies.

Sehr übersichtlich werden die Rezepte stets gut erläutert. Es werden auch eine Fülle von appetitanregenden Bildern geliefert. Die Würzungen der Rezepte sind wohldosiert und dabei raffiniert. Das Buch enthält so viel warenkundliches und technisches Wissen, dass ich nur noch staune. Die vielen Infos halten beinahe vom Kochen ab. Man studiert erst einmal, was bekannter Maßen bildet.

Das beigefügte Rezepthandbuch lässt einen schnellen Überblick zu, was den umfangreichen Rezeptteil im Buch anbelangt.

Sicher werde ich mich noch oft in dieses Buch vertiefen, um mich an das Neue heranzutasten. Das ein oder andere Rezpt habe ich aber schon ausprobiert und das Kochergebnis war mehr als nur zufriedenstellend. Das gilt auch für die tollen Pestos.

Das nette Buch-Team ist zum Schluss abgebildet. Darunter viele sehr junge Menschen, die den Innovationen bestimmt per se offener gegenüberstehen als Hobbyköche, die schon Jahrzehnte lang am Herd ihre Neigung ausleben.

Ich finde den Buchinhalt sehr spannend und empfehle das Werk allen, die nicht als ewig gestrig gelten wollen.

Empfehlenswert.

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Rezension:Weihnachten mit Fräulein Klein: Backzauber und Dekolust für die schönste Zeit im Jahr

Dies nun ist das zweite Buch, das ich heute vorstellen möchte. Hier handelt es sich um ein Werk der Bloggerin Yvonne Bauer. Ihr Thema ist Weihnachten. Im letzten Jahr bereits hat diese Autorin ein anderes wunderschönes und dabei brauchbares Kochbuch veröffentlicht, das ich rezensiert habe. Auch ihr neues Buch besticht durch die hübsche Gestaltung und die gut erläuterten Rezepte sind noch ausgereifter als jene auch dem letzten Jahr.

Untergliedert ist ihr Buch in die Abschnitte:
Adventsdekoration.
Nikolaus, Punsch und C.
Basteln mit Kindern.
Geschenke aus der Küche.
Plätzchen.
Weihnachtsbäckerei.
Christbaumdeko und Geschenke.
Weihachtstisch
Hot-Chocolate-Party 
Silvester.

Die Ideen für die Adventsdekoration sind wirklich originell. Hier hat mich der Adventskalender mit Kugeln am meisten angesprochen. Die Idee, diese an einem schönen Ast baumeln zu lassen, finde ich nachahmenswert und witzig.

Lobend erwähnen möchte ich den Birnenpunsch. Die Ingredienzien habe ich so eben mit einer alten Freundin am Telefon ausdiskutiert und beide haben wir diese für exzellent befunden. Das Glühweinrezept ist auch bestens und verlockend, zudem finde ich den Clementinen-Ingwer-Punsch köstlich.

Es ist unmöglich an dieser Stelle alle Bastel- und Rezeptideen anzusprechen. Insofern möchte ich nur einige hervorheben. Da sind z.B. die Schokoladen-Rumkugeln. Ein raffiniertes Rezept, für welches man sehr gut Schokolade verwenden sollte. Raffiniert auch ist die Zusammensetzung der Zutaten für die Chaikipferl, die diesem Gebäck eine orientalische Note verleihen. Großes Lob für das Rezept "Schokoladenplätzchen mit Brandycreme". Eine ideale Beigabe zu einer Tasse Cappuccino. 

Sehr gut gefällt mir des Weiteren das Rezept für die "Weihnachtstorte gefüllt mit Apfelkompott und Vanillencreme" und alternativ die "Mandelbiskuits mit Glühweinbirnen und Vanillen-Tonka-Sahne". Beide Rezeptergebnisse kommen meinen Vorstellungen von weihnachtlichen Leckerleien an der entsprechenden Kaffeetafel entgegen, weil beides Mal Äpfel eine Rolle spielen, die neben Nüssen und Zimt- nach meiner Vorstellung- einfach zum Weihnachtsfest dazu gehören.

Ich will nicht zu viel verraten, doch hier warten tatsächlich hübsche Kreationen auf den Leser, Betrachter, Bastler und Hobbykoch.

Gratulation zum weihnachtlichen Dessert "Kirsch-Meringues", eine gelungene Idee. Bravo. Weiterhin viel Erfolg mit Ihrem Blog FRAEULEIN-KLEIN.BLOGSPOT.DE 

 Empfehlenswert.

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Rezension:Meine Gewürzküche aus Indien, Thailand, Vietnam und China: Meine 200 neuen Rezepte aus den vier Weltküchen (Gebundene Ausgabe)

Hier müssen Konservative über ihren Schatten springen. Das erfordert Kraft. Ohne Frage. Aber: Nur Mut. Der Sprung lohnt sich.

Auf dieses Buch habe ich lange gewartet und mittlerweile einige Rezepte daraus ausprobiert. Köstlich.

Den Autor Alfons Schuhbeck, das möchte ich nicht geheim halten, bewundere ich wegen seines großen Könnens und seines umfangreichen Wissens. Einfach hat es dieser unendlich fleißige Mann nie gehabt, umso mehr freue ich mich über seinen Erfolg.

Mit "Meine Gewürzküche aus Indien, Thailand, Vietnam & China" legt Schuhbeck nun das zweite Buch vor, das er im Rahmen seiner Weltreisen zur Erkundung von Gewürzen realisiert hat. Diesmal war er in Delhi, Bangkok, Hanoi und Shanghai.

Neben seinen kurzweilig zu lesenden Reiseberichten hat man Gelegenheit sich Bilder von seinen Reisen anzusehen, erlebt ihn beim Genießen von fremden Speisen, beim Fachsimpeln mit asiatischen Köchen und beim Kochen in Asien. Seine Reiseberichte sind sehr beobachtend und analytisch verfasst. Das wird seiner Leserschaft gefallen. Er dringt in die Geheimnisse der vier bedeutendsten Küchen Asiens ein, indem er vor Ort allerlei Speisen verkostet, mit Köchen spricht und ihnen bei ihrem Tun aufmerksam zuschaut.

Nach diesen spannenden Reiseberichten für kulinarisch Interessierte wartet Schuhbeck mit seiner Kochschule Asien auf. Diese setzt sich zusammen aus den Abschnitten:

Kochschule Indien 
Kochschule Thailand
Kochschule Vietnam 
Kochschule China 

Im Rahmen dieser Kochschulen werden insgesamt 54 Klassiker dieser Länder anschaulich erklärt und zwar in gut nachvollziehbaren Arbeitsschritten mit entsprechenden Bildern. Den Rezepterklärungen gehen für jede der vier Küchen lesenswerte allgemeine Betrachtungen zu den einzelnen Küchen voran, die man lesen sollte, um das Wesen der landestypischen Rezepte besser zu verstehen.

Für mich war es sehr interessant, diese Rezepte zu studieren, weil ich schon unzählige Kochbücher, die sich mit fernöstlicher Küche befassen, gelesen und rezensiert, vor allem Rezepte daraus zubereitet habe. Wie so oft konnte ich aber auch hier durch Schuhbecks Erläuterungen dazulernen. Er ist eben nicht nur eine Spitzenkoch und Gewürzkenner, sondern ein wirklich begabter Lehrer.

Im Anschluss an die Kochschulen-Erläuterungen folgt ein umfangreicher weiterer Rezeptteil. Dort stellt Alfons Schuhbeck dann von ihm entwickelten Rezepte vor, die eine Brücke zwischen Europa und Asien schlagen.

Dieser große Rezeptteil besteht aus den Kapiteln: Vorspeisen & kleine Gerichte; Suppen & Eintöpfe; Gemüse & Nudeln; Gemüse, Nudeln & Co; Fisch & Meeresfrüchte; Fleisch; Geflügel & Wild und Desserts.

Die Kreationen finde ich höchst spannend, weil sie unserer globalisierten Welt Rechnung tragen. Diesbezüglich wird es gewiss nicht wenige Kritiker geben. Ich schätze hingegen Neuinterpretationen von Gerichten ebenso wie Crossover-Gerichte, weil sie für mich ein Indiz für eine weltoffene Grundhaltung sind und ein Beweis dafür, dass man sich mit dem Fremden wirklich auseinandersetzt.

Ausprobiert habe ich u.a. "Thunfischtatar mit knusprigen Limettenblättern". Der Tatar mit dem gerösteten Sesamsamen ist wahrlich vorzüglich. Hier vor Ort auf dem Wochenmarkt wird Kräutersalat angeboten, sodass ich diesen auch zubereiten konnte. Die Shikokresse habe ich mit normaler Kresse ersetzt. Sehr delikat.

Probiert habe ich u.a. auch den "Gemüseeintopf mit Erdnuss –Minze-Pesto" und den "Eintopf von Meeresfrüchten mit Dill und Tamarinden". Beide Eintöpfe wirken aufgrund der Minze und Korianderaromen fernöstlich und durch den Einsatz von Dill erinnern sie daran, dass sie am heimischen Herd entstanden sind.

Wirklich super schmeckt das "Gröstl von Kartoffeln und Shiitake-Pilzen", wie bei vielen Gerichten in dem Buch fehlt auch hier weder Ingwer noch Koriander.

Die Rezepte für Fisch & Meeresfrüchte mag ich besonders gerne. Einfach klasse ist der "Kabeljau in Ingwerpanade auf Korander-Karotten-Salat." Auch die "Garnelen auf Kokosrisotto mit Chinakohl" habe ich schon ausprobiert. Lecker. Eine gelungene Würzung...

Sehr gute Fleischgerichte lohnt es ebenfalls zuzubereiten. Hut ab vor "Bayern meets Bangkok- Weißwurstgröstl auf Thaicurry". Auch eine gelungene Kreation. Ich war mir zunächst nicht sicher, ob ich das Wagnis eingehen sollte wegen des Kokosmilcharomas. Es passt jedoch. Unglaublich.

Das "glasierte Rinderfilet auf Wokgemüse" wirkt durch den Einsatz von Butter auch ein wenig europäisch. Das "Bayrische Backhendl auf thailändischem Kartoffelsalat" finde ich sehr gelungen. Mutig ist es zudem, dem guten bayerischen Kartoffelsalat (mit frischen Gurkenscheiben) etwas Verlockendes entgegenzusetzen.

Ich gebe zu, dass es eine gewisse Überwindung kostet, einen Rehrücken zu würfeln, um daraus "Gewürfelten Rehrücken, 'Chiang Mai' mit Süßkartoffelpüree" zu kreieren. Bis Weihnachten ist ja noch eine Weile hin. Mal sehen.. Die Desserts muss ich noch ausprobieren, denn die Rezepte klingen vielversprechend. "Zitronengrassülze mit bunten Früchten" ist offenbar eine Art Wackelpeter mit asiatischen Komponenten.

Neben den Rezepten gibt es viele Tipps zu diesen, die man beherzigen sollte. Zudem stellt Schuhbeck seine Asien-Gewürzpasten zum Ende des Buches vor und erläutert auch, wozu man sie verwenden soll.

Ein wirklich gelungenes Buch. 

Sehr empfehlenswert.

PS: Heute bereite ich das "Lachsfilet auf grüner Paprika-Ingwer-Sauce" zu. Hoffentlich kriege ich alle Zutaten auf dem Wochenmarkt. Thai-Basilikum werde ich wohl durch die italienische Variante ersetzen müssen. Das dürfte das Geschmacksergebnis aber nur wenig beeinflussen.

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Rezension:Piment (Gebundene Ausgabe)

Kochbücher sehr guter Köche lassen uns Leser am Können dieser Meister ihres Faches teilhaben. Kochbuchliebhaber sammeln solche Bücher, um einen Überblick über gehobene Küche zu gewinnen, auch um im Vorfeld von Reisen genau zu erkunden, ob sie ein bestimmtes namhaftes Restaurant aufsuchen werden, wenn sie sich in bestimmte Regionen begeben und vielleicht auch, um ab und an ein Rezept auszuprobieren. 

Vorstellen möchte ich mittels meiner Rezension heute das Können Wahabi Nouris. Er ist der Besitzer und Küchenchef des Restaurants "Piment" in Hamburg. Die appetitanregenden Fotos im Buch hat Klaus Arras realisiert und von Ralf Schindler erfährt man in der Einleitung Wissenswertes über die Vita dieses Spitzenkochs.

Geboren in Casablanca, wuchs der charmante Marokkaner in Frankfurt auf, wo er offenbar durch eine hessische Ärztefamilie aus der Nachbarschaft viel Zuwendung und Aufmerksamkeit erfuhr. Der gelernte Koch hatte einen großen Lehrmeister in dem Dreisternekoch Harald Wohlfahrt. Dieser führte ihn in die Haute Cuisine ein. Im Jahre 2000 eröffnete er sein Restaurant "piment". Wahabi Nouri interpretiert klassische orientalische Kompositionen neu und nutzt die jahrhundertealte Würzkultur des Orients, um die Produkte und Aromen aus beiden Welten miteinander zu verflechten.

Sein Restaurant bietet komplexe französische Hochküche in marokkanischer Übersetzung ebenso wie klassisch marokkanische Gerichte subtil verfeinert und auf Sterneniveau transportiert. 2001 erhielt dieser Koch bereits den ersten Michelinstern und danach viele andere Auszeichnungen, 2010 schließlich wurde er Koch des Jahres.

Dieses außergewöhnliche Kochbuch stellt wahrlich bemerkenswerte Rezepturen vor. Diese sind alle sehr gut erläutert und lassen mich in ihrer Vielfalt und Würzraffinesse immer wieder inne halten.

Da gibt es Rezepte beispielsweise "tomate in sechs aromen", die alles andere als einfach zuzubereiten sind und so raffinierte Geschichten wie etwa "delice vom topinambur". Zahlreiche Rezepte um diese Süßkartoffel, auch raffinierte Trüffelrezepte und so viele kleine, feine Gerichte, dass man sich beim Lesen wundert, zu welch kreativen Leistungen dieser Koch in der Lage ist.

Sehr gut mundet das "zitronengewürzschaumsüppchen mit lachsforellen-tatar". Das habe ich bereits ausprobiert. Ein Spaziergang war die Zubereitung nicht. Köstlich auch ist "aubergine und thunfisch" und die vielen anderen Fischspeisen, nicht zuletzt das Rezept mit Angulas.

Die Fleischgerichte sind gleichfalls auf höchsten Niveau zubereitet. Hier möchte ich den "Fasan und Bries" mit Madeira-Portwein-Jus hervorheben. Überzeugend auch "rind und kürbis" aber auch "reh und rotkohl". Nouris Rehrücken wird mit Raz el –Hanout gewürzt und das Rotkraut enthält Feigen und Madeira. Diese orientalische Note finde ich sehr raffiniert. Bei den Desserts haben mich die marokkanischen Crepe am meisten neugierig gemacht. Doch auch seine Art "tarte tatin" zuzubereiten ist mehr als bemerkenswert. Ich weiß nicht, ob ich dazu die Geduld aufbringen könnte. Es käme auf den Anlass an. Die Grundrezepte und Fonds zum Schluss werden gut erläutert und auf außergewöhnliche Zutaten hingewiesen. In meinen Augen ist dies ein ganz besonders und hochwertiges Kochbuch, das zeigt, was möglich ist, wenn die Kulturen sich aufeinander zu bewegen, voneinander lernen und bemüht sind, sich gegenseitig zu befruchten.

Sehr empfehlenswert. 

PS: Nicht nur die Fotos von den Rezept-Ergebnissen sind sehr gelungen, sondern auch die marokkanischen Impressionen.

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Rezension: Die Schätze aus Omas Backbuch- Weihnachtsbäckerei

Dieses Rezeptbuch für Weihnachtsbäckerei enthält Rezepte, die von Generation zu Generation weitergegeben worden sind. Dabei hat man Gelegenheit handschriftliche Rezeptaufzeichnungen zu studieren, alte Fotos der Rezepteschreiberinnen kennenzulernen, abgebildete Rezeptergebnisse zu bewundern und viele Rezepte, alle sehr gut gegliedert und in anwenderfreundliche Sprache umgesetzt, zu lesen, um alsdann zur Tat schreiten zu können.

Untergliedert sind die Rezepte in die Abschnitte:
Kuchen und Torten
Plätzchen und Konfekt
Stollen und Brote
Lebkuchen und Printen
Mein Lieblingsrezept

Es ist ein nostalgisches Backbuch mit vielen Rezepten, die meine Großmütter einst auch zubereitet haben, wie etwa der „Festliche Eichenstamm“, der mit einer Schokobuttercreme gefüllt wird oder auch „Traditionelles Christbaumgebäck“. Heute fast undenkbar, in den 1950er Jahren war ein solcher Christbaumschmuck noch Gang und Gäbe. Kinder liebten ihre Großmütter für diese damaligen Leckereien.

Auch das Rezept für „Nürnberger Springerle“ kann man nachlesen. Mir hat dieses Anisgebäck nicht so sehr gemundet, aber ich mochte den Duft der Springerle. Nachbacken würde ich die Springerle nicht, sondern wohl eher die „Marzipanstangen“, die mich an das Spritzgebäck meiner Mutter erinnern, allerdings durch Marzipan den letzten Kick erhalten.

Schön, dass die Bethmännchen auch dabei sind und die „Weihnachtlichen Orangenschnitten“. Das Rezept kenne ich, weil meine Mutter er noch heute zubereitet. Ich weiß sogar aus welchen Backbuch es eigentlich stammt, denn meine Mutter besitzt dieses Backbuch noch heute. Wie auch immer, die Orangenschnitten sind wirklich sehr gut.

Gefallen haben mir auch die Striezel- und Stollenrezepte und andere nostalgische Rezepte, die ich gewiss nicht alle nach backen werde, aber gerne studiere, um ein wenig mehr über die Backvorlieben von Frauen aus längst vergangenen Zeiten zu erfahren. 

Die Rezepte sind alle gut erläutert und lassen sich bestens zubereiten.

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Rezension:Unsere Lieblingsrezepte für die Welt (Gebundene Ausgabe)

Drei Euro pro Buch gehen an die Organisation "Women for Women International". Das möchte ich gleich vorweg mitteilen, weil es sehr wichtig ist. 

Mitwirkende an dem Buchprojekt sich berühmte und weniger namhafte Menschen, die sich seit Jahren in irgendeiner Form dafür engagieren, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Das reich bebilderte Kochbuch, das Fotos vieler freundlicher Menschen enthält, wartet nicht nur mit Rezepten von weit mehr als zwanzig international renommierten Spitzenköchen auf, die wegen ihres Engagements für Nachhaltigkeit und biologische Landwirtschaft ausgewählt wurden, sondern auch mit Rezepten von angesehenen humanitären Helfern, Führungspersönlichkeiten, Stars und Künstlern. Die Biografien der Mitwirkenden kann man den Seiten 238- 246 entnehmen. Unter diesen Persönlichkeiten findet man auch die Schauspielerin Meryl Streep, die das Vorwort zum Buch verfasst hat.

Die Organisation WfWI (Women for Women) international arbeitet mit Frauen in Afghanistan, Bosnien, Herzegowina, der Demokratischen Republik Kongo, im Irak, Kosovo, in Nigeria, Ruanda und im Südsudan. Dort überall haben der Krieg und Konflikte das Leben und die Gemeinschaft zerstört.

Die WfWI hat seit Ihrer Gründung durch Zainab Salbi bereits 400 000 Frauen geholfen. Durch Einschreibung in ein Ein-Jahres-Programm erhalten die Frauen fachliche und berufliche Kompetenzen, Bewusstsein in ihre Rechte, Gesundheitserziehung und Hilfe beim Zugang zu Kapital und Märkten. Dabei können die sozialen Netzwerke und die Gemeinschaft, die sich entwickeln, Unterstützung, Kraft und Stärke bedeuten. Es ist schon erstaunlich, dass von jeder geförderten Frau bis zu fünf andere profitieren, geschätzte 2,16 Millionen Familienmitglieder seit der Gründung der Organisation.

Untergliedert sind die Rezepte in vier Abschnitte. Im Rahmen der Rezepte, die u.a. Frieden an den Tisch bringen sollen, um unsere gemeinsame Menschlichkeit zu feiern haben auch Berühmtheiten wie Paul McCartney, Annie Lennox, Nelson Mandela, Erzbischof Desmond Tutu Texte beigesteuert.

Man liest Geschichten über einzelne Frauen, die am Programm teilnahmen und beginnt zu begreifen wie notwendig es ist, einander beizustehen.

Ein gelungenes Buch mit vielen köstlichen Rezepten authentischer aber auch traditioneller Speisen und unendlich eindrucksvollen Bildern von Menschen, denen wir verpflichtet sind, die Hand zu reichen. Paul Mc McCartney hat das schon lange begriffen, andere werden es in ihrer grenzenlosen Raffgier nie verstehen.

Sehr empfehlenswert. 

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Rezension: Minikleine Nasch- und Desserttörtchen (Gebundene Ausgabe)

Dieses Backbuch für Mini-Törtchen ist eine gelungene Alternative zu Backbüchern für üppige Torten von barocken Ausmaßen, die man in der Regel nur dann bäckt, wenn Gäste kommen oder aber, wenn man eine Großfamilie zu versorgen hat.

Im vorliegenden Rezeptbuch geht es um kleine luftige Biskuit-und zarte Schlemmertörtchen auf Keksboden. Autorin ist Luise Lilienthal. Die appetitanregenden Fotos haben Andreas Ketterer und Evelyn Layher realisiert.

Vorgestellt werden zunächst die wichtigsten Küchengeräte, um diese allerliebsten, kleinen Dinger überhaupt zubereiten zu können. Unerlässlich dabei sind Dessertringe von einem Durchmesser von 6 Zentimetern. Dessert-Stempel sind ebenfalls zwingend notwendig, denn sie helfen dabei, die Törtchen mit einer oberen Biskuitschicht problemlos vom Ring zu lösen.

Sehr gut erläutert wird wie man einen Biskuit- und einen Keksboden herstellt, bevor die einzelnen Rezepte präsentiert werden. Diese werden alle in gut nachvollziehbaren Arbeitsschritten erläutert. Die Zutaten sind exakt aufgelistet. Zudem erfährt man stets den Schwierigkeitsgrad, die Zubereitungs-, die Back- und die Kühlzeit. Von jedem Rezeptergebnis wird ein Foto gezeigt, was die Entscheidung, womit man beginnen soll, nicht leichter macht.

Ich selbst bevorzuge die Schlemmertörtchen auf Keksboden, bin aber auch von den Biskuittörtchen angetan und hier speziell von dem "Käsesahne-Törtchen", das der klassischen Geburtstagstorte der 1970 er Jahre neuen Glanz verleiht.

Bei den Kekstörtchen eignen sich viele Kreationen als Abschluss eines festlichen Menüs. Meine Favoriten sind hier das "Gewürzte Mokkatörtchen" mit einer sehr raffinierten, ein wenig orientalisch anmutenden Füllung, das "Böhmische Törtchen", bei dem Marzipan, Mohn und Pflaumenmus nicht fehlen dürfen, das "Calvados-Apfel-Törtchen", das einen gelungenen Abschluss nach einem Wildessen darstellt und schließlich das "Orange-Cointreau-Törtchen", das ich mir vorhin erlaubt habe zu genießen und von dem ich sagen kann, dass es so gut schmeckt, dass allein wegen dieses Rezeptes es sich lohnt, das Buch zu erwerben.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension: Meine vier Jahreszeiten: Lea Linster- Neue Rezepte und Menüs der Spitzenköchin für jede Saisonzension:

Die Starköchin aus Luxemburg Lea Linster habe ich auf einer Weinmesse in Mainz persönlich kennengelernt und sie als einen überaus freundlichen Menschen mit sehr positiver Ausstrahlung in Erinnerung behalten. Zwei ihrer Kochbücher habe ich bereits rezensiert und zwar mit viel Neugierde, weil es nur wenige weibliche Starköchinnen gibt. Ihr Restaurant "Lea Linster Cuisinière" wird seit 1987 regelmäßig mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. 

1989 errang die ehemalige Jurastudentin den "Bocus d`Or" als bislang einzige Frau bei der Weltmeisterschaft der Köche. Als Fernsehköchin kennen sie mittlerweile nicht wenige und entsprechend werden sich auch viele auf ihr neues Kochbuch freuen.

Das Team mit dem Lea Linster gemeinsam ihr neues Buch gemacht hat, wird eingangs näher vorgestellt. Es handelt sich übrigens um das sechste Kochbuch, dass die Luxemburgerin mit "Brigitte" realisiert hat.

Untergliedert ist es in vier Abschnitte: Frühling, Sommer, Herbst und Winter und im Rahmen dieser Abschnitte sind die Rezepte jeweils in die Rubriken Vorspeisen, Hauptgerichte und Süßes unterteilt. Diese präzise Einteilung erleichtert schnelles Recherchieren zum gegeben Zeitpunkt und zu den entsprechenden Gängen, die man kreativ zusammenstellen kann.

Die Rezepte sind sehr gut erläutert. Anhand von Bildern kann man sich die Speisen bestens vorstellen. Zu jeder Jahreszeit bietet Linster übrigens einen Arbeitsplan für ein spezielles Menü an, das sie aus den entsprechenden Rezeptabschnitten im Buch zusammengestellt hat.

Mein Herbstmenü mit Linster-Rezepten ist nicht identisch mit dem, was die Starköchin gewählt hat. Entschieden habe ich mit für ein ganz leichte Vorspeise: "Consommé vom Ochsenschwanz", gefolgt von einer kleinen Portion "Grünen Tagliatelle mit Muscheln", anschließend "Kalbsleber mit karamellisierten Fenchel- und Apfelscheiben" und als süßes Finish "Feigentarte".

Das Kochbuch enthält viele delikate Gerichte. Die einzelnen Würzungen versprechen interessante Geschmacksergebnisse und die Art der Rezeptbeschreibung lässt Kochlust entstehen.

Aus Erfahrung kann ich versichern: Linster-Kreationen lassen sich problemlos zubereiten, wenn man den Anweisungen der Starköchin folgt.

 Empfehlenswert. 

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Rezension:D.O.M: Die neue brasilianische Küche (Gebundene Ausgabe)

Als Mitbringsel von der Frankfurter Buchmesse 2013 möchte ich am heutigen Samstag (die Messe ist noch im vollen Gange) ein Werk eines Spitzenkochs aus Brasilien vorstellen. Ich hatte die Chance Alex Atala, so heißt dieser Kochkünstler, auf einer wunderbaren Abendveranstaltung am Mittwoch live zu erleben und finde, dass er mit seinem Werk das Gastland der diesjährigen Messe kulinarisch wirklich würdig vertritt.

In einem Reisebuch über Brasilien, das ich vor einigen Tagen rezensierte, las ich bereits, dass Sao Paulo das lukullische Paradies in Brasilien sei. Seit der Lektüre des vorliegenden Kochbuchs habe ich keine Zweifel mehr daran.

 Das Restaurant "D.O.M." in Sao Paulo, dessen Eigentümer Alex Atlala ist, wurde übrigens 2006 vom "Restaurant Magazin" zu einem der besten 50 Restaurants der Welt gewählt. Sich mit den Kreationen, die dort aufgetischt werden, zu befassen, ist für Liebhaber der gehobenen Küche natürlich überaus interessant.

Das Vorwort zu dem reich bebilderten Werk hat der französische Drei-Sterne-Koch Alain Ducasse verfasst, der des Lobes voll ist, was das Buch anbelangt und zum Schluss seines umfangreichen Vorwortes resümierend schreibt "Dieses schöne, appetitanregende Buch ist Alex Atalas Bekenntnis zu seiner Vision einer Küche von morgen. Sein Idealbild ist eine regionale, faire, den Jahreszeiten angemessene Küche, die ihren Zutaten mit ebenso viel Respekt begegnet, wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit", (Zitat: S. 10).

Dem Vorwort folgt die Einleitung des begnadeten brasilianischen Koches. Hier hat man Gelegenheit etwas mehr über seine Vita, sein Restaurant, die brasilianische Küche und seine Kochphilosophie zu erfahren. Atala legt einen besonderen Wert auf Aromen, Texturen und Zutaten. Da viele dieser Ingredienzien aus dem Herzen Brasiliens stammen, ist ihm Naturschutz besonders wichtig. Dabei kann die Kochkunst nach seiner Auffassung, eine Brücke dazu bilden.

Alex Atlana ist der Gründer des Institutes ATA. Dieses soll einen Beitrag leisten zur Umstrukturierung der Lieferketten und zur Suche nach Zutaten für eine Küche, die nicht nur gut schmeckt, sondern auch gesund ist.

Das Buch, das viele imposante Fotos von Brasilien zeigt, beschreibt zunächst Milch und Fleischprodukte. Präsentiert wird in diesem und den Folgekapiteln ein Mix von Warenkunde, hochwertigen Rezepten und Fotos, sowohl von den Rezeptergebnissen als auch von Landschaften und Menschen in Brasilien.

Man erfährt zu Beginn etwas über brasilianische Butter, die aus der Milch von den Buckelrindern, genannt Zebu, hergestellt wird. Die brasilianischen Fleisch- und Milchprodukte unterscheiden sich geschmacklich von denen in den USA und Europa. Darüber erfährt man im Buch auch Näheres, lernt brasilianische Käsesorten kennen und liest über Ameisen, die in Brasilien als Gewürz verwendet werden. Gerichte mit Ameisen werden präsentiert, "Ameisen auf Ananas" oder aber "Langusten mit Mini-Reis und Ameisenpulver". Das ist sicher für uns Europäer etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings machen die übrigen Zutaten und deren Gewichtung es möglich, dass solche Speisen gewiss vorzüglich munden.

Man erfährt mehr über das Buckelrind Zebu, das ursprünglich aus Indien stammt. Sie haben im tropischen Klima von Brasilien die optimalen Lebensbedingungen. Im Buch hat man Gelegenheit, die entsprechenden Rezepte zu studieren. Diese lassen sich natürlich auch mit Bio-Rindfleisch aus unseren Regionen zubereiten, doch vermutlich ist das Rezeptergebnis nicht 1:1.

 Gerne würde ich das "Gebeizte Rinderfilet mit 100% iger Amazonas-Schokolade" probieren. Das allerdings setzt eine Reise nach Brasilien voraus, wenn man es authentisch haben möchte. In der Folge dann lernt man ein Lamm- und ein Wildgericht kennen und man ist beeindruckt von der Vielfalt der Gewürze, die zum Einsatz kommen. Auch über den Tod der Tiere schreibt dieser sehr nachdenkliche Koch und konstatiert, dass der Tod ein Teil des Lebens und auch ein Teil des Kochens sei. Dem Genuss von Fleisch stecke eine gewisse Grausamkeit inne. Diese müsse man begreifen lernen und wir müssen beim Kochen auch hier umdenken. Das sehe ich genauso. Kein Massenschlachten, artgerechte Tierhaltung, verhaltener und dabei bewusster Fleischgenuss.

Über Fisch und Meeresfrüchte in Brasilien erfährt man Wissenswertes und darf sich auch hier in köstliche Rezepte vertiefen. Der "Tintenfischreis" ist dabei ähnlich verlockend wie die "Miesmuscheln mit Cariru".

Alex Atala widmet einen mehrseitigen Beitrag dem Caipirinha, den ich Gelegenheit hatte nach seinem Rezept zu verkosten. Köstlich! Überirdisch gut!

Gemüse und Wurzeln aus Brasilien sind ein Thema. Diesbezüglich weiß ich noch nicht, ob ich alle Sorten in Frankfurt irgendwo kaufen kann. Mais und Palmherzen natürlich schon. Interessant finde ich hier nicht nur die Gerichte, sondern auch die Infos von wo diese brasilianischen Palmherzen kommen. Amazonaskräuter werden thematisiert und auch brasilianische Pilze, sowie Mate, Maniok und Priprioca. Auch wenn man diese Produkte bei uns nur schwer, wenn überhaupt erwerben kann, ist es doch sehr interessant, sich darüber zu informieren. Die Rezepte, die hier gezeigt werden, dokumentieren, dass hier ein großer Könner am Werk ist.

Erläutert werden des Weiteren Früchte und Nüsse, die typisch für Brasilien sind. Eine der Lieblingsfrüchte des Kochs ist die unscheinbare Frucht mit Namen "Bacuri". Er beschreibt ihren Geschmack als süßsauer mit blumigen Anklängen und einem trockenen Aroma, (vgl.: S. 232).

Beim Lesen der Rezepte bin ich immer wieder erstaunt, wie viel Neues für mich hier geboten wird, trotz der vielen Kochbücher, mit denen ich mich bereits befasst habe.

Alex Atala ist ein ganz besonderer Koch. Das war mir sofort klar als ich diesen Menschen am Mittwochabend sah. Sein Buch ist eine kulinarische Präsentation Brasiliens auf hohem Niveau. Der Autor nimmt sich bei allem bescheiden zurück, reflektiert und kommuniziert die Besonderheiten der brasilianischen Küche mit großer Demut vor der Natur, der er mittels seiner Kreationen auf subtile Art huldigt.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension: La Cucina - Die originale Küche Italiens: Das einzigartige Kochbuch mit 2.000 Rezepten aus allen Regionen (Gebundene Ausgabe)

Dies ist ein Kochbuch, das völlig ohne Bilder auskommt. Es spricht insofern fantasiebegabte Hobbyköche und solche, die es werden möchten, an. Auf mich haben Kochbücher ohne Hochglanz-Fotos einen besonderen Reiz, weil sie nicht nur meine Fantasie anregen, sondern auch meine Lust am freien Gestalten des Rezept-Ergebnisses befriedigen. Delikate Speisen individuell zu dekorieren, kann viel Freude bereiten.

"La Cusina" enthält 2000 Rezepte aus allen Regionen Italiens. Untergliedert sind diese Rezepte in:

Antipasti, Pizza und Saucen
Suppen 
Pasta, Polenta und Reise 
Fisch 
Fleisch und Geflügel 
Gemüse
Käse 
Dessert 

Dem Rezeptteil vorgeschaltet ist ein kurzes Vorwort des Herausgebers Paolo Petroni, eine ebenso kurze Einleitung und ein mehrseitiges aufschlussreiches Glossar, sowie eine Karte der Regionen Italiens.

Den Rezepten, die dann folgen, kann man stets entnehmen, aus welcher Region Italiens das Gericht stammt, das es zu kreieren gilt. Über die einzelnen Speisen erfährt man nicht selten Wissenswertes vor der Rezeptanleitung und der Auflistung der Zutaten. Die Zubereitung wird stets gut erklärt. Im Grund kann nichts schief gehen, sofern man des Lesens mächtig ist und über ein wenig praktische Begabung verfügt. 

Die Rezepte bestechen durch ihre Ursprünglichkeit.

In diesem gelungenen Nachschlagewerk findet man wirklich alles, was den Gaumen erfreuen könnte. Natürlich begeistern die vielen Pasta- und Risotto-Rezepte, aber auch alles andere, was hier dargeboten. Da wir heute Abend einen Barolo trinken, werde das Rezepte von Seite 350 zubereiten. Es handelt sich dabei um ein "Risotto mit Gorgonzola" aus dem Piemonte. Die Zubereitung ist wirklich simpel. Da das Gericht kein Fleisch enthält, eignet es sich insofern bestens für ein Abendessen.

Der Hauptreiz diese Kochbuches besteht für mich darin, dass ich zu einem bestimmten Wein aus einer Region Italiens spielend leicht ein passendes Gericht finde. Genau deshalb wird es auch immer wieder zum Einsatz kommen. Die Weine einer Region müssen von Speisen der Region begleitet werden, wenn das Geschmacksergebnis perfekt sein soll. 

Sehr empfehlenswert.

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Rezension: Winterwohlfühlküche - Wärmendes für kalte Tage (Gebundene Ausgabe)

Dieses Buch werde ich einer meiner Tanten schenken, die trotz ihres Alters- keine ist jünger als 80 Jahre - alle nach wie vor sehr gerne kochen und backen. Das Kochbuch enthält nicht nur eine Fülle guter Rezepte, sondern auch sehr viele schöne Fotos von den Rezeptergebnissen und Stimmungsbilder, die die kalte Jahreszeit sehr positiv darstellen.

Die Fotos sind nicht selten romantischen Inhalts: Kerzenlicht, ein hübsch gedeckter Tisch, loderndes Kaminfeuer oder Kinder, die im Schnee spielen, kurzum es handelt sich um Motive, die Freude schenken und ein bisschen zum Träumen einladen.

Die gut erklärten Rezepte sind in sechs Kapitel untergliedert:
Kleinigkeiten für Schneetage
Trostspender für kalte Tage
Schlemmereien am Kamin
Wintersalate
Süße Verführungen
Ein Becher Glück

Alle Gerichte sind von den Zutaten her wärmend, wie ich aus der asiatischen Küche weiß.

 Besonders inspirierend finde ich die Wintersalate, die auch als Hauptgericht ausreichen, so etwa der "Linsensalat mit Schweinefilet" oder der "Reis-Ingwer-Limetten-Salat mit pochiertem Hähnchen."

Was auffällt, sind die nicht alltäglichen Wintergemüse sowie die Würzungen, wie auch die Rezeptanleihen aus aller Welt und das gelungene Mix, das daraus entstanden ist. Ausgezeichnet sind die winterlichen Dessertideen, die in ihrer Umsetzung ein wenig Geduld erfordern. Das Rezept für den Weihnachtsstollen habe ich auf Geheiß meiner Mutter aufnotiert, da sie dieses Stollenrezept demnächst testen wird, um sich im Anschluss dann vermutlich stundenlang mit ihrer Schwester über das optimale Einlegen von Rumfrüchten auszutauschen. Rumfrüchte nämlich sind die Besonderheit in diesem Stollen. Ich halte mich da besser raus....

 Ein gelungenes Buch, das ich gerne empfehle.

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Rezension:Meine bayerische Kochschule (Gebundene Ausgabe)

Alfons Schuhbeck hat mal wieder ein neues. die Geschmacksnerven kitzelndes, raffiniert Buch verfasst. Der Titel bereits lässt Gutes erahnen: "Meine bayerische Kochschule".

Zunächst wartet der Starkoch mit warenkundlichen Informationen auf. Hier informiert er über Milch und Milchprodukte, speziell auch über bayerischen Käse, Fette und Öle, über diverse Gewürze und Würzzutaten, Kräuter aus bayerischen Bauerngärten und über Fische aus bayerischen Seen und Flüssen. Die Renke und der Saibling gehören natürlich dazu. Über Fleisch, das zur bayerischen Küche und Wirtshauskultur zählt, wird man unterrichtet und auch über spezielle Wurstsorten und Brät. Die Rede ist hier von Weißwurst, Leberkäs, Regensburger Wurst, Nürnberger Rostbratwürstel etc., über deren Ingredienzien man viel erfährt. Schlussendlich gibt es noch Infos zu Wurzelgemüse und Gemüsesorten, wie etwa Weißkraut, Wirsing u.s.w.

Dann folgt das Kapitel "Kochschule". Hier werden anhand von drei bis neun Fotos mit präzisen textlichen Erläuterungen Rezepte erklärt, nachdem man zuvor erfahren hat, wozu man die Speise reicht.

Man lernt Nachstehendes zuzubereiten: Braune Butter, Kartoffelsalat, Gurken-Ingwersalat, Krautsalat, Lachsforellen-Carpaccio, Rindertatar, Saiblingstatar, Brezelknödelwurstsalat, Hendelsülze, Griebenschmalz, Radi schneiden, Hühnerbrühe, Rindssuppe, Bayerische Fischsuppe, Kohlrabisuppe, Kräutersuppe, Süßsauer Marinierte Würstel, Pfannkuchenstreiben, Leberknödel, Grießnockerl, Brätnockerl, Gekochte Kartoffelknödel, Semmelknödel, Brezensknödel, Bratkartoffeln/Röstkartoffeln, Pommes Frites, Reiberdatschi, Kartoffelpüree, selbstgemachte Nudeln, Spinatmaultaschen, (Topfen-Salbei-) Spätzle, Fingernudeln, Sauerkraut und Rahmkraut, Blaukrausvariationen, Bohnen- Tomaten-Gemüse, Wurzelgemüse, Meerrettichwirsing, Rührei, Pochiertes Ei, Sauce Hollandaise, Fisch filetieren, Saibling aus dem Ofen, Kross gebratener Zander (Pfanne aber auch Ofen), Gebratene Forelle, Karpfen in Bierteig, Kräuter-Hendelbrust, Hähnchengeschnetzeltes, Knusprige Ente, Geflügel tranchieren (Ente), Backhendl, Braune Sauce, Filetsteak, Roastbeef, Böfflamott, Rinderrouladen, Wiener Schnitzel, Rindergulasch, Saure Leber, Krustenbraten vom Schwein, Gebackenes Schweinefilet, Fleischpflanzerl, Geschmorte Krautlaiberl, Bayerische Creme, Crème Brulée, Luftige Zitronencreme, Marinierte Beeren, Gebratene Früchte mit Olivenöl, Kaiserschmarren, Kleine Rohrnudeln, Apfelstrudel und Zwetschgendatschi.

Aufgrund der gut erklärten Arbeitsschritte und der Bilder verstehen auch Anfänger, wie man beispielsweise gute Bratkartoffeln zubereitet oder ein wirklich gelungenes Rührei auf den Tisch bringt, eine optimale Rinderroulade oder eine saure Leber kreiert. Es sind die kleinen Kniffe, die man sich aneignen muss, um zu wirklich perfekten Ergebnissen zu gelangen.

Nach der Kochschule wird man mit eine Vielzahl von Rezepten erfreut, untergliedert in: Salate und Brotzeit; Vorspeisen und Suppen; kleine Gerichte; Nudeln, Gemüse und Co; Fisch; Geflügel und Fleisch; Desserts und Mehlspeisen.

Die einzelnen Gerichte werden in gut nachvollziehbaren Arbeitsschritten erläutert und teilweise durch appetitanregendes Foto dem Leser nahe gebracht. Bei nicht wenigen Rezepten gibt es Spezialtipps, die man nicht zu lesen vergessen sollte. Schuhbeck möchte dem Leser einen reichen Erfahrungsschatz mit auf den Weg geben. Es ist klug, sich diesen nicht entgehen zu lassen.

Im Bereich der Brotzeitrezepte habe ich natürlich sogleich einmal das Rezept für "Obatzda" ausprobiert. Köstlich. Es wird mir zukünftig nicht mehr in den Sinn kommen, dieses Produkt im Feinkostladen zu kaufen. Schuhbecks "Kartoffelsuppe mit knusprigem Bauernbrot" schmeckt auch vorzüglich und sein Kohlrabigemüse ebenfalls. Natürlich geht hier nichts ohne Sahne. Geradezu hingerissen bin ich von den Rezepten für "Gebratene Krautfleckerl" und "Bayerisches Kraut". Beides passt bestens zu Fleischpflanzerln oder auch einfach zu geröstetem Bauernbrot.

Im Bereich der Hauptgerichte findet man für alle Geschmäcker delikate Gerichte. Besonders angetan bin ich dabei von der Fischgericht "Waller in Senfkruste mit Meerrettich-Birnen-Wirsing" und dem Fleischgericht "Sellerierostbraten", das ich aufgrund seiner Gratiniermasse raffiniert finde. Die "Eingelegte Lammkeule" werde ich demnächst mal zubereiten, wenn Gäste kommen, das gilt auch für die "Gefüllte Kalbsbrust", die ich mit "Bayerischem Kraut" auf den Tisch bringen werde.

Tolle Dessert stellt Alfons Schuhbeck zum Schluss vor. Am meisten begeistert mich der "Millirahmstrudel mit Aprikosen". Dieser muss aber warten bis Gäste kommen, weil ich keine Lust habe die Zutaten auf zwei Personen runter zu rechnen. Nicht warten muss der "Karamellierte Apfelpfannkuchen". Den bereite ich jetzt gleich zu. Zwei saure Boskop-Äpfel warten seit Tagen bereits darauf, dass man sie nicht weiterhin stiefmütterlich behandelt. Nun haben sie die Beachtung, nach der sie sich sehnten...

Sehr empfehlenswert.

Rezension: Königlich und Köstlich: Rezepte und Geschichten aus dem britischen Königshaus

Autorin dieses prachtvoll gestalteten Werkes ist die in Südafrika geborene Spitzenköchin Carolyn Robb, die elf Jahre lang die Küchenchefin Seiner Königlichen Hoheit Prinz Charles und Prinzessin Diana war.

Für die Blumen-Deko-Ideen in diesem reich bebilderten Buch ist die Floristin Sarah Champier, verantwortlich. Sie auch ist es, die genau beschreibt, wie man die hübschen Gebinde kreiert. Die vielen eindrucksvollen Bilder von den Speisen und Blumenarrangements schließlich stammen von dem in England lebenden Spitzenfotograf Simon Brown.

Thema des Buches sind Rezepte und Geschichten aus dem britischen Königshaus.

Nach einer mehrseitigen Einleitung, in der Carolyn Robb aus ihrem Leben berichtet, beginnt der Rezeptteil. Dieser ist in zehn Kapitel untergliedert. Die einzelnen Rezepte in den jeweiligen Kapiteln werden nicht nur schrittweise sehr gut erklärt, sondern man erhält auch stets Hintergrundwissen zu den Rezepten, zudem einen visuellen Eindruck vom Rezeptergebnis. Zu Ende eines jeden Kapitels folgen Erläuterungen zu den Blumenarrangements, die auch abgebildet sind. Die Materialien sind stets aufgelistet und man erhält eine gute Anleitung, wie man besagte königliche Gebinde gestalten kann.

Wer glaubt, in England verstünde man nicht zu kochen, wird in diesem Buch eines Besseren belehrt.

Zunächst geht es um leckere, kleine Knabbereien, wie etwa "Waldpilz-Tartelletts mit Sahnefüllung" oder "Mini-Chicken-Pies". Das Teigrezept für die Pies finde ich bemerkenswert wegen des Mohns, des Sesams und der Pinienkerne. Die Füllung, die Lauch und frischen Thymian enthält, erinnert geschmacklich eher an eine südfranzösische Kreation.

Im zweiten Kapitel werden Brote vorgestellt. Sehr gut ist das "Schnelle Käse-Tomaten-Brot mit Zwiebeln und Kräutern". Sonnengetrocknete Tomaten und Cheddar sowie feingehackte Küchenkräuter sorgen für ein gelungenes Geschmackserlebnis. Zu diesem köstlichen Brot passt ein Glas Rosé am besten, vielleicht aber auch ein leichter Rotwein mit fruchtigen Geschmacksnuancen.

Im 3. Kapitel werden Vorspeisen und Suppen der königlichen Küche gezeigt. Hier haben mir die "Fischbällchen aus Stremellachs mit Butterlauch und Spargelpesto" am besten gefallen. Das Pestorezept eignet sich auch bestens für andere Fischgerichte oder als Beigabe zu geräucherten Lachsröllchen.

Hervorragende Hauptgerichte für sonnige Tage und milde Abende folgen dann im nächsten Kapitel. Hervorheben möchte ich hier den "Lammfleischsalat mit Minz-Vinaigrette" und das "Sommer-Ratatouille mit kurz gebratenem Thunfisch". Auch diese Speisen wirken sehr mediterran, selbst der Lammfleischsalat mit dem britischen Lieblingskraut "Minze".

Gut erläutert wird, wie man Kates Hochzeits-Bouquet steckt und welche Bedeutung die einzelnen Blumen und Blätter haben. Ein interessanter Exkurs, nicht nur für zukünftige Bräute.

Bei den Gerichten für die kalte Jahreszeit gefällt mir das Rezept für "Fasanenbrust in gebratener Pancetta-Hülle mit Polenta, Wirsing und Pilzsoße" am besten und bei den Desserts und nostalgischen Nachspeisen "Trifle 'Royal' mit Amaretti und Brombeersahne". Durch die Minze erhält die Schlagsahne eine britische Note und verleiht diesem fruchtigen Dessert den letzten Kick.

Auf Seite 127 habe ich meinen Lieblingsblumenstrauß entdeckt. Es handelt sich dabei um einen Biedermeier-Gebinde aus Edelwicken. Wunderschön!

Bei den Rezepten für Kekse, Gebäck und Kuchen hat es mir der Rosenblätterkuchen angetan. Eine königliche Torte, die einfach repräsentativ ist. Die Zutaten deuten auf eine Kalorienbombe hin, die man besser nur bewundert und fotografiert.

Die Bio-Rezepte für Kindergerichte haben mir auch gut gefallen. Witzig sind natürlich die "Teddybärchen-Käsecroutons" für die Tomatensuppe oder die Orangenspalten aus Wackelpudding.

Zum Schluss lernt man typische Rezepte aus dem Einmachglas kennen, darunter auch ein "Einfaches Apfelchutney", das sehr gut schmeckt.

Ein tolles Kochbuch, das alte Vorurteile im Hinblick auf die britische Küche beseitigt

Empfehlenswert.

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Rezension:Wie die Helene zur Birne kam: 50 Rezeptklassiker und ihre Geschichte (Gebundene Ausgabe)

Vor langer Zeit habe ich schon einmal ein Buch rezensiert, das die Geschichte von Rezeptklassikern zum Thema hatte. Wie ich im Vergleich feststellen konnte, kommen die beiden Bücher sich nicht ins Gehege. Im hier vorliegenden Werk von James Winter werden historische Begebenheiten noch ausführlicher dargestellt, zudem werden hier eine Vielzahl anderer klassischer Speisen besprochen als in dem Buch eines deutschen Starkochs.

Man lernt den historischen Hintergrund von Gerichten wie etwa "Eggs Benedict", "Prince-Orloff-Kalbsbraten", "Hummer Thermidor" und von Getränken wie "Bellini" oder "Margarita" kennen. Diese aufschlussreichen Berichte erstrecken sich jeweils auf zwei Seiten und werden von Fotos aus längst vergangenen Zeiten begleitet. Dann folgen allgemeine Erläuterungen zu den fokussierten Speisen, die gut erläuterten Rezepte, bestehend aus der Auflistung der Zutaten und der Anleitung, sowie appetitanregende Fotos vom Rezeptergebnis.

In den Geschichten zu den Rezepten erfährt man wie diese zu ihren Namen kamen und wie man sie erstmals zubereitet hat. Der Geschmack hat sich vielfach gewandelt und damit auch die Zutaten der Klassiker, wobei die Wiedererkennungschance der Gerichte nach wie vor unproblematisch ist.

"Eggs Benedict" habe ich vor einigen Jahren in Belgien erstmals gegessen und zwar dort an der Küste in De Haan und war begeistert vom Geschmack dieses Imbisses. Die Geschichte dazu geht zurück ins das vorletzte Jahrhundert. Ort des Geschehens war New York. In der gehobenen Küche haben die "Eggs Benedict" seit damals einen festen Platz eingenommen, wie übrigens auch all die anderen vorgestellten Speisen.

 Dass das "Rindercarpaccio" im "Cipriani" in Venedig erfunden wurde, wusste ich, kenne auch seit ewigen Zeiten die Geschichte dazu. Von vielen anderen Speisen, die ich zwar schon gegessen habe, war mir der Hintergrund bislang aber nicht bekannt. Über die Histörchen lässt sich nett plaudern, wenn Gäste am Tisch versammelt sind und zwar weit über das eigentliche Thema hinausgehend. An der Geschichte vom "Huhn Marengo" kann sich ein intensives Gespräch über Napoleon entwickeln und die "Tortellini" können Einstieg in ein Gespräch über die Borgias sein.

Die Rezepte für Speisen und Getränke sind allesamt raffiniert gestaltet und lassen sich unkompliziert zubereiten. Sehr gut schmeckt der "Bellini" nach dem angegebenem Rezept. Entwickelt wurde er in "Harry`s" Bar in Venedig. Nur zwei Zutaten sind notwendig, um dieses Kultgetränk herzustellen, das den Namen eines großen Renaissancemalers trägt.

 Ein wenig mehr über klassische Gerichte der gehobenen, internationalen Gastronomie zu wissen, halte ich für sinnvoll, wenn man es nicht als Nachteil sieht, als Connaisseur zu gelten. Die Speisen zudem zuhause zeitgemäß zubereiten zu können, erfreut jeden Hobbykoch.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension: Feste und Gäste

Dieser wunderschöne Bildband aus dem Callwey-Verlag wartet mit sehr guten Rezepten und gelungenen Deko-Ideen für das ganze Jahr auf.

Untergliedert ist das Buch in die Abschnitte: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Dabei beginnt es im ersten Abschnitt mit romantischen Ideen zum Valentinstag, die sicher vielen Romantikern hervorragend gefallen werden, mir aber eine Spur zu herzig sind.

Begeistert bin ich von den schönen Gestaltungsideen, die im Buch als Frühlingspoesie dargeboten werden. Die Rezepte für die "Frischkäse-Zucchini-Lasagne" und den "Kräuterquark" machen selbst im Herbst noch neugierig. 130 solcher köstlichen Rezepte kann man übrigens auf über 150 Seiten nachlesen und sich mit hinreißenden Deko-Ideen befassen, die bestimmten Themen zugeordnet sind. Alle Rezepte sind bestens erläutert und einfach zuzubereiten.

Hervorheben möchte ich die guten Aufstriche und Dips etc., die als "Rezepte im Glas" zusammengefasst sind. Meine Geheimtipps sind der "Petersilienwurzel-Aprikosenminze-Dip" und der "Erbsen-Minze-Dip". Beide raffiniert zubereitete Dips eignen sich gut mit ein paar Scheiben Baguette als kleiner Imbiss zu einem Glas Rosé.

Wirklich schön sind die Dekoideen, in denen Weiß und Grün die wesentliche Rolle spielen, die Farben des Frühlings, wenn er ein wenig elegant sein möchte.

Zauberhafte Deko-Ideen findet man auch im Rahmen des Sommerrezeptabschnitts. Hier sprechen mich vor allem die Rezepte für delikate Sommergetränke und die hübschen Gläser dazu an, natürlich auch sommerliche Pasta-Gerichte und die Rosengebinde, mittels denen man die Tische verschönern kann.

Der Abschnitt für den Herbst ist derzeit natürlich besonders inspirierend. Hier möchte ich die Wildgerichte speziell loben, aber auch die "Waldpilztarte". Bemerkenswerte Ingredienzien und eine raffinierte Würzung machen hier jeden Hobbykoch neugierig.

Die vierte Jahreszeit schenkt dem Leser tolle Glühweinrezepte, schöne Advents-und Weihnachtsdeko-Ideen und endet mit Rezepten für den letzten Tag im Jahr.

Ein Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt, weil es mit Jahreszeitlich geprägten Rezept- und Deko-Ideen aufwartet. Für Menschen mit Sinn für das Schöne, macht es Freude, auch einfach nur darin zu blättern und zunächst die vielen Ideen auf sich wirken zu lassen.

PS: Die "Kürbis-Apfel-Suppe mit Ingwer" ist sehr lecker, gerade jetzt in der Zeit der Apfelernte. Die Apfelraspeln werden zum Schluss in die Suppe eingerührt. Köstlich mit einem sehr säuerlichen Boskoop.

Empfehlenswert. 

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Rezension: Plätzchen, Kekse, Cookies und Makronen: Stück für Stück ein Stückchen Glück (Feines Teegebäck) (Gebundene Ausgabe)

In wenigen Wochen beginnt die Zeit, die für viele mit dem "Herbst-Blues" einhergeht. Um sich diesem zu entziehen, gibt es diverse Möglichkeiten: Nette Gespräche, hin und wieder ein Glas Rotwein und natürlich in Maßen auch etwas Süßes, am liebsten als Beigabe zu einer Tasse Cappuccino. Vielleicht fällt dem ein oder anderen noch Besseres ein...

Das vorliegende Backbuch wartet mit sehr guten Rezepten für Plätzchen, Kekse, Cookies und Maronen auf, die man dann backen, genießen oder auch verschenken kann. In gut nachvollziehbaren Arbeitsschritten werden die Rezepte ausführlich erläutert. Man erfährt auch wie viele Stücke der jeweilige Teig ergibt.

Die vorliegende Rezeptsammlung begreife ich nicht als Weihnachtsbackbuch. Die Backwaren sind eine willkommene Beigabe zum Kaffee, sei es nach einem Menü oder einfach zu einer Tasse Kaffee oder Tee, wenn der Blutzuckerspiegel nachmittags absackt und man rasch wieder in die Gänge kommen will. Wer täglich 1-2 Plätzchen genießt, wird davon nicht dick, sondern nur ein wenig fröhlicher.

Sehr delikat sind die "Pinien-Knusperli", zu deren Herstellung man kein Mehl benötigt und vortrefflich schmecken die "Mandel-Biscotti mit Früchten", die eine ideale Beigabe zum Espresso darstellen.

Die Rezepte sind übrigens in drei Abschnitte untergliedert:
Mit Frucht und Nuss
Schlicht und einfach 
Eingehüllt und gefüllt 

Gehören die beiden soeben genannten Köstlichkeiten dem Abschnitt "Mit Frucht und Nuss" an, zählen die "Ingwerstäbchen" zu "Schlicht und einfach". Sie schmecken allerdings überirdisch gut aufgrund der Macadamianüsse und des kandierten Ingwers.

Einige der Plätzchen und Kekse passen am besten zu Tee. Das gilt ganz besonders für das klassische Shortbread, nicht jedoch für die "Kardamomkipferl", die man m.E. zu türkischem Mokka servieren sollte.

Bei Leckereien aus Abschnitt 3 sind die "Florentiner" meine erste Wahl.  Bei der Zartbitterschokolade sollte man keine Kompromisse eingehen und nur beste Qualität verwenden

Sehr gut finde ich die Rezeptidee für "Knusprige Hasselnusszungen mit Schokoladendip". Jeder bei Tisch kann selbst entscheiden, wie viel Schokolade er auf seinem Plätzchen haben möchte. Eine tolle Idee, die den potentiellen Gast aus seiner Konsumentenhaltung herausholt. Das kann nie schaden.

Empfehlenswert.

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Rezensionen:Fleischbällchen: (Fleisch-, Fisch- und vegetarische Bällchen mit Saucen und Beilagen) (Gebundene Ausgabe)

Dieses Kochbuch von Jez Felwick trägt den etwas irreführenden Namen "Fleischbällchen" und wird insofern möglicherweise Vegetarier abschrecken. Das finde ich schade, denn in diesem sehr guten Kochbuch für den Alltag finden sich auch Rezepte für Fisch- und Veggie-Bällchen. Wieso hat man nicht den Begriff "Lukullische Bällchen" verwendet? Er hätte alles abgedeckt und zudem für Neugierde gesorgt.

Der Autor berichtet zunächst ein wenig über sich selbst, auch über seine Liebe zu den runden Dingern, die an Knödel erinnern und wartet mit hilfreichem Basiswissen zu Fleischbällchen auf.

Es folgt der reich bebilderte Rezeptteil, untergliedert in:  
Fleischbällchen
Fischbällchen 
Veggie-Bällchen
Saucen und Dipps 
Beilagen 

Fleischesser dürfen sich auf solch delikate Gerichte wie "Vietnamesische Nudelsuppe mit Hackbällchen", "Feuerbällchen" oder "Lammbällchen mit Rosmarin" freuen. Dabei erhält man bei den 25 Fleischbällchen-Rezepten stets interessante Infos zu den näher beleuchteten Gerichten, ferner auch immer die Eckdaten zur Vorbereitungs- und Garzeit sowie die Info, für wie viele Personen das einzelne Rezept gedacht ist.

Die Rezepte werden gut erläutert. Die Würzung und die Zutaten sind sehr verschieden, so dass das Kochen nicht langweilig wird.

Besonders gut gefallen mir die Rezepte für Fischbällchen. Diesbezüglich habe ich verschiedene Rezepte bereits ausprobiert. Am besten fand ich die "Garnelenbällchen" mit Pak Choi, die ich mit einem Glas Grauburgunder auf den Tisch brachte, tags darauf gefolgt von den "Thunfisch- Ingwer-Bällchen", die auf grünem Salat gut schmecken.

Wer gerne vegetarisch speist, findet im Buch auch bemerkenswerte Anregungen.

Gefallen hat mir, dass Getränke zu den Hackbällchen empfohlen werden und leckere Soßenrezepte nicht fehlen, die man auch zu Nudelgerichten zum Einsatz bringen kann.

Bei den Beilagen zu den Bällchen möchte ich den "Zitrus-Cousous" hervorheben, den man zu den "Griechischen Hackbällchen" servieren kann. 

 Empfehlenswert.

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Rezension:Das große Buch der Pasteten (Teubner Edition) (Gebundene Ausgabe)

"Das große Buch der Pasteten", versehen mit drei Lesebändchen, ist in einem braunen Schuber verborgen. Das ist viel besser als einst die normalen Schutzumschläge, die aufgrund des häufigen Gebrauchs des jeweiligen Buches irgendwann entsorgt werden mussten und insofern ihren Zweck nicht mehr erfüllten.

Zunächst Grundsätzliches: Die vielen appetitanregenden Fotos in diesem Buch stammen von Michael Holz. Nach einer kurzen Einleitung ist das Buch in drei große Abschnitte untergliedert: Warenkunde, Küchenpraxis, Rezepte. Dazwischen gibt es dann 18 hochinformative Beiträge, sogenannte "ausgeplauderte Küchengeheimnisse" rund um die Pasteten, die dieses großartige Werk wissensmäßig abrunden.

Mit einem Beitrag aus den ausgeplauderten Küchengeheimnissen nimmt das Buch seinen Anfang. Hier geht es um die "Pastenbäckerei: Eine kulinarische Erfolgsgeschichte". Pasteten wurden bereits in der Antike zubereitet, später dann waren sie im Orient an den Höfen der Kalifen sehr beliebt und gelangten aufgrund von Handelsverbindungen schließlich an die Höfe des spätmittelalterlichen Europas.

In der Form wie wir heute Pasteten kennen, gelangten sie aus Italien nach Frankreich. Dort wurde die Paté zur Domäne spezieller Pastetenbäcker oder Patissiers. Wer mehr über die Geschichte der Pasteten erfahren möchte, sollte diese kulinarische Erfolgsgeschichte erst lesen, um sich anschließend in die Pasteten-Zutaten zu vertiefen. Abgehandelt werden zuallererst die Grundzutaten. Hier wird auch ausdiskutiert, welches das geeignetste Pastetenmehl verkörpert.

Farcen und Füllungen kommen zur Sprache und eine Fülle von Pastetengewürzen sowie diverse Kräuter für Pasteten und Terrinen. Auch Salze, Wein und andere Würzmittel, sowie Binde- und Geliermittel werden vorgestellt. All dies muss man aufmerksam lesen, wenn man sich wirklich auf das Projekt "Pastete" einlassen möchte. Dann erst sollte man sich damit befassen, wie man Pasteten zubereitet. Aufgeklärt wird man in einem dieser Küchengeheimnis-Beiträge über die notwendigen Küchengeräte und erfährt auch wie man Pastetenmürbeteig, Pastetenblätterteig und Pastetenhefeteig zubereitet. Besonders interessant finde ich, wie man Blätterteigpasteten bäckt. Das habe ich auch sofort ausprobiert, weil mir die Pastetenhäuser aus dem Supermarkt nicht gefallen und man vor Ort leider keine anderen bekommt. Man kann die Pasteten für Ragout Fin auf Vorrat herstellen und genau das habe ich getan.

Gewürzmischungen beziehe ich normalerweise bei Alfons Schuhbeck, das hat mich aber nicht daran gehindert, die Gewürzmischungen aus dem Buch herzustellen, um damit die Farcen zu würzen, die hier im Einzelnen bestens vorgestellt werden. Sehr gut wird erläutert wie man Farcen zubereitet, Pasten füllt, dekoriert und bäckt.

Man erhält bemerkenswerte Einblicke in die Pastetenküche, lernt auch Terrinen herzustellen. Im Gegensatz zur Pastete kommt die Terrine übrigens ganz ohne Teighülle aus. Es wird u.a. auch gezeigt wie man Timbale zubereitet und wie man Mousse, Parfaits und Sülzen, auch Fonds sowie Jus herstellt. Zudem lernt man Deck- und Füllgelee zuzubereiten, ferner auch Deckensaucen und begleitende Saucen zu kreieren.

Vielleicht fühlt sich der eine oder andere etwas überfordert, wenn er sich das erste Mal in die umfangreichen Informationen vertieft. Keine Angst, es funktioniert relativ einfach, wenn man genau das tut, was im Buch vorgegeben ist.

Der Rezeptteil ist in fünf Kapitel untergliedert:
Gemüsepasteten und -Terrinen
Fischpasteten und -Terrinen
Fleischpasteten und –Terrinen
Wild- und Geflügelpasteten
Käse- und Dessertpasteten

Die einzelnen Rezepte sind schrittweise sehr gut erläutert und man hat die Gelegenheit anhand der Fotos sich einen Eindruck von den Rezeptergebnissen zu verschaffen.

Da mein Gatte und ich an Wochenenden stets Verkostungen sehr hochwertiger Weine vornehmen, über die wir dann auch schreiben, kommt mir dieses Buch überaus entgegen, weil ich stets kleine Speisen zubereite, die mit den Weinen harmonieren sollen. Für heute Abend habe ich übrigens die "Pfifferlingsterrine mit Petersilienbrioche und Apfelpesto" (dazu gibt es ein Glas Moselriesling) zubereitet und die Zutaten auf 2 Personen runtergerechnet. Zudem habe ich noch eine "Kalbfleisch-Schinken-Pastete" kreiert. Dazu werden wir einen Rotwein aus dem Piemont trinken. Auf den Madeiragelee als Deko habe ich verzichtet, weil er geschmacklich vermutlich nicht so gut mit dem Rotwein harmoniert. Sowohl die Terrine als auch die Pastete ließen sich einfach zuzubereiten.

Ich habe alle Rezepte im Buch aufmerksam gelesen, dabei festgestellt, dass man sich stets sehr viel Mühe bei der Auswahl der Ingredienzien gegeben hat und die Speisen geschmacklich insofern sehr verschieden sind. Viele sehr gute Vorspeisen, auch Rezepte für Tellergerichte an Weinabenden, köstliche Nachspeisen und Rezepte für festliche Menüs lassen die Herzen der Hobbyköche höher schlagen.

Die "Tomatensaftsülze Caprese" mit Büffelmozzerella empfinde ich als ideale Vorspeise zu einem mediterranes Fischmenü. Dabei denke ich an Doraden in der Salzkruste gegart als Hauptgang.

Die "Steinpilzterrine" wiederum ist der ideale Beginn eines Wildmenüs. Durch den Kümmel erhält die Terrine eine pikante Note. Zudem sind die Pilze verdaulicher.

Die Fischterrinen werde ich in diesem Herbst alle zubereiten, weil sie bestens mit Weißweinen harmonieren. Hergestellt habe ich bereits die "Lachsterrine mit Wasabicreme". Sie hat sehr gut zu einem Glas trockenen Rheingauriesling geschmeckt und ließ sich problemlos zubereiten. Auch die "Krabbensülze aus dem Glas" war vorzüglich und hat Freunden ebenfalls gemundet.

Demnächst plane ich die "Thunfisch-Garnelen-Empanadas" zuzubereiten. Die Füllung mutet ostasiatisch an, der Teig eher südamerikanisch. Für Weinabende mit Freunden finden sich hier im Buch tolle Rezepte für Gerichte wie etwa "Hackfleischpastete","Kasseler im Brotteig mit Macadamianüssen", auch "Terrine vom Schwein im Parmaschinkenmantel". "Rustikale Leberpastete" oder auch eine "Bauernpastete vom Lamm". Alles problemlos zuzubereiten, wie ich weiß, da ich viel Erfahrung im Herstellen von Terrinen und Pasteten gesammelt habe und die Tücken in Rezepten beim Lesen aufzuspüren in der Lage bin.

Die "Wildschweinterrine mit Äpfeln und Sellerie" werde ich im November zubereiten und meinen Eindruck dann in die Rezension einfügen. Das Rezept selbst klingt wahrlich vielversprechend. Dazu werden wir eine Flasche Barolo trinken. An Weihnachten ist dann wohl als Vorspeise "Fasanenterrine mit Haselnusscrumble" angesagt. Ob es als Nachspeise "Marzipanpasteten mit Apfelrosinen Füllung" gibt oder aber eine "Eisterrine mit Baumkuchenmantel", weiß ich noch nicht. Der Baumkuchenmantel ist eine echte Herausforderung. Genau solchen stelle ich mich immer gerne, weil ich wissen will, ob ich es kann, bzw. wie lange ich üben muss, bis ich es kann.

Dieses Buch ist ein Traum. Überirdisch gute Rezepte für alle Anlässe im niveauvollen Rahmen. 

Sehr, sehr empfehlenswert.

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