Die Autorin Bec Vrana Dickinson ist eine in Sydney (Australien) ansässige Köchin mit einem Diplom in "Food & Wine", die u.a. bereits als Rezeptentwicklerin, Journalistin, Werbetexterin und Kochbuchautorin tätig war.
Das vorliegende Buch mit dem Untertitel "Köstliches für Zwischendurch" kommt sehr "hip" daher und spricht speziell junge Menschen an, die Sinn für Food-Fotos und vor allem Lust auf legere Imbiss-Partys mit Freunden haben und das zur Happy Hour.
Dabei muss man wissen, dass das Werk in "fünf Gelüste" (so die Autorin) aufgeteilt ist:
-Eine Schwäche für Salziges
-Die Gewürz-und Räuchershow (Gewürze und Rauch)
-Wie gut ist bitte Säure? (Säure und Gewürze)
-Käse-Liebelei (Käse)
-Nachtisch, natürlich (Süßes).
Jedes Kapitel enthält Gerichte, die rasch oder weniger rasch zuzubereiten sind und Getränkeempfehlungen.
Das Kapitel "Eine Schwäche für Salziges" beispielsweise enthält das Rezept "Oliven-Knabberei"- Aufwand "Quickie", ein leckerer Snack zu "Aperol Spritz" bei einer Stehparty zur Happy Hour. Es folgen diverse "Quickie"-Rezepte, (so gekennzeichnet), dann weitere Rezepte der Kategorien "Kleine Investition" und "das volle Programm". So geht es Kapitel für Kapitel weiter.
Bei jedem Gericht im Buch wird ein spezielles Getränk empfohlen und es werden Ingredienzien angeführt, die man mit einzelnen Zutaten im jeweiligen Rezept tauschen kann.
Die Rezepte sind auf den ersten Blick zum Teil etwas gewöhnungsbedürftig, sowohl von den Zutaten her als auch der Anblick der Ergebnisse.
Speziell zugesagt hat mir das "fluffige Brot mit Twist". Man muss sich das Rezeptergebnis als eine Art Mischung aus türkischen Brot, Focaccia und Lavosh vorstellen.
Meinem Geschmack entspricht auch "Der Sinn einer Tomate". Das Rezeptergebnis passt sehr gut zum zuvor genannten fluffigen Brot. Lobenswert auch sind die Öle zum Dippen und die 4 Variationen Joghurt Dip. Dazu Baguette und die Stehparty kann Stunden andauern, also weit über die Happy Hour hinaus, ohne dass die Gäste umkippen.
Die vielen Rezepte im Buch scheinen geschaffen für Experimentierfreudige, die sich viel Lust auf Neues bewahrt haben. Gästen auch mal "Nacho Italiano" aufzutischen, ohne dass es einem die Schamröte ins Gesicht treibt, weil Bolognesesauce nicht mit Spagetti, sondern unorthodox auf Maischips kredenzt wird, zeigt, dass man immer noch Konventionen gerne mal ein Schnippchen schlägt.
Stilbrüche sind in diesem Buch eher die Regel. Das macht den Kick dieser Rezeptsammlung aus. Interessant z. B. ist der Snack "Knuspriger Filoteig" zu Tom Collins.
Die Rezepte sind nix für Oma und Opa auf der Parkbank, es sei denn, sie sind jung geblieben und begeistern sich nicht nur für die 4 Varianten der Käsebrett-Mathematik oder für das Dessert "Limoncell-Oh!", sondern goutieren auch mal "Brotstangen mit Harissa Toum" zu trockenem Rosé ohne mit der Wimper zu zucken, beim Talk über dies und das.
Empfehlenswert
Helga König