Dieses Blog durchsuchen

Rezension: Korsika- Das Kochbuch- authentisch-einfach-echt – Christian

Dieses wirklich schöne Kochbuch haben der Autor Nicolas Stromboni und die Fotografin Sandra Mahut auf den Weg gebracht. Im Vorwort skizziert der Verfasser die Insel als ein Eiland mit Gebirgen, Ebenen und voneinander abgeschotteten Tälern, die aufgrund historischer Bedingungen, das reichste kulinarische Erbe ganz Frankreichs ihr Eigen nennt.

Nicolas Stromboni möchte dem Leser das alltägliche Leben auf der Insel zeigen, auch die liebenswürdigen Menschen, die Produkte sowie auf überlieferte und modern interpretierte Rezepte hinweisen, um diese zur Geltung zu bringen.

Untergliedert ist das Werk in die Rubriken: Das korsische Schwein- Kalb, Lamm und Wild- Korsischer Käse-Produkte aus dem Meer-Obst und Gemüse-Desserts-Kleine Nebensachen-Korsische Weine.

Zunächst erfährt man ein wenig über die Geschichte der Insel, die Lebensweise der Menschen dort und auch ihre Essgewohnheiten. Über Wurst, Speck und Schinken vom korsischen Schwein wird man warenkundlich aufgeklärt und lernt Delikatessen wie "Lonzu" kennen. Dabei handelt es sich um das luftgetrockenete Rückfilet  vom korsischen Schwein mit anhaftender Fettschicht. Schinken soll der Star der korsischen Charcuterie sein. Er soll eine ganz besondere Aromenvielfalt besitzen und nach Haselnuss, Kastanie, getrockneten Steinpilzen, frischer Butter und anderen Substanzen duften. Dann gibt es da auch noch "Figatellu", eine Art Bratwurst, deren Ingredienzien neugierig machen. Rezepte mit Produkten vom korsischen Schwein werden in der Folge vorgestellt und stets ein passender Wein von der Insel dazu präsentiert. Zudem findet man unter den Rezepten beigefügte Anmerkungen, die Anekdoten und anderes mehr enthalten, die in Beziehung zu dem thematisierten Gericht stehen. Besonders gefallen hat mir in der ersten Rubrik das Rezept "Terrine vom Schwein mit Myrtenbeeren". Auch wenn man nicht alle Originalzutaten hierzulande problemlos erhalten mag, kann man durch leichte Abwandlung alle Rezepte nachkochen, auch die "Terrine vom Schwein".

Sehr schön sind die Fotos von der Insel und hier auch die Natur- und Tierbilder. Neben den Tieren aus Zuchtbetrieben, gibt es Federwild und Haarwild. Amseln und Singdrosseln werden ihres Fleisches wegen leider immer noch auf der Insel bejagt.

Man erfährt Wissenswertes über das korsische Kalb, bevor man mit fantastischen Rezepten konfrontiert wird, die alle überzeugen. Ein Klassiker der korsischen Küche ist das "Kalbsragout mit Oliven", aber auch die "Gefüllte Kalbsbrust“ enthält Oliven und wartet mit weiteren delikaten Zutaten auf. Die „Kalbspastete mit Figatellu und Steinpilzen" ist ein tolles Herbstgericht. Ein "Ragout von Lamminnereien" kann ich mir  gut vorstellen nach zu kochen, allerdings gibt es die rote Karte bei Amseln und Drosseln, wobei es interessant ist zu lesen, wie man diese Tiere in Korsika zubereitet.

Korsischer Käse wird vorgestellt, auch wie er hergestellt wird, ist ein Thema. Die Rezepte mit Käse machen sehr neugierig und hier z.B. das "Omelett mit Broccio und frischer Minze".

Die Porträts von Korsen sind spannend zu lesen, auch jenes von dem sympathischen Fischer Jean –Louis Guaitella, den man beim Aalfang erlebt. Die Fischgerichte, die dann folgen, sind erste Sahne. Dabei lohnt es, "Tatar von der Dorade" zuzubereiten. Eine tolle Rezeptur. Die "Fischsuppe" überzeugt durch ihre vielfältigen Aromen und den "Meeresfrüchtesalat" kann man problemlos zuhause zubereiten. Ein Familienrezept für Tintenfische sollte man ausprobieren und auch die "Forellen vom heißen Stein" sind  fern ab der Insel  zubereitbar.

Alle Gerichte bestechen durch vielfältige Aromen und durch eine subtile Abstimmung der Zutaten.

Man lernt fernerhin die wichtigsten Kräuter der Insel kennen und  zudem wunderbare Suppen- und Salat- und Gemüsegerichte. Bei den Desserts gefällt mir der "Clementinen-Flan" aber auch der "Kastanien-Flan" besonders gut: Südliche Aromen, die Urlaubsstimmung erzeugen.

Sehr spannend ist die Rubrik, die korsischen Weinen gilt. Hier sind u.a. die Rebsorten aufgelistet und werden kurz erläutert. Man lernt die Anbaugebiete kennen. Zudem werden häufig gestellte Fragen zu korsischem Wein beantwortet. Auch die Methoden für den Anbau werden genannt. Zudem lernt man Winzer, den Boden und das Klima kennen. 

Alles in allem ein gelungenes Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle. 

Helga König

Onlinebestellung: Christian oder Amazon
Korsika Kochbuch: Korsika - Das Kochbuch. Authentisch - einfach - echt. Rund 80 Rezepte der korsischen Länderküche. Eine Reise zu den mediterranen Wurzeln Korsikas.

Rezension: Patisserie vom Feinsten- Gerstenberg

Der Patisserie-Chef Régis Garnaud und der Chefkoch Damien Duquesne möchten in diesem wunderbaren Buch mit dem Titel "Patisserie vom Feinsten" ihr profundes Wissen um die Feinbäckerei an interessierte Laien und angehende Patisserie-Meister weitergeben. 

85 Rezepte mit Grundrezepten und Warenkunde warten auf die Leserschaft dieses reich bebilderten Buches aus der Welt süßer Genüsse.

Zunächst lernt man den Werkzeugkasten des Patissiers kennen, anschließend die Zutaten, bei denen man in erster Linie auf Qualität achten muss. Zuckersirup herzustellen oder mit dem Spritzbeutel zu hantieren, will gelernt sein und hochwertige Teige herzustellen natürlich ebenso. 

Die Kapitel des Buches befassen sich mit: Mürbteig und Co, Brandteig, Hefeteig, Blätterteig, Baisermasse, Biskuitmasse, Cremes, Entremets und Dekoration. Dabei werden die 85 Rezepte für die wunderbaren Kreationen sehr gut erläutert. Nicht nur die Zutaten, auch die Utensilien werden benannt. Die Zubereitung wird immer schrittweise und gut nachvollziehbar erläutert. Tipps und Techniken bleiben auch nicht ausgespart. 

Allein das Betrachten der Rezeptergebnisse im Buch ist ein Genuss. Begeistert bin ich von der  "Apfel-Tarte", das Lieblingsrezept von Damien Duquesne, denn diese Tarte ist der perfekte Apfelkuchen. Auf dem Tarteteig kommt nämlich zunächst selbstgemachter Apfelkompott, darüber  dann dünn geschnittene, mit Honig aromatisierte Apfelscheiben, die zum Schluss glasiert werden. Sehr saftig und apfelaromenreich! Ein lukullischer Herbsttraum! 

Andere Tartes, mit Birnen, Zitronen, Erdbeeren, Schokolade oder Heidelbeeren sorgen natürlich auch für Neugierde, die allerdings nach Ansicht einer Liebhaberin von Brandteigen in der Folge noch überflügelt wird. Die Himbeer-Sahne-Windbeutel sind unwiderstehlich. Gefüllt mit Himbeerkompott und Mascarpone-Chantilly, sind sie gewiss ideal, um schlank zu bleiben, vorausgesetzt man joggt vorab zwei Stunden. 

Das Rezept für "Schokoladen-Religieuses" sollte man Gästen verschweigen, weil es hochgradig sündig ist. Das Rezept "Paris-Brest" steht ihm allerdings in nichts nach. Die Füllungen aus Buttercreme bereichern garantiert an Hüftgold, wenn man täglich davon genießt. 

Das ursprüngliche Rezept für "Saint- Honoré mit Himbeeren" wurde 1846 von dem berühmten Patissier Chiboust kreiert. Die Kreation ist überirdisch gut. Man träumt nach Jahren noch von dieser Köstlichkeit.  Ich habe die Kreation in Wissembourg mal mit Mirabellen verspeist. Unvergesslich.

Es ist unmöglich die vielen Leckereien im Rahmen der Rezension zu benennen. Hervorheben möchte ich u.a. den "Zitronenkuchen", der delikate Zutaten enthält, die gut aufeinander abgestimmt sind und der umwerfend schön dekoriert ist. Hervorheben auch möchte ich den "Schokoladenkuchen mit Nüssen", den der Zartbitternoten wegen auch weniger süße Männer mögen dürften. 

Die Zubereitung von Blätterteig wird  auch gut erklärt. Hier gibt es dann sehr subtile Rezepte, die nicht ganz einfach herzustellen sind. Die Krönung ist das "Vanille-Karamell-Millefeuille", ein ideales Dessert im Rahmen eines Festtagsmenüs.

Sehr gut übrigens werden die Rezepte für Cremes erklärt, unter diesen auch  die "Crème Bavaroise" und die "Crème Chiboust Vanille". 

Bei den "Entremets" hat es mir die "Birnen-Karamell-Charlotte" angetan. Ein tolles Dessert an Festtagen. Sehr edel. 

Dieses und vieles mehr machen "Patisserie vom Feinsten" zu einem Muss auf jedem guten sortierten  Backbuchregal. Dabei muss man die Handlichkeit des Buches ganz speziell loben. 


Sehr empfehlenswert Helga König 

Überall im Handel erhältlich Onlinebestellung Gerstenberg oder Amazon
Patisserie vom Feinsten

Rezension: Helvetia Vegetaria- Vegetarische Rezepte aus der Schweiz- Carlo Bernasconi, Juliette Chretien-at Verlag

Dieses edle, sehr schön illustrierte Kochbuch mit vegetarischen Rezepten aus der Schweiz, Landschaftsfotografien von Thomas Stöckli und appetitanregenden Fotos von Juliette Chrétien ist ein Streifzug durch einzelne Regionen der Schweiz, bei dem man vegetarische Speisen im Blick hat. 

Als Autoren werden genannt, der im Oktober 2016 verstorbene Journalist Carlo Bernasconi und der in Zürich ansässige Journalist Martin Walker. Für die Rezepte aus der Westschweiz und das Tessin zuständig ist Kochbuchautorin Myriam Lang. 

Dominik Flammer schreibt im Vorwort, dass die große Mehrheit der Schweizer Bevölkerung sich über Jahrhunderte zumeist fleischlos ernährte, einerseits aus wirtschaftlicher Not andererseits speziell in den katholischen Stammlanden wegen religiöser Zwänge, die nur ganz allmählich gelockert wurden. 

Die Fastenregeln galten für bis zu 150 Tage im Jahr. Neben Getreide- und Milchspeisen nahm man einst auch im großen Umfang Hülsenfrüchte zu sich. Um 1800 wurden in der Schweiz etwa 30 kg pro Kopf verzehrt. Allerdings wurden in Schweizer Gärten bereits im 17. Jahrhundert Karden und Artischocken angebaut und ein Jahrhundert später galten Erbsen, Pastinaken und Mangold als das meist angebaute Gemüse. Spannend zu lesen, wie es dann weiter ging und dass es italienische Immigranten waren, die etwa Tomaten ins Land brachten. Heute gilt die Tomate neben der Karotte übrigens als zweithäufigste Gemüsesorte. 

Die Rezepte sind in folgende Regionen untergliedert: Westschweiz, Nordschweiz, Mittelland, Zentralschweiz, Ostschweiz, Südostschweiz und Alpenbogen, Südschweiz. 

Jedes Kapitel beginnt mit speziellen Infos zur jeweiligen regionalen vegetarischen Küche. Die Rezepte, die dann folgen sind sehr gut erläutert. So liest man beispielsweise wie man ein "Genfer Käsesoufflé" zubereitet oder aber wie man einen "Genfer Birnenkuchen" herstellt. Interessant dabei ist, dass auf den Blätterteigboden eine Mischung aus Mehl, Zucker, Zimtpulver und Nussöl gegeben wird, dadurch wird der Teig nicht feucht, wenn die Birnen und der Rahm darauf zum Backen platziert werden. Sehr gute Kuchen- und Dessertrezepte warten auf neugierige Hobbyköche und Hobbybäcker, so etwa für eine Mandeltorte oder einen bemerkenswerten Kirschkuchen. Überzeugend auch sind Suppenrezepte wie etwa eine "Emmentaler Kartoffelsuppe" oder auch die "Solothurner Weinsuppe", die mit gerösteten Brotwürfeln garniert wird. Ausprobieren sollte man den "Käsesalat mit Kräutern". 
Sehr gute Zutaten sind hier bestens aufeinander abgestimmt. 

Dann gibt es ein tolles Rezept für "Berner Rösti", ein weiteres für eine "Aargauer Rueblitorte". Angetan bin ich besonders von den Rezepten aus der Zentralschweiz und hier u.a. von der "Luzerner Kräuterrahmsuppe". Es folgt eine Vielzahl anderer fantastischer Rezepte, die vergessen lassen, dass weder Fisch noch Fleisch hier eine Rolle spielen. Edelste Zutaten finden sich in der "Tessiner Pilzsuppe", die man sich ebenso wenig entgehen lassen sollte wie die "Weinpfirsiche"

Das Buch empfehle ich sehr gerne allen, die Sinn für ungewöhnliche regionale Rezepte haben und verstehen möchten, weshalb vegetarische Gerichte in der Schweiz über eine lange Tradition verfügen.

Sehr empfehlenswert

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

Onlinebestellung bitte hier klicken: at Verlag oder Amazon:
Helvetia Vegetaria: Vegetarische Rezepte aus der Schweiz

Rezension: Donna Hay- Von einfach zu brillant-at Verlag

Donna Hay, die Autorin dieses reich bebilderten Kochbuches ist die bekannteste und populärste Köchin Australiens. Ihre 25 Kochbücher hat sie weltweit mehr als 6 Millionen Mal verkauft. Dabei wurden ihre Werke in 10 Sprachen übersetzt. Die renommierte Kochbuchautorin schreibt zudem Kolumnen, die Woche für Woche in verschiedenen australischen Zeitschriften veröffentlicht und von über vier Millionen Menschen gelesen werden. 

Das vorliegende Kochbuch hat sie in drei Rubriken unterteilt: 

Pikant 
Unverzichtbar
Süß 

Diesen Rubriken angefügt sind ein Glossar und das Register. Das Buch enthält Hays beste Standartrezepte- erprobte, bewährte Zubereitungen beliebter Klassiker, dazu moderne Gerichte, die sie häufig und gerne kocht. Zu jedem Rezept gibt es im Anschluss daran clevere und überraschende Variationen. 

Die Arbeitsschritte der einzelnen Rezepte werden sehr gut erläutert. Unterschiedlichen Basic-Rezepten folgen köstliche Rezepte, die jeweils auf einem Basic-Rezept aufbauen. So lernt man beispielsweise das Basic-Rezept für Garnelen-Taschen kennen und im 2. Schritt dann das Rezept für "Suppe mit Garnelen-Taschen, Ingwer und Chili“ oder auch ein Rezept für "Angebratene Garnelen-Teigtaschen".

Sehr angetan bin ich von den Rezepten für ein Brathähnchen in Schmetterlingsform, beipielsweise "rauchig gewürzt" mit Fenchelsamen, Thymianblättern und verschiedenen Gewürzen interessant aromatisiert oder auch mit "knusprigem Salbei und Speck" aufgepeppt. Im Basic-Gericht dazu spielen 4 Knoblauchknollen und 3 Zitronen eine wesentliche Rolle bei der Aromatisierung, die spontan überzeugt. 

Wie schafft man es, ein perfektes Steak auf den Tisch zu bringen? Die sechs Schritte, die dazu nötig sind, werden sehr gut erklärt. Auch die Variationen lassen aufhorchen, nicht zuletzt die "Rindfleischspieße mit Chimichurri" . 

Wie man eine "Grüne-Thai-Currypaste" zubereitet, war mir bislang nicht geläufig. Sich mit der Rezeptur näher zu befassen, lohnt sich, speziell wenn man "Grünes Garnelen-Curry mit Nudeln" kochen möchte. 

Seite für Seite hat man guten Grund, erstaunt zu sein und wagt sich sogar an die Zubereitung des Ricotta-Gnocci-Teigs, weil man sich in das Rezept für "Kräuter- Ricotta-Gnocci mit Kirschtomaten" verliebt hat. Begeistert bin ich von den Variationen für Käse-Soufflé und von dem Basic-Rezept für "Asiatische Chilimarmelade", das z.B. bei "Chili-Garnelen-Spießen vom Grill“ eine Rolle spielt.  Eine raffinierte Zusammensetzung.

Gut erklärt wird wie man einen einfachen Risotto zubereitet, aber auch wie man ihn geschickt veredelt. Köstliche Hackfleischgerichte machen ebenso neugierig wie wie z. B. Gerichte, bei denen die vorgestellte Madras-Currypaste eine Rolle spielt. Irgendwann dann liest man "Unverzichtbar" und nickt bei den Rezepten, die dann folgen. Es sind Grundrezpte wie etwa "Salza Verde" oder eine "Französische Vinaigrette, auch eine "Geschmorte Knoblauchpaste" gehört dazu. 

Kapitel 3 enthält eine Fülle süßer Köstlichkeiten. Man erfährt wie ein Baiser immer gelingt und darf sich in die Variationen vertiefen. Die "Rosenwasser-Pistazien-Baisers" erinnern an "Tausendundeine Nacht" und das "Karamellisierte Sommerobst" passt dort ebenso gut hin. Ein Traum ist das Basic-Rezept für "Klassische Vanillencreme" und ein Kuss vom Himmel die damit zubereiteten "Vanillen-Cremeschnitten". 

Im Glossar findet man sehr gute Erklärungen zu den mit einem Stern markierten Zutaten und weitere in der Küche Hays unverzichtbare Grundzutaten. Zudem gib es dann noch nützliche Informationen zu Küchenpraxis und Küchentechniken. 

Das Kochbuch überzeugt durch seine Vielfalt und motiviert dazu, immer mal etwas Neues auszuprobieren. Beispielsweise ein "Spinat-Käse-Soufflés". Da die Rezepte gut erklärt sind, gelingen sie, wenn man genau das unternimmt, was die Autorin präzise formuliert hat.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Onlinebestellung AT Verlag oder Amazon
Von Einfach zu Brillant

Rezension: Pur, präzise, sinnlich- Ganzheitlicher Genuss- die Zukunft des Essens- Mit über 50 Rezepten-AT Verlag

Dieses spannend zu lesende, kochphilosophische Buch hat Jürgen Dollase verfasst. Er gilt derzeit als Deutschlands bester Restaurantkritiker. 

Dollase studierte Kunst, Musik und Philosophie bevor er 13 Jahre lang als professioneller Rockmusiker und später als Autor und Produzent tätig wurde. Seit 1999 arbeitet er im Bereich der Kulinarik für zahlreiche Printmedien und hat diverse, sehr bemerkenswerte Bücher zu kulinarischen Themen verfasst.

Die imposanten Bilder für das Werk, das zwar 50 Rezepte enthält, jedoch nicht als Kochbuch begriffen werden sollte, hat der renommierte Food-Fotograf Thomas Ruhl realisiert.

Thema des Buches sind Reflexionen und konkrete kulinarische Veränderungen, die auf dem Weg zum ganzheitlichen Genuss notwendig sind. Dieser bedingt, dass alle denkbaren positiven Aspekte rund ums Essen zusammenkommen. Das bedeutet, es geht nicht nur um gesunde und leichte Speisen aus nachhaltigen Bioprodukten, vielmehr soll auch der Genuss des Essens intensiviert werden. Bei allem aber sollte man  nicht zu viel essen, die Ressourcen schonen und den Genuss in Einklang mit der Ökologie bringen.

Ziel ist das Wiedergewinnen der Unabhängigkeit von immer dominanter werdenden Geschmacksbildern und das Wiederentdecken der Qualität bislang selten oder kaum genutzter Teile von Pflanzen und Tieren. Es geht um eine Küche mit konsequenten Neuerungen, mehr Purismus durch tatsächliche Produktnähe zu natürlichen Produkten. 

Dollase beginnt mit kritischen Überlegungen zu Forderungen wie etwa einer allgemeinen und konsequenten Umstellung auf die Produktion von Biolebensmitteln oder den Verzicht von Massentierhaltung und erörtert die jeweiligen Folgen. 

Dann beleuchet der Autor u.a. Geschmacksverstärker in Industrieprodukten, die selbst Spitzenrestaurants dazu verführen, ebenfalls Geschmacksbilder zu manipulieren, weil die Gäste den unverfälschten Geschmack nicht mehr gewohnt sind. 

Überwürzte, produktferne, künstliche Gerichte kommen zur Sprache, auch kann man sich in 10 Grundsätze für die praktische Arbeit in der Küche vertiefen. Einer der Grundsätze besagt, dass man weitgehend aromatischen Purismus betreiben sollte, um auf diese Weise viel Eigengeschmack und Natürlichkeit der Produkte zu erhalten. 

Neben weiterer höchst spannender Themen kann man sich dann dem Rezeptteil zuwenden. Die Rezepte sind alle sehr ansprechend, außergewöhnlich und erfordern viel Sorgfalt beim Zubereiten. 

"Aromatisch abrüsten" lautet die Devise, wenn man unverfälschten Geschmack haben möchte und den Respekt vor der Natur wiedergewinnen will. "Pur, präzise, sinnlich" zeigt, was möglich ist, um dabei weiterhin ein Genussmensch  zu bleiben.

Empfehlenswert.

Helga König

Überall im  Fachhandel erhältlich
Onlinebestellung: AT Verlag und Amazon
Pur, präzise, sinnlich: Ganzheitlicher Genuss - die Zukunft des Essens. Mit über 50 Rezepten

Rezension: Leaf to Root- Esther Kern- AT Verlag

Dieses bemerkenswerte Kochbuch hat den Untertitel "Gemüse essen vom Blatt bis zur Wurzel". Allein der tollen Bilder wegen, macht es Spaß, in diesem Buch zu blättern, auch wenn man kein Vegetarier ist. 

70 vegetarische Rezepte werden vorgestellt. Dabei geht es um Rezepte mit ungewöhnlichen Teilen von Gemüse. Neben den bemerkenswerten Rezepten hat man die Chance bereichernde Porträts von Leaf to Root-Experten sowie Reportagen vom Feld zu lesen und darüber hinaus im Rahmen eines Nachschlagewerkes 50 unübliche Teile von Gemüsen kennenzulernen. 

So erfährt man beispielsweise Näheres zu Blumenkohl, Brokkoli und Romanesco. Thematisiert werden hier das Blatt, der Strunk, die Knospe und Blüte sowie der Trieb. Verweise auf  jeweilige Rezepte im Buch vereinfachen das Finden. 

Dass man auch Dahlienbüten essen kann, ist all jenen nicht unbekannt, die sich mit essbaren Blüten schon näher befasst haben, doch das auch die Knolle in der Küche verwendbar ist, weiß gewiss kaum einer. Im vorgestellten Rezept "Lauwarmer Rosenkohl-Dahlienknollen-Salat" spielen sie eine Rolle. Als Blumenliebhaberin mag ich mir allerdings nicht vorstellen, diese Knollen zu verspeisen, da ich die Dahlienblüten als Zierde des Sommergartens zu sehr schätze. Doch dies ist nur eine persönliche Befangenheit. 

Weitaus spannender allerdings finde ich die essbaren Teile der Tomate. Dass man neben der Frucht beispielsweise auch die Blätter und die Rispen verwenden kann, finde ich mehr als nur bemerkenswert. Hervorheben möchte ich im Hinblick auf Tomaten das Rezept für die pikante Tomatenkernkonfitüre, in der neben Tomatensaft und –kernen, u.a. auch Ingwer eine Rolle spielt. Die Konfitüre eignet sich sehr gut zu Käse. 

Dass man den Ananasstrunk für Eistee verwenden kann, ist ein guter Tipp und Rezepte wie etwa "Fenchel-Aprikosen-Gemüse mit Kräuter-Couscous" oder auch "Gurkencurry mit Chapati" sind wunderbare Ergänzungen zu den üblichen Sommertellergerichten. 

Das Kochbuch ist in vieler Beziehung bereichernd und macht deutlich, dass man verlernt hat, mit den Gaben der Natur achtsam umzugehen, denn sie schenkt uns weit mehr als wir ihr zurückgeben. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Handel erhältlich

Onlinebestellung AT oder Amazon


Rezension: So kocht Umbrien- Daniela und Felix Partenzi- Gerstenberg

Daniela Partenzi hat die Texte für dieses schöne Kochbuch verfasst. Sie ist die Tochter eines italienischen Kochs und einer deutschen Lehrerin. Die studierte Autorin ist mit dem Kommunikationsdesigner Felix Partenzi verheiratet. Er hat die die Fotos und die Gestaltung des Buches realisiert. 

Die Autorin hat eine große Verwandtschaft in Italien und verbrachte nahezu alle Sommerferien ihres Lebens im Land ihrer Vorfahren. Des Buches wegen ist sie mit ihrem Gatten in allen Jahreszeiten nach Umbrien gereist. Das Ergebnis ist das vorliegende Werk, das eine Mischung Rezepten und Geschichten über die Familie ist. Hinzu kommen Berichte über Begegnungen mit Experten und traumhafte Impressionen von Land und Leuten aber auch von den Rezeptergebnissen.

Viele Gerichte sind sehr minimalistisch, so etwa der Wilderbsenbrei. Die wilde Erbse, so erfährt man, wächst auf den Hochplateaus der Sibyllinischen Berge. Es handelt sich um eine Hülsenfrucht, die vormals aus dem Mittleren Orient kam und für Suppen aber auch für Wilderbsenbrei in Umbrien verwendet wird. 

Das Rezept für ein delikates Wildschweinragout ist vielversprechend, obgleich es nicht sehr viele Geschmacknuancen enthält. Diese Einfachheit in der Würzung erinnert an Gerichte aus der Toskana. Das gilt auch für den Brotsalat mit Flusskrebsen, der aufgrund der Fenchelblüten einen besonderen Geschmack erhält. 

Neugierig  macht der "Gefüllte Staudensellerie". Auch hier spielen Fenchelblüten eine Rolle, aber auch gehacktes Rindfleisch und Tomaten.  Ob Gemüse- oder Fleischgerichte, auffallend ist stets die Reduzierung auf das Wesentliche, die bei den Süßspeisen nicht gegeben ist. Der umbrische Apfelstrudel aber auch die Mandelkekse mit Anis dokumentieren dies überzeugend. 

Das Werk ist trotz des Titels mehr als ein bloßes Kochbuch. Durch die Geschichten und Anekdoten erhält man ein Gespür für die umbrische Mentalität, die sich nicht zuletzt auch in der Zubereitung der Speisen niederschlägt. 

Kochen mit Produkten aus der Region ist die dankbare Verneigung vor dem, was uns die Erde in unserem Umfeld schenkt, In Umbrien weiß man das und handelt danach.

Sehr empfehlenswert. 

Helga König 

Überall im Handel erhältlich 

Onlinebestellung: Gerstenberg oder Amazon

Rezension: Die Jahreszeiten Kochschule- Sommer- Brandstätter- Richard Rauch, Katharina Seiser

Dieses schöne und dabei informative Kochbuch wurde von einem Team, das sich aus insgesamt sechs Personen zusammensetzt, auf den Weg gebracht. Es handelt sich dabei um Katharina Seiser (Konzept und Text), Richard Rauch (Rezepte und Foodstyling), Joerg Lehmann (Fotografie), Miriam Strobach (Graphische Gestaltung), Katharina Ralser (Illustration) und Else Rieger (Lektorat). 

Das reich bebilderte Werk ist wie die anderen drei Bände in neun Kapitel untergliedert. Jedes Kapitel befasst sich mit einem klar umgrenzten Thema, beginnt immer mit  gut erklärter Warenkunde und setzt sich mit bemerkenswerten Rezepten fort. 

So werden im ersten Kapitel beispielsweise zunächst Tomaten, Paprika und Chili, Gurken aber auch Zucchini und Auberginen näher vorgestellt und Tipps zur Lagerung gegeben. Die dann folgenden Rezepte sind bestens erläutert. Stets wird zudem erwähnt für wie viele Personen die Zutaten eines Rezeptes gedacht sind. Tipps und Varianten auch Tricks im Hinblick auf die Rezepte sind nicht vergessen worden und man staunt bereits im ersten Kapitel über die Aromenvielfalt. Deshalb lässt man sich nicht nur durch die "Pochierte Dorade in Zitronenöl mit gefüllten Zucchiniblüten" motivieren, zur Tat zu schreiten, sondern nickt begeistert, beim Studium des Rezepts für "Gefüllte Paprika und Zucchini mit Lammfaschiertem", nicht zuletzt wegen der Zutaten im Hackfleisch. 

Auch im 2. Kapitel gibt es zunächst warenkundlich Wissenswertes zu erkunden Hier geht es um Pilze. Krause Glucken und Herbsttrompeten sind Pilze, die nicht jeder kennt. Steinpilze kann man im Sommer auf guten Wochenmärkten problemlos erwerben. Sie im Wald zu suchen, sollte man wirklichen Pilzkennern überlassen.

Rezepte wie etwa "Steinpilze mit Feigen und Haselnüssen" oder "Schwammerlrostbraten mit frischen Bandnudeln" überzeugen natürlich jeden Pilzgourmet.

Ich möchte in der Folge keineswegs alle Kapitel benennen. Wichtig ist, dass das Aufbauprinzip des Kochbuchs vermittelt wird durch die Skizzierung der ersten beiden Kapitel. 

Dennoch will ich das Kapitel nicht unerwähnt lassen, das sich mit gegrillten Lebensmitteln befasst. Hier wird keineswegs nur sachkundig erläutert wie man Fleisch grillt, sondern auch Fisch, Gemüse und Obst kommen zur Sprache und zudem delikate Saucen. 

Ach ja, wenn es besonders heiß ist, dann stehen kalten Suppen an oder auch Eis, alternativ Sorbet. Hier wird man von wahren Köstlichkeiten überrascht, die nur noch von Rezepten mit Marillen, Pfirsichen und Ringlotten getoppt werden. Das absolute Highlight für Naschkatzen ist das Rezept für "Rotes Weinbergpfirsichsüppchen mit Campari und Schneenockerln". 

Wer Lust hat einen Rumtopf anzusetzen, dem steht auch nicht im Wege. Das angegebene  Rezept ist unkompliziert. 


Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Handel erhältlich

Onlinebestellung Brandstätter oder Amazon

Rezension: Sinnliche Ayurveda Küche- Markus Dürst, Johanna Wäfler, Doris Iding- AT Verlag

Das vorliegende Kochbuch wartet mit 100 ayurvedischen Rezepten auf, die die Gesundheit unterstützen und zudem die Lust an der Liebe ankurbeln sollen. Damit sind die Rezepte eine Bereicherung für den bevorstehenden Frühling. 

Die Autoren wollen unsere Sinne- das Fühlen, Riechen, Sehen und Schmecken sensibilisieren und dazu inspirieren, sich auf neue Facetten des Essens, aber auch der Lust und Erotik einzulassen. 

Zunächst erfährt man im Rahmen der Einführung Wissenswertes zu klassischen Aphrodisiaka der Ayurvedamedizin und liest in der Folge dann mehr über aphrodisierende Kräuter. Bei den einzelnen Kräutern werden stets die aphrodisierende Wirkung, die Herkunft, die allgemeine, auch die energetische Wirkung, mögliche Gefahren und die Verwendung in der Ayurvedaküche näher beleuchtet. So erfährt man beispielsweise, dass den Kriegern im alten Griechenland der Verzehr von Petersilie verboten wurde, weil sie die Kampfeslust senke und die sexuelle Lust steigere. 

Auch sinnliche Gewürze werden vorgestellt, unter diesen Chili und Safran, ein Gewürz, das einst als Symbol der Liebe galt. 

Einem Fragebogen zu unserer bioenergetischen Grundkraft folgen dann die Rezepte, untergliedert in:

Frühstück und Getränke 
Vorspeisen und Suppen 
Hauptgerichte 
Saucen, Dips und Snacks 
Desserts 
Gebäck 

Alle Rezepte werden sehr gut beschrieben. Zusätzliche Tipps, Infos und appetitanregende Fotos runden die Präsentation dieser sinnlichen Ayurveda Küche ab. 

Die  stets vegetarischen Gerichte sprechen der feinen Zutaten und der tollen Würzung wegen sehr an und lassen Fleisch und Fisch nicht vermissen.  Ob die Gerichte aphrodisierend sind, muss jeder selbst ausprobieren. Inspirierend sind sie allemal. 

Empfehlen möchte ich das "Pilzragout", das durch den Marsala und den Rotwein eine pikante Note erhält. Der im Ragout enthaltene Majoran war einst das Liebeskraut der Göttin Aphrodite. Deshalb wurde ihm eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben. 

Sehr gut auch sind die "Spaghetti nach äolische Art". Hier erfährt man, dass die Olive schon im 4. Jahrhundert als Aphrodisikakum bekannt war, auch galten Artischocken schon früh als luststeigernd. 

Die ayurvedische Medizin weiß, dass die Menschen durch eine erfüllte Sexualität glücklich sind und ein unerfülltes Sexualleben unglücklich macht.  Die Rezepte nachzukochen ist demnach sinnstifend, nicht nur am Valentinstag. 

Für Naschkatzen empfehle ich heute: "Feigen an Granatapfelsauce". Die Speise erinnert an "Tausendundeine Nacht" und ist für das Buch sehr aussagekräftig.

Empfehlenswert.

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich 

Online AT Verlag oder Amazon