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Rezension: Sunshine, Lemons and Sea Salt, Donna Hay, at Verlag




Donna Hay, die Autorin dieses Kochbuchs, ist führende Food-Redakteurin und Autorin von Bestseller-Kochbüchern, die weltweit über 8 Millionen Mal verkauft wurden. Im vorliegenden, reich bebilderten Werk öffnet sie ihre Küche und stellt Rezepte aus ihrer australischen Heimat vor, wo sie an der Küste lebt. 

Ihr Buch hat sie in zwei Teile untergliedert und präsentiert im Teil 1 zunächst ihren eigenen Deko-Stil. Hier arbeitet sie bei der Tischdeko gerne mit kontrastierenden Farben und bezieht selbst die Farbe und Zutaten des Gerichts, das sie kochen möchte, in ihr Dekokonzept mit ein. Die Gestaltungsergebnisse sind erste Sahne! 

Alsdann folgen sechs Kapitel mit Rezepten. Zunächst lernt man Frühstücksrezepte kennen. "Soufflé –Pfannkuchen mit aufgeschlagener brauner Butter und Beeren" oder einen "Geschichteter French Toast mit Pistaziencreme, aufgeschlagener Ricotta und Lemon Curd" sind gewiss köstlich, doch nichts für jeden Tag in Zeiten, wo man hört und liest, dass  man sparsam mit Zucker umgehen sollte. Sein Ruf ist bekanntermaßen nicht der beste.

Sehr gute, sommerliche Lunchgerichte werden im 2. Kapitel präsentiert. Besonders lobenswert ist das Rezept für "Zitronenpasta mit Lachs crudo", feine Geschmacksnoten durch Zitrone, kleine Kapern und Dill überzeugen. Gefallen auch haben mir die Rezepte für "Tartines" und hier speziell für "Tartines mit Zitronenpesto, Zucchini und Burrata" und jene mit "minziger Erbsen-Mandel-Salsa". Eine delikate Bowl in diesem Kapitel, mit scharfem glasierten Tofu erfreut nicht nur die Genießer, die auf ihre Gesundheit achten. 

Sehr gute Rezepte für Gerichte an Sommerabenden lohnt es auszuprobieren. Hier möchte ich den "Rindfleischsalat mit scharfem Miso-Dressing" hervorheben, der eine salzig-saure Note enthält und viel Biss hat. Gefallen auch hat mir das Rezept für "Hähnchenspieße mit Parmesan-Zitronen-Kruste", das der Würzung wegen mediterran anmutet. 

Kapitel 4 inspiriert zu farbenfrohen Snacks und Beilagen. Das Rezept für "Kleine Oliven-Zitronen-Labneh-Kugeln" hat mich sofort überzeugt. Mit Baguette ein wirklich idealer Snack! 

Kapitel 5 wird Süßmäuler begeistern. Von Kuchen- bis Eis-Kreationen finden die LiebhaberInnen alles was ihr Zuckerschnütchen begehrt. 

Wirklich gute Basics entdeckt man in Kapitel 7. Hier fand ich die unterschiedlichen Rezepte für Labnehs besonders spannend. Für mich eine Neuentdeckung mit vielen Vorteilen, allen voran Eiweiß.

Im 2. Teil geht es dann um "Küstengenüsse".  Vorgestellt werden 4 Menüs mit diversen Gängen. Schon die Deko für die einzelnen Menüs verheißt Freude. Die Rezepte selbst versprechen einen sonnigen Sommer auf den Tellern.  

Loben auch muss man das umfangreiche Glossar zum Schluss. Hier gibt es viel zu lernen, selbst für jene, die glauben alles bereits zu wissen.

Helga König

Rezension: Alles Kartoffel- Das Kochbuch-Martin H. Lorenz- Callwey


Martin H. Lorenz, der Autor dieses Spitzenkochbuchs ist ein erfahrener Kochbuchautor, der für vorliegendes Werk zahlreiche namhafte Köch:innen gewinnen konnte, deren Kartoffelgerichtkreationen man kennenlernen darf. 

Die appetitanregenden Fotos, die die 70 Rezepte begleiten, wurden von dem Fotografenteam Juni realisiert. 

In der Einleitung schreibt Martin H. Lorenz, dass die Knolle von den Ureinwohnern Boliviens und Perus schon vor 8000 Jahren angebaut wurde und die Spanier sie im 16. Jahrhundert nach Europa brachten. Wie sie sich dann weiterverbreitete, kann man dem in der Einleitung enthaltenen historischen Abriss entnehmen. Weltweit soll es circa 5000 Sorten geben, dabei entscheide das Bundessortenamt, welche Sorten bei uns angebaut werden dürfen. 

Bevor man eine Menge Warenkundliches über die Kartoffel erfährt, kann man sich in die Anatomie einer Kartoffel vertiefen und sich daraufhin mit Kartoffelarten und -sorten befassen. Thematisiert werden: Festkochende, vorwiegend festkochende und mehlige Sorten. Man lernt diese im Einzelnen mit Namen kennen, erfährt Näheres über ihren Geschmack und wozu man sie verwendet. Das sind sehr wichtige Informationen, wenn man beim Zubereiten von Speisen mit der Knolle keine Fehler machen möchte.

Des Weiteren wird man über alte Sorten und Neuzüchtungen gut aufgeklärt, liest Wissenswertes über die Süßkartoffel und den richtigen Erntezeitpunkt von Kartoffeln. Ein umfangreicher Saisonkalender nebst Informationen über den Verwendungszweck von 54 edlen Sorten verdeutlicht, dass man viel falsch machen kann, wenn man nicht gut informiert ist. 

Lagerung und Haltbarkeit bleiben auch nicht ausgespart. Diese Informationen sollte man sich gut einprägen, um perfekte Kochergebnisse zu erzielen. 

Lobend erwähnen möchte ich die gesunden Inhaltstoffe in der Kartoffel und ihre Heilwirkung. All das spricht für den Erdapfel, der geschmacklich alles andere als profan daher kommt. 

Utensilien für die Kartoffelküche werden bestens erläutert und auch Schnitt- sowie Reibetechniken werden genannt. Gut beschrieben sind die typischen Gartechniken der Kartoffel und perfekte Kombinationen. 

Der Rezeptteil ist untergliedert in: Basisrezepte. Vorspeisen, Salate und Bowls, Suppen und Eintöpfe, vegetarische Rezepte, Kartoffelpasta und Co.,  Fleisch,  Rustikal, Fisch,  Brot, Desserts.

Schon bei den vielen Basisrezepten wird klar, dass die Kartoffel ein wirkliches Juwel unserer Erde ist, das man fachkundig behandeln muss, um sich z.B. allein bei 13 Grundrezepten für Kartoffelpüree oder -stampf auszukennen. Die Rezepte, die man in der Folge kennenlernt, sind hervorragend beschrieben. Stets erfährt man von wem sie stammen. Der Schwierigkeitsgrad wird stets genannt. Im Grunde machen alle Rezepte neugierig. 

Eine Vorspeise des peruanischen Spitzenkochs Virgilio Martinez finde ich besonders spannend, sie nennt sich "Andes Central" und ist ein Lobgesang auf das Ursprungsland der Kartoffel. 

Hervorheben möchte ich bei den Salaten der "Gebeizten Lachs mit badischem Kartoffelsalat" von Thomas Martin, den man zuhause gut nachkochen kann, ohne zuvor 5 Kochkurse vorab absolviert zu haben. 

Bei den Suppen spricht mich die "Kartoffelsuppe mit Thymian und Kapernbutter" speziell an, eine Kreation von Tanja Grandits aus dem Restaurant "Stucki" in Basel, die geschmacklich einfach perfekt abgerundet ist, ganz ohne Schnörkel. 

Sehr delikate vegetarische Rezepte lesen sich so spannend wie ein guter Krimi. Der langjährige Drei-Sterne-Koch Dieter Müller wartet mit dem Rezept "Blumenkohl mit Ei. Kräuterschmelze auf Rahmkartoffeln" auf und überzeugt sofort. Fleisch oder Fisch vermisst man hier nicht.

Es folgen Rezepthighlights für jeden kultivierten Gaumen. So etwa der "Rehrücken mit Kartoffelknödel und Blaukrautpüree" von Mario Ojster aus Mathon bei Ischgl oder das "Kalbsgeschnetzelte Züricher Art mit knusprigen Rösti" von Thomas Huber oder "Thunfischsteak mit Wasabi-Kartoffelschnee" von Rheto Mathis aus St. Moritz oder auch interessante Brotrezepte und Desserts wie etwa "Zwetschgenknödel in Butter-Zimt-Bröseln mit Hollerröster“ aus der klassischen österreichischen Küche. Köstlich!

Das Buch ist eine Bereicherung für jeden, der mehr über Kartoffeln wissen möchte und eine Freude für all diejenigen, die gerne etwas Delikates kochen, auch essen möchten und dabei verstehen wollen, warum Kartoffeln keine blöden Pellmänner, sondern vielseitig einsetzbare Zauberfeen mit gesundem Inhalt sind. 

Helga König

Rezension: Meine grüne französische Bistro-Küche Lieblingsrezepte für jeden Tag-Anne-Katrin Weber-at-Verlag



Die Autorin dieses wahrlich gelungenen Kochbuchs ist die sympathische Köchin und Ernährungswissenschaftlerin Anne-Katrin Weber. Sie ist darüber hinaus Verfasserin zahlreicher, teilweise mit Preisen ausgezeichneter Koch- und Backbücher als auch Food-Stylistin. 

Mit dem Food-Fotografen Wolfgang Schardt, der die schönen Bilder im Buch gemacht hat, verbindet die Autorin eine lange Freundschaft aber auch ihr gemeinsames kulinarisches Magazin. Seine Fotos bringen die grüne französische Bistro-Küche dem Leser und Betrachter überzeugend nahe. 

In der Einleitung schreibt Anne-Katrin Weber neugierig machend über ihre Liebe zu Frankreich und der grünen Küche. Alsdann folgt der Rezeptteil, untergliedert in 9 Kapitel. Jedes Kapitel beginnt mit einem kleinen einstimmenden Text und wird fortgeführt mit köstlichen Rezepten, die sehr gut erläutert sind.

Zunächst geht es um kleine Imbisse zum "Apéro", gemeint ein Umtrunk mit Freunden, zu dem man beispielsweise "Artischockenchips mit Zitronenmayonnaise" oder ein "Mürbes Käsegebäck" reichen kann. Rezepte hierfür oder für andere Kleinigkeiten stellen den Anfang des Rezeptreigens dar. 

Kapitel 2 "Salut Printemps- Junges Gemüse" hat mir besonders gut gefallen. Hier warten frühlingshafte, französisch inspirierte Ideen auf die Leser. Spargelrezepte sind auch dabei. Immer wieder überzeugen delikate Kräuterwürzungen und viel Grün auf dem Teller, so auch beim "Grünen Couscous-Salat mit Lammkoteletts". 

Man lernt delikate Brotrezepte kennen, so etwa für "Pain Perdu mit roter Zwiebelkonfitüre" oder auch für "Mini-Croques". Das grüne Versprechen wird dabei stets gehalten. 

Alle dann noch folgenden Kapitel informieren die LeserInnen stets ein wenig mehr über die regionalen Besonderheiten der vorgestellten Bistro-Küche, so auch, was in Paris oder Marseille angesagt ist. Wobei mir die Pariser Bistro-Gerichte am besten gefallen haben. Sie haben einfach das gewisse Etwas. Hervorheben möchte ich hier die "Spinat-Ziegenkäse-Tarte" und die "Fencheltarte". Ideal, wenn Gäste kommen und man bei einem guten Glas Wein  angeregt plaudern möchte.

Die Rezepte aus dem Kapitel, das die Bistro-Gerichte von Marseille thematisiert, haben orientalische Noten. Wer das mag, wird begeistert sein. 

Ich mag die Bistro-Küche der Provence mit am meisten. Die Gerichte dieses Kapitels treffen genau meinen Geschmack. Beispiele? Die "Provenzialische Gemüseterrine" oder auch die "Gegrillte Dorade mit Kräuter- Olivenöl-Sauce". Sehr delikat. 

Köstliche Rezepte mit Feigen werden im nächsten Kapitel vorgestellt, gefolgt von Rezepten aus der Bretagne. Erwähnen möchte ich hier die "Tarte Tatin mit Äpfeln und Camembert". Vorzüglich!

Wintergerichte, wie etwa "Gefüllte Wirsingblätter mit Senfsauce" runden den Reigen harmonisch ab.

Die Rezepte aus diesem Buch werde ich häufiger nachkochen, das sie kulinarisch genau dem entsprechen, was ich liebe und weil die Bilderwelt daran erinnert, weshalb Frankreich mein Sehnsuchtsort ist und bleibt. Es ist der Sinn für das "Savoir vivre".

Helga König

Rezension: Paris Bistro International- 89 Rezepte- Marine Gora- Romain Tellier-Gerstenberg


Die in Paris lebenden Autoren dieses Rezeptbuchs mit 89 Rezepten berichten zunächst von ihrem Bistro mit dem Namen "Gramme", das sie in dieser Metropole betreiben. Ihr Buch ist als Handbuch gedacht, um zuhause die Gerichte des Bistros nachzukochen. 

Zu Beginn lernt man- ansprechend illustriert- eine Vielzahl von Grundrezepten und Würzmittel kennen. Hierbei handelt es sich um raffinierte Rezepte für Trockenvorräte, Eingelegtes und Fermentiertes, Marmeladen, Brotaufstriche, Vinaigrettes, Würzöle und Salsas, Saucen als auch süße Toppings. 

In den sich daran anschließenden sechs Kapiteln lernt man Rezepte für Salate, Sandwiches & Burger, Bowls und belegte Brote, Desserts, Frühstück und Getränke kennen. Appetitanregende Fotos von den Rezeptergebnissen regen die Lust zum Nachkochen an.

Inspiriert von den Küchen unterschiedlicher Nationalitäten, die in dieser Stadt leben, sind den Würzungen der präsentierten Gerichte keine Grenzen gesetzt. Das macht das Nachkochen spannend. 

Der Schwierigkeitsgrad, die Vorbereitungs- und Zubereitungszeit werden stets genannt und auch für wie viele Personen die Zutaten reichen. Wer es einfach mag, sollte mit dem Rezept "Gemüse mit Aioli" beginnen und sich dann beispielsweise durch die Zubereitung von "Reis-Bowl mit knusprigem Hähnchen" steigern. Besonders gefallen haben mir die raffiniert zubereiteten Desserts, so etwa "Île flottante", das durch "Umboshi-Flocken" eine besondere Geschmacksnote erhält. 

Sechs unterschiedliche Vinaigretten machen Lust auf die kommende Salatsaison. Diese lassen sich gut in Salatrezepte einbauen, die man in seinem Bestand hat und  so diesen die Langeweile des Ewig-das-Gleichen nimmt. 

Inspirierend für alle, die Kreativität in der Küche zu schätzen wissen.