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Rezension:Die Pasta Box, Rezeptkarten: Eine kulinarische Schatzkiste aus Italien (Gebundene Ausgabe)

Weshalb nicht über Byrons "Don Juan und die Vermicelli" bei Tisch reden?

Die Pasta-Box habe ich auf der Buchmesse entdeckt und war sofort begeistert. 33 witzige Illustrationen, eine fröhliche Farbgestaltung, 33 kurzweilige Anekdoten und Legenden rund um die Pasta und 33 delikate Pastarezepte warten darauf, in Form von aufklappbaren Rezeptkarten von den Lesern goutiert zu werden.

Auf der Innenseite der Rezeptkarten wird man durch ein gelungenes Nudeldesign erfreut. Auf den Außenseiten der Doppelkarte ist stets eine Anekdote oder Legende und ein Rezept zu lesen.

Wenn man Gäste hat, eignet sich die jeweilige Karte als Tischdekoration. Die Texte motivieren zu Gesprächen über die Speise, mit der man seine Gäste verwöhnen möchte.


Es ist nicht uninteressant, all die Texte wie "Eine kulinarische Reise vom Brenner bis in die Emila", "Pasta-arabisch", "Der Klassiker: "alla Norma", "Al dente" oder "Goethe und die gliedlangen Stifte" als Grundlage für ein kurzweiliges Tischgespräch zu nehmen und man freut sich, die Begründung zu studieren, weshalb Pasta glücklich macht.


Eine der Karten lässt den Leser wissen, dass die Pasta bereits 4000 Jahre alt ist und wie die aus China kommende Nudel nach Europa gelangte. Gefallen hat mir der Text "Das Gastmahl des Leoparden". Lampedusa hat in seinem Roman "Der Leopard" einen Nudelauflauf beschrieben, den man der Karte entnehmen kann.


Am besten finde ich die Anekdote mit dem Titel "Teufelswerkzeug". Ich werde sie zitieren, damit Sie eine Vorstellung davon erhalten, wie die Karten konzepiert sind:


"Die Gabel wurde im Mittelalter vor allem wegen ihres Aussehens abgelehnt, denn man glaubte, sie sei ein Werkzeug des Teufels. Sogar im Barock wurde noch heiß darüber diskutiert, ob die Gabel bei Tisch gebraucht werden solle oder nicht.

Selbst im 18. Jahrhundert wurde die Pasta- wie Goethe amüsiert feststellte- noch mit den Fingern gegessen. Ungeniert griff man in die große (und einzige) Schüssel auf dem Tisch und ließ mit zurückgelegten Kopf die Spaghetti in den Mund gleiten. Davon mussten die feinen Leute sich distanzieren, und so behaupten manche Historiker, dass die Erfindung der vierzinkigen Gabel den "Nudelschnüren" zu verdanken ist, die man mit diesem neuen Küchengerät elegant in den Mund befördern konnte.
Die Anekdote berichtet, dass der Haushofmeister Ferdinand II. (1454-1516), des Königs von Sizilien und Sardinien, es als unschicklich empfand, dass der König die Pasta mit den Fingern aß- und deshalb die (vierzinkige) Gabel erfand."


Ist dies nicht eine fabelhafte Gesprächsgrundlage bei Tisch?


Die 33 Pastarezepte sind alle sehr gut erklärt. Die Zubereitungszeit wird jeweils genannt und man erfährt zudem historisch Wissenswertes zu den einzelnen Rezepten.


Auf der Rezeptkarte, auf der die Anekdote "Goethe und die gliedlangen Stifte" auf der Vorderseite zu lesen ist, erfährt man rückseitig das Rezept "Fusilli mit kalabresischer N`duja". Dazu ein Glas Rotwein und das im Grunde einfache Mahl ist perfekt. Sehr delikat.


Meine Lieblingspasta steht auf der Karte, auf der man erfährt, dass Pasta glücklich macht. "Tagliono mit Garnelen" schmecken superlecker. Dazu trinke ich ein Glas Rosé, weil ich finde, dass Rotwein nicht zu Garnelen passt.


Ein großes Lob erhält Bernd Wiedmann von mir. Seine Illustrationen sind hübsch und witzig zugleich.


Die Rezeptkarten befinden sich in einer Pasta-Box mit lustigem Design. Eine tolle Geschenkidee, jedoch auch ein Schatzkästlein zum eigenen Gebrauch. Im Grunde freut man sich schon, wenn man das Kästlein öffnet. Die Farben sind ungeheuer positiv. Sehr schön!


Sehr empfehlenswert.

Rezension: Ansatzschnäpse- Liköre und WeineAnsatzschnäpse: Liköre und Kräuterweine (Gebundene Ausgabe)

Walter Gaigg möchte in diesem Buch seine mittlerweile 15 Jahre andauernde Erfahrung im Ansetzen von Schnäpsen und im Zubereiten von diversen Frucht- und Kräuterweinen weitergeben.
Er thematisiert zunächst das Zubereiten von Ansatzschnäpsen und hier u.a. der Ansetzalkohol, die Gewürz- und Zuckerzugabe, das Filtieren des Ansatz, die Flaschenverschlüsse, die Lagerung sowie die Geschenkflaschen und Präsentation.

Angesetzt werden können: Früchte, Kräuter, Blätter und Nadeln, Knospen, Zapfen, Wurzeln, Samen und Blüten.

In der Folge leitet der Autor sehr gut zu Weinbereitung an. Zur Sprache kommen die Geräte, das Ausgangsmaterial, die Gärung, das Abziehen des Weines, die Vorbereitung der Flaschen, die Flaschenverschlüsse und die Lagerung des Weines. Gaigg erklärt sogar wie man Sekt herstellt, bevor er mit einem recht umfangreichen, sehr gut beschriebenen Rezeptteil aufwartet.

Der Leser erfährt u.a. wie man Apfelkorn, Berberitzengeist, Brombeerlikör, Erdbeerlikör, Enziangeist, Estragonlikör, Hagebuttenlikör, Himbeerlikör, Kletzenlikör, Kriecherlgeist, Marillenlikör, Sandornlikör, Vogelbaumlikör und viele andere Leckereien dieser Art mehr herstellt.
Dabei vergisst der Autor nicht Warenkundeinformationen den Rezepten voranzustellen. Das gefällt mir besonders gut. Wer weiß schon, dass der Sanddornstrauch, wie der Klee und die Erle, in Symbiose mit Knöllchenbakterieren lebt, die ihm das Überleben in kargen Sanddünen ermöglicht, da er sich mit dem für ihn wichtigen Stickstoff selbst versorgt? Sandorn enthält viel Vitamin C und muss vor dem ersten Frost gepflückt werden.

Ich erlaube mir das Rezept für Sandornlikör hier vorzustellen, damit Sie eine Idee davon haben, wie Walter Gaigg arbeitet.

Sandornlikör
Die Früchte werden nach dem ersten Frost geflückt und in 38- 42%gem Korn angesetzt. Auf 1 L Früchte kommen ca. 1 1/2 L Korn.

Das gut verschlossene Gefäß wird 4-5 Wochen in die Sonne gestellt und öfter durchgeschüttelt. Nach dem Absetzen der Früchte wird gefiltert und eventuell mit in trockenem Weißwein aufgelöstem Kandiszucker nachgesüßt.
Der Likör sollte zu reife einige Monate im Keller lagern.

(Rezept: Seite 111)

Empfehlenswert.




Rezension: Kulinarische Erlebnisse: Meine Rezepte aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (Gebundene Ausgabe)

Ursula Heinzelmann, die Autorin dieses Kochbuch, wird allen bekannt sein, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung lesen und dabei kulinarisch ergiebigen Texten nicht abgeneigt sind. In dem vorliegenden Kochbuch stellt sie ihre Rezepte aus der FAZ vor. Eine gute Idee, wie ich finde, weil man in der Regel nach dem Lesen Zeitungen entsorgt und auf diese Weise auch die schönen Rezepte "flöten gehen".

Das Vorwort bringt es die Autorin auf den Punkt:"Kochen ist wie Yoga: Man muss voller Konzentration bei der Sache und doch ganz gelassen sein, damit daraus Erbauung für Körper und Geist und ein tatsächliches kulinarisches Erlebnis wird."
Heinzelmann erfreut den Leser in diesem Buch mit kurzweiligen Kolumnen, so etwa zu Ingwer, zum Huhn, zu Schmalz oder zur sommerlich-britischen Teezeromonie, ferner erteilt sie Grundkurse zu Oktopus und Co, zu Pie, zu Tee, zu Ingwer, Bitterorangenmarmelade nach englischer Art etc. und hält sogar mit ihrem Wissen in puncto des Riesenkerns der Avocado nicht hinter dem Berg. "Wozu der Riesenenkern?" fragt sie rhetorisch und beantwortet diese Frage sogleich mehr als bloß zufriedenstellend.

Die gut erklärten Rezepte werden von schlichten Fotos begleitet. Heinzelmann verzichtet auf aufwendiges Styling und nimmt den Lesern auf diese Weise die Ängste die Gerichte nachzukochen.Gleich zu Beginn reflektiert sie Wein und Co. als Aperitif. Vielleicht sollte man nicht unerwähnt lassen, dass Heinzelmann gelernte Sommelière und die Ehefrau des Weinkritikers Stuart Pigott ist und man ihren diesbezüglichen Betrachtungen insofern Vertrauen schenken kann.
Die Rezepte verdeutlichen, dass die Autorin mit einem Engländer verheiratet ist. "Ingwer-Eis", "Ingwer in rotem Curry mit weißem Spargel", "Zitronencreme", "Scones", "Pies" zeigen, dass sie gerne für Ihren Mann kocht. Heinzelmann stellt jedoch auch viele mediterrane und asiatische Rezepte vor. Meine Favouriten im Buch sind die Mangogerichte und die Melonenspeisen, so etwa "Hummer oder Garnelen auf Mango-Spinatsalat", "Mango-Törtchen", "Wassermelonen-Salat mit Tomaten,Gurke und Dill", "Wassermelone gegrillt oder gebraten mit Pistazien, Ingwer und Honig" und dergleichen mehr.
Ein gelungenes kleines Büchlein, für alle FAZ-Freunde, die auf keinen Fall zu Messies mutieren möchten.














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Rezension: Fondue - Becky Johnsen

Dieses Geschenk-Set enthält 4 Drahtkörbchen, die zum Herausfischen gegarter und fritierter Speisen dienen. Sie dürfen allerdings nicht zu lange in der heißen Flüssigkeit bleiben, weil ansonsten die Griffe heiß werden. Des Weiteren enthält das Set ein kleines Kochbuch von Becky Johnsen, das sich mit dem Thema "Fondue" bestens auseinandersetzt.

Das Kochbuch ist untergliedert in:
Utensilien
Techniken und Anleitung
Zutaten
Einfaches zum Dippen


Käse-Fondues
Fondues mit Frühe
Fondues mit Öl
Süße Fondues.


Sehr gut wird man gleich zu Beginn mit den entsprechenden Utensilien vertraut gemacht. Zur Sprache kommen u.a. Feuertöpfe, Rechauds, Fonduetöpfe, Fonduesets und Bestecke. Die Techniken zur Fonduezubereitung werden zufriedenstellend erläutert, das Gleiche gilt für die Zutaten. In Augenschein genommen werden die Lebensmittel zum Dippen. Nicht nur knusprige Croutons, sondern vieles andere mehr eignet sich hierzu, durchaus auch knackiges, frisches Gemüse.


Bei den Rezepten für Käsefondue hat mir das "Fondue aus Mascarpone und Tomaten mit gebackenen Auberginen" am besten gefallen. Die pikante Tomatensauce geht eine Liebesehe mit den gebratenen Auberginen ein. Sehr lecker.


Fondues mit Brühe ziehe ich jenen mit Öl vor, nicht zuletzt weil ich stets Bedenken habe, dass das Öl Feuer fängt. Der "Mongolische Feuertopf" mit Garnelen und Thunfischfilets ist empfehlenswert aber auch das japanische Gericht "Fondue Sukiyaki-Art" ist sehr lecker. Dünne Scheiben von mariniertem Rindfleisch, Tofu und Gemüse spielen hier eine Rolle. Die Marinade besteht aus Ingwer und Senf.


Lobenswert auch sind die "Krebsküchlein mit Gurken-Relish". Die Krebsküchlein werden am Tisch frittiert und werden mit den Drahtkörbchen herausgenommen. Das Relish wird mit Reisessig gewürzt.


Die Desserts lassen nichts zu wünschen übrig. Verdrängt man mal die Tatsache, dass das "Schokoladenfondue mit Birnen" garantiert Hüftgold zur Folge hat und lässt sich auf dieses himmlische Dessert unbefangen ein, wird man noch Jahre später von diesem Genuss schwärmen. Die pochierten Birnen werden zu einem üppigen Schokoladenfondue gereicht, das neben Zartbitterschokolade, starken schwarzen Kaffee und Creme double auch noch braunen Zucker enthält und von Vanilleeis begleitet wird.


Ein schönes, kleines Geschenk, mit dem Sie Hobby-Köchen gewiss eine Freude bereiten können.



Das Kren-Kochbuch von Hans Peter Fink

Der renommierte österreichische Koch Hans Peter Fink hat gemeinsam mit dem Fotografen Kurt-Michael Westermann dieses Kochbuch auf den Weg gebracht, dass eine Vielzahl von Rezepten mit Meerettich und Wasabi enthält.

Dem Rezeptteil hat der Koch warenkundliche Informationen vorangestellt. Hier erfährt man zunächst mehr über den Namen und die Herkunft des Kren (Meerettich). Es bleibt nicht unerwähnt, dass die Pflanze Heilmittel und Gewürz zugleich ist und sie unter anderem Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor, sowie die Vitamine B1, B2, B6, und sehr viel Vitamin C enthält. Kren ist Bestandteil der östereichischen Küche. Die Japaner schätzt den "Wasabi", der ähnliche Eigenschaften wie Kren besitzt, wohl aber etwas schärfer und geschmacklich frischer ist.

Fink berichtet in der Folge von der Geschichte des Steierer Krens, auch von dessen gesunden Eigenschaften, um dann mit den Rezepten aufzuwarten. Er untergliedert den Rezeptteil in:

Kalte Küche
Kein Würstel ohne Kren
Warmes mit Kren
Haltbare Schärfe
Von Forelle bis Zander
Eingemachte Henne bis Tafelspitz
Feine Desserts mit Kren und Wasabi

Alle Rezepte näher zu beleuchten, ist im Rahmen dieser Rezension unmöglich. Damit Sie einen Eindruck von dem erhalten, was Sie erwartet, möchte ich folgende Rezepte hervorheben: "Schweinewangerlsulz mit Kren-Paradeisern". Die Zutaten für die Sulz finde ich bemerkenswert. Korianderkörner, Wacholderbeeren, Pfefferkörner, Zimt, Piment und Liebstöckel sorgen für eine interessante Würzung. Der "Matjessalat mit Äpfeln und Kren" stellt eine gelungene Abwechslung zu herkömmlichen Matjessalaten dar und die "Schinkenröllchen mit Krengervais" sind delikate Happen zum Aperitif.

Superlecker schmeckt "Saures Rindfleisch mit Ei, Kürbisöl und Kren", aber auch die "Krenschaumsuppe mit Räucherforellenfilet", die sich sehr rasch zubereiten lässt. Überzeugt hat mich u.a. das Rezept für "Kurz gebratenen Thunfisch mit Wasabi-Joghurt und Ananas -Paprika- Relish", vielleicht etwas aufwendig in der Zubreitung, aber vom Geschmacksergebnis perfekt. Alle weiteren Fischgerichte im Buch sind ein Traum, sehr raffiniert in der Zubereitung und harmonisch in den individuellen Würzungen. Mehr will ich nicht verraten.

Bei den Fleischgerichten gefällt mir "Pochiertes Schweinefilet mit Erdäpfel-Kren-Püree und Petersilwurzeln" am besten, allerdings sollte man Finks "Mein Lieblings-Tafelspitz und seine scharfen Begleiter" unbedingt antesten und sich hinter die Ohren schreiben, dass man den Tafelspitz, solange er in der Suppe gart, nicht salzt.
Bei den Desserts finde ich das "Wasabi-Gurken-Eis mit Buttermilchshake" ideal für heiße Tage, gefallen hat mir auch das "Sauerrahm-Schafskäse-Mousse mit Wassabi und Trauben."

Die Rezepte sind alle sehr gut erklärt. Die Fotos regen den Appetit an. Das Buch ist eine Bereicherung für jede Kochbuchbibliothek.

Rezension Weihnachtliches Backvergnügen

Dieses kleine Büchlein ist hochinformativ und für alle, die gerne Weihnachtsplätzchen backen möchten, eine Fundgrube für delikate Rezepte.

Anna Landauer erteilt zunächst hilfreiche Informationen zu den Grundteigarten und ihren Zutaten. Zur Sprache kommen u.a. Zucker und seine Alternative Honig, Gewürze und Aromen, auch Nüsse, Mandeln, Mohn, sowie Schokolade und Marzipan.

Anschließend lernt man die Grundrezepte für Mürbteig, Rahmteig, Hefeteig, Lebkuchenteig, Eiweißmasse und Rührteig kennen. Zudem wird bestens erklärt, wie man Nuss- Mohn- und Kürbiskernfüllungen und verschiedene Cremes kreiiert. Auch Glasuren werden thematisiert, bevor mit einer Fülle von Rezepten aufgewartet wird.

Ich selbst backe generell nicht mit Weißmehl und versuche Zucker zumeist zu vermeiden. Beide Produkte sind bekanntermaßen hochgradig ungesund. Die Rezepte im Buch lassen sich alle problemlos mit frisch geschrotetem Dinkelmehl (schmeckt viel besser und ist gesünder) herstellen und beim Süßen der Plätzchen gibt es genügend Alternativen jenseits des Industriezuckers.

Die Rezeptideen haben mir gut gefallen, speziell jene für "Mandelringe", "Zimtsterne" und für die vielen unterschiedlichen Kipferlsorten. Sie sind alle sehr gut erklärt und lassen sich einfach zubereiten.

Meine Lieblingsweihnachtsplätzchen "Mürbes Spritzgebäck" wurden nicht vergessen. Meine Mutter backt sie seit Jahren bereits mit Dinkelmehl und das empfehle ich jedem auch zu tun, der das Rezept in die Tat umsetzen möchte.

Das "Weihnachtsstollenrezept" zum Schluss ist der Zutaten wegen nicht uninteressant. Der Kardamom und der Ingwer verleihen dem Dresdner Highlight gewiss einen besonderen Kick.

Das Buch ist sehr handlich und insofern gut beim aktiven Tun einzusetzen.

Rezension: Genussvoll kochen für Freunde- Jane Price

Dieses Kochbuch enthält 160 sehr gut beschriebene, delikate Rezepte, die von vielen appetitanregenden Bildern begleitet werden.
Das Buch ist untergliedert in:


-Essen mit Freunden
-Elegante Dinnerparty
-Ein Fest im Sommer
-Winterliche Festtage
-Mediterrane Feiern
-Asiatisch Genießen


Im Gegensatz zu den meisten Köchbüchern, die derzeit auf dem Markt sind, wird in diesem Buch auf einen warenkundlichen Teil im Vorfeld verzichtet und stattdessen sofort mit den Rezepten aufgewartet.


Die Arbeitsschritte werden immer gut erklärt. Vorbereitungs- und Garzeiten werden stets genannt.


In jedem Kapitel findet man leckere Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts, die stets dem Thema angepasst sind.


Besonders gut gefällt mir der "Pochierte Lachs mit Dillmayonaise" und der "Thunfisch mit Sauerampfer-Hollandaise" als Hauptspeise, wenn Freunde kommen. Beide Speisen lassen sich schnell zubereiten, schmecken lecker und verurteilen den Gastgeber nicht dazu, Stunden in der Küche zu verbringen. Delikat sind auch die "Kalbsröllchen mit Honig-Wildreis". Aufgeschnitten sehen die mit Spinat, Prosciutto und gekörntem Senf gefüllten Röllchen sehr hübsch aus. Die Sauce ist lecker, aufgrund ihrer mediterranen Geschmacksnoten.


Ein ganz großes Lob gibt es für die Rezepte "Krebsküchlein mit Avocadasalza" und für "Garnelenwickel mit Mangodip". Beide Speisen sehen ungeheuer appetitlich aus und schmecken super. Zwei empfehlenswerte Vorspeisen, nicht nur für Sommerfeten.


Ausprobiert habe ich u.a. die "Provenzalischen Jakobsmuscheln" und empfehle diese Vorspeise gerne weiter, auch sehr lecker schmecken die "Knoblauchgarnelen" und die "Moules Marinière", die einen gedanklich nach Südfrankreich versetzen.


Da ich ein Fan von Nizza-Salat bin, haben mich die Zutaten der im Buch vorgestellten Version interessiert. Sie unterscheidet sich vom herkömmlichen Nizzasalat dadurch, dass Basilikumblätter, rote Zwiebeln und Eisbergsalat neben den üblichen Ingredienzien eine Rolle spielen und der Salat knackiger schmeckt.


Bei den asiatischen Speisen möchte ich die "Vietnamesischen Crepes" hervorheben. Sehr lecker ist die Füllung und die Sauce zum Dippen. Die Füllung beinhaltet Garnelen, Hackfleisch, Reisnudeln, Paprika, Frühlingszwiebel und eine Reihe anderer Zutaten.


Eine gelungene Kreation ist auch der "Tintenfisch mit grünem Pfeffer", bei dem Thai-Basilikum nicht fehlen darf und die "Hühnchenpfanne mit Thai-Basilikum und Cashews", die man im Wok zubereitet.


Die Desserts werden nicht nur Süßmäulchen erfreuen. "Erdbeeren Romanoff" sind schnell zubereitet, schmecken delikat und sind nicht kalorienenhaltig. Alle anderen Desserts werden hier nicht verraten, so viel nur : Ihre Gäste werden begeistert sein.:-))


Empfehlenswert!

Rezension:Geliebte Wildkräuterküche: Die schönsten Rezeptideen ausgewählter Köche: Ausgewählte Köche präsentieren ihre besten Rezepte (Gebundene Ausgabe)

Die Buchmacherin Ria Lottermoser hat gemeinsam mit der Biologin Dr. Brigitte Klemme dieses Wildkräuterkochbuch auf den Weg gebracht. Die Köche Josef Fehrenbach, aus dem "Waldhotel Fehrenbach" in Hinterzarten, Martin Griesser aus dem "Gasthaus Adler" in Hohenems-Österreich, Yoann Hue aus dem "Vieux Sinzig" in Sinzig, Raimar Pilz aus dem "Restaurant Fuchshöhle" in Bad Säckingen, Achim Schwekendiek aus dem "Schlosshotel Münchenhausen" in Aerzen und Manuela Treppens vom " Monte Anima" in Loco im Tessin haben 60 Rezepte mit unterschiedlichen Wildkräutern kreiert, die im Buch bestens erklärt werden.
Bei den Kräutern handelt es sich um: Bärlauch, Große Brennessel, Dost, Gänseblümchen, Giersch, Gundermann, Schwarzer Holunder, Echtes Labkraut, Gewöhnliches Leimkraut, Löwenzahn, Melde, Minze, Wilde Möhre, Quendel, Sauerampfer, Spitzwegerich, Vogelmiere, Waldmeister, Wiesenbärenklau und Wiesenklee.
Die jeweiligen Kräuter sind gut beschrieben. Der Standort und die Blüte- sowie Erntezeit werden konkret genannt. Dass Bärlauch, ähnlich wie Knoblauch, Alliin enthält, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben und ebenso, dass man mit dieser alten Heilpflanze heute Pesto, Nudeln, Suppen, Aufstriche etc würzt. Aus Brennnesseln lässt sich weitaus mehr zubereiten als bloß Brennnesseltee, wie die Köche im Buch zeigen und hinter dem Begriff Dost verbirgt sich der wilde Majoran, dessen ätherische Öle dem Körper wohltun und der in der mediterranen Küche nicht hinwegzudenken ist.

Gänseblümchen beinhalten Saponine und Schleimstoffe, die schleimlösend wirken, schmecken nussig und munden als Pesto sehr gut. Giersch beinhaltet viel Kalium, Vitamin C und Flavonoide und soll bei Stoffwechselstörungen Wunder bewirken. Man liest über die Bitterstoffe von Gundermann, über die schweißtreibende Wirkung von Holunder, über die Verwendung von "Echtem Labskaut" bei den Germanen, die das Wildkraut der Fruchbarkeitsgöttin Freya widmeten und es traditionell Gebärenden als Bettstroh unterlegten.

Gewöhnliches Leimkraut kannte ich bislang noch noch nicht. Es soll wohl eine Rarität unter den Wildgemüsen sein, im Gegensatz zum Löwenzahn, dem häufgsten und bekanntesten Wildgemüse, dessen Bitterstoffe über die Geschmacksnerven die Sekretion von Verdauungsenzymen im Magen anregen . Minze bildet die Krönung eines Desserts und verleiht sommerlichen Getränken Frische, während die "Wilde Möhre" durch ihren hohen Gehalt an Carotinen besticht.

Quendel , sprich Wilder Tymian , wurde schon im 15. Jahrhundert in Klostergärten angebaut und verfügt über sehr große Heilkraft, wie im Buch näher erörtert wird. Wer weiß schon um die breitgestreute Wirkung gegen Bakterien und Viren seitens des Spitzwegerich, der sich als leckere Zugabe zu wilden Salaten perfekt eignet?
Die Vogelmiere scheint mir von den Inhaltstoffen eine besonders gesundheitsförderndes Wildkraut zu sein. Der Tagesbesarf an Eisen, Kalium und Vitamin C lässt sich durch 150 Gramm Vogelmiere decken und Kleeblüten schließlich enthalten Isoflavonoide, die im Menschen wie das Hormon Östrogen wirken.

Aus all diesen Kräutern entwickeln die Köche delikate Speisen deren Zubereitung sehr gut erklärt wird und die sich einfach nachkochen lassen.

Nähere Ausführungen zu den Speisen können Sie meinem Rezensionsblog entnehmen.

Im Anhang des gelungenen Buches sind Bezugsquellen für Kräuter und Wildpflanzen aufgelistet.

Ein gelungenes Kochbuch, das Gesundheit und Geschmack perfekt verbindet.




Rezension: Gäste verwöhnen wie ein Profi

Die Vita des Autors und Spitzenkochs Michael Schwarzmann kann man dem Klappentext des Buches entnehmen. Ich möchte sie an dieser Stelle nicht wiedergeben, sondern nur knapp erwähnen, dass Schwarzmann 2010 die Küchenleitung des Courtyard Marriott Linz übernommen hat.

Im vorliegenden Buch, das viele Fotos von Anna-Maria Muchitsch enthält, stellt der Koch Rezepte, Menüplanungen, Einkaufslisten und Tischdekorationen vor. Zwei Fragen beantwortet der Autor ausführlich:

1. Wie plane ich ein festliches Dinner? Die Theorie

2. Wie plane ich ein festliches Dinner? Die Praxis

Zur Sprache kommen die Küche und dort die Geräte. Näher beschrieben werden u.a. das Kochfeld, die Dunstabzugshaube, der Combi-Garer, der Tellerwärmer und der Dampfgarer. Das Küchenequiment bleibt nicht ausgespart und man liest von Töpfen, Messer und vielen Kleinigkeiten, wie etwa einem Zestenreißer, einer Fischpinzette und dergleichen, die man benötigt, um perfekt die Rezepte umsetzen zu können.

Tischdekorationen werden gezeigt, Menüplanungen werden thematisiert, Getränke in der Speiseabfolge sind ein weiteres Thema. Sehr gut wird die Glaskultur abgehandelt und die Grundausstattung im Hinblick auf Gläser vorgestellt, auch lernt man Menükarten zu konzepieren.

Aufgelistet wird in der Folge, welche Dinge auf einen festlich gedeckten Tisch gehören. Schade, dass man Messerbänkchen nicht erwähnt hat. Bestecke, Zusatzausstattung, Spezialbesteck, Gläser etc. gelangen in den Fokus und es wird gezeigt, wie man Stoffservietten faltet. Die "gebundene Rolle" sieht sehr hübsch aus, "Doppelfächer" und "Schiffchen" sind auch recht schön. Alle Beschreibungen lassen sich problemlos in die Praxis umsetzen.

Aufgeklärt wird man u.a. über verschiedene Salzsorten und erhält Tipps, wie man Käse perfekt präsentiert, bevor zur Praxis übergeleitet wird. Hier werden zunächst Rezepte für Eingemachtes und Speise-Dekorationen vorgestellt. Man lernt u.a. "Steirisches Kürbiskernpesto, Schwarze Nüsse, Pflaumen-Chutney" zuzubereiten, bevor man 2 Menüs in der Planung und Durchführung näher kennenlernt, aus denen dann ein 3. "Großes Menü" kreiert werden kann.

Neben den gut erklärten Rezepten, wird man über die dazu passenden Weine in Kenntnis gesetzt und erhält eine Idee davon, welche Bestecke und Gläser etc. beim jeweiligen Menü eingedeckt werden müssen.

Sehr delikat finde ich die Vorspeise "Eingelegte Steinpilze und Frischkäse mit Kernöl, Blattsalaten und Nüssen". Überzeugt hat mich auch das Rezept "Röllchen vom Vitello tonnato mit frittiertem Rucola". Alle Rezepte für die Menüs sind bestens erklärt und sehr raffiniert in der Zubereitung.

Damit Sie einen Eindruck von Schwarzmanns Küchenkunst erhalten, möchte ich hier das Rezept für "Mangosorbert mit Orangen und Prosecco" vorstellen.
200 g Mangosorbet
2 Orangen
Minze 0,4 l Prosecco

Die Orangen mit einem Messer filetieren. Das Mangosorbet in Gläser ihrer Wahl füllen. Mit Orangenspalten und Minze garnieren. Den Prosecco erst vor den Gästen in das Sorbetgas gießen, da es nur kurz, aber stark aufschäumt.

(Siehe S. 153)


Ein hochinformatives Buch, empfehlenswert.


Rezension: Kunstvoll anrichten-stilvoll servieren

Dieses sehr informative Buch haben Cara Hobday und Jo Denvury gemeinsam mit dem Fotograf Bob White auf den Weg gebracht. Bevor die Autoren ausführlich die Techniken hübschen Anrichtens näher erklären, wird man zunächst mit den Präsentationsregeln vertraut gemacht. Informiert wird man diesbezüglich im hinblick auf Ausgewogenheit, Form, Konstistenz, Aroma und Portionsgröße.

Die Tellerwahl ist ein Thema. Es wird gezeigt, wann es sinnvoll ist, anstelle von Tellern Holzbrettchen, Schüsseln und anderes mehr zum Anrichten von Speisen zu verwenden, um dann Utensilien und Geräte vorzustellen, mittels denen man Speisen hübsch gestalten kann. Hier lernt man beispielsweise einen Julienschäler, eine Gemüsehobel und einen Butterformer und deren Verwendungszweck kennen.


Sehr gut wird die Tischdekoration abgehandelt, dabei werden einfache Tricks mit großer ästhetischer Wirkung verraten. Dem Spiel mit dem Licht, Tischtücher etc. gilt das Augenmerk und kann sich dann schließlich in die Übersicht der Techniken vertiefen.

Zur Sprache kommen: Gebäckgarnituren, Gemüsegarnituren, Pürees und Streifen, Obstgarnituren, Körbchen, Becher und Croutons, Blättergarnituren, Garnituren aus Milchprodukten, Zucker-und Schokoladengarnituren.


Jede einzelne Technik wird sehr gut textlich erläutert und bildlich dargestellt. Die Utensilien und die Zutaten, die man benötigt werden genannt und man erfährt Schritt für Schritt wie man beispielweise Gemüsevierecke, gebogene Gemüsestreifen, Gemüse-Würfelchen, eine Gurkenblüte, eine Tomatenrose, eine Radieschenrose, Gemüsejulienne, Gemüsespaghetti, Formgemüse, ein Gemüsebündel und anderes mehr gestaltet.


Sehr gut gefallen mir die Zitrusspiralen, die Desserts und Getränke hübsch zu dekorieren vermögen. Inspirierend finde ich ferner die Techniken, um Nudelnester und Reis anzurichten. Die Kniffe zur Gestaltung von Kräuterbündeln habe ich dankbar übernommen, denn Dekoration mit Kräuter verleiht Speisen immer eine appetitanregende optische Frische.


Die Techniken, um Desserts in kleine Kunstwerke zu verwandeln, sind weniger kompliziert als ich zunächst dachte. Sehr schön sind die Schokoladenblätter, (habe es mit Gingkoblättern schon versucht, es funktioniert).


Sehr brauchbar finde ich die Infos zu essbaren Blüten. Zu den einzelnen Blüten wird jeweils erklärt wie diese schmecken, woran man sie verwendet und wann sie blühen. Dass man Kapuzinerkresse, Hornveilchen, Borretsch- und Lavendelblüten sowie Ringelblumen essen kann, wusste ich bereits, hingegen war mir u.a. nicht bekannt, dass Tagetes zu Meeresfrüchten sehr gut schmecken, man Nelken mit süßsauren Essiggurken kombinieren kann und es süße und pikante Blüten gibt.


Essbare Sprossen und Blätter werden in der Folge aufgelistet. Hier liest man u.a. von der Vogelmiere, mit der man herzhafte Gerichte dekorieren kann, aber auch vom Queller (Friesenkraut), den ich dieses Jahr auf dem Wochenmarkt in Mainz erstmals kaufte und der sich als leckere und dabei exotisch anmutende Beilage zu Fisch erwiesen hat, genau wie hier im Buch beschreiben.


Auf den letzten Seiten findet man gut beschriebene Grundrezepte und einen informativen Küchenzeitplan.


Für alle die Spaß an Ästhetik haben und wissen, dass das Auge immer mit isst, ist dieses Buch eine Fundgrube an Inspirationen.


Rezension: 100 beste Köche (Gebundene Ausgabe)

Das vorliegende Buch stellt einhundert hervorragende Köche vor. Jeder dieser Meisterköche präsentiert ein Rezept, dessen perfekte Umsetzung allerdings mehr als nur Grundkenntnisse im Kochen voraussetzt. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.
Der Autor des Buches August F. Winkler hat das Vorwort verfasst und dem Hauptteil des Buches eine 20 Seiten umfassende, kleine Kulturgeschichte des Essens vorangestellt.

Er erwähnt dort u. a. die karg gedeckte Tafel in Sparta, das von Petronius beschriebene Gastmahl des Trimalchio, welches das berühmteste Essen in der Weltliteratur darstellt und zugleich Vorbild aller Erlebnisgastronomie ist. Er schreibt von Zeiten, als man noch mit den Fingern speiste, auch von solchen, als man die Gabel ausschließlich zum Tranchieren benutze. Im Mittelalter war besagtes Tranchieren übrigens die wichtigste Disziplin der Tafelkunst.


Man liest von der allmählichen Änderung der Tischsitten und von der Tatsache, dass beim Frieden von Münster 1648 bei Tisch die heiligen Sieben bereits en vogue waren: Teller, Löffel, Messer, Gabel, Handtuch, Trinkglas und Zahnstocher.


Die pompösen Gastlichkeiten an den Höfen werden thematisiert, selbst das Spektakel am Hofe Philipps des Guten von Burgund findet Erwähnung, als die erste Oper während eines Festessens aufgeführt wurde. So liest man, dass zwei Dutzend Diener einen gewaltigen Teigberg in den Festsaal schoben. Nachdem Philipp mit seinem Schwert die Pastete aufgeschnitten hatte, kam aus der Krustenhaube ein komplettes Orchester hervor. Die opulenten Festmahle der Renaissance und des Barockzeitalters werden interessant gezeichnet, der Beginn des neuen kulinarischen Zeitalters findet Erwähnung und es fallen Namen wie Brillat-Savarin sowie Rumohr. Beide Personen waren reflektierende Feinschmecker, die das, was sie sich auf der Zunge genussvoll zergehen ließen, literarisch und gastrosophisch zu Papier brachten und damit ihre Leserschaft erfreuten.


Man erfährt Essentielles von der Hochblüte der französischen Küche, der Kochkunst zwischen Tradition und Moderne, schließlich von "Nouvelle" zu Molekular.


Dieser Abriss der Kulturgeschichte ist wirklich gelungen und ein guter Einstieg für das, was anschließend folgt.


Einhundert namhafte Köche aus dem Elsass, Italien, der Schweiz, Österreich und Deutschland werden portraitiert. Man erfährt jeweils Biographisches, aber auch gastrosophische Betrachtungen der einzelnen Meisterköche. Spannend werden die Restaurants, in denen die Küchenkünstler ihre Kreationen anbieten, beschrieben und Kontaktadressen genannt.


Den einzelnen Köchen werden zudem persönliche Fragen gestellt. So erfährt man u.a. welche Kochbücher der eine oder andere Meisterkoch bevorzugt, liest von deren Lieblingsgewürzen, ferner, wie sich die Befragten entspannen, welcher kulinarischen Versuchung sie nicht widerstehen können und vielem anderen mehr.


Der von mir besonders geschätzte Vincent Klink gibt u .a . preis, was er sammelt und weshalb er sammelt. "Alte Literatur und Kochbücher, denn kennt man sich mit altem Zeugs aus, versteht man besser die Gegenwart und Zukunft und wird vernünftig." (Da stimme ich Ihnen absolut zu, lieber Herr Klink!)


Wie eingangs bereits erwähnt, verrät jeder Koch ein Meister-Rezept.


Ich lese leidenschaftlich gerne Kochrezepte, besonders von sehr guten Köchen, um herauszufinden, wo die jeweils individuelle Note des einzelnen Kochs versteckt ist.


Die Rezepte sind sehr umfangreich und bedürfen bei der Umsetzung Geschick und Konzentration. Rezepte für Geflügel, Fisch, Fleisch, Meeresfrüchte, Vegetarisches und Desserts erwarten den geneigten Leser.


Besonders angetan bin ich von Marc Haeberlins, "Froschschenkel -Schäumchen", Michaela Peters "Kalbsbries mit Perigord-Trüffel geschmort" und Christoph Rüffers Kreation "Gebratene Jakobsmuscheln mit geschmolzener Gänseleber in Orangen-Ingwerbutter und Fenchelpüree". Natürlich sind alle anderen Rezepte ebenso göttlich.


Entzückt bin ich, dass Michael Husser aus Marlenheim im Elsass nicht vergessen wurde. Dort nämlich habe ich das beste Menü meines bisherigen Lebens genossen. Unvergesslich.


Wem bei der Rezeptur von Juan Amadors "Crema Catalana - Leger - mit Ananas & Vanille-Safran-Eis" nicht das Wasser im Munde zusammenläuft, hat seine Geschmacksnerven irgendwann verloren. Ihm gehört mein aufrichtiges Beileid.


Der Spanier kocht übrigens in Langen bei Darmstadt. Er zählt derzeit zu den brillantesten Küchenphilosophen, dessen Küche übrigens auf molekularen Techniken basiert. Ein wesentliches Prinzip dieser Technik ist die Denaturierung. Ein Produkt wird zerlegt und mit chemischen sowie physikalischen Techniken wie etwa Stickstoff bei 196 Grad neu, vor allem anders zusammengesetzt. Drinks werden als Gel serviert, Olivenöle als Bonbons und Hühnersuppen als Eislutscher geformt etc. Hochinteressant.


Ein sehr empfehlenswertes Buch.


Rezension:Genuss-Schule Fisch & Meeresfrüchte (Gebundene Ausgabe)

Die marktführende Foodzeitschrift "Essen&Trinken" stellt in diesem Kochbuch Rezepte für Fisch&Meeresfrüchte vor. Im ersten Kapitel werden die Fischfamilien der Rundfische (Rotbarsch, Zander, Dorade, Rotbarbe) und Plattfische (Scholle, Seezunge, Steinbutt) skizziert und anhand von Fotos gezeigt wie man Fische schuppt, ausnimmt, ausspült, filetiert sowie die Haut entfernt. Erläutert wird, welche Garmethoden sinnvoll sind und welche Arbeitsgeräte beim Kochen zum Einsatz kommen. Des Weiteren erfährt man Näheres über Garnelen, Hummer, Taschenkrebse, lernt wie man deren Panzer knackt, liest über Miesmuscheln, Austern, Jakobsmuscheln und Venusmuscheln, lernt auch diese zu öffnen und wird schließlich über Kalmare, Pulpo und Sepia aufgeklärt.



Die Rezepte sind untergliedert in: "Köstliche Kleinigkeiten", "Suppen&Eintöpfe", "Dünsten, Dämpfen&Pochieren" , "Aus Pfanne &Wok", "Aus dem Backofen" und "Meeresfrüchte".


Alle Speisen lassen sich - wie immer bei Gerichten aus der Versuchsküche von "Essen&Trinken" - problemlos zubereiten. Die Rezepte sind sehr gut gegliedert, die Zubereitungszeiten werden stets genannt. Vermerkt wird, ob die Rezepte einfach, schnell raffiniert oder gut vorzubereiten sind.


Im Rezeptteil finden sich einige Spezialinformationsseiten. Dort erfährt man, wie man Fische beizt, Fischfonds herstellt, Saucen zubereitet, Fische räuchert und Fische grillt.


Ich bin von folgenden Gerichten besonders angetan: "Fischsuppe mit Aioli und Gemüse", "Blumenkohlsuppe mit Flusskrebsen", "Lachsforellenragout mit Krebsschwänzen", "Seeteufel mit Weißkohlmantel", "Spicy-Fisch-Curry von der Dorade", "Calamari mit Garnelenfüllung" und "Schwarzer Risotto mit Meeresfrüchten".


Die vielen Rezeptabbildungen sind sehr appetitanregend. Die Gerichte selbst zeichnen sich alle durch Aromenvielfalt aus, die durch eine sensible Handhabung differenzierter Würzung zustande kommt. Lobenswert ist nicht zuletzt auch der gekonnte Umgang mit frischen Kräutern.



Rezension: Die echte Sri Lanka-Küche

Dieses Kochbuch mit Rezepten aus der Sri-Lanka-Küche hat der renommierte Koch Peter Kuruvita auf den Weg gebracht. Er stammt väterlicherseits von dieser Insel und hat in seiner Kindheit bei seiner Großmutter traditionell zubereitete Speisen von dort kennengelernt. Das Buch enthält eine Fülle delikater Rezepte, imposante Landschaftsaufnahmen, viele Familienbilder und appetitanregende Food-Fotos, sowie kurzweilige Anekdoten, die dem Leser das Leben auf Sri Lanka näher bringen.
Seine Rezepte untergliedert Kuruvita in:
Rezepte für den Anfang
Die Küche meiner Großmutter
Unterwegs
Verführerische Süßspeisen
Backwaren
Wickramapalas Lieblingsspeisen


Zu Beginn berichtet der Koch u.a. von seiner Familie. Seine Großmutter beschreibt er als liebenswürdige, gutherzige Frau, die stets zum Plaudern aufgelegt war und ihm Leckereien zusteckte. Als sie starb, war Kuruvita in Australien, vergessen hat er sie bis heute nicht.


Der Koch verdeutlicht, dass zu den großen Schätzen Sri Lankas Gewürze wie Zimt, Kardamom, Pfeffer, Nelken und Muskat gehören. Man nutzte sie dort schon vor Zeiten als Konservierungsmittel, zur Zubereitung von Arzeneien und zu Zaubertränken, sowie als Duftstoffe und Aphrodisiaka, nicht zuletzt aber zum Würzen von Speisen. Der Gewürzhandel begann, nachdem die Portugiesen die Insel entdeckt hatten.


Im 1. Kapitel des Kochbuches lernt man die Grundlagen für die Zubereitung typischer Currys aus Sri Lanka kennen. Dabei unterscheidet sich das Currypulver für Fleisch von dem für Gemüse und für Fischgerichte erheblich in seinen Zutaten. Man lernt nicht nur Currymischungen zuzubereiten, sondern auch Chutneys, leckere Sambals und Pickles herzustellen. Sehr gut zu Lamm passt das "Minz-Sambal", bei dem neben Minze und Ingwer auch Knoblauch und grüner Chili nicht fehlen dürfen, neben einigen anderen schmackhaften Zutaten, die an dieser Stelle nicht verraten werden.


Über Reis und seine Zubereitung wird man aufgeklärt, bevor der Autor die Küche seiner Großmutter thematisiert. Die Curry-Gerichte sind ein wahrer Genuss. Dies gilt für das "Rinder-Curry" ebenso wie für alle anderen Currys, hauptsächlich aber für das "Curry aus grüner Mango", das nicht nur Vegetarier goutieren werden. Dieses Curry hat einen süß-säuerlichen Geschmack mit einer ordentlichen Portion Chilischärfe. Sehr delikat schmeckt auch das "Ananascurry", das ebenfalls ohne Fleisch auskommt und sich als ein gutes, leichtes Sommergericht erweist.


Kuruvita schreibt, dass frische regionale Speisen in Sri Lanka sehr beliebt sind. In Teehäusern und so genannten Boutiquen können Reisende Lunchpakete und Straßensnacks kaufen, bis hin zu delikaten Spezialitäten verschiedener ethnischer Gruppen. Etwa 75 Prozent der Bevölkerung sind Singhalesen. Eine ihrer berühmtesten Spezialitäten sind die "Hoppers", die für Ungeübte nicht ganz so einfach zuzubereiten sind.


Ich staune bei jedem Rezept über die Gewürzvielfalt. Kuruvitas Lieblingscurry habe ich nachgekocht. Es schmeckt göttlich. Dieses superleckere "Krebscurry" enthält sehr viele Gewürzzutaten, die man aber in jedem gut sortierten Asialaden problemlos erwerben kann.


Desserts werden in Sri lanka selten zum Ausklang einer gewöhnlichen Mahlzeit gereicht. Diese sind, so erfährt man, Festen vorbehalten. Der "Liebeskuchen" eignet sich gut als Beilage zu einer Tasse Ceylon-Tee.


Das letzte Kapitel hat Kuruvita seinem Vater gewidmet, der als Ingenieur in Australien arbeitete und gemeinsam mit Kuruvitas Mutter, einer Lehrerin, ihn, wie er dankbar festhält, lehrte, ein gutes Leben zu führen. Zu den Lieblingsspeisen seines Vaters zählte der "Feurige Rindfleischeintopf", der in Sri Lanka fast auf jeder Speisekarte steht. Das Gericht ist einfach in der Zubereitung und schmeckt wirklich gut.


Im Glossar am Ende des Buches kann man einige Lebensmittel näher kennenlernen, die für uns Mitteleuropäer eher fremd sind, so etwa Pandan- und Kandablätter, die der ein oder andere möglichweise aus der ayuverdischen Heilkunst kennt.


Ein sehr schönes Kochbuch mit interessanten Rezepten, die sich problemlos nachkochen lassen.



PS: Mir gefällt wie liebevoll und anerkennend Kuruvita von seiner Familie spricht.Dieser Mann begreift seinen Erfolg als das Ergebnis seiner Erziehung und der Aufmerksamkeit, die ihm in seiner Familie zu Teil wurde.


Ich musste immer wieder an den Satz denken:"Denn solchem Kinde geht es gut, auf dem der Eltern Segen ruht." Wie immer, so bewahrheitet er sich auch bei Peter Kuruvita.



Rezension: Basilika

Dieses Kochbuch der Kochbuchautorin und Reisejournalistin Rose Marie Donhauser thematisiert die Küche der Region Basilikata in Italien, einer Region, die bereits in prähistorischer Zeit bewohnt war. Eingebettet liegt die Basilikata zwischen Kampanien im Westen, Ampulien im Norden sowie Nordosten und Kalabrien im Süden. Zwei Meere schließen sich dieser Region an: im Westen das Tyrrhenische Meer, im Süden das Ionische. (vgl.: S. 8).

Das heutige Basilikata nannte sich einst Lukanien. Erst seit 1947 wurde das Land, das primär von Bauern besiedelt war und ist, umbenannt. Die Autorin beschreibt die wichtigsten Orte von Basilikata und stellt in ihren Beschreibungen auf kulinarische Besonderheiten ab. Zahlreiche typisch regionale Gerichte sind mit den Jahreszeiten und der religiös beeinflussten Tradition verknüpft. So liest man, dass jedes Dorf seine spezifischen Dorf- und Madonnenfeste hat, bei denen es Usus ist, spezielles Essen auf den Tisch zu bringen. (vgl: S. 14)


Die besten Bratwürste sollen aus dem Gebiet zwischen Picerno, Banzi, Cancellara und Palazzo kommen. Diese Würste sind aus Schweinefleisch zubereitet, weil dieses Fleisch von jeher das bevorzugte Fleisch der Lukaner war. Die Schweine dort leben meist halbwild, gemeinsam mit Schafen und Lämmern auf Bergwiesen sowie Wäldern und ernähren sich primär von Eicheln, Kastanien und Bucheckern. Senise, Maratea und der Süden werden kulinarisch aufgedröselt und schließlich wird zuletzt auch der Ort Pisticci und das Ionische Meer in Augenschein genommen.


Fest, Bräuche und Traditionen bleiben nicht ausgespart und man wird über den reich gedeckten lukanischen Tisch informiert, bevor man einen spannenden Bericht über Pino Bianco und seine Mutter Angela lesen kann, der in Berlin die "Trattoria Muntagnola betreibt" und ein leidenschaftlicher Botschafter seiner Heimat Basilikata ist. Im Anschluss an diesen Bericht kann man sich in einen kleinen kulinarischen Sprachkurs vertiefen, danach beginnt der Rezeptteil. Er ist untergliedert in:


Antipasti- Vorspeisen
Zuppe- Suppen
La pasta fatta in casa- Hausgemachte Pasta
Focacce e pane- Focaccia und Brot
Vedure- Gemüse
Carne e pesce- Fleisch und Fisch
Peccati di gola- Desserts


Insgesamt 80 Speisen warten darauf ausprobiert zu werden. Die Rezepte sind sehr gut erklärt und problemlos in der praktischen Handhabung.


Die Lieblingsspeise der Lukaner soll "Saubohnenpüree mit Löwenzahnsalat" sein, auch darf bei ihnen Focaccia (Fladenbrot) nicht fehlen. Da ich Saubohnen nicht mag, möchte ich an dieser Stelle eine andere Vorspeise hervorheben: "Garnelen mit Fruchtsauce". Diese Vorspeise ist sehr delikat zubereitet. Erdbeeren und Äpfel sorgen für fruchtigen Geschmack. Oregano und Pinien geben der Speise einen mediterranen Kick.


Die Lukaner mögen Suppen. Deshalb sind die Suppen wohl auch so fantasievoll zubereitet und wirklich lecker. "Suppe mit Hülsenfrüchten und Weizen" kochte man in der Region schon im 16. Jahrhundert.


Bei der hausgemachten Pasta haben mir die "Cannelloni mit Ricotta und Spinat" am besten gefallen und beim Brot die "Gefüllten Teigtaschen", die ich mit der vegetarischen Füllung, bei der Oliven und Mangold nicht fehlen sollten, besonders geschmackvoll finde.


Sehr empfehlenswert sind die Gemüsegerichte. Die "Auberginen mit Rosinen und Pinienkernen in Tomatensauce" muten fast arabisch an. Bei den Fleischgerichten finde ich das "Lamm nach Art der Hirten" bemerkenswert. Es handelt sich hierbei um einen mediterranen Eintopf mit einer delikaten Würzung. Die Fischspeisen lohnt es, ebenfalls nachzukochen, insbesondere die "Gefüllten Tintenfische in Tomatensauce". Die Füllung harmoniert bestens mit der Sauce, in der Tomaten, Tafelwein und Kapern nicht fehlen dürfen.


Bei den Desserts fand ich eine Speise, die außergewöhnlich ist: "Kastaniencreme mit eingekochtem Wein". Diese sorgt bei Gästen garantiert für zufriedene Gesichter.


Auf den letzten Seiten beschreibt die Autorin die 17 besten Restaurants lukanischer Gastronomen weltweit. Diese Gastronomen haben ihre Lieblingsrezepte zu dem Kochbuch beigesteuert. Im Adressenverzeichnis am Schluss findet man gute Herstelleradressen nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Weine aus der Region. Dadurch ist es möglich, wirklich authentisch zu kochen und die regionalen Weine zu den Kochergebnissen zu reichen.


Empfehlenswert für Liebhaber rustikaler italienischer Speisen.



Rezension: Genießen auf den Weltmeeren

Die Buchautor und Fotojournalist Lutz Jäkel hat gemeinsam mit Stefan Wilke, dem Küchenchef der MS EUROPA Europa das vorliegende Buch verfasst. Die MS EUROPA ist das Flaggschiff der Reederei Hapag-Lloyd. Die Bordsprache des Schiffes ist deutsch, die Flagge ist die der Bahamas. Vom Berlitz Cruise Guide ist der Luxusliner zum 8. Mal in Folge als einziges Kreuzfahrtschiff weltweit mit begehrten "Prädikat 5 -Sterne plus" ausgezeichnet worden. Die Leser von "Genießen auf den Weltmeeren" haben die Chance kulinarisch an der 157 Tage andauernden Weltreise zu den schönsten Traumzielen dieser Erde teilzunehmen.
Sollte man nach der Lektüre auf den Geschmack gekommen sein das Gelesene "live" zu erleben, so ist dies pro Person für etwa 100.00 Euro möglich.


Küchenchef der MS EUROPA ist der Schwarzwälder Stefan Wilke, der nach seinen ersten Ausbildungsstationen in Baiersbronn vom 3-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt in die hohe Kunst der feinen Küche eingeweiht wurde. Er und seine Crew achten mit viel Akribie darauf, dass ihre Gäste auf allerhöchstem Niveau zufrieden gestellt werden. Das Schiff bewegt sich im Mittelmeer, im Indischen Ozean, im Nordpazifik, im Südatlantik, in der Karibik und im Golf von Mexiko.


Überall, wo der Luxusliner anlegt, kauft Wilke auf den lokalen Märkten ein, um die Speisen seiner Menüs mit traditionellen Zutaten zu kosmopolitischen Erlebnissen zu kombinieren. Die Berichte über die kulinarischen Besonderheiten einzelner Länder sind sehr spannend geschrieben.


Wie kocht man bei Windstärke 12? Was geschieht, wenn bei steifer Brise die Töpfe rutschen? Wer sind die Kapitäne auf dem Flaggschiff der Hapag -Loyd?


Wer ist für die Weine zuständig? Wie werden logistische Problem während der 157 Tage gelöst? Diese und viele andere Fragen beantwortet das Buch ausführlich.


Überrascht bin ich, dass auf der Weinkarte der MS EUROPA 375 Positionen edler Weine gelistet sind. Der Sommelier ist Herr über 18.000 Flaschen. Alle vier Wochen werden 6.000 Flaschen neu eingelagert, um den Bestand nicht zu minimieren. Zum Wein kommen noch 1.500 Flaschen Sekt und 2.500 Flaschen Champagner hinzu. Verdursten muss auf der MS EUROPA demnach keiner.


Die 60 Rezepte des Küchenchefs Stefan Wilke im Buch machen deutlich, dass man auf der MS EUROPA wirklich auf allerhöchstem Niveau kulinarisch verwöhnt wird.


Die Rezepte sind so gut erklärt, dass Hobbyköche keine Probleme damit haben sie zuhause zuzubereiten. Besonders gefällt mir, dass die Dekoration und das Anrichten auch beschrieben sind und der Sommelier mit bemerkenswerten Weintipps zum jeweiligen Essen Hilfestellung gibt. Einige Gerichte habe ich bereits nachgekocht und mich vom delikaten Ergebnis überzeugen können. Es handelt sich um:


"Kaisergranat mit Weichweizenrisotto und Weißweinsauce", (ein spanisches Zwischengericht). Hierzu empfiehlt der Sommelier Silvaner Sehnsucht des Weinguts Sauer aus Franken.


"Risotto mit Oktopus", (ein italienisches Zwischengericht) . Schmeckt umwerfend gut.


"Ingwer-Lauch-Suppe", (eine Suppe aus Thailand). Das Herstellen von Lauchstroh und Ingwerchips erfordert etwas Geduld. Zugegeben.:-) Ein kulinarisches Highlight kommt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten:


"Schwertfischsteak mit schwarzen Nudeln und Safransauce". Ich habe wie empfohlen Loibners Berg Riesling Smaragd von F.X. Pichler aus der Wachau dazu gereicht. Ein Traum!


Ebenfalls nicht von dieser Welt sind die japanischen Thunfischvariationen und "Escabeche vom Lachs mit Jasminreis und Sojaglasur" (Philippinen). Leider konnte ich den Grenache des Chateau Capitoul nicht auf die Schnelle auftreiben und reichte einen Cote de Provence dazu. Er harmonierte aber auch.


Sehr gut schmeckt der "Lammrücken mit Shirazsauce, Sesamkartoffeln und Karotten- Minz-Gemüse", (Neuseeland) und das "Hochrippensteak mit Maiskolben, Ofenkartoffeln und Chiliquark" aus Argentinien. Dazu habe ich Merlot von Norton, Mendoza gereicht, weil ich ein Fan dieses argentinischen Weinguts bin. Der Sommelier möge mir verzeihen. :-) Wirklich zum Niederknien sind die Klassiker- Gerichte zum Ende des Buches.


Noch habe ich mich nicht gewagt "Kaninchenrücken mit Gänsestopfleber, Pfifferlingen und Steinpilzen im Crepeteig mit Sherrysauce und Kaiserschoten" nachzukochen. Die Zubereitung ist nicht unkompliziert, aber die Ingredienzien machen mich sehr neugierig und wecken meinen Ehrgeiz.


Delikate Suppen, Vorspeisen, Hauptgerichte, Zwischengerichte, Desserts warten darauf vom Leser auf den häuslichen Tisch gezaubert zu werden und natürlich Schiffsreisewünsche zu potenzieren. Wem das Glück hold ist, wird eines Tages gewiss eine Weltreise auf der MS EUROPA genießen können. Ich wünsche dieses Glück jedem Menschen, der offen für Neues ist.


Ein Feuerwerk wunderschöner Fotos erwartet Sie und wird Ihre Reiselust ganz bestimmt wecken.
Empfehlenswert.


Rezension: Claire Joyes- Zu Gast bei Monet

Dieses Buch ist dem Maler Claude Oscar Monet (1840- 1926) gewidmet. Es beschäftigt sich allerdings nicht mit seiner Malerei, sondern primär mit seinen kulinarischen Vorlieben und seinem Leben ins seinem Haus und in seinem zauberhaften Garten in Giverny.

Der bedeutende französische Maler, der einst dem Impressionismus zum Durchbruch verhalf, überlebte diesen um eine ganze Generation. Gemeinsam mit seiner zweiten Frau,- Madame Hoschedé war in erster Ehe mit einem Kunstmäzen verehelicht- gestaltete er sein Anwesen in Giverny zu jenem traumhaften Refugium, das man im Buch aufgrund vieler imposanter Fotos bewundern kann. Wer die Bilder des Malers kennt, weiß, dass viele davon in seinem Garten entstanden sind und freut sich dieses kleine Paradies im Hier und Heute mit den künstlerischen Eindrücken Monets vergleichen zu können. Die Wohnideen der Eheleute waren geprägt von einem einfachen und natürlichen Lebensstil. Die Monets lebten auf dem Lande, aber sie waren - wohlgemerkt- nicht provinziell.

Monet schätzte, wie die meisten Franzosen sehr gutes Essen, allerdings kochte er im Gegensatz zu anderen Künstlern nicht selbst. Viele Rezepte, die in der Küche des Hauses zubereitet wurden, hatte das Ehepaar von Restaurantbesuchen mitgebracht oder von Freunden, zumeist Schriftstellern, Sammlern, Malern und Schauspielern empfohlen bekommen. (vgl.:S.18)

Das Personal "werkelte" in der Küche und im Garten und sorgte dafür, dass die "Herrschaft" zufriedengestellt wurde. In Giverny gab es einen Gemüsegarten, auch einen Geflügelhof. Diese Gegebenheiten wirkten sich natürlich sehr positiv auf die kulinarische Bandbreite der Speisen aus, die täglich frisch zubereitet wurden.

Der Maler soll von seinen Reisen nicht selten Samen und Pflanzen mitgebracht und sich sogar mit der Zucht empfindlicher Pflanzen versucht haben. Er besaß Gartenkataloge und agierte mit Glashauben, um empfindliche Pflanzen über den Winter zu bringen. (vgl.: S. 46)

Interessant ist es über die häuslichen Pflichten seiner Gattin - sie hieß übrigens Alice- nachzulesen. Zu diesen Pflichten gehörte auch die Überwachung des Vorratsschrankes. Nichte alle Zutaten zu den Gourmetspeisen wurden in Giverny hergestellt. Tee, Gewürze und auch das Olivenöl bezog man von einem Pariser Händler.

Man legte Wert auf gutes Porzellan sowie auf einen schön gedeckten Tisch und achtete auf stilistische Besonderheiten. Daneben gab es auch Eigenwilligkeiten, die Tafelbeobachtern nicht entgangen sind und das waren Monets kulinarische Vorlieben. Über diese berichtet die Autorin kurzweilig. Der Künstler schätzte, so liest man weiter, gute Weine und reichte nach dem Essen selbstgebrannten Pflaumenschnaps, in aus Norwegen mitgebrachten runden Gläschen. (vgl.:S. 60).

Picknicks und Festessen der Monets werden thematisiert. Dieses Kapitel wird von schönen Gartenfotos und auch zwei Gemäldeablichtungen begleitet. Die beiden Bilder habe ich vor 2 Jahren im Musée d Orsay in Paris im Original bewundert. Die Farben kommen auf den Ablichtungen recht gut zur Geltung, obschon das Weiß bei dem Gemälde "Frühstück im Freien" im Original noch einen Touch strahlender ist.

Die Gäste, so erfährt man, wurden in Giverny von einem Blütenmeer erwartet. "Das Haus war von wildem Wein und Kletterrosen überwuchert und im Garten lösten sich je nach Jahreszeit farblich genau aufeinander abgestimmte Blumenrabatten ab: vom durch weiße und rosa Farbtupfer abgemilderten Feuerrot des Frühjahrs bis zu den sanften Farben des Herbstes." (Zitat: S.100)

Empfangen wurden im Refugium u.a. alte Malerfreunde, wie etwa Renoir, Sisley, Pissaro und Cèzanne, aber auch ausgewählte Künster der amerikanischen Kolonie, die Künstlerin Berthe Morisot und Edgar Degas, sowie ungezählte Künstlerpersönlichkeiten mehr. Sie alle wurden mit vorzüglichen Speisen bewirtet, deren Rezeptur man im 2. Teil des Buches nachlesen kann. 180 Originalrezepte warten darauf, neugierig in Augenschein genommen zu werden. Der Rezeptaufbau unterscheidet sich von heutiger Rezeptgestaltung ein wenig, weil zumeist die Zutaten nicht gesondert aufgelistet sind. Dennoch kann man die Speisen problemlos nachkochen, sofern man etwas Ahnung vom Kochen hat.

Untergliedert sind die Rezepte in: Suppen und Eintöpfe, Eiergerichte, Saucen, Vorspeisen, Geflügel, Fleisch, Wild, Fischgerichte, Nachspeisen, Kuchen zum Tee, Konfitüren und Konserven. Im Vergleich mit alten Rezeptbüchern aus Deutschland kann man festhalten, dass bei den Monets weitaus neuzeitlicher, feiner und eleganter gekocht wurde. Monet war ein moderner Gourmet. Eindeutig. Die 180 Rezepte lassen keinen anderen Schluss zu.

Am Wochenende werde ich die "Muscheln in Kräutersud" nach dem im Buch enthaltenen Rezept zubereiten. Ich gebe das Rezept hier wieder, damit Sie einen Eindruck haben, was Sie im Rezeptteil erwartet:

"Moules au Vert- Muschel in Kräutersud"

Die Muscheln gut reinigen und mit stets frischem Wasser mehrmals waschen. Grob gehackte Zwiebeln und Staudensellerie in einer Kasserolle in Butter anschwitzen. Pfefferkörner, Salz und Muscheln dazugeben. Bei starker Hitze kochen, dabei mehrmals umrühren. Sobald die Muscheln gar sind, durch ein Sieb schütten, den Sud auffangen. Kerbel, ein wenig Sauerampfer, Petersilie und Estragon fein hacken, in Butter anschwitzen, mit Kochflüssigkeit und Weißwein auffüllen. Die Sauce zum Kochen bringen, mit Stärkemehl binden und die Muscheln darin erhitzen. Soll es feiner zugehen, die Muscheln nach dem Garen aus den Schalen lösen."

Das Stärkemehl werde ich weglassen und stattdessen einen Teelöffel eiskalter Butter dazugeben. Das sorgt auch für Bindung, schmeckt aber noch besser.

Die vielen schönen Fotos im Buch wurden von Jean-Bernard Naudin realisiert. Die Originalrezepte betreute der französische Dreisternekoch Joel Robuchon, für die Texte zeichnet Claire Joyes, die Frau eines Urenkels von Alice Hoschedé. Die alten Fotos wurden aus dem Familienbesitz beigesteuert. Die Speisen wurden so originalgetreu wie nur möglich zubereitet und auch präsentiert.

Ein Herbstereignis auf dem Büchermarkt. Einfach nur schööööön.:-))


Rezension:Trüffel (Gebundene Ausgabe)

Das vorliegende Buch befasst sich mit der Trüffel, dem so genannten Diamanten der Küche. Annemie Dedulle, die führende Trüffelexpertin der Benelux-Länder und Toni de Coninck, Chefredakteur des flämischen UIT-Magazins, führen textlich durch die faszinierende Welt dieses Schlauchpilzes. Die imposanten Fotos von der Suche der Knolle, über den Verkauf und die Zubereitung bis hin zu den appetitlichen Ergebnissen auf dem Teller hat Kris Vlegels abgelichtet.

Eingangs berichtet die Trüffelhändlerin Dedulle über ihre Erfahrungen mit diesem Pilz. Ihre Absicht im Buch besteht darin, den Lesern zu erklären, worauf sie beim Kauf achten sollten, zudem möchte sie über den Ursprung der Trüffel informieren, von der Trüffelsuche, den Trüffelarten, den Saisonzeiten und der Verwendung in der Küche berichten. Wie die Folgeseiten zeigen, gelingt es ihr, ihre Pläne hervorragend in die Tat umzusetzten.

Was ist eine Trüffel? Die seltsame, schmutzige, pockennarbige, knollenförmige Frucht des Schlauchpilzes, die ein Vermögen kostet, erfährt man gleich zu Beginn und liest weiter, das Trüffeln nur unter speziellen Baumsorten wie Eicheln, Pappeln, Hainbuchen oder Haselnüssen wachsen.

3 Monate benötigt eine Trüffel durchschnittlich für die Reife. Ein mit Sporen infizierter Baum braucht zwar mindestens sieben Jahre bis möglicherweise Pilze wachsen, allerdings benötigt die Knolle von 200 Gramm oder mehr bloß drei Monate. Fast alle Trüffeln außer der Sommertrüffel wachsen im Herbst. Dass ein Kilo hervorragender Trüffeln viele Tausend Euro kostet, hat sich sicher herumgesprochen. Seltene Produkte der Natur haben ihren Preis. Das sollte man akzeptieren.

Zum ersten Mal taucht die Trüffel bei dem griechischen Botaniker Theophratos von Ereros auf. In seiner "Historia Plantarum" beschrieb er die Trüffel als eine "unterirdische Pflanze", die u. a. in Kyrene (im heutigen Libyen) und anderen sandigen Gebieten vorkommt. Bereits im alten Rom war man nach Trüffeln verrückt. Dort verwendete man sie in erster Linie als Geschmacksverstärker und in Salaten. Der Gastronom Apicus beschreibt in seiner Abhandlung "De re coquinaria" Rezepte, in denen die Trüffel zunächst gekocht und später in süßen und salzigen Soßen weitergegart wird.

Varenne veröffentlichte 1651 in "Le Cuisinier Francois" rund 60 Trüffelrezepte. Damals betrachtete man die Trüffel als Aphrodisiakum. Die Autoren erzählen sehr spannend über das Interesse an diesem Pilz bis zum heutigen Tage, um schließlich das biologische Geheimnis der "Mykorrhiza" zu lüften.

Im Übrigen entdeckten deutsche Wissenschaftler in den 1980er Jahren, dass schwarze Trüffeln das Steroid Androstenol enthalten, ein Sexualhormon, welches auch im Schleim von Ebern und unter den Achseln von Männern anzutreffen ist. Deshalb wohl interpretiert man auch, dass die Trüffel lusterregende Eigenschaften besitzt.

König der französischen Trüffeln ist der schwarze "Tuber melanosporum", der "Perigordtrüffel". Die bekannteste weiße Trüffel wächst in Italien. Dieser so genannte "Tuber magnatum" genießt international hohes Ansehen und ist blutig teuer. Man liest von vielen anderem Trüffelsorten, unmöglich sie hier alle aufzuzählen, so etwa auch von dem Wüstentrüffel "Terfez", bevor man über die Trüffelsuche näher in Kenntnis gesetzt wird. Einige Trüffelsucher schwören auf eine esoterische Methode und agieren mit Pendel oder mit Wünschelrute. Die Mehrheit arbeitet allerdings mit anderen Methoden.

Trüffeln sind saisonabhängig. Man liest Näheres über den Kauf von Trüffeln und Trüffelprodukten, lernt "Salsa Tartufata", "fein geschnittene Sommertrüffel", "sterilisierte Sommertrüffel, Wintertrüffel und weiße Trüffel" kennen und wird über die Verwendung von "Trüffeljus", "Trüffelbutter", "schwarzem Trüffelöl", "weißem Trüffelöl" und "Trüffelpastete" in Kenntnis gesetzt.

Es folgen Rezeptseiten: Annemie Dedulle stellt zunächst Rezepte für zu Hause vor. Omeletts mit schwarzen oder weißen Trüffeln können auch Anfänger problemlos auf den Teller zaubern. Die Spitzenköche Sergio Herman (Niederlande), Peter Goosens (Belgien) und Hans Stefan Steinheuer (Deutschland) präsentieren im Anschluss ihre Trüffelkreationen. Am interessantesten fand ich Steinhauers unendlich aufwendiges Rezept "Kalbskopf mit kandierten Kartoffeln, Trüffelgelee, glasiertem Bries, Sellerieschaum, Trüffelsauce und Salat aus Trüffel und Sellerie", an das sich zuhause nur fortgeschrittene Hobbyköche wagen sollten. Eine wirkliche Herausforderung!

Auf den letzten Seiten dann liest man welche Weine mit dem intensiven Trüffelgeschmack harmonieren. Ein gelungenes Buch über eine optisch unschöne Knolle voller Aroma, die ein Nichtkenner möglicherweise für eine faule Kartoffel halten könnte, so geschehen während der Lehrzeit von Annemie Dedulle, wo eine Putzfrau unwissend kostbare Trüffeln im Mülleimer entsorgte, weil sie die Trüffeln für verdorbene Erdäpfel hielt...

Eine Bereicherung in jeder Kochbuch-Bibliothek.
Empfehlenswert.


Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.



Rezension: Räuchern: Fisch, Fleisch, Geflügel (Gebundene Ausgabe)

Bevor ich das vorliegende Buch rezensiere, möchte ich einen kleinen Abschnitt zur Frage "Krebs durch Geräuchertes?" von Seite 17 zitieren: "Vor einigen Jahren wurden sogar die Forderungen laut, das Räuchern von Lebensmitteln zu verbieten. Man vermutete, dass sich durch das schwelende Holz schädliche Teerstoffe im Rauch anreichern, die vom Räuchergut aufgenommen würden. Dieser Verdacht ist allerdings inzwischen durch viele Analysen insofern widerlegt worden, als die enthaltenen Mengen nicht gesundheitsschädlich sind...." Ob diese Aussage stimmt, können nur Mediziner bestätigen. Ich vermute Frau Redden hat sich im Vorfeld ausreichend informiert.

Die Autorin befasst sich in diesem Buch ausführlich mit einem der ältesten Konservierungsverfahren der Vorratshaltung. Im Rahmen einer Tabelle erhält man einen raschen Überblick über die Geschichte der Lebensmittelkonservierung, die in der Frühzeit ihren Anfang nahm.

In der Folge wird erklärt, was beim Räuchern geschieht. Danach wird man über die verschiedenen Techniken der Raucherzeugung aufgeklärt. Von Klimmrauch, Schwelrauch und Katenrauch ist die Rede, bevor man über Haltbarkeit, Härtung und Gerbung, den Geschmack und die Farbe von Geräuchertem näher informiert wird. Die Gesundheitsfrage bleibt nicht ausgespart und über den Eiweiß- und Fettgehalt von geräucherten Fischen wird man aufgeklärt. Erst dann kommen die einzelnen Räuchermethoden zur Sprache. Das Räuchergut bestimmt, ob kalt oder heiß geräuchert wird. Ausführlich wird man über die Räuchergeräte unterrichtet, sogar mit einer Einkaufsliste für das Räucherhobby wird aufgewartet. Anschließend erfährt man, was vor dem Räuchervorgang mit den Lebensmitteln geschieht. Hier wird nicht zuletzt das Salzen und Marinieren thematisiert, dann geht es zur Sache.

Man lernt Forellen, Saiblinge, Renken, Scholle, Makrele, Brachse, Hecht, Zander, Heringe, Lachs, Heilbutt, Karpfen, Aal und andere Fische zu räuchern und auch Renken und Aale nach dem Räuchervorgang ordentlich zu filetieren. Fleisch und Geflügel kann man nach der Lektüre auch fachgerecht dem Rauch aussetzen, wobei die einzelnen Fleischstücke unterschiedlich viel Zeit benötigen und mit jeweils anderen Zutaten geschmackvoll zubereitet werden.

Eine Reihe von Räucherfehlern werden genannt und man erfährt, was man dagegen tun kann, bevor man sich in den Rezeptteil vertiefen kann, der untergliedert ist in: Salate und Vorspeisen, kleine Zwischengerichte, Suppen und Eintöpfe sowie Hauptgerichte.

Die Rezepte sind gut erklärt und einfach nachzukochen. Besonders gefallen hat mir die "Apfelschaumsuppe mit Lachsstreifen", die "Ungarische Fischsuppe" mit geräuchertem Zanderfilet, die "Wirsingroulade mit Kabeljau" und das "Geräucherte Filetsteak aus der Folie".

Das Buch ist eine Bereicherung in jeder wohlsortierten Kochbuchbibliothek, auch wenn man sich nur selten anschickt räuchertechnisch aktiv zu werden. "Räucherkäse" bedarf einer Räucherzeit von 12 Stunden aber er schmeckt köstlich zu Pellkartoffeln oder knusprigem Brot. Vielleicht sollte man damit beginnen.




Rezension:Himmlische Sterneküche (Gebundene Ausgabe)

Johann Lafer wartet in diesem Buch mit Rezepten für Salate, Suppen, Vorspeisen, Snacks, Hauptgerichte mit Fleisch, Geflügel, Wild sowie Fisch aber auch mit wunderbaren Kuchen und Desserts auf. Die Gerichte sind alle sehr gut erklärt und fotografisch appetitanregend dargestellt. Wenn man sich an die Anweisungen des Sternekochs hält, sind die Ergebnisse optimal. Ausgerichtet sind die Rezepte übrigens auf vier Personen.

Hervorheben möchte ich die "Schaumsuppe vom jungen Knoblauch". Knoblauch, Weißwein, Creme fraiche, etwas Wermut verleiht dem Süppchen neben anderen Ingredienzien einen superben Geschmack. Knoblauch-Chips und selbstgemachte Croutons schwimmen auf dem leckeren Schaum und entzücken alle Knofel- Freunde. Vampire verschwinden garantiert aus der Küche.
Sehr raffiniert zubereitet ist die "Überbackene Spargelroulade mit Limettenhollandaise". Ein gerollter Crepe, Räucherlachs, Spargel und eine delikate Hollandaise sorgen hier für erhebliche Gaumenfreuden. Nicht ganz unkompliziert ist das Herstellen von "Riesengarnelen im Kartoffelmantel auf Asia-Gemüsenudeln und Thaisud". Wer eine Gemüseschneidemaschine besitzt, dürfte kein Problem haben die Kartoffeln in dünne Fäden zu schneiden. Mit dem Messer ist es allerdings kein einfaches Unterfangen. Die beste Vorspeise im Buch ist meines Erachtens die "Ricotta- Garnelen-Ravioli in Pilzvinaigrette". Jetzt in der Pfifferling- Zeit ist das Zubereiten des Gerichts geradezu ein Muss. Die Ricotta- Kräuterfüllung in den Ravioli finde ich gelungen. Das Aroma-Mix aus Thymian, Basilikum und Petersilie verleiht der Füllung den letzten Kick und harmoniert bestens mit den Pilzen und Garnelen.


Sehr lecker auch sind die "Kalbsmedaillons auf Morchelnudeln und Ingwerkarotten". Lafer glasiert die Karotten mit Zucker. Der gehackte Ingwer sorgt für ein tolles Geschmackserlebnis. Trotz des Ingwers ist der Schwerpunkt des Gerichts mediterran und zwar keineswegs nur der Pinienkerne wegen. Sensationell sind die "Zander-Garnelen-Kuppeln im Wirsingblatt auf Wirsingrahmsauce". Es handelt sich um ein delikates Sommergericht, das auf dem Teller optisch viel hermacht. Der Estragon in der Sauce passt geschmacklich sehr gut zum Thymian in den Kuppeln. Dass der Thymian eine solch geglückte Verbindung mit Fisch eingeht, hat mich allerdings überrascht.


Die Rezepte für Süßmäulchen sind überirdisch. Besonders die "Überbackende Weincreme", zu welcher ein Glas Trockenbeerauslese der ideale Begleiter ist. Sich mit Lafers Kreationen zu befassen ist nie ein Fehler. Ich schätze seine disziplinierte Vorgehensweise beim Kochen, zu der sich jeder kreative Hobbykoch aufraffen sollte, wenn er optimale Ergebnisse im Fokus hat.

Rezension: Wild- Zeitgemäße Rezepte für das ganze Jahr

Die Autoren dieses Kochbuches Cilly Höferer und Otto Kornprat unterstreichen bei den Vorzügen heimischen Wildfleisches gleich zu Beginn ihres Buches, dass der "ethische Wert" des Widbrets dem der Schlachttiere überlegen ist, da beispielsweise Haltung, Fütterung oder Transport keine der in der Tierzucht üblichen Kritikpunkte darstellen. (vgl.: S. 10)

Das im Wildfleisch vorhandene Eiweiß soll von hoher biologischer Wertigkeit und zudem sehr vitaminreich sein. Bevor man sich mit dem Rezeptteil beschäftigen kann, wird man über die Kritierien für qualitativ hochwertiges Wildfleisch informiert und erhält einen Überblick über die wichtigsten küchenfertigen Stücke. Zudem werden Tipps zur Wildküche und Begriffe der Jägerei dem Leser nahegebracht.


Die Rezepte sind untergliedert in:


Allerlei
Vorspeisen Suppen
Hauptspeisen
Desserts
Beilagen


Lobenswert ist gleich zu Beginn das Rezept für Wildjus, der wichtigsten Basis für eine gute Sauce. Chilischokolade ersetzt den üblichen Schuss Wildblut. Bei den Vorspeisen hat mir das "Hirschsülzchen an einer Vinaigrette" besonders gut gefallen. Das Hirschtatar und das Hirschcarpaccio sind Kreationen, die zarte Gemüter vermutlich verschrecken werden. Rohes Fleisch von der Gams, so zubereitet wie im Buch beschrieben, ist sicher sehr delikat. Nicht einfach allerdings ist es für jeden, sich mentaler Vorbehalte zu entledigen, rohes Wildbret auf der Zunge zu haben. Ich gestehe ich habe dies Vorbehalte nur bedingt.


Ein Traum sind die Hauptspeisen. Ob nun "Rehmedaillons Natur an Rhabarberragout und gebackenen Rhabarberblüten" oder "Rehnüsschen zartrosa gebraten mit Himbeergeist-Rosinen", "Rehmedaillons im Kräuter-Pistazien-Mantel", dazu Spargel und Bärlauch-Stampfkartoffeln" , "Wilderersalat", "Hirschrückenfilet im Quinoamantel auf Zirbenglace" oder auch "lauwarmes Hsenrückenfilet mit Malzbier-Äpfeln und Honigvinaigrette" und viele andere Gerichte mehr sind raffiniert zubereitet, neuzeitlich im Geschmack und heben sich von traditionellen Wildspeisen durch kreative Würzung und gesundheitsförderliche Zubereitungsart ab.


Die Beilagenrezepte zu Ende des Buches bestechen durch ihre Schlichheit und zeigen, dass sie der Wildspeise nicht die Schau stehlen wollen. Sehr lecker ist das "Pastinakenpüree", aber auch die "Bärlauch-Stampfkartoffen".


Als Dessert nach einem Wildmenü wilde Beeren geschmackvoll zuzubereiten ist eine gute Idee, weil es für eine harmonische Abrundung sorgt.


Für Liebhaber neuzeitlicher Wildgerichte ein Muss. Empfehlenswert.


PS: Die Rezepte werden von appetitanregenden Fotos von Norbert Janesch begleitet. Hierbei handelt es sich um keine gestylten Foodfotos, sondern um die Ablichtung glaubhafter Kochergebnisse.


Rezension: Unser großes Apfelkochbuch

Die Apfelernte hat begonnen. Es ist Zeit sich mit Äpfeln und Apfelrezepten zu befassen. Das Ehepaar Judith Bernhard und Eckart Brandt verhelfen Ihnen zu neuen Inspirationen im Hinblick auf die alte, immer wieder verlockende Paradiesfrucht.

Herr Brandt und seine Frau bewirtschaften einen Bauernhof unweit von Hamburg, wie man der Buchrückseite entnehmen kann und haben das "Boomgardenprojekt" ins Leben gerufen. Mehr als 800 alte Obstsorten werden von den beiden gehegt und gepflegt. Brandt stellt im Buch alte Apfelsorten vor und seine Frau Judith steuert eine fülle leckerer Apfelrezepte bei.

Folgende Apfelsorten kommen zur Sprache: Ausbacher Roter, Borsdorfer, Edelborsdorfer, Maschansker, Boskoop, Freiher von Berlepsch, Gelber Richard, Gewürzluiken, Graue Renetten, Herzog von Cumberland, Hilde, Holsteiner Cox, Jakob Lebel, Kaiser Wilhelm, Klarapfel, Prinz Albrecht von Preußen, Rote Sternrenette und Roter Eiserapfel.

Ich gebe zu, dass ich die wenigsten der genannten Äpfel bislang vom Namen her kannte. Die Beschreibungen Brandts haben mich natürlich neugierig gemacht. Apfelzüchtung soll ein langwieriges Geschäft sein. Der Autor berichtet im Rahmen seiner Apfelbeschreibungen nachhaltig darüber. Hier auch unterstreicht er, dass der Berlepsch einer der schmackhaftesten und vitaminreichsten Tafeläpfel sein soll. Dass dieser Apfel von Niederrhein vitaminreicher als andere ist, wusste ich bislang nicht, dass er aber besonders gut schmeckt, weiß ich schon. Leider kann man ihn selbst auf dem Wochenmarkt nach der Apfelernte nur selten kaufen, jedenfalls in Kelsterbach nicht :-((.

Interessantes las ich über einen anderen meiner Lieblinge: den Boskoop. Dieser Apfel ist bereits 140 Jahre in vieler Munde und soll den höchsten Zuckergehalt von allen Äpfeln haben, obgleich er vordergründig sehr sauer schmeckt. Bei der Beschreibung der einzelnen Apfelsorten liest man viel historisch Wissenwertes zu dem fokussierten Thema, so auch, dass im Mittelalter davor gewarnt wurde, Äpfel roh zu essen, weil man glaubte, dies führe zu gesundheitlichen Schäden.

Auf den letzten Seiten des Buches kann man einer Übersicht weitere alte Apfelsorten entnehmen. Hier wird die Verwendung, die Genussreife, die Konstistenz und der Geschmack der einzelnen Sorten aufgelistet.

Die Rezepte sind untergliedert in:
Suppen, Vorspeisen, Salate
Hauptgerichte
Nachtisch
Kuchen

Die Speisen lassen sich problemlos zubereiten. Viele appetitanregende Food-Fotos begleiten die leckeren Rezepte, die verdeutlichen, dass Judith Bernhard eine kreative Köchin ist.

Bei den Rezepten möchte ich einige hervorheben, damit Sie wissen, was Sie erwartet. Bei den Suppen fand ich ein bemerkenswertes Rezept für "Kartoffelsuppe", in der Kartoffeln, Poree, Möhren und andere Zutaten eine Rolle spielen und zum Ende des Kochvorgangs noch 10 Minuten gewürfelter Boskoop mitgegaart wird. Das Geschmacksergebnis ist sehr lecker.

Delikat ist auch das "Gerollte Omelett", die Salate und hier speziell der "Mozzarella-Rucola-Salat" mit einer schmackhaften Kern-Mischung aus Sonnenblumen-, Kürbis und Pinienkernen. Tolle Gerichte warten auf Hobby-Köche im Rahmen der Hauptspeisen. Die "Apfel-Kartoffel-Puffer" sind eine Offenbarung. Sehr gut auch ist das Rezept "Gedämpfter Kabeljau mit Tomaten-Apfel-Soße". Fast elsässisch kommt der "Fischauflauf mit Weißkohl" daher, obschon die Kochbuchautorin anstelle von Zander Lengfisch verwendet. Begeistern dürfte selbst Franzosen Bernhards "Apfelquiche". Dieses Rezept ist eine kreative Abwandlung der berühmten "Quiche Lorraine". Die Äpfel sind dabei das Tüpfelchen auf dem I.

Süßmäuler können frohlocken. Die Rezepte für Desserts und Kuchen lassen nichts zu Wünschen übrig. Wer kann schon bei einer "Appeltaart" oder "Apfelkuchen mit Vanilleguss" abwinken? Man muss ja nicht gleich den ganzen Kuchen verspeisen.....:-))

Sehr empfehlenswert.