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Rezension: Alles Kürbis –Kochbuch-Martin H. Lorenz-Callwey

Dieser reich bebilderte Prachtband von Martin H. Lorenz hat den Kürbis zum Thema, der für den Autor mehr als ein zeitloses Symbol des Herbstes ist. 

In seiner Einleitung schreibt Lorenz historisch Wissenswertes über den Kürbis und hier auch, dass man ihn in Mexiko bereits vor über 7500 Jahren angebaut hat. 

Zunächst lernt man Kürbisarten und Sorten kennen. Davon gibt es erstaunlich viele. Man wird mit Gruppen, Sortennamen der wichtigsten Sorten, den jeweiligen Eigenschaften, der Qualität in der Küche, den Anwendungen und Vorratshaltung, der Beschaffenheit der Schale der Haupterntezeit sowie der Attraktivität vertraut gemacht und freut sich über die vielen Aha-Erlebnisse. 

Alsdann lernt man die Schönheit der Zierkürbisse kennen und kann sich in ein dekoratives, sich über zwei Seiten erstreckendes Foto mit Zierkürbissen vertiefen. Der Herbst zeigt sich hier in seinen schönsten Farben. 

Anschließend erfährt man mehr über Sommer- und Winterkürbisse, auch über Zucchini, der botanisch zur Familie der Kürbisse gehört und kann es kaum abwarten, sich in die Rezepte zu vertiefen. 

Anbau, Ernte und Lagerung der Kürbisse werden zuvor ausführlich erläutert. Tolle Fotos lassen die Superfood in immer neuem Licht erscheinen. Wissenswertes in punkto Gesundheit erfährt man, was die Kürbisse anbelangt, auch. Des Weiteren wird man mit Kürbiskernöl vertraut gemacht und kann sich mit Kürbisblüten befassen, bevor man sich mit den Utensilien für die Kürbisküche beschäftigen vermag.

Mit all dem hilfreichen Wissen ausgerüstet, sollte man sich dann noch die besten Zubereitungsmethoden für Kürbisse gut einprägen, um sich in der Folge mit 70 Rezepten renommierter Spitzenköchinnen und –köchen in aller Ruhe beschäftigen zu können.

Untergliedert sind diese in: Grundrezepte; Vorspeisen; Salate und Bowls; Suppen und Eintöpfe; vegetarische Rezepte; Pasta, Risotto und Co; Fleisch; Fisch; Brot und herzhaftes Gebäck sowie Desserts. 

Die Rezepte wie auch die Fotos von den Rezeptergebnissen sind auf höchstem Niveau angesiedelt. Sie nachzukochen erfordert viel Fingerspitzengefühl und Geduld. Lesen allein genügt nicht, man muss sich die einzelnen Arbeitsschritte bewusst machen. 

Einzelne Rezepte hervorzuheben, verbietet das hohe Niveau aller. Es gibt kein "am besten", alle munden vorzüglich, sind handwerklich perfekt, sind kleine Kunstwerke, fast zu schade, um sie zu verspeisen. Überzeugen Sie sich selbst!

 Helga König

Rezension: Curry – Traditionelle Rezepte aus ganz Indien- Maunika Gowardhan- Callwey

Maunika Gowardhan, die Autorin dieses Buches, ist eine renommierte Köchin, die in diesem Werk 80 authentische Rezepte aus Indien vorstellt. In der Einleitung bringt sie den Lesern die einzelnen Regionen Indiens und deren kulinarische Vorlieben näher, um dann kurz zu erläutern, wie das Buch aufgebaut ist. 

Der Begriff "Curry" bezeichne im Kern ein sämiges, halbtrockenes Gericht, das mit Gewürzen zubereitet und mit Fladenbrot oder Reis gegessen wird. Auf einer Karte von Indien werden die Regionen mit ihren speziellen, dort angebauten Gewürzen visualisiert und in einem sich anschließenden Text dann die regionale geschmackliche Vielfalt zur Sprache gebracht. Das lässt neugierig werden!

Weiter geht es dann mit der Fokussierung der Grundausstattung von Gewürzen, denn diese seien das Herzstück der indischen Küche. Näher beschrieben werden u.a. "Kurkuma" und "Grüner Kardamom", auch lernt man Rezepte für Gewürzmischungen kennen, die sehr delikat sind. 

Auf einigen Seiten wird erörtert, wie man in Indien Zwiebeln zubereitet und anschließend verrät die Autorin dann wie sie Currys kocht. 

Nach dieser umfangreichen, sehr hilfreichen Einleitung werden im Rahmen von 5 Kapiteln Rezepte präsentiert, die das Aroma Indiens in seiner ganzen Vielfalt wiedergeben. Bei den Kapiteln handelt es sich um:

- Gemüse 
- Huhn 
- Lamm 
- Meeresfrüchte 
- Beilagen 

Die Rezepte sind in jedem Kapitel nach Zutaten gegliedert. Dabei ist jede Region gekennzeichnet und führt entlang einer kulinarischen Route nach Nord-, Süd-, Ost- und Westindien. 

Die einzelnen Rezepte sind sehr gut erklärt, enthalten jeweils in einem Vorspann einen erläuternden Teil und zudem ein appetitanregendes Foto vom Rezeptergebnis.

Ich staune Seite für Seite über die Gewürzvielfalt, die den Speisen innewohnt und verstehe, weshalb die vegetarischen Gerichte rasch sättigen. Es hängt mit den Gewürzen zusammen. Sie wärmen von Innen.

"Cremige Pilze mit Erbsen" ist ein gutes Beispiel hierfür. Sehr wärmend, auch durch die Erbsen.  Sättigend ist z.B. das "Gemüse-Curry mit Ingwer, Chili und grünem Kardamom". Es handelt sich um eine Art leckeren Eintopf, der leicht gesüßt serviert wird. 

Wer Speisen mit Huhn mag, findet im 2. Kapitel delikate Rezepte, so etwa "Würziges Hähnchen mit schwarzem Pfeffer, Ingwer und Curryblättern" oder "Scharfes Chicken Marsala mit gebratenen Zwiebeln, Knoblauch, Fenchelsamen und Chili".  Man muss sich bei der Zutatenliste stets in die Gewürzauflistung vertiefen, bevor man sich entscheidet. Wie schmeckt weißer Mohnsamen in einer Gewürzpaste? Man sollte Mut haben, alles einfach auszuprobieren. 

Das gilt auch für die "Currys" mit Lamm. Bei der ersten Auswahl hilft der visuelle Eindruck. Dann gilt es die Zutatenliste zu lesen und sich vorzustellen, wie alles zueinander passt. So entsteht Neugierde. 

Sehr gut finde ich den "Lamm-Eintopf mit Ingwer, Muskatnuss und grünen Chilis", der Gewürze wegen. Aber auch das "Scharfe Lammhack mit Erbsen, Kurkuma, Ingwer und Koriander," das man durchaus auch zu Baguette servieren kann, ist erste Sahne. 

Meeresfrüchte oder Fisch mit intensiver Würzung machen neugierig. Hier überzeugen mich "Scharfe Garnelen mit Fenchel, Knoblauch, Chili und Tomate" und auch das "Würzige Tomaten- Fisch-Curry mit Knoblauch, Chili, Limette und Curryblättern."

Um alles im Buch nachzukochen, benötigt man Monate! 

Wer sich für die "Beilagen" interessiert, findet hier u.a. eine geschmackvolle Reisbeilage oder auch "Indische Fladenbrote", die gut zu vielen Gerichten im Buch passen, sie sogar ergänzen.

Wie man "Ghee" herstellt, wird zum Schluss erklärt und nicht unerwähnt gelassen, dass dieses Butterschmalz den Gerichten ein intensives, nussiges Aroma verleiht, das sich zum Kochen perfekt eigne, da es einen hohen Rauchpunkt habe und ideal zum Rösten von Gewürzen und Braten von Zwiebeln sei. 

Das Buch ist für alle, die gerne Kochen eine ideale Lektüre,  speziell  in der  trüben Jahreszeit, weil es  Vielfalt in die Küche bringt.

Helga König

Rezension: Wohlfühlküche- Herzhafte Speisen für frostige Tage- Gerstenberg

Dieses appetitanregende Kochbuch enthält 69 Rezepte für die Spätherbst- und Wintermonate, untergliedert in: 

-Herzhafte Suppen 
-Fondues und Überbackenes
-Gegrillte Sandwiches und Offenkartoffeln 
-Wärmende Snacks und Abendessen 
-Süßes 
-Heiße Getränke 

Den stets gut gegliederten und verständlich erläuterten Rezepten ist jeweils ein kleiner, einladender Text vorangestellt, der zum Nachkochen inspiriert. 

Heute, am 8. Oktober 2026 spürt man erstmals in diesem Jahr den Herbst- kühl aber nicht frostig- und hat deshalb vielleicht Lust, sich mit den tollen Rezepten im Buch auseinanderzusetzen. Warum nicht mit einem Gericht aus der Rubrik "Fondues und Überbackenes"? Ich entscheide mich für "Blumenkohl mit Lauch-Gratin", eigentlich eine Beilage aber auch ein köstliches Tellergericht, das nicht nur sättigt, sondern dazu noch den Gaumen entzückt. Oregano- und Salbeiblättchen sorgen für einen interessanten Geschmackskick neben der Cheddarsauce auf dem Kohl- und Lauchbett.

Doch beginnen wir von vorne mit den Suppengerichten. Hier hat es mir die "Französische Zwiebelsuppe mit Comtè – Röstbrot" angetan. Bemerkenswerte Zutaten sorgen hier für ein ausgewogenes Geschmackerlebnis, das an Reisen ins Elsass denken lässt. 

Für kalte Tage nach einem langen Spaziergang sind die "Gulaschsuppe mit saurer Sahne" aber auch die "Linsen- Speck- Suppe" ein Gaumenschmaus - nicht nur für Frierkatzen. Tolle Ingredienzien sorgen für Gesprächsstoff mit den Mitessern am Tisch.

Von den Fondues präferiere ich "Croûte nu fromage nature", relativ einfach in der Zubereitung und ideal zu einem Glas Rotwein - jetzt im Herbst. 

Wer gegrillte Sandwiches Ofenkartoffelgerichte mag, kommt auch auf seine Kosten. Beispiel: "Mit Fisch gefüllte Ofenkartoffeln". Das Aromen-Potpourri überzeugt. 

Mein Lieblingskapitel heißt  übrigens "Wärmende Snacks und Abendessen". Hier entdeckt man so wunderbare Rezepte wie etwa "Einfacher Wurststrudel" oder eine "Pilz-Walnuss-Quiche mit Blauschimmelkäse" oder aber "Champignons mit Kartoffelsahne", um nur einige dieser tollen Kreationen zu nennen. 

Zu Guter Letzt warten noch süße Rezepte auf die Leser. Hier überzeugen viele, am meisten aber der "Apfel-Croissant-Auflauf mit Calvados". 

Danach noch einen "Vanille-Macchiato" und die Welt ist in Ordnung!

Ein handliches, gut in der Küche einsetzbares Kochbuch mit köstlichen Rezepten! Wozu an kalten Tagen noch das Haus verlassen? 

Rezension: Ballaststoffpower- Hugh Fearnley Whittingstall.at Verlag

Hugh Fearnley Whittingstall ist der englische Bestsellerautor dieses appetitanregend bebilderten Kochbuchs. Hier stellt er 12 Pflanzen vor, die reich an Ballaststoffen sind. 

Im Vorwort erläutert Prof. Tim Spector gut verständlich die wissenschaftlichen Grundlagen zu diesem Werk. 

Die rund 100 Rezepte sind mit jeweils zwei informativen Punkten versehen. Was diese bedeuten, sollte man nicht überlesen, sondern sich gut merken. 

Doch zunächst geht es darum, aufzeigen, wie man 30 Gramm Ballaststoffe täglich zu sich nehmen kann. Das ist die Menge, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen wird, um darmgesund zu bleiben. 

15 "Ballaststofffreunde" werden deshalb aufgelistet und ausführlich erörtert. Dazu gehört natürlich frisches Obst, Hafer, Hummus, auch Oliven. Dass Mahlzeiten mit Vollkornprodukten, Kartoffeln oder aus Puy-Linsen Ballaststoffe haben, wird der ein oder die andere bereits wissen. 

Eine ganze Reihe wohlschmeckender Geschmackslieferanten werden vorgestellt. So etwa geräuchertes Paprikapulver oder eingelegte Zitronen. Auch sehr brauchbare Hinweise zu den Rezepten werden geliefert. Alsdann kann man in bunten Kreisen erfahren, welche Gemüsesorten in den einzelnen Rezepten dominieren. 

Der Reigen beginnt mit Erbsen. Sechs Rezepte werden diesbezüglich vorgestellt. Vorab gibt es, wie bei allen anderen Gemüsesorten, spannend zu lesende warenkundliche Informationen. 

Was den Leser und die Leserinnen erwartet, sind Rezepte wie etwa "Erbsentaboule" oder auch "Gebratene Erbsen mit Kopfsalat, Zwiebeln und Croûtons", also internationaler Flair, insofern nicht langweilig. Delikate Würzungen auch bei "Erbsella", spanisch angehaucht, überzeugen so sehr, dass man mit dem Ausprobieren neugierig fortfährt.

Als Liebhaberin von Gemüsegerichten stöbere ich in allen 100 Rezepten. Die delikaten Rezepte für Karotten, Kohl, Bohnen, Blumenkohl, Lauch, Pilze, Tomaten, Linsen, Spinat, Zuckermais und Brokkoli werden beeindruckend präsentiert. Meine Favoriten sind die Blumenkohl- und Lauchrezepte.

Fleischesser können alle Rezepte mit diesen zusätzlichen Eiweißspendern anreichern. Die Ballast-Power des Gemüses bleibt erhalten. Einfach mal ausprobieren, z.B. mit einer "Karottenlasagne"!
Helga König

Rezension: Von Insel zu Insel- Die Aromen Griechenlands-Lazaros Kapageoroglou


Lazaros Kapageoroglou, der Autor dieses Kochbuchs, ist Chefkoch in der Schweiz. Der gebürtige Grieche hat für dieses Werk Rezepte von verschiedenen Inseln Griechenlands gesammelt. Dabei hat er die einzelnen Insel besucht, mit den Menschen geredet, mit ihnen gekocht, hat fotografiert und probiert, wie er schreibt und mit den Inselbewohnern gelacht. Das klingt vielversprechend und sympathisch!

Das Buch ist untergliedert in: 

-Ionische Genüsse 
-Kreta 
-Kykladen 
-Der Dodekanes
-Nordostägäische Inseln 

Die Reise beginnt im Westen. Hier besucht der Autor die Inseln des Ionischen Meeres- Korfu, Kefalonia und deren Nachbarn, alsdann Kreta, die größte griechische Insel, dann im Süden der Ägäis die Dokanes-Inseln, unter diesen Rhodos, Symi und Kalymnos, schließlich die Kykladen und am Ende die Inseln der nördlichen Ägäis, wie Chios, Lesbos und Samos. 

Die Rezepte in den einzelnen Kapiteln zeigen die Vielfalt der geschmacklichen Vorlieben der Griechen. Alle Rezepte werden gut erklärt und mittels eines appetitanregenden Fotos werden die Rezeptergebnisse jeweils gezeigt. Inselimpressionen vervollständigen den visuellen Eindruck. 

Vorgestellt werden herzhafte aber auch süße Speisen. Man erfährt stets, wo der Schwerpunkt der Aromen der einzelnen Inseln sich in den Speisen wiederfindet. So gibt es beispielsweise ein Rezept für "Tsimeta", das sind gefüllte Zucchiniblüten. Auf den Kykladen werden sie mit Reis und Kräutern gefüllt auf Kreta stattdessen mit Käse. Spannend auch sind die Zutaten für "Gemista", sprich gefüllte Tomaten in der Variation auf Syros. Hier spielen die Aromen von Rosinen und Pinienkernen in der Füllung eine Rolle. Köstlich sind der Gemüseeintopf mit Namen "Soufiko", ein typisches Sommergericht der Insel Ikara, wie auch die Muscheln in pikanter Tomatensoße, genannt, "Media Saganaki", das in meinen Augen, alle Inseln geschmacklich vereint. 

Die Gerichte in ihrer Gesamtheit zeigen regionale Unterschiede auf, die sehr gut erläutert werden. Sich in die Zutatenliste der vielen schönen Rezepte zu vertiefen, ist der Schritt, um die griechischen Inseln nicht nur geschmacklich, sondern von ihren Anbaumöglichkeiten her zu erkunden und zu verstehen.

QR Codes, die dem Buch beigefügt sind, führen zu Playlists mit griechischer Musik und schenken die passende musikalische Begleitung beim Lesen, Kochen und auch beim Speisen. 

Was noch? Griechische Klassiker. Sie kommen ganz zum Schluss. Hier möchte ich den Fisch im Backpapier hervorheben, der auf den Kykladen besonders beliebt sein soll. Er nennt sich "Psári Stin Ladokóla".

Nicht zu vergessen, ein wirklich köstliches "Tsatsiki", beispielsweise zu gegrillten Gemüse! 

So entstehen kulinarische Inseleindrücke, die man nicht so rasch vergisst.

Lesen? Ja! Nachkochen unbedingt! Die Inseln besuchen? Ideal!

Rezension: Sunshine, Lemons and Sea Salt, Donna Hay, at Verlag




Donna Hay, die Autorin dieses Kochbuchs, ist führende Food-Redakteurin und Autorin von Bestseller-Kochbüchern, die weltweit über 8 Millionen Mal verkauft wurden. Im vorliegenden, reich bebilderten Werk öffnet sie ihre Küche und stellt Rezepte aus ihrer australischen Heimat vor, wo sie an der Küste lebt. 

Ihr Buch hat sie in zwei Teile untergliedert und präsentiert im Teil 1 zunächst ihren eigenen Deko-Stil. Hier arbeitet sie bei der Tischdeko gerne mit kontrastierenden Farben und bezieht selbst die Farbe und Zutaten des Gerichts, das sie kochen möchte, in ihr Dekokonzept mit ein. Die Gestaltungsergebnisse sind erste Sahne! 

Alsdann folgen sechs Kapitel mit Rezepten. Zunächst lernt man Frühstücksrezepte kennen. "Soufflé –Pfannkuchen mit aufgeschlagener brauner Butter und Beeren" oder einen "Geschichteter French Toast mit Pistaziencreme, aufgeschlagener Ricotta und Lemon Curd" sind gewiss köstlich, doch nichts für jeden Tag in Zeiten, wo man hört und liest, dass  man sparsam mit Zucker umgehen sollte. Sein Ruf ist bekanntermaßen nicht der beste.

Sehr gute, sommerliche Lunchgerichte werden im 2. Kapitel präsentiert. Besonders lobenswert ist das Rezept für "Zitronenpasta mit Lachs crudo", feine Geschmacksnoten durch Zitrone, kleine Kapern und Dill überzeugen. Gefallen auch haben mir die Rezepte für "Tartines" und hier speziell für "Tartines mit Zitronenpesto, Zucchini und Burrata" und jene mit "minziger Erbsen-Mandel-Salsa". Eine delikate Bowl in diesem Kapitel, mit scharfem glasierten Tofu erfreut nicht nur die Genießer, die auf ihre Gesundheit achten. 

Sehr gute Rezepte für Gerichte an Sommerabenden lohnt es auszuprobieren. Hier möchte ich den "Rindfleischsalat mit scharfem Miso-Dressing" hervorheben, der eine salzig-saure Note enthält und viel Biss hat. Gefallen auch hat mir das Rezept für "Hähnchenspieße mit Parmesan-Zitronen-Kruste", das der Würzung wegen mediterran anmutet. 

Kapitel 4 inspiriert zu farbenfrohen Snacks und Beilagen. Das Rezept für "Kleine Oliven-Zitronen-Labneh-Kugeln" hat mich sofort überzeugt. Mit Baguette ein wirklich idealer Snack! 

Kapitel 5 wird Süßmäuler begeistern. Von Kuchen- bis Eis-Kreationen finden die LiebhaberInnen alles was ihr Zuckerschnütchen begehrt. 

Wirklich gute Basics entdeckt man in Kapitel 7. Hier fand ich die unterschiedlichen Rezepte für Labnehs besonders spannend. Für mich eine Neuentdeckung mit vielen Vorteilen, allen voran Eiweiß.

Im 2. Teil geht es dann um "Küstengenüsse".  Vorgestellt werden 4 Menüs mit diversen Gängen. Schon die Deko für die einzelnen Menüs verheißt Freude. Die Rezepte selbst versprechen einen sonnigen Sommer auf den Tellern.  

Loben auch muss man das umfangreiche Glossar zum Schluss. Hier gibt es viel zu lernen, selbst für jene, die glauben alles bereits zu wissen.

Helga König

Rezension: Alles Kartoffel- Das Kochbuch-Martin H. Lorenz- Callwey


Martin H. Lorenz, der Autor dieses Spitzenkochbuchs ist ein erfahrener Kochbuchautor, der für vorliegendes Werk zahlreiche namhafte Köch:innen gewinnen konnte, deren Kartoffelgerichtkreationen man kennenlernen darf. 

Die appetitanregenden Fotos, die die 70 Rezepte begleiten, wurden von dem Fotografenteam Juni realisiert. 

In der Einleitung schreibt Martin H. Lorenz, dass die Knolle von den Ureinwohnern Boliviens und Perus schon vor 8000 Jahren angebaut wurde und die Spanier sie im 16. Jahrhundert nach Europa brachten. Wie sie sich dann weiterverbreitete, kann man dem in der Einleitung enthaltenen historischen Abriss entnehmen. Weltweit soll es circa 5000 Sorten geben, dabei entscheide das Bundessortenamt, welche Sorten bei uns angebaut werden dürfen. 

Bevor man eine Menge Warenkundliches über die Kartoffel erfährt, kann man sich in die Anatomie einer Kartoffel vertiefen und sich daraufhin mit Kartoffelarten und -sorten befassen. Thematisiert werden: Festkochende, vorwiegend festkochende und mehlige Sorten. Man lernt diese im Einzelnen mit Namen kennen, erfährt Näheres über ihren Geschmack und wozu man sie verwendet. Das sind sehr wichtige Informationen, wenn man beim Zubereiten von Speisen mit der Knolle keine Fehler machen möchte.

Des Weiteren wird man über alte Sorten und Neuzüchtungen gut aufgeklärt, liest Wissenswertes über die Süßkartoffel und den richtigen Erntezeitpunkt von Kartoffeln. Ein umfangreicher Saisonkalender nebst Informationen über den Verwendungszweck von 54 edlen Sorten verdeutlicht, dass man viel falsch machen kann, wenn man nicht gut informiert ist. 

Lagerung und Haltbarkeit bleiben auch nicht ausgespart. Diese Informationen sollte man sich gut einprägen, um perfekte Kochergebnisse zu erzielen. 

Lobend erwähnen möchte ich die gesunden Inhaltstoffe in der Kartoffel und ihre Heilwirkung. All das spricht für den Erdapfel, der geschmacklich alles andere als profan daher kommt. 

Utensilien für die Kartoffelküche werden bestens erläutert und auch Schnitt- sowie Reibetechniken werden genannt. Gut beschrieben sind die typischen Gartechniken der Kartoffel und perfekte Kombinationen. 

Der Rezeptteil ist untergliedert in: Basisrezepte. Vorspeisen, Salate und Bowls, Suppen und Eintöpfe, vegetarische Rezepte, Kartoffelpasta und Co.,  Fleisch,  Rustikal, Fisch,  Brot, Desserts.

Schon bei den vielen Basisrezepten wird klar, dass die Kartoffel ein wirkliches Juwel unserer Erde ist, das man fachkundig behandeln muss, um sich z.B. allein bei 13 Grundrezepten für Kartoffelpüree oder -stampf auszukennen. Die Rezepte, die man in der Folge kennenlernt, sind hervorragend beschrieben. Stets erfährt man von wem sie stammen. Der Schwierigkeitsgrad wird stets genannt. Im Grunde machen alle Rezepte neugierig. 

Eine Vorspeise des peruanischen Spitzenkochs Virgilio Martinez finde ich besonders spannend, sie nennt sich "Andes Central" und ist ein Lobgesang auf das Ursprungsland der Kartoffel. 

Hervorheben möchte ich bei den Salaten der "Gebeizten Lachs mit badischem Kartoffelsalat" von Thomas Martin, den man zuhause gut nachkochen kann, ohne zuvor 5 Kochkurse vorab absolviert zu haben. 

Bei den Suppen spricht mich die "Kartoffelsuppe mit Thymian und Kapernbutter" speziell an, eine Kreation von Tanja Grandits aus dem Restaurant "Stucki" in Basel, die geschmacklich einfach perfekt abgerundet ist, ganz ohne Schnörkel. 

Sehr delikate vegetarische Rezepte lesen sich so spannend wie ein guter Krimi. Der langjährige Drei-Sterne-Koch Dieter Müller wartet mit dem Rezept "Blumenkohl mit Ei. Kräuterschmelze auf Rahmkartoffeln" auf und überzeugt sofort. Fleisch oder Fisch vermisst man hier nicht.

Es folgen Rezepthighlights für jeden kultivierten Gaumen. So etwa der "Rehrücken mit Kartoffelknödel und Blaukrautpüree" von Mario Ojster aus Mathon bei Ischgl oder das "Kalbsgeschnetzelte Züricher Art mit knusprigen Rösti" von Thomas Huber oder "Thunfischsteak mit Wasabi-Kartoffelschnee" von Rheto Mathis aus St. Moritz oder auch interessante Brotrezepte und Desserts wie etwa "Zwetschgenknödel in Butter-Zimt-Bröseln mit Hollerröster“ aus der klassischen österreichischen Küche. Köstlich!

Das Buch ist eine Bereicherung für jeden, der mehr über Kartoffeln wissen möchte und eine Freude für all diejenigen, die gerne etwas Delikates kochen, auch essen möchten und dabei verstehen wollen, warum Kartoffeln keine blöden Pellmänner, sondern vielseitig einsetzbare Zauberfeen mit gesundem Inhalt sind. 

Helga König

Rezension: Meine grüne französische Bistro-Küche Lieblingsrezepte für jeden Tag-Anne-Katrin Weber-at-Verlag



Die Autorin dieses wahrlich gelungenen Kochbuchs ist die sympathische Köchin und Ernährungswissenschaftlerin Anne-Katrin Weber. Sie ist darüber hinaus Verfasserin zahlreicher, teilweise mit Preisen ausgezeichneter Koch- und Backbücher als auch Food-Stylistin. 

Mit dem Food-Fotografen Wolfgang Schardt, der die schönen Bilder im Buch gemacht hat, verbindet die Autorin eine lange Freundschaft aber auch ihr gemeinsames kulinarisches Magazin. Seine Fotos bringen die grüne französische Bistro-Küche dem Leser und Betrachter überzeugend nahe. 

In der Einleitung schreibt Anne-Katrin Weber neugierig machend über ihre Liebe zu Frankreich und der grünen Küche. Alsdann folgt der Rezeptteil, untergliedert in 9 Kapitel. Jedes Kapitel beginnt mit einem kleinen einstimmenden Text und wird fortgeführt mit köstlichen Rezepten, die sehr gut erläutert sind.

Zunächst geht es um kleine Imbisse zum "Apéro", gemeint ein Umtrunk mit Freunden, zu dem man beispielsweise "Artischockenchips mit Zitronenmayonnaise" oder ein "Mürbes Käsegebäck" reichen kann. Rezepte hierfür oder für andere Kleinigkeiten stellen den Anfang des Rezeptreigens dar. 

Kapitel 2 "Salut Printemps- Junges Gemüse" hat mir besonders gut gefallen. Hier warten frühlingshafte, französisch inspirierte Ideen auf die Leser. Spargelrezepte sind auch dabei. Immer wieder überzeugen delikate Kräuterwürzungen und viel Grün auf dem Teller, so auch beim "Grünen Couscous-Salat mit Lammkoteletts". 

Man lernt delikate Brotrezepte kennen, so etwa für "Pain Perdu mit roter Zwiebelkonfitüre" oder auch für "Mini-Croques". Das grüne Versprechen wird dabei stets gehalten. 

Alle dann noch folgenden Kapitel informieren die LeserInnen stets ein wenig mehr über die regionalen Besonderheiten der vorgestellten Bistro-Küche, so auch, was in Paris oder Marseille angesagt ist. Wobei mir die Pariser Bistro-Gerichte am besten gefallen haben. Sie haben einfach das gewisse Etwas. Hervorheben möchte ich hier die "Spinat-Ziegenkäse-Tarte" und die "Fencheltarte". Ideal, wenn Gäste kommen und man bei einem guten Glas Wein  angeregt plaudern möchte.

Die Rezepte aus dem Kapitel, das die Bistro-Gerichte von Marseille thematisiert, haben orientalische Noten. Wer das mag, wird begeistert sein. 

Ich mag die Bistro-Küche der Provence mit am meisten. Die Gerichte dieses Kapitels treffen genau meinen Geschmack. Beispiele? Die "Provenzialische Gemüseterrine" oder auch die "Gegrillte Dorade mit Kräuter- Olivenöl-Sauce". Sehr delikat. 

Köstliche Rezepte mit Feigen werden im nächsten Kapitel vorgestellt, gefolgt von Rezepten aus der Bretagne. Erwähnen möchte ich hier die "Tarte Tatin mit Äpfeln und Camembert". Vorzüglich!

Wintergerichte, wie etwa "Gefüllte Wirsingblätter mit Senfsauce" runden den Reigen harmonisch ab.

Die Rezepte aus diesem Buch werde ich häufiger nachkochen, das sie kulinarisch genau dem entsprechen, was ich liebe und weil die Bilderwelt daran erinnert, weshalb Frankreich mein Sehnsuchtsort ist und bleibt. Es ist der Sinn für das "Savoir vivre".

Helga König

Rezension: Paris Bistro International- 89 Rezepte- Marine Gora- Romain Tellier-Gerstenberg


Die in Paris lebenden Autoren dieses Rezeptbuchs mit 89 Rezepten berichten zunächst von ihrem Bistro mit dem Namen "Gramme", das sie in dieser Metropole betreiben. Ihr Buch ist als Handbuch gedacht, um zuhause die Gerichte des Bistros nachzukochen. 

Zu Beginn lernt man- ansprechend illustriert- eine Vielzahl von Grundrezepten und Würzmittel kennen. Hierbei handelt es sich um raffinierte Rezepte für Trockenvorräte, Eingelegtes und Fermentiertes, Marmeladen, Brotaufstriche, Vinaigrettes, Würzöle und Salsas, Saucen als auch süße Toppings. 

In den sich daran anschließenden sechs Kapiteln lernt man Rezepte für Salate, Sandwiches & Burger, Bowls und belegte Brote, Desserts, Frühstück und Getränke kennen. Appetitanregende Fotos von den Rezeptergebnissen regen die Lust zum Nachkochen an.

Inspiriert von den Küchen unterschiedlicher Nationalitäten, die in dieser Stadt leben, sind den Würzungen der präsentierten Gerichte keine Grenzen gesetzt. Das macht das Nachkochen spannend. 

Der Schwierigkeitsgrad, die Vorbereitungs- und Zubereitungszeit werden stets genannt und auch für wie viele Personen die Zutaten reichen. Wer es einfach mag, sollte mit dem Rezept "Gemüse mit Aioli" beginnen und sich dann beispielsweise durch die Zubereitung von "Reis-Bowl mit knusprigem Hähnchen" steigern. Besonders gefallen haben mir die raffiniert zubereiteten Desserts, so etwa "Île flottante", das durch "Umboshi-Flocken" eine besondere Geschmacksnote erhält. 

Sechs unterschiedliche Vinaigretten machen Lust auf die kommende Salatsaison. Diese lassen sich gut in Salatrezepte einbauen, die man in seinem Bestand hat und  so diesen die Langeweile des Ewig-das-Gleichen nimmt. 

Inspirierend für alle, die Kreativität in der Küche zu schätzen wissen.