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Rezension: Curry – Traditionelle Rezepte aus ganz Indien- Maunika Gowardhan- Callwey

Maunika Gowardhan, die Autorin dieses Buches, ist eine renommierte Köchin, die in diesem Werk 80 authentische Rezepte aus Indien vorstellt. In der Einleitung bringt sie den Lesern die einzelnen Regionen Indiens und deren kulinarische Vorlieben näher, um dann kurz zu erläutern, wie das Buch aufgebaut ist. 

Der Begriff "Curry" bezeichne im Kern ein sämiges, halbtrockenes Gericht, das mit Gewürzen zubereitet und mit Fladenbrot oder Reis gegessen wird. Auf einer Karte von Indien werden die Regionen mit ihren speziellen, dort angebauten Gewürzen visualisiert und in einem sich anschließenden Text dann die regionale geschmackliche Vielfalt zur Sprache gebracht. Das lässt neugierig werden!

Weiter geht es dann mit der Fokussierung der Grundausstattung von Gewürzen, denn diese seien das Herzstück der indischen Küche. Näher beschrieben werden u.a. "Kurkuma" und "Grüner Kardamom", auch lernt man Rezepte für Gewürzmischungen kennen, die sehr delikat sind. 

Auf einigen Seiten wird erörtert, wie man in Indien Zwiebeln zubereitet und anschließend verrät die Autorin dann wie sie Currys kocht. 

Nach dieser umfangreichen, sehr hilfreichen Einleitung werden im Rahmen von 5 Kapiteln Rezepte präsentiert, die das Aroma Indiens in seiner ganzen Vielfalt wiedergeben. Bei den Kapiteln handelt es sich um:

- Gemüse 
- Huhn 
- Lamm 
- Meeresfrüchte 
- Beilagen 

Die Rezepte sind in jedem Kapitel nach Zutaten gegliedert. Dabei ist jede Region gekennzeichnet und führt entlang einer kulinarischen Route nach Nord-, Süd-, Ost- und Westindien. 

Die einzelnen Rezepte sind sehr gut erklärt, enthalten jeweils in einem Vorspann einen erläuternden Teil und zudem ein appetitanregendes Foto vom Rezeptergebnis.

Ich staune Seite für Seite über die Gewürzvielfalt, die den Speisen innewohnt und verstehe, weshalb die vegetarischen Gerichte rasch sättigen. Es hängt mit den Gewürzen zusammen. Sie wärmen von Innen.

"Cremige Pilze mit Erbsen" ist ein gutes Beispiel hierfür. Sehr wärmend, auch durch die Erbsen.  Sättigend ist z.B. das "Gemüse-Curry mit Ingwer, Chili und grünem Kardamom". Es handelt sich um eine Art leckeren Eintopf, der leicht gesüßt serviert wird. 

Wer Speisen mit Huhn mag, findet im 2. Kapitel delikate Rezepte, so etwa "Würziges Hähnchen mit schwarzem Pfeffer, Ingwer und Curryblättern" oder "Scharfes Chicken Marsala mit gebratenen Zwiebeln, Knoblauch, Fenchelsamen und Chili".  Man muss sich bei der Zutatenliste stets in die Gewürzauflistung vertiefen, bevor man sich entscheidet. Wie schmeckt weißer Mohnsamen in einer Gewürzpaste? Man sollte Mut haben, alles einfach auszuprobieren. 

Das gilt auch für die "Currys" mit Lamm. Bei der ersten Auswahl hilft der visuelle Eindruck. Dann gilt es die Zutatenliste zu lesen und sich vorzustellen, wie alles zueinander passt. So entsteht Neugierde. 

Sehr gut finde ich den "Lamm-Eintopf mit Ingwer, Muskatnuss und grünen Chilis", der Gewürze wegen. Aber auch das "Scharfe Lammhack mit Erbsen, Kurkuma, Ingwer und Koriander," das man durchaus auch zu Baguette servieren kann, ist erste Sahne. 

Meeresfrüchte oder Fisch mit intensiver Würzung machen neugierig. Hier überzeugen mich "Scharfe Garnelen mit Fenchel, Knoblauch, Chili und Tomate" und auch das "Würzige Tomaten- Fisch-Curry mit Knoblauch, Chili, Limette und Curryblättern."

Um alles im Buch nachzukochen, benötigt man Monate! 

Wer sich für die "Beilagen" interessiert, findet hier u.a. eine geschmackvolle Reisbeilage oder auch "Indische Fladenbrote", die gut zu vielen Gerichten im Buch passen, sie sogar ergänzen.

Wie man "Ghee" herstellt, wird zum Schluss erklärt und nicht unerwähnt gelassen, dass dieses Butterschmalz den Gerichten ein intensives, nussiges Aroma verleiht, das sich zum Kochen perfekt eigne, da es einen hohen Rauchpunkt habe und ideal zum Rösten von Gewürzen und Braten von Zwiebeln sei. 

Das Buch ist für alle, die gerne Kochen eine ideale Lektüre,  speziell  in der  trüben Jahreszeit, weil es  Vielfalt in die Küche bringt.

Helga König