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Rezension: Meine Gourmet Tour de France- Julie Andrieu- Gerstenberg


Julie Andrieu reiste nahezu vier Jahre lang durch Frankreich, um sich den kulinarischen Reichtümern ihrer Heimat bewusst zu werden. Darüber hinaus wollte sie in ihr ein Gefühl für das reiche architektonische, künstlerische und sprachliche Erbe wecken. 

Ihr Buch, das im Anschluss entstand, ist in folgende Kapitel untergliedert: 

Region Paris und Mitte 
Nordwesten 
Norden Osten 
Südosten 
Südwesten 

In jedem Kapitel entdeckt man tolle Reiseimpressionen, delikate Rezepte und Fotos von den Rezeptergebnissen. Angemerkt sind stets die Zubereitungs- und Garzeiten und es wird auch erwähnt, für wie viele Personen die Zutaten ausreichen. Im Vorspann eines jeden Rezeptes liest man Anekdotisches dazu. Die Rezepte sind gut beschrieben und die Zutaten bieten kulinarische Besonderheiten, die lukullische Neugierde entstehen lassen. Die jeweiligen Köche (m/w) werden genannt und es werden auch immer zusätzliche Tipps gegeben. 

Der Reigen beginnt mit einer "Gratinierten Zwiebelsuppe", die Portwein enthält und durch den geriebenen Chantal aus der Auvergne einfach köstlich mundet. Hervorheben möchte ich die "Hasenpastete mit Cidre" aus dem ersten Kapitel und auch die "Käsewindbeutel", die ein typischer Imbiss aus dem Burgund sind. Tolle Fotos von Provins, der einstigen Hauptstadt der Grafen der Champagne und dann wieder köstliche Rezepte, so etwa von einer "Aprikosencharlotte", der wunderschöne Fotos vom Garten Claude Monets folgen,  begeistern sehr. Feine "Madeleines à la Proust" enthalten Pistazienmus Für den Romancier symbolisierten sie übrigens Kindheitserinnerungen. Mit einer "Birnen- Mandeltarte" endet das 1. Kapitel.

Es folgt, wie vor jedem anderen Kapitel eine Landkarte, der anschließend vorgestellten Region. Zum Nordwesten gehört Saint Malo, aber auch der Hafen von La Houle, wo man den Austernmarkt nicht verpassen sollte. Man liest von den Salzgärten von Noirmotier und kann sich einen Eindruck verschaffen, wie man in Nantes Jakobsmuscheln zubereitet.

Interessant sind ein Austernrezept im 3. Kapitel und auch ein Rezept für ein "Flämisches Rindergulasch", das süße Komponenten enthält. "Jakobsmuscheln mit Speck und Chicorée" ist ein Festtagsgericht für alle, die nicht in der Normandie leben. Jakobsmuscheln haben ihren Preis hierzulande. Traumhaft sind die Impressionen aus dieser Gegend. Der Felsen von Etrêtat fehlen natürlich nicht.

Der Osten… das ist das Elsass, auch Haute Savoyen. Hier gibt es dann  ganz typische Rezepte. Ein Rezept für "Flammkuchen" gehört dazu…, auch ein "Savoyer Kartoffel-Käse-Gratin". Tolle Fotos. die auf eine Kurzreise in das Elsass einstimmen.

Dann endlich kommt der Südosten mit Orten wie Lyon, Les Baux de Provence oder Menton und delikaten Gerichten wie etwa "Goldbrasse im Gemüse-Oliven-Bett" oder "Seekuckuck mit Safran". Der Seekuckuck ist eine Art Knurrhahn. Wusste ich bislang nicht...

Was noch? Ach ja, der Südwesten mit dem Périgord. Auch hier warten köstliche Rezepte und Impressionen von der Landschaft auf die Leser und Betrachter.

Ein Menü von dort könnte dann wie folgt aussehen:

Vorspeise: Gefüllte Taschenkrebse
Hauptspeise: Gefüllte Lammbrust
Nachspeise: Schokoladentarte mit Cidre-Karamell und Chili

Klingt nach Nachkochen, nicht wahr?

Maximal empfehlenswert

Helga König

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Rezension: Von ZEN und Sellerie- Unsere japanische Küche-ein philosophisches Kochbuch- Malte Hartig, Jule Felice Frommelt-at Verlag


Der Autor dieses Werkes ist der forschende sowie schreibende Koch und Philosoph Malte Härtig. In seiner Doktorarbeit hat er sich mit japanischer Esskultur und dem ZEN-Buddhismus befasst. Er mag ungewöhnliche Gedanken und schätzt die Schönheit und Vielfalt, die für ihn in den Gemüsen, im Kochen und Denken zu finden sind. Gemeinsam mit der selbstständigen Foodfotografin Jule Felice Frommelt hat er das vorliegende Buch verfasst. Dabei hat die Fotografin nicht nur die schönen Fotos realisiert, sondern auch die Rezepte mitentwickelt. 

Die beiden haben sich auf der Spreewaldinsel ein halbes Jahr lang in insgesamt sechs Aufenthalten und sieben Wochen aufgehalten und dort gekocht, fotografiert und mit einigen Bewohnern gelebt. Dabei hatten sie ein klares Konzept, das aus dem ZEN, der japanischen Tee-Zeromonie und dem Kaiseki kommt. 

Härtig schreibt, dass die Grundannahme des ZEN sei, dass es einen Schulungsweg gebe, den es zu gehen gelte. Aus dieser Annahme haben sich in Japan Künste wie Kalligrafie, Bogenschießen und die berühmte Teezeremonie entwickelt. Die Erleuchtung, die angestrebt wird, ist, die Dinge so zu sehen wie sie sind. 

Es geht den Autoren darum, Kochen als eine Form der Erkenntnis über die Welt zu zeigen. Über das Zubereiten von Gemüse, Getreide oder Tieren kommt man mit diesen in Kontakt. Über das Essen nehmen wir ihre Energie auf und verwandeln sie. Nichts geht verloren. 

Man erfährt Wissenswertes über den ZEN-Meister Dogen Zenji (1200-1253), der definierte, wie ein gutes Essen sein soll. Dabei sollte es im Kloster drei Qualitäten aufweisen: Leicht und weich, sauber und frisch sowie präzise und sorgfältig. Daraus hat sich eine Küche entwickelt, die sich "Shojin Ryori" nennt. "Shojin" ist der ZEN- buddhistische Übungsweg und "Ryori" die Art des Kochens. Es handelt sich um eine Küche, die leicht, fein, geschmackvoll und hochästhetisch ist. Sie mache zufrieden und glücklich, weil sie leicht im Magen liegt und positive Energie abgibt. 

Die Autoren haben sich an dieser einfachen Küche in ihren Rezepten orientiert und sie den Jahreszeiten angepasst. Dabei haben sie sich lose an einem Kaiseki-Menü orientiert, dessen Ursprung in der Teezeremonie liegt und so etwas wie die Haut Cuisine Japans verkörpert. 

Man erfährt im Vorfeld mehr über die Weisheit der Dinge, so etwa über die des Selleries. Bei allen Dingen stellt sich die Frage, machen wir etwas mit ihnen oder diese etwas mit uns?

Auch über die Philosophie des sparsamen Würzens und des minimalistischen Anrichtens liest man Neues und kann sich über die Mengen bei ZEN-Gerichten  kundig machen. 

Anschließend werden die Rezepte vorgestellt. 

Was ist also der Frühling, fragen die Autoren und beantworten die Frage vielschichtig. Gefallen hat mir dort besonders der Satz. "Das Potential der Welt stößt hervor und beginnt sich zu entfalten".

Vor jedem der sehr gut erklärten Rezepte liest man Warenkundliches und kann sich in ZEN-Gedanken vertiefen, die mit dem dann folgenden Rezept in Verbindung gebracht werden. 

Was erwartet Sie im Frühling? Beispielsweise ein Gericht, das sich "Spargel, schwarzer Sesam und Kirschen" nennt und wie alle anderen Gerichte mit wenig Zutaten auskommt oder auch "Weiße Misosuppe mit Tofu und Frühlingslauch", ebenfalls einfach in der Zubereitung. Ausführlich erläutert werden diverse Reistechniken und es wird  ein tolles "Ingwerreis"-Rezept präsentiert. So wird dann in den 3 weiteren Kapiteln fortgefahren. 

Man erfährt im "Sommer" mehr über die Technik des Grillens, die in Japan anders als bei uns funktioniert und erhält u.a. ein Rezept für "Japanische Antipasti" für diverse Gemüsegerichte  und ist sich nicht sicher, ob man davon satt werden kann. Aber darum geht es nicht, wen man sich mit ZEN befasst. 

Dann  kommt der Herbst. Hier bestehe  die Grundaktivität  im Sammeln.  Deshalb auch  gibt es dann Köstlichkeiten wie "Trauben und Walnüsse" oder eingelegte "Birnen", aber auch "Reis mit Steinpilzen, Nori, Sellerie und Eigelb" und anderes mehr, das für Aha-Erlebnisse sorgt. 

Was ist der Winter? 

"Er ist die Zeit der Kontraste- zwischen der Natur draußen und den Räumen, die wir uns schaffen, um unseren Bedürfnissen nachzukommen: Nach Wärme, Licht und Geselligkeit. Neben warm und kalt, hell und dunkel, drinnen und draußen geht es um Rückzug und Gemeinschaft, das Alte abzuschließen und das Neue beginnen zu lassen."

Merken Sie was?  Ungewöhnlich für ein Kochbuch, nicht wahr? Jedoch sehr, sehr lobenswert.

Gerichte aus der ZEN-Küche  im Winter sind hier beispielsweise "Sellerieschnitzel“ oder ein "Gemüsereis". 

Man liest auch Wissenswertes über die Technik der "Tempura im 4. Kapitel. Dabei handelt es sich um die Kunst der Frittierens. 

Der ZEN- Philosophie entsprechend zu kochen, ist sehr lehrreich, verhilft zu einer guten Figur und einem klaren Geist. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: a mano- Verführerische Pasta. Von Hand gemacht. Sinnlich und schön- Claudio Del Principe- at Verlag



Claudio del Principe lässt die Leser im Vorwort wissen, dass neuerdings in Italien vermehrt neue Pasta-Ateliers mit angegliedertem Esslokal entstehen. Es handelt sich hierbei um ein neues Gastrokonzept, das vor allem von jungen Köchen mit Verve umgesetzt wird. 

Getrieben vom Neo-Pasta-Enthusiasmus,  hat der Autor sein Pastabrett und das lange "matarello" hervorgeholt, um jede Menge Pasta zu kneten, zu rollen, zu falten, zu wickeln und zu füllen. 

Zunächst wird man mit Grundlagen und Basisrezepten vertraut gemacht und kann sich in die Zubereitung von diversen Pastateigen vertiefen. Bemerkenswerterweise beinhaltet der "Piemonterteig" 16 Eigelb auf 500 Gramm Mehl. Dies hängt damit zusammen, dass man im Norden Italiens schon immer wohlhabender war als im Süden und üppiger zur Sache ging. 

Im Rahmen von Wissenswertem erfährt man mehr zu Eiern, zu Salz, zu Mehl, auch zum Pastawerkzeug, das man auf Fotos auch näher betrachten kann. 

Der Autor schreibt geradezu poetisch, wie man eine frische Pasta zubereitet. Hier ist Liebe im Spiel. Liebe zur Pasta.  Claudio verwendet keine Pastamaschine, sondern rollt den Teig mit einem Nudelholz aus, weil  die so zubereitete Pasta sich  besser zum Aufnehmen von Saucen eignet. 

Das Ausrollen- und Ausziehen sei eine Kunst für sich. Man lernt sie nicht an einem Tag, auch nicht an drei Tagen. Gut Ding braucht eben Weile. Frustrationstoleranz ist das Stichwort in diesem Zusammenhang. Claudio de Principe erklärt Schrittweise, wie es geht und wie man den Teig färbt. Von Grün bis Rot ist alles möglich. 

Zehn köstliche Saucenrezepte machen neugierig, unter ihnen eine "#Amatriciana", die durch den salzigen #Guanciale und den pikanten #Pecorino eine köstliche Würze erhält. 

Meine Lieblingspasta aus Nonnateig sind die #Capellini. Wie man sie von Hand macht, wird gut erklärt und auch welche Sauce dazu passt. So wird in der Folge übrigens bei allen anderen Pastarezepten vorgegangen. 

Sehr gut ist das Rezept für "Fettuccine con crema di Piselli“ Es handelt sich dabei um eine Komposition von süßliche Erbsen mit salzigem #Prosciutto, #Culatello, würziger #Pancetta oder knusprigem Guanciale, die ein beliebter Klassiker in diversen Regionen Italiens ist. 

Wie man aus #Tagiatelle #Quadrettini schneidet und ein köstliches Gericht daraus zubereitet, lernt man auch. 

Es folgt eine Vielzahl toller Pastarezepte, so dass man für Wochen mit Staunen und Ausprobieren beschäftigt ist. 

Die Faszination der vielen Pastaformen lässt sich kaum mit Worten beschreiben. Der Ideenreichtum scheint endlos zu sein. Hervorheben möchte ich "Ravioloni mit flüssigem Eigelb, Spinat und weißem Trüffel", auch "Ravioli con burrata, carciofi e cre"a di pecorino" und die "Bärlauch-Anolini mit Caprino in Hühnerbrühe", um die Fantasie und den Gaumen allein beim Lesen anzuregen. Unmöglich im Rahmen der Rezension alle Pastaformen, die gezeigt werden, zu benennen. Dazu kommen dann noch die "Gnocci" und hier auch einige bemerkenswerte Rezepte. 

Das Buch ist mit seinen vielen Geschichten und der Vermittlung von Wissenswertem weit mehr als eines der üblichen Pastarezeptbücher, die jedes Jahr auf den Markt kommen. Man nimmt es stets aufs Neue gerne zur Hand, nicht nur um sich Rezepte zu vergegenwärtigen, sondern auch, um sich in die Pasta-Philosophie zu vertiefen, die eine lange Tradition hat und mit den Großmütter nicht aussterben sollte. 

Maximal empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Nur Salat- Èva Bezzegh-Callwey

Éva Bezzegh, eine diplomierte Marketingfrau, stellt in diesem reich bebilderten Rezeptbuch ihre Lieblingssalatrezepte vor. Dabei befasst sie sich zunächst mit den Grundzutaten und verdeutlicht zu allererst, was man im Einzelnen unter Gartensalaten wie etwa Kopf- und Feldsalat, oder auch Mangold zu verstehen hat. Anschließend bringt sie Wurzelgemüse zur Sprache, schreibt zudem über Gurken, Tomaten, Fenchel und Co, um sich zudem über bestimmte Gemüsesorten und Pilze informativ auszulassen. 

Kräuterwissen wird auch vermittelt. Worin liegt der Unterschied zwischen Basilikum und Thaibasilikum? Oder auch zwischen Oregano und Majoran? 

Öle, die Seele des Salats, werden mehr als nur zufriedenstellend beleuchtet und hier findet man auch eine gute Beschreibung für Pistazienöl, das ich besonders gerne mag, weil es geschmacklich am edelsten unter den nussigen Ölen vom Gaumen wahrgenommen wird. 

Die  insgesamt 100 Salatrezepte sind den 12 Monaten des Jahres zugeordnet und die Zutaten für die Salate der einzelnen Monate in regionale Produkte und Importware. 

Bevor die monatliche Rezeptpräsentation beginnt, geht die Autorin stets der Frage nach: Was bietet die Natur in dem entsprechend fokussierten Monat? 

Für alle Rezepte gilt: die Zubereitungszeit wird genannt, auch für wie viele Portionen die Zutaten ausreichen. Anhand der aufgelisteten Zutaten hat man bereits eine Vorstellung davon, wie der Salat schmecken wird. 

Auf einem das jeweilige Rezept begleitenden Foto sieht man wie das Gericht ausschaut, wenn man alles richtig gemacht hat. 

Die Beschreibung der Zubereitung ist sehr gut gelungen und selbst für Laien nachvollziehbar. 

Für jeden Monat nenne ich hier nun ein Gericht, damit Sie eine Vorstellung von dem haben, was hier warm oder kalt geboten wird: 

Januar: Fenchel-Grapefruit-Carpaccio mit Räucherstör 
Februar: Couscoussalat mit gegrilltem Lachs, getrockneten Aprikosen und Orange 
März: Leuchtend grüner Asia-Hähnchensalat 
April: Asiatischer Rumsteak-Salat mit Pak Choi und Fenchel 
Mai: Gegrillter Camembert mit Minze-Spargel-Erdbeer-Salat und Mohnsamen 
Juni: Bunter Kirschtomatensalat mit Chili und Kräutern 
Juli: Sommerlicher Oktopussalat 
August: Thunfischsalat mit Sauerampfer, Minze, Gurke und Radieschen 
September: Panzanella- toskanischer Brotsalat 
Oktober: Waldorfsalat „de luxe“ mit Weintrauben, Birnen und Pekannüssen 
November: Enten-Birnen-Salat mit Walnuss-Rucola-Pesto 
Dezember: Chicorée-Grapefruit-Orangen-Salat mit Blauschimmelkäse und Walnusskernen 

Jedes einzelne Rezept weist geschmackliche Besonderheiten auf. Nichts wiederholt sich. Die Würzung ist stets sehr gut auf die Zutaten abgestimmt und die Gerichte den Jahreszeiten angepasst. Was kann man noch mehr wollen? Perfekt.

Mit diesem Rezeptbuch ein neues Küchenjahr zu beginnen, halte ich für äußerst empfehlenswert.

 Helga König

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Rezension: Andreas Caminada-Pure Leidenschaft- Meine einfache Küche-atVerlag

Der Schweizer Spitzenkoch Andreas Caminada ist seit 2003 Pächter und Chef de Cuisine im Schauenstein Schloss Restaurant Hotel in Fürstenau in Graubünden. Dieses Restaurant ist mit 3 Michelin-Sternen und 19 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet und seit 2011 ohne Unterbrechung auf der "The World's 50 Best Restaurants"-Liste platziert. 

Die "Casa Caminada" liegt gleich neben dem Restaurant und Hotel Schloss Schauenstein und wird ebenfalls von Andreas Caminada betrieben. Hier geht es  ihm um die Verneigung vor der Einfachheit und dem Handwerk. Genau dies soll im Buch vermittelt werden. 

Caminada  möchte in seinem Werk nicht nur  eine Wohlfühlküche, sondern auch einige Persönlichkeiten vorstellen, denen er die Rohstoffe seiner Küche verdankt. 

Wunderschöne Landschaftimpressionen neben appetitanregenden Fotos von den Kochergebnissen begleiten die Texte, in denen zunächst einmal der alpine Garten Eden thematisiert wird, in welchem die Zutaten für seine bemerkenswerten Gerichte angebaut werden. Hier auch lernt man Marcel Foffa kennen, einen Biobauern aus Pratval, der seit vielen Jahren einer seiner wichtigsten Partner ist.

Andreas Caminada legt Wert darauf, dass seine Köche immer wieder einige Zeit mit Gartenarbeit verbringen, weil man auf diese Weise Pflanzen mit anderen Augen betrachtet und wohl auch wertschätzender mit ihnen umgeht. 

Erste Rezepte, die man kennenlernt, sind beispielsweise "Dörrbirnenravioli", die einen typischen Geschmack der Region transportieren und ein "Apfelmus", der mit Weißwein und Calvados aromatisiert ist. Nicht ganz einfach ist das Rezept für "Gefüllte Artischocken", die mit einem Tomatenmousse gefüllt werden und bemerkenswert ist das Rezept für "Radieschenbrot mit Senfmayonnaise". Die Brotscheiben werden vor dem Belegen geröstet und die Senfmayonaise wird natürlich nach Rezept selbst zubereitet. Dazu ein Glas Rosé. Köstlich! 

Interessant auch ist das Rezept für "Tomatensalat", bei dem getrocknete und frische Tomaten die Hauptrollen spielen und neugierig machen die Rezepte für Eingelegtes, so etwa für eingelegte Schnittlauchknospen, die mich spontan an Kapern erinnern. Auch die eingelegten "Sternanis-Birnen" und "Süß-sauren Zwetschgen" lohnt es auszuprobieren. Sie eignen sich als wunderbare Beilagen zu dunklem Fleisch oder als Zutat zu einem ungewöhnlichen Dessert. 

Anschließend liest man über Sennereien und den tollen Geschmack der Alpenmilch, liest von köstlichen Käsesorten und von Graubündner Gerichten wie "Bizochels" oder auch  "Capuns", dem Nationalgericht Graubündens, das im Kochfond serviert und auf das Alpkäse gehobelt wird. 

Ein sehr delikates Rezept für "Kalbsrahmgulasch" sollte man nicht nachzukochen vergessen und bei den Wildgerichten innehalten. Vor allem jetzt bei den bevorstehenden Festtagen. Das Rezept für die "Wildterrine" stammt von dem bereits verstorbenen Meisterkoch Beat Bolliger und überzeugt aufgrund der tollen Ingredienzien. Der "Hirschrücken mit Steinpilzen und Pastinakenpüree" ist nicht zu toppen. Was bleibt, sind Fischgerichte zuzubereiten. Hier überzeugt der "Zander mit Fenchelgemüse", wenn man ein leichtes Gericht genießen möchte. Nicht unerwähnt bleiben die großen Weine der kleinen Region und es werden auch Desserts vorgestellt. 

Hier locken die "Beignets" am meisten. Es handelt sich um in Zucker und Zimt gewendete Quarkkrapfen mit Apfelwürfeln im Teig. 

Alles in allem, ein wahrlich gelungenes Buch, das nicht nur Neugierde auf die Rezepte, sondern auch auf Graubünden weckt

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Prager Küche- Kulinarische Spaziergänge- Hana Rigo – braumüller

Gleich vorab: Dieses wunderbare Buch habe ich auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt und beim ersten Durchblättern bereits viele Rezepte gefunden, wonach meine böhmischen, väterlichen Vorfahren gekocht haben. Grund genug, mich mit diesem reich bebilderten Werk näher zu befassen.

Untergliedert ist es in die Abschnitte:

Was unsere Vorfahren zu essen pflegten
Kulinarisch-Historische Spaziergänge durch Prag
Prager Kaffeehauskultur
Böhmische Bierkultur
Kleine, feine schnelle böhmische Küche
Feste zu Ehren der Böhmischen Küche

Das Buch ist ein Mix aus Geschichten, Anekdoten und Impressionen,  ausgewählte Präsentation der dortigen Gastronomie,  Fotos, Illustrationen und wunderbaren, sehr gut beschriebenen Rezepten.

Hana Rigo, die Autorin, ist in Südböhmen aufgewachsen und 1968 nach Österreich emigriert. Ihre Liebe zur böhmischen Küche und ihre Verbundenheit mit Tschechien haben sie veranlasst, alle Gerichte ihrer Mutter in einem Buch zu versammeln.

Man lernt eingangs  Magdaléna Dobromila Rettigová kennen. Sie hat im 19. Jahrhundert bereits mehr als 1000 Kochrezepte aufgeschrieben. Solche traditionellen Rezepte werden im ersten Abschnitt präsentiert und hier auch drei wunderbare Kaninchengerichte, mit ganz unterschiedlicher Würzung. Verschiedene Kartoffelrezepte, darunter "Altprager Kartoffeln" machen neugierig. Sie erinnern ein wenig an Kartoffelgratin. Die Kartoffelsuppe altböhmischen Zuschnitts enthält Pilze, Knoblauch, auch Kümmel und Majoran und andere wohlschmeckenden Zutaten. Köstlich!

Der Teig, aus dem "Mohnnudeln" hergestellt werden, enthält Kartoffeln und diesen Teig verwendet man auch für die berühmten "Powideltatschkerln", mein Lieblingsgericht in meiner Kindheit.

Im 2. Abschnitt liest man von Karl IV. Er war König von Böhmen. Nach ihm ist ein es der ältesten Wirtshäuser in der Stadt benannt, es heißt "Zum Brabantenkönig". Dort kann man die altböhmische Küche kennenlernen. Übrigens hat Karl IV. in keinen Krieg investiert.

Suppen aus Prag? Ja, eine sehr wohlschmeckende "Knoblauchsuppe". Diese Gesundheitssuppe  hat mein Urgroßvater auch schon gekocht, darüber hinaus viele andere tolle Suppenrezepte, nicht zuletzt eine "Linsensuppe", in der etwas Sauerkraut und Sahne nicht fehlen dürfen.

Man lernt im Rahmen des kulinarischen Spaziergangs durch die Stadt an der Moldau diverse historische Persönlichkeiten kennen, die dort zu tun hatten, so u.a. auch Mozart. Hier liest man dann, was er nach der Premiere seiner Oper "Don Giovanni" am 29.10.1789 gespeist hat. Im ersten Gang waren es Meeresfrüchte aller Art, anschließend "Gefülltes Perlhuhn" und  dazu Unmengen italienischer Weine. Das Rezept für das Perlhuhn kann man im Buch nachlesen und zur Tat schreiten.

Dass der Staatspräsident Václav Havel gerne kochte, bleibt auch nicht unerwähnt und so freut man sich, dass auch ein Rezept seines Lungenbratens (Rinderfiletbratens) nachlesbar ist.

Was noch? Ach ja, "Liwanzen mit Heidelbeerröster", ein weiterer Traum meiner Kindheit, wurde auch nicht vergessen, um sich dann genussvoll mit der "Prager Kaffeehauskultur" zu befassen. Im "Café Louvre" und im "Café Arco"  versammelte sich der Philosophie-, Diskussions- und Literaturkreis. Diese Kreise fungierten ähnlich wie heute die sozialen Medien. Mitglieder waren u.a. Franz Kafka, Max Brod, Rainer Maria Rilke, Franz Werfel. Kurt Tucholsky und Else Lasker Schüler.

Man lernt das "Café Louvre" und das "Café Slavia  ein wenig kennen", aber auch das "Gogo"  und kann am heimischen Herd schon mal ein "Kränzchen" backen, es mit einer Vanillencreme füllen, um zu erahnen, wie das Original in Prag schmecken könnte.

Auch Albert Einstein war 16 Monate lang in Prag. Ob er dort Buchteln verspeist hat, bleibt ungewiss, aber "Powidl" ganz bestimmt, denn dieser ist unwiderstehlich.

Über die "Böhmische Bierkultur" wird man informiert, lernt natürlich auch die legendäre Gasthausbrauerei "U Fleku" kennen und kann zuhause schon mal ein typisches Essen der Brauerei zubereiten: " Schweinsbraten mit Knödel und Kraut".

Festtagsessen wie etwa "Rehkeule in Rahmsoße" bleibt auch nicht ausgespart und man kann zudem Texte des berühmten böhmischen Schriftstellers Jan Neruda nachlesen. Es ist unmöglich,  alle genannten Lokale hier zu benennen oder gar auf alle Rezepte einzugehen. Neugierig macht die "Kneipe Satlava" und dort deren "Rahmsuppe aus dem Böhmerwald".

Tolle Karpfengerichte, die man im "Restaurant Jakub" speisen kann, werden rezeptmäßig dargeboten, bevor man Kurorte mit Weltruf kennenlernt. Karlsbad zuallererst und hier lernt man einen Likör mit dem Namen "Becherovka" kennen aber auch "Karlsbader Oblaten" und ein Tortenrezept dazu.

Marienbad ist auch thematisiert und hier einige Caféhausspezialitäten wie etwa eine "Eiklartorte".

Was noch? Kleine, feine Rezepte aus der schnellen böhmischen Küche... Hier möchte ich den "Olmützer Quargel-Aufstrich" und die "Knoblauchbrote" erwähnen. Dies und vieles mehr und zum Schluss noch zahlreiche gute Adressen machen das Buch zu einem Muss für Freunde der Böhmischen Küche aber auch  für jeden Pragreisenden.

Maximal empfehlenswert.

Helga König

Onlinebestellung bitte hier klicken: braumüller oder AmazonPrager Küche: Kulinarische Spaziergänge

Rezension: Miniaturen- Fingerfood & Co aus Österreich für Feste und Gäste-braumüller

Die Autorin dieses wunderschönen Kochbuchs ist die Catering-Unternehmerin Martina Lessing. Sie gründete 1998 "À Table" in London und belieferte viele Jahre sowohl internationale Empfänge als auch Privathaushalte bei Feiern oder besonderen Anlässen. Seit Herbst 2011 hat Martina Lessing eine Kochwerkstatt in Wien etabliert. Dabei bietet sie neben dem Catering-Service und Book-aCook auch Kochkurse an: www.atable.at 

Das vorliegende Buch enthält Rezepte für die kleinen Happen, die die kulinarische Welt bedeuten können. Zudem hat #Martina_Lessing Rezepte der klassischen, österreichischen Küche für kleine Schüsselchen entwickelt. Die sogenannte "#Bowl_Food" ist eine moderne Variante des Buffets. Anstatt von überhäuften Tellern gibt es drei, vier oder mehr Hauptspeisen in kleinen Portionen. Jede einzelne ist geschmacklich genau abgestimmt und wird mit sehr guten Zuspeisen serviert. 

Untergliedert ist das Werk in: 

Gebrauchanweisung 
Grundrezepte
Fingerfood und Suppen 
Schüsselchen 
Nachspeisen 

Die Gebrauchsanweisung sollte man auf keinen Fall überblättern und sollte sie sich vor allem auch zu Herzen. Das erspart viel Zeit und Frustration.

Zu den drei Grundrezepten gibt es wenig zu sagen, außer dass hier schon klar wird, dass die Autorin schnörkellos und dabei auf hohem Niveau ihr Handwerk betreibt. 

Bei den Rezepten für "Fingerfood und Suppen" möchte man sofort alle Gerichte bestaunen, die übrigens sehr appetitanregend abgelichtet sind. Hervorheben möchte ich zunächst "Beef Tartar auf Toast". Aus Toastscheiben werden Kreise ausgeschnitten. Darauf wird der delikat zubereitete Rindertartar positioniert und mit dem rohen Eigelb eines Wachteleis garniert. 

Des Weiteren möchte ich die "Erdäpfel-Schwammerl-Suppe" erwähnen, an der Majoran und Knoblauch nicht fehlen dürfen. Die Suppe wird in kleinen Tassen serviert. 

Delikat ist zudem der "Gurkentartar mit Forellenmousse" und auch das "Saiblingcarpaccio mit Dillöl und Kaviar". Dieses und manch anderes mehr, eignet sich bestens auf einem Stehempfang oder eben als Vorspeisenvariation auf einem modernen Buffet. 

Im Hauptgang dann gibt es "Schüsselchen", gefüllt beispielsweise mit "Fiakergulasch", über das man auf den Folgeseiten  etwas Anekdotisches lesen kann. Bemerkenswert ist der "Gefüllte Mini-Paprika" auf kleinen Tellerchen und der "Schwammerlauflauf mit Thymian", dem  u.a. weitere tolle Auflaufrezepte folgen. 

Nachspeisen in Miniaturformen haben einen  großen Vorteil, für jene, die auf ihre Figur achten,  denn sie können ohne Reue auch ein bisschen sündigen. Für alle anderen gibt es die Chance, viel Unterschiedliches zu naschen und  unverkrampft  den Köstlichkeiten zu huldigen. Belohnung bleibt nicht aus: Hüftgold so viel man sich gestattet.

Hervorheben möchte ich hier das "Bratapfelparfait", die "Grießknödel mit Zwetschkenkompott" und die "Millirahmpäckchen mit Marille".  Wer hier NEIN sagen kann, muss schon recht genußfeindlich sein.

Man erfährt stets, für wie viele Personen das jeweilige Rezept reicht und nicht nur das, es gibt auch ein Wörterbuch, wo österreichische Begriffe ins Deutsche übersetzt werden, denn nicht jeder weiß, was "Kalbsvögerl", " Grammerln" oder "Vogerlsalat" sind. 

Die beigefügten Anekdoten rund um die Gerichte lockern das rezeptreiche Kochbuch auf und sorgen für zusätzliche Neugierde  das Gelesene recht bald praktisch umzusetzen.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Miniaturen - Fingerfood & Co aus Österreich: für Feste und Gäste

Rezension: Der Tegernsee- Eine kulinarische Reise-Callwey

Der Autor dieses schönen Buches ist #Franz_Kotteder. Er ist seit 30 Jahren Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und seit 1996 als leitender Redakteur u.a. zuständig für Kultur, Reportagen und Gastronomie. Zudem ist er Autor politischer Sachbücher und hat 2006 den Journalistenpreis des Deutschen Mittelstandes gewonnen. 

Der Fotograf der vielen imposanten Bilder ist #Enno_Kapitza. Seine Schwerpunkte sind Porträts, Reisen, Reportagen sowie Cooperate für namhafte Kunden.

Vorgestellt werden in diesem Bildband nicht nur die besten #Köche am #Tegernsee und ihre bayrischen Geheimrezepte, von klassisch bis neu interpretiert, sondern auch fünf wunderschöne Orte am See und dort bemerkenswerte Adressen sowie anderes mehr. 

Untergliedert ist das Werk in die fünf Gemeinden #Gmund, #Bad_Wiessee, #Kreuth, #Tegernsee, und #Rottach_Egern.

Zunächst erfährt man immer etwas Grundsätzliches über den jeweils fokussierten Ort. Anschließend lernt man mittels Fotos und Beschreibungen interessante Gasthäuser und Restaurants kennen und erhält zur Vervollständigung immer ein Rezept aus der jeweiligen Küche plus Foto vom Rezeptergebnis. Durch die Rezepte hat man einen ersten Eindruck vom Kochniveau des vorgestellten Hauses und kann das Rezept zuhause ausprobieren.

In Gmund wird  zudem ein Hersteller von Edelbränden vorgestellt, auch der örtliche Dorfladen, der von einer Ernährungswissenschaftlerin und einem Koch geführt werden. Etwa 80 Prozent der Waren kommen aus dem Umkreis von 60 Kilometern. Der Rest aus maximal 80 Kilometer Entfernung. Bloß beim Wein sind bis zu 300 Kilometer erlaubt. Es bleiben Kaffee, Schokolade und einige Gewürze bei denen eine Ausnahme gemacht wird. Daran sollte sich  nicht nur "Dorfläden" ein Beispiel nehmen.

Mein Lieblingsrezept aus der Rubrik "Gmund" ist der "Seesaibling mit Spargelrisotto". Hierbei vermählt sich Bayern mit Italien. Genau so wünscht man es sich, wenn man ein Faible für Mediterranes hat. 

Die Geheimtipps und das Wissenswerte für Gmund und  auch für die anderen vier fokussierten Orte  sollte man unbedingt akribisch studieren, wenn man an den Tegernsee zu reisen beabsichtigt. Dass Bad Wiessee seit 1922 ein anerkannter Kurort ist,  wird der ein oder andere sicher wissen, aber dass im Jahre 1441 ein Mönch vom Kloster Tegernsee, eine kleine Ölquelle entdeckte, deren Öl als Heilmittel gegen Fieber und Ausschlag diente, ist nur Insidern bekannt. Heilbad wurde Bad Wiessee jedoch erst durch die Entdeckung von Jod-Schwefel-Heilquellen im Jahre 1909. Tolle Restaurants gibt es auch hier. So wartet das Freihaus Brenner mit einem Rezept für "Saiblingmatjes mit Hausfrauensauce" auf, das erahnen lässt wie gut man in diesem Hause kocht.

"Schusters Milch- und Kaffeebar" wird vorgestellt und Impressionen von der Landschaft dort gezeigt, die ich schon einige Male besucht habe und sehr mag. Dann gibt es grandios gute Rezepte von Athanasios Angeloussis, der in der "Klinik im Alpenpark" Köstliches kreiert. Nicht unerwähnt bleibt, dass er bereits bei Eckart Witzigmann und Dieter Müller gekocht hat. Man kann also Können voraussetzen. Die Rezepte für den "Dialog vom ganzen Zicklein" und für den "Spargelsalat" dokumentieren dies.

In Kreuth lohnt es den "Gasthof zur Weissach" aufzusuchen, das Ambiente und das vorgestellte Rezept für "Tegernseer Hechtnockerl" sind vielversprechend. Wer japanisch speisen möchte, kann das inmitten der bayrischen Landschaft bei Kudo Chiori tun und zwar in der vielversprechenden "Mizu Sushi Bar". 

Wer es ursprünglich mag, dem empfehle ich den "Gasthof Batznhäusl" in Kreuth und dort vielleicht das "Bergsteigerschnitzel". Das Rezept kann man problemlos auch zuhause zubereiten. Köstlich.

Wer kulinarisch reist, ist gewiss auch an der ersten "Tegernseer Kaffeerösterei" interessiert. Diese ist Weißach zu finden. Die Rösterei stellt 30 Spezialitätenkaffees her. Das klingt vielversprechend für Kaffeetanten wie mich.

Über eine Naturkäserei in Kreuth liest man ebenfalls Näheres und erfährt wie man ein köstliches Käsefondue zubereitet, um anschließend mehr über den Ort Tegernsee in Erfahrung zu bringen. Dort sollte man natürlich das "Herzogliche Braustüberl" besuchen, auch wenn man nicht zwingend eine "Schweinshaxn" bestellen muss. 

Von den vielen schönen, gezeigten Hotels und Restaurants eines hervorzuheben ist fast ein wenig unfair, denn alle haben ihren ganz speziellen Reiz. Den "Leerberghof"  will ich stellvertretend für alle anderen Adressen erwähnen, weil ich dort schon mal gegessen habe. Man speist hier sehr gut. Das Haus selbst: Idylle pur. Die Fotos lügen nicht.

Schön, dass es im Buch immer wieder auch Fischrezepte gibt. Das erwartet man natürlich auf einer kulinarischen Reise rund um den Tegernsee. 

Rottach-Egern toppt in der Gastronomie alles. Der Spitzenkoch #Christian_Jürgens hat dort seit 2013 drei Sterne im Guide Michelin. Mit ihm habe ich vor Jahren bereits ein Interview auf  "Buch, Kultur und Lifestyle" realisieren können. Vorgestellt wird im vorliegenden Buch das "Restaurant Überfahrt", wo er sein Können täglich unter Beweis stellt. 

Neugierig macht mich Thomas Kellermanns Kochkunst in der "Dichterstub´n in den Egerner Höfe". Sein "Gebratenes Kalbsbries mit Kohlrabi und Meerettich" ist alles andere als unkompliziert im präsentierten Rezept. Am besten man speist es vor Ort und fachsimpelt später darüber. 

Dies alles und vieles mehr kann man im Buch erfahren und wenn man möchte, sofort die Koffer packen. Es gibt viel zu bestaunen und zu genießen am Tegernsee. Wer sich zuvor informiert, muss das Rad nicht ein zweites Mal entdecken, sondern kann sich entspannt freuen, über all das, was es dort gibt.  

Maximal empfehlenswert 
Helga König

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Der Tegernsee: Eine kulinarische Reise

Rezension: Frau Kaufmann kocht- klassisch, überraschend, einfach- Karin Kaufmann- at Verlag

Dieses reich bebilderte Kochbuch ist eine Teamarbeit der Unternehmerin Karin Kaufmann, die im Bregenzerwald eine Kochschule und eine Gewürzwerkstatt betreibt und der Journalistin Karin Guldenschuh. 

Das Werk beginnt mit dem Gewürz-Einmaleins von Frau Kaufmann. Hier stellt sie erst mal ihre Gewürzkreationen näher vor und entschlüsselt diese so, dass man weiß, woraus die einzelnen Mischungen bestehen und wozu man sie verwenden kann. Danach reflektiert sie ihre Kochphilosophie, doch dann geht sie rasch zur Sache. 

Die Rezepte, die jetzt folgen, sind untergliedert in solche aus der Speisekammer, vom Bauernhof, aus dem Garten, aus dem Wald, aus dem Wasser und für die Seele. Appetitanregende Fotos von den Rezeptergebnissen machen neugierig auf die jeweiligen Gerichte, die stets gut erklärt sind. 

Aus der Speisekammer kommt beispielsweise die selbstgemachte "Tomaten-Curry-Sauce", zu deren Zutaten auch Weißwein und Knoblauchzehen zählen, eine "Himbeermarmelade" mit vergleichsweise wenig Zucker und ein leckerer "Birnenkompott" .

Bevor die Rezepte des Folgekapitels nachzulesen sind, darf man sich wundervollen Impressionen "aus dem Bauernhof" erfreuen. So sieht man nicht nur einen Eierkorb, sondern auch Hühner, Schweine und sogar eine Kuh. Hier also ist nicht Entfremdung Trumpf, sondern man soll sich die Tiere vergegenwärtigen, die später auf den Tisch kommen. Das schafft Wertschätzung und einen verhaltenen Umgang mit Fleisch.

Vertiefen kann man sich beispielsweise in die Rezepte  für  "Hühnerfrikassee mit Spätzle" oder ein "Geschmortes Hühnercurry" oder auch ein "Szegediner Gulasch" mit tollen Gewürzen, unter diesen z, B- Koriander. Die Zutaten der einzelnen Gerichte lassen bereits erahnen wie gut abgestimmt sie  auf der Zunge ihr Geheimnis entfalten und welche Duftkomposition den Genießer erwartet. 

Hervorheben möchte ich die "Gerstensuppe nur Ingwer" mit "Kassler" und auch das "Burgerragout mit Petersiliensauce", die "Geschmorten Rindvögel", gemeint Rinderrouladen und vor allem den "Tafelspitzsalat mit gebratenem Gemüse". Sehr gut auch ist das Rezept für "Gebratene Kalbsleber", bei der Thymian und Majoran eine Rolle spielen.

Beilagen wie etwa "Kartoffelsalat mit Spargel" oder ein "Gerstenrisotto" machen neugierig und natürlich all das andere, was aus dem Garten kommt. Spannend hier  sind "Rosenkohlblätter mit Ingwer und Rosenkohl mit Kastanien" 

Sehr gute Wildrezepte verführen zum Verweilen. Nicht alltäglich sind die "Rehrouladen mit Pilzen" aber auch das "Lammcurry", das aus dem Fleisch einer Lammkeule kreiert wird. 

Und dann die Fischgerichte... Hier sticht der "Zander mit Salzzitronen auf Gemüsebeet ins Auge" und neugierig auch macht die "Rote Linsensuppe mit Salzzitronen und Fisch". 

Im Bereich der Desserts und der Kuchen gefällt mir die "Birnentorte mit Joghurt" sehr gut, auch das Rezept für "Gedeckten Apfelkuchen“ und die "Eclairs mit Karamellcreme". Wer "Zwetschgenknödel" liebt, findet im Buch ein 1 A Rezept. 

Alles in allem ein wahrlich gelungene Kochbuch der Spitzenklasse, originell und unproblematisch in der Zubereitung. Hier ist eine großartige Kochlehrerin am Werk, die das, was sie vermitteln möchte, gekonnt weitergibt.

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Frau Kaufmann kocht: Klassisch. Überraschend. Einfach.

Rezension: Äpfel- Rezepte aus dem Obstgarten- James Rich-atVerlag

James Rich, der Autor dieses Buches, ist in Somerset geboren und Sohn eines Cider-Herstellers. Seine Vorfahren haben schon seit Jahrhunderten ihren Lebensunterhalt mit Äpfeln verdient. Dabei war die Wiederentdeckung alter Familienrezepte der Auslöser für das vorliegende Buch.

Eingangs schreibt der Verfasser, dass weltweit etwa 30 000 Apfelsorten kultiviert werden, allerdings haben davon nur rund 50 Sorten eine wirtschaftliche Bedeutung.

Ursprünglich kommt der Apfel aus den Wäldern Kasachstans und zählt zur Familie der Rosengewächse. 

Der Autor nennt einzelne Apfelkategorien und beschreibt beliebte Koch- und Tafelapfelsorten. Illustrationen und Fotos sorgen für Appetit und stellen Inspirationen zum Zubereiten von Gerichten oder Getränken mit Äpfeln dar. 

Wie man Gläser sterilisiert wird erläutert. Das ist wichtig, wenn man Chutneys, Pickles oder Relish kreieren möchte.

Es folgt ein Rezeptteil. Dieser ist untergliedert in:
Leichte Kleinigkeiten 
Herzhafte Gerichte 
Beilagen und Saucen
Süße Sachen 
Getränke

Bei den leichten Kleinigkeiten finden sich tolle Salate, auch delikate Suppen mit Apfelgeschmacksnoten oder ein Rezept für "Blutwurst mit karamellisierten Apfel", das nicht nur in Köln für Aha-Erlebnisse sorgen wird. 

Interessante Aromen entdeckt man beispielsweise in der "Pastinaken- Apfel-Suppe mit Curry" und hochkreativ ist der "Waldorfsalat 2.0", der herkömmliche Salate mit diesem Namen sofort aus dem Feld schlägt. Weshalb? Das wird an dieser Stelle nicht verraten. 

Die "Apfeltörtchen mit Ziegenkäse und Honig"  passen gut zu einem Glas trockenen Wein und die "Muscheln mit Cider" sind  ein schönes Gericht,  besonders jetzt im bevorstehenden Herbst. 

Nicht nur Fisch, wie etwa Forellen, auch geschmorte Kaninchen oder Huhn oder eine Schweinhaxe werden  in den Rezepten, aus diesem Buch mit Cider aromatisiert, sondern zudem Gerichte mit Schweinefleisch. Spannend auch sind die Rezepte für Beilagen und Saucen, gemeint z. B.  für  "Apfel-Tomaten-Relish" oder eine "Ultimative Apfelsauce". 

Wer es süße Geschmacksnoten mag, wird "Pochierte Äpfel in Apfelweinbrandsauce" mögen oder von dem "Apfelrosenkuchen" schwärmen. 

Apfelkuchenrezepte gibt es im Buch zahlreiche, jedoch auch Rezepte für Getränke wie etwa den "Onkel Mikes Cider-Punsch" oder einen "Cider-Champagner-Cocktail“.

Die Apfelerntezeit kann kommen. Wer Gerichte mit Äpfeln mag, ich hier genau richtig.

Ein gelungenes Buch, das ich gerne empfehle. 

Helga König

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Äpfel: Rezepte aus dem Obstgarten

Rezension: Kochen mit der Kraft der Natur- Christine Saahs- Brandstätter

Dies ist das zweite Kochbuch von #Christine_Saahs, das ich auf "Buch, Kultur und Lifestyle" rezensiere. Die Autorin führt gemeinsam mit ihrem Gatten #Nikolaus_Saahs das Weingut #Nikolaihof_ Wachau. Dabei hat das umweltbewusste Ehepaar schon 1971 begonnen, den #Nikolaihof nach den strengen Richtlinien der biodynamischen #Demeter-Landwirtschaft zu bewirtschaften. Christine Saahs öffnete 1978 den Hof für Gäste und gilt noch immer als "Seele" der Weinstube Nikolaihof. Die Autorin ist eine Pionierin in der Weiterentwicklung und Umsetzung des biologisch-dynamischen Weinbaus sowie der Demeter-Bewegung, berät international und hält Vorträge. 

Ihre Tochter Christine, mit der sie gemeinsam das Buch verfasst hat, ist promovierte Kinderärztin und führt eine Praxis mit anthroposophisch erweiterter Medizin in Krems. Darüber hinaus ist sie freie Journalistin, Wissenschaftlerin sowie international aktiv mit Beratungs- und Vortragstätigkeiten zu den Themen Integrative Medizin, Antibiotika- Resistenzen und gesunde Landwirtschaft als Basis der Medizin. Des Weiteren ist sie Lektorin der Medizinischen Universität Wien, Expertin für Europäische Gesundheitspolitik mit Vorstandstätigkeit in gesundheitspolitischen Organisationen in Brüssel. 

Das reich bebilderte Rezeptbuch mit vielen informativen Sachbeiträgen ist ein echtes Leseabenteuer, das zu vielen neuen Erkenntnissen führt. Man erfährt Wissenswertes über den weltweit ältesten Bio-Verband, genannt #Demeter, der bereits 1924 gegründet wurde. Dabei sollte man wissen, dass "Demeter" nicht nur auf Spritzmittel und chemische Düngung verzichtet, sondern dass biodynamische Landwirtschaft eine Lebenshaltung ist, die sich durch tiefen Respekt vor allem Lebendigen ausdrückt. 

Dem Rhythmus der Natur folgend, werden landwirtschaftliche Produkte erzeugt, die die gesamte Lebenskraft der Pflanzen beinhalten, aus denen sie gemacht sind, so etwa #Trauben, die in ihrer Haut und in den Kernen wertvolle Pflanzenstoffe, genannt Resveratrol, enthalten. Dieser Schutzstoff ist ein wichtiges #Antioxidans, das der Weinstock bildet und dessen Konzentration in Demeter-Trauben aus bestimmten, im Buch näher erläuterten Gründen sehr hoch ist. #Resveratrol kann den Blutdruck senken, das Cholesterin regulieren und Gicht sowie Rheuma lindern. Es hilft zudem gegen Entzündungen, Viren und Herzkreislaufbeschwerden. 

Den Textbeitrag zu Blüten als Nahrung finde ich auch spannend. Hier erfährt man z.B Wissenswertes über #Phlox, #Dahlien, #Gänseblümchen und #Rosen als #Nahrungsmittel. Ebenfalls interessant sind die Überlegungen im Hinblick auf basische Gerichte für unser Wohlbefinden, der fachkundige Blick in den Vorratsschrank und die hilfreichen Reflektionen zum Thema Salz. 

Sehr gut auch ist der Beitrag von Dr. Christine Saahs mit der Überschrift "Wenn die Küche zur Hausapotheke wird". Zitronensocken der Fiebersenkung dienen, war mir unbekannt. 

#Intervallfasten ist derzeit in aller Munde, auch Christine Saahs schreibt davon. Sie macht das sehr gut, weil sie alles Wesentliche kurz und verständlich skizziert. Das ist brauchbar bei immer knapper werdender Zeit.

Natürlich erfährt man auch etwas über den Nikolaienhof mit seiner fast 2000 jährigen Geschichte und man lernt eine Fülle sehr bemerkenswerter Rezepte kennen. Alle Rezepte sind gut beschrieben und enthalten gesunde, dabei wohlschmeckende Zutaten. 

Von Kräuter-Cremekäse über Kräuter- oder auch Marillenbutter hin zu einem Hanfpesto ist man schon auf dem Weg zu ausgefallenen Salatkreationen mit essbaren Blüten, erhält Rezepte für sehr gute Marinaden und immer auch Weintipps zu den Gerichten, wie etwa einer vorzüglichen Fischsuppe mit Safran und Gemüse, die mit Kapuzinerkresse-Blüten dekoriert wird. Ein schönes Sommerrezept sind die gefüllten Erdäpfel, gemeint sind gefüllte Kartoffeln, das natürlich vom Rehragout mit Wurzelgemüse getoppt wird. Für Vegetarier gibt es stattdessen ein Paprika-Linsen-Ragout mit Thymian. Dass man aus Kartoffeln auch einen Risotto zaubern kann, wäre mir jetzt nicht in den Sinn gekommen. Das Rezept dazu ist verlockend und der #Wels als Krönung natürlich ein Highlight. 

Was noch? Sehr gute Rezepte für Beilagen, z. B. für Lauch im Veltlinersud oder für Fisolen mit Paprika. 

Dessertrezepte gibt es auch, jedoch niemals zu süß und insofern figurschonend. 

Ganz zum Schluss erfährt man sogar wie man eine Gänseblümchentinktur zubereitet. Diese kann man  u.a. als Mundwasser nutzen, nicht zuletzt nach einem knoblauchgeschwängerten Hauptgericht. 

Sehr empfehlenswert, weil in unsere Zeit passend. 

Helga König

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Kochen mit der Kraft der Natur: Rezepte mit Kräutern, die heilen und stärken

Rezension: Schwarzes Meer- Ein Reise- und Kochbuch- Caroline Eden –Prestel

Caroline Eden, die Autorin dieses Buches ist Journalistin, Schriftstellerin und spezialisiert auf Länder der früheren Sowjetunion.

Das vorliegende Werk ist von ihr als Reisebericht verfasst worden, obschon nach ihrer Meinung einige Essays für sich alleine stehen könnten.

Wie sie bereits in der Einleitung betont, nimmt die Türkei die meisten Seiten des Buches ein, weil sie den größten Abschnitt ihrer Reisen abdeckt. Odessa, Bessarabien, Rumänien und Bulgarien füllen die restlichen Kapitel. Gemäß der Zwischenstopps sind sie entlang der Küste angeordnet. Dieses beeinflusste die Auswahl der Rezepte. Dabei stellen die Fotografien der Orte die Etappenziele atmosphärisch vor. 

Die 58 Rezepte sollen die Chance geben, sich unterschiedlichen Kulturen kulinarisch zu nähern, um auf diese Weise den Reisen mit allen Sinnen nachzuspüren.

Es bereitet Freude, all die spannenden Reisetexte zu lesen, die viel historisches Wissen transportieren. So liest man beispielsweise im Hinblick auf Odessa: "Als Handelspartner von Europa mutierte die Stadt am Schwarzen Meer zu einem Tor der Welt. Hunderte von Schmugglern, Netzmachern und Dockarbeitern anziehend, angelockt vom Zuckerrausch des schnellen Geldes und der Freiheit, die nur eine Hafenstadt bieten kann.“ (….)“ Überschwemmt mit Bargeld schwoll die Bevölkerung der Stadt an. Französisch sprechende Aristokraten, adelige Bohème und Kaufleute teilten sich Speisesäle mit Griechen (die als erste Bäcker der Stadt begeistert aufgenommen wurden und bis 1795 zehn Prozent der Bevölkerung ausmachten), mit Bulgaren, Türken, Tataren und Juden."

Auf diese Weise taucht man immer mehr ein in Geschichte und Geschichten und hält inne bei dem Satz "Die „Stille erhöht Odessas Intensität". 

Bevor man weiter liest, betrachtet man sich vielleicht einige Impressionen, überfliegt das Rezept "Hühnerbrühe mit Streichholznudeln" und nimmt sich vor, sich damit später näher zu befassen, weil man mehr über Odessas Küche in Erfahrung bringen möchte. Es soll eine Küche ohne Grenzen sein. Darüber etwas zu erfahren, ist sehr aufschlussreich, speziell über den jüdischen Geist in der Stadt und deren Küche. Das Rezept für "#Challah mit schwarzem Sesam" kündet  bereits davon. Auch ein "Salat aus mariniertem Hering", den man zu #Matzenbrot oder auch zu Challah“ genießt. 

Anschließend lernt man durch Literaten inspirierte Rezepte kennen, liest von Odessas Verbindung zu Italien und vielem anderen mehr und ist plötzlich in #Rumänien. Hier darf man sich in ein Kaiserliches Festmahl vertiefen, bevor man delikate Rezepte aus der rumänischen Küche kennenlernt. Unter diesen "Hirten-Bällchen mit Kirschtomaten", auch eine  "Himbeer-Buttermilch-Tarte". #Buttermilch ist übrigens eine klassische Zutat der osteuropäischen Küche. 

Weiter geht es dann mit #Bulgarien, dem Land im Buch, das mir kulinarisch gesehen am besten gefällt. Rosenrezepte sind typisch für diese Küche aus einem Land, das neugierig macht  macht, auch der unberührten Wälder wegen. 

#Istanbul ist ein ganzen Kapitel gewidmet. Eine Vielzahl köstlicher Rezepte, die dem Leser fast vertraut vorkommen und doch das #Schwarzmeer spiegeln, heißt es da auszuprobieren. Erneut dann liest man historisch Wissenswertes bevor man in die Schwarzmeerregion der Türkei eintaucht. Zwischen "Heißen Erdbeeren mit Joghurt" und "Gebackener #Halva" gibt es textliche Beschreibungen der pittoresken Landschaft und irgendwann eine Präsentation von #Trabzon und Umgebung. Traumhaft schöne Fotos von Teeplantagen lassen an Sri-Lanka denken, doch nein,   man befindet sich 50 Meilen östlich von Trabzon auf den Plantagen von #Rize, die zum Meer hin stufenförmig abfallen. Dort schaut es aus wie im Paradies. 

2253 Kilometer Reisestrecke, kurzweilige Beschreibungen, interessante Speisen und Getränke, dazu noch Gastfreundschaft  sprechen für dieses Buch. 

Doch lesen Sie bitte selbst. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Schwarzes Meer: Ein Reise- und Kochbuch

Rezension: Wilde Wiese-Pflück Dich glücklich- Sandra Schumann, Julia Schmidt-Callwey

Das "Wilde-Wiese-Team" setzt sich zusammen aus der Autorin Sandra Schumann, der Wildkräuter-Dozentin Anne-Schmidt-Luchmann und den Fotografen Julia Schmidt und Nikolas Hagele. 

Viele der oft ungeliebten Mitbewohner von Wiesen, Äckern und Parks sind- da stimme ich den Autoren gerne zu- dekorativ, wohlschmeckend und zumeist auch inhaltsreicher als ihre Verwandten in den Supermärkten. 

Gleich zu Beginn in diesem Kräuterkochbuch erfährt man, was und wo, wann und wie man sammelt. Anschließend lernt man insgesamt 19 Kräuter kennen. Für jedes der Kräuter steht eine Doppelseite zur Verfügung. Ausführlich beschrieben werden dann immer nachstehende Punkte: 

-Wo zu finden 
-Merkmale und Verwechslungsgefahr
-In der Küche
-Geschmack
 - Inhaltsstoffe, Wirkung und Heilkraft.

Großflächig kann man sich stets einen Eindruck vom Aussehen des fokussierten  Krautes verschaffen, sodass eigentlich nichts schief gehen kann beim Sammeln. 

Bei den thematisierten Kräuter geht es um: Borretsch, Brennnessel, Brunnenkresse, Dost, Gänseblümchen, Giersch, Gundermann, Kamille, Klee, Kornblume, Löwenzahn, Minze, Sauerampfer, Spitz-und Breitwegerich, Taubnessel, Vogelmiere, Wiesen-Salbei, Wilde Rauke und Wunderlauch. 

Man ist erstaunt über die Inhaltsstoffe dieser Kräuter. Speziell echte Brunnenkresse hat ein weites Spektrum an wichtigen Inhaltsstoffen, wie etwa Bitter- und Gerbstoffe, ätherische Öle und Mineralstoffe (Eisen und Calcium), auch viel Vitamin C und A  sowie  diverse B-Vitamine. 

Der Erläuterung der Kräuter folgen dann 50 Rezepte und zwar von wilden Kleinigkeiten und Drinks über grüne Sattmacher bis hin zu Keksen und Kaffee. Diese Rezepte werden stets schrittweise erläutert. Dabei sind die Zutaten präzise aufgelistet. Die Anzahl der Personen, für die ein  Rezept ausreicht, wird genannt und auch die Zubereitungs- Koch/Back- und Ruhezeiten sind stets aufgezeichnet. Ein appetitanregendes Foto vom Rezeptergebnis gibt es ebenfalls immer. 

Die Rezepte sind natürlich etwas für experimentierfreudige Köche aber auch Esser. Traditionalisten müssen hier oft über ihren Schatten springen. 

Da ist z. B. das Rezept für "Rotklee-Pesto", das  mit einer raffinierten Zusammensetzung punktet, das nicht nur zur Pasta, sondern auch zu Salaten und Ofengemüse eine ideale Ergänzung  darstellt. "Rauke-Butter" ist ganz einfach herzustellen und für Traditionalisten keine unüberwindbare Hürde, auch die "Bunte Tomaten-Tarte mit Dost" wird begeistern und die "Gefüllte Dost-Forelle" ebenso. Dost besitzt eine frische, leicht zitronige Note und passt gut zu Fisch. Bei diesem Kraut handelt es sich übrigens um Wilder Majoran. 

Sehr gut ist der "Kamillen-Erdbeer-Cocktail", der mit Sekt aufgegossen wird und ausprobieren sollte man den "Giersch-Erbsen-Eintopf mit Wiener Würstchen". Schmeckt wirklich lecker. 

Wer Lust und Mut hat, findet hier wirklich tolle Rezepte zum Experimentieren. 

Was werden Gäste bedenkenlos speisen? Wie werden sie reagieren, wenn man ihnen ein "Graupen-Risotto mit Wegerichknospen" präsentiert und als Dessert einen "Löwenzahn-Trunk auf Eis"? Spannend. Speziell, wenn man einen hartgesottenern  Old-school- Fleischesser am Tisch hat. 

Ein wirklich schönes, inspirierendes Buch, das ich gerne weiterempfehle, vor allem an aufgeschlossene, neugierige  LiebhaberInnen wilder Wiesen. 

Helga König

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Wilde Wiese: 50 Rezepte mit Wildpflanzen und Wildkräutern

Rezension: #SuperOlio- #Michaela_Bogner-Edition Delius

Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte Buch über Olivenöle auf "Buch, Kultur und Lifestyle" rezensiert habe. Von daher war ich neugierig auf "#SuperOlio" von Michaela Bogner, das im Delius Klasing Verlag erschienen ist. 

Frau Bogner hat von 1999 bis 2005 in der Nähe von Florenz gelebt und entwickelte dort ihre Begeisterung für Olivenöle. 2011 ließ sie sich an der IHK Florenz zur zertifizierten Olivenölverkosterin ausbilden und ist Mitglied der italienischen Verkostervereinigung ANAPOO. Sie hält seit 2012 Olivenseminare, importiert hochwertige Bio-Olivenöle und bloggt unter www.dasgoldderbauern.de.

Cettini Vicenzino ist für die Entwicklung der 30 Rezepte und die Foodfotografien  im Buch verantwortlich. Zuletzt hat sie mit einem ihrer Kochbücher den Gourmand World Cookbook Award für das beste italienische Kochbuch der Welt gewonnen. 

Der Designer Stefan Bogner verantwortet das Layout und die vielen schönen Fotografien von Land und Leuten in diesem Prachtband, dessen Vorwort Michaela Bogner verfasst hat. 

Die Autorin möchte mit ihrem Werk in die faszinierende Welt des neuen Olivenöls einführen. Dabei möchte sie die Leser in die Lage versetzen, gute von schlechter Qualität zu unterscheiden und will Anregungen geben, wie man hochwertige Olivenöle zu Hause in der Küche einsetzt. Sie nennt diese Seitenkategorie, die noch keinen offiziellen Namen hat, #SuperOlio. 

Das Buch ist in elf Kapitel untergliedert und nimmt seinen Anfang mit einer Zeitreise durch die Geschichte des Olivenöls vom Heilmittel zum kulinarischen Genuss. Dabei sollte man wissen, dass der Olivenbaum, eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt ist und die ersten wilden Olivenbäume schon 40.000 vor Christus zur Flora der Erde zählten. Der Ursprung des heutigen Olivenbaums stammt aus dem Süden des Kaukasus. 

Die Spuren des ältesten Olivenöls sind 8000 Jahre alt und es war der Dichter Homer (8. bis 7. Jahrhundert v. Chr.), der in seinen Schriften das Olivenöl erstmals als "flüssiges Gold" bezeichnete. 

Im Rahmen vieler kleiner Textbeiträge erzählt die Autorin sehr spannend die Geschichte des Olivenöls, die mit dem Beitrag über "moderne Ölmühlentechnologie, eine neue Qualitätsbewegung" endet. 

Dann erfährt man, dass innerhalb der letzten 30 Jahre der weltweite Konsum von Olivenöl um nahezu 80 Prozent angestiegen ist. Es folgen eine Fülle von Fakten, so etwa zur Olivenölproduktion in Italien und zum weltweiten Konsum. Anschließend liest man im Rahmen eines Interviews Wissenswertes von Andreas März, dem Ölproduzenten und Gründer sowie Chefredakteur des Magazins MERUM. Es folgen weitere spannend zu lesende, aufschlussreiche Interviews mit Leuten vom Fach, die viel über SuperOlio vermitteln können. Den  ausgesuchten Fachleuten viel Raum im Buch für die Vermittlung von Spezialwissen zu geben, finde ich mehr als nur lobenswert.

Über einige Seiten hinweg erhält man dann einen Überblick über die wichtigsten italienischen Olivensorten. Aufgelistet sind stets der Ursprung, das dominierende Aroma, die Nebenaromen und der Geschmack. 

Dann erfährt am ausführlich alles Wissenswerte vom Olivenhain bis zur Abfüllung. Zur Sprache kommen: Die Pflege des Olivenhains, die Ernte, die Verarbeitung und die Lagerung sowie Abfüllung. Man lernt ausgesuchte Olivenölproduzenten im Rahmen von Interviews kennen, so etwas Trappeto di Caprafico, der einen ZENgarten für Oliven besitzt und dessen Familie schon seit 1874 Oliven anbaut, kann sich in tolle Bilder vertiefen und begreifen lernen, wie kostbar dieses flüssige Gold tatsächlich ist.

Man erfährt zudem viel über die Heilwirkung des SuperOlio seitens Prof Maurizio Servili von der Universität Perugia. bevor man sich mit den 7 Gründen näher befassen kann, weshalb natives Olivenöl ein wirkungsvoller und starker Schutz für die Gesundheit ist. 

Auch über Aroma, Geschmack und Flavour wird man ausgiebig informiert, erfährt  wie Michaela Bogner verkostet, erkennt, dass das Wissen um SuperOlio mehr als nur vielfältig ist und freut sich daran teilhaben zu dürfen. 

Als Nächstes geht es um die Kulinarik. Hier kommen dann diverse Küchenchefs- auch wieder im Rahmen umfangreicher Interviews - zur Sprache. Dann schließlich  beginnt der Rezeptteil. Die insgesamt 30 Rezepte, die ich eingangs erwähnte, werden allesamt schrittweise gut nachvollziehbar erklärt. Die Zutaten sind bestens aufgelistet und die Zubereitungszeit wird genannt. Auch erfährt man für wie viele Personen die Zutaten ausreichen. Ein Foto vom Rezeptergebnis ist ebenfalls stets vorhanden. 

Neben tollen Pasta-Rezepten, gibt es u.a. ein Rezept für Venezianische Tappas, sehr schöne, dabei schlichte  Rezepte für einen Brot-Tomaten-Salat  sowie für eine delikate Florentiner Gemüsesuppe.  Was noch? Gute Dessertrezepte wurden auch nicht vergessen. 

Am meisten begeistert hat mich das Rezept für "Spaghetti mit Knoblauch und Öl- drei Zubereitungsarten", weil  dieses mit ganz wenigen Zutaten auskommt und der Schwerpunkt letztlich  geschmacklich auf den Ölen liegt. Das ist eine Huldigung von Superolio pur. Bravo!

Abgerundet ist dieses Kompendium für SuperOlio mit Einkaufstipps für diese hochqualifizierten Öle und Informationen zur Aufbewahrung. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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SuperOlio: Eine neue Spitzenkategorie italienischer Olivenöle - aromatischer und gesünder als je zuvor

Rezension: Mein Istrien Kochbuch- Mit Geschichten von Manfred Matzka- Brandstätter

Dieses Buch ist eine Teamarbeit von Anica-Matzka – Dojder und ihrem Ehemann Manfred Matzka sowie einer Reihe weiterer Menschen, die auf einer der letzten Seiten des Werks alle benannt werden. 

Anica Matzka- Dojder lebt seit 1972 in Wien und war Gesundheitsmanagerin und Politikerin. Sie erinnert sich gerne an ihre Kindheit in der #Vojvodina, mit delikatem Essen und großartiger Gastlichkeit. In Istrien  hat sie mit guten Köchen Freundschaft geschlossen und von ihnen gelernt. 

Manfred Matzka schreibt Reiseführer über die kroatisch-slowenische Halbinsel Istrien, des Weiteren publiziert er historische Abhandlungen. Für das vorliegende Werk hat er Geschichten über Istrien verfasst und zwar über die Historie der Halbinsel, ihr Lebensgefühl, ihre Menschen und deren Beziehung zum Genuss und zum Essen. 

Wo #Istrien genau lokalisiert ist, kann man einem Kartenausschnitt zu Beginn des Buches entnehmen. Dort auch sind Orte angeführt, die man in der Tipp-Liste für Märkte, Wein, Olivenöl, Restaurants und Trüffel präsentiert bekommt. 

Zwischen Manfred Matzkas kurzweilig zu lesenden Texten sind dann immer wieder Rezepte aus Istrien eingestreut, stets mit einer kleinen Vorabinfo, einer gut gegliederten Zutatenliste, einer schrittweisen Rezepterklärung und einigen, sehr brauchbaren Tipps für die jeweilige Speise. Sehr gut gefallen hat mir der Beitrag mit dem Titel "Istriens Küchenkräuter". Der Fokus liegt auf Lorbeer-Blättern, Rosmarin, Salbei, Thymian, Oregano, Lavendel und Basilikum. Hierzu erfährt man Näheres, liest über die Gepflogenheiten auf den Märkten, so etwa auf Fischmärkten Istriens und kann sich mittels des Rezeptes "Nudeln Mare e Monti" einen ersten Eindruck davon verschaffen, was man mit Meerestieren in der istrischen Küche so macht. Scampis werden nicht nur in diesem Gericht verwendet, auch in Kartoffelknödeln und im Salat beispielsweise.

Lecker ist ein vegetarisches Rezept für Maronensuppe mit Steinpilzen und Weißwein und neugierig macht der "Wildspargelsalat". Wilder Spargel ist ein bitterer, farbenkräftiger aus Istrien, der sehr einfach in der Zubereitung ist und in Istrien offenbar zu vielen Mahlzeiten gereicht wird. 

Man lernt eine Fischpastete zuzubereiten, auch Sardellen zu marinieren, erfährt ein gutes Muschelrezept, liest über den Fischfang rund um Istrien und kann sich in delikate Fischrezepte vertiefen. Hier tauchen dann immer auch die eingangs genannten Kräuter auf. Natürlich interessiert die Fischsuppe. Sehr gut ist das Rezept für "Seeteufel in Zitronensauce". 4 Biozitronen werden dazu verwendet, auch Rosmarinzweige und anderes mehr. Hier vermählt sich die Sonne mit dem Meer auf subtile Weise. 

Bestens werden diverse Fische näher beschrieben, so auch der Drachenkopf, der im "brodet" als Delikatesse gilt. In diesem Gericht geht man übrigens großzügig mit Knoblauch um. Über Pasta und Risotto in Istrien liest man ebenfalls  Wissenswertes, lernt auch hier landestypische Gerichte kennen, so etwa "Pasta mit Scampischwänzen in Tomatensugo" oder "Wildspargel-Risotto". 

Was noch? Spannend zu lesen, ist der Artikel über Lamm. Das dann folgende Rezept für  "Lammbraten" werde ich am Ostersonntag genauso  wie im Rezept zubereiten, d. h. den Braten nicht mit Rotwein, sondern wie im Rezept  mit Weißwein während des Garens im Ofen zu übergießen. Vermute, dass der Lammgeschmack dann besser rauskommt.

Einige Gerichte aus der ursprüngliche Küche von Istrien wie etwa "Gefüllte Paprika“ oder "Gestampfte Kartoffeln", in die Olivenöl - anstelle wie bei uns Butter- vermengt werden, lernt man kennen, liest Wissenswertes über Oliven aus Istrien und auch über Trüffel und lernt diese perfekt zuzubereiten,  beispielsweise einem Rezept für ein "Getrüffeltes Kaninchen". 

Über Wein von der Halbinsel Istrien wird man auch informiert und lernt einen istrischen Likör zuzubereiten, um schließlich  zudem noch einige süße Leckereien kennenzulernen. Hier überzeugt besonders der "Sauerkirschstrudel" und das "Kornelkirschenparfait" besonders. 

Natürlich ist das literarisch-kulinarische Gästebuch zum Schluss für Literaturfreunde interessant, weil man dort Wissenswertes über Literaten erfährt, so etwa Anton Tschechow und auch James Joyes,  die die Küche dort kennengelernt und etwas dazu geschrieben haben. 

Zu guter Letzt werden noch eine Reihe Restaurants empfohlen, sodass eigentlich eine Reise auf die Halbinsel nichts mehr im Wege steht.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Mein Istrien-Kochbuch. 70 authentische Rezepte mit regionalen Spezialitäten sowie Geschichten über Kultur, Kulinarik und Landschaft