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Rezension:Süßes: 150 Törtchen und Desserts (Broschiert)

Dieses handliche und damit küchentaugliche Rezeptbuch für 150 Törtchen und Desserts hat der 3 Sterne-Koch Michel Roux auf den Weg gebracht. Die gut gegliederten Rezepte werden von appetitanregenden Bildern begleitet, die es dem Betrachter nicht einfach machen, sich für das ein oder andere Rezept zu entscheiden. Womit möchte man seine Lieben oder sich selbst verwöhnen? Hier wird die Wahl zur süßen Qual.

Das Buch ist untergliedert in: Fruchtdesserts, Cremes und Zabaiones, heiße Soufflés und süße Puddings, Eiscremes, Sorbets und Granitas, Biskuits und Baisers, Mousses, Parfaits und Bayerische Cremes, Tartes und Pies, Kuchen und Torten, Pralinen und Gebäck, sowie Grundlagen.

Zunächst stellt Roux wichtige Zutaten für Törtchen und Desserts vor. Hier schreibt er über Eier, Mehl, Butter, Zucker, Gelatine, Schokolade etc, um dann wichtige Küchenutensilien näher zu erläutern.

Wie man Zitrusfrüchte filetiert und Früchte trocknet, macht er auch zum Thema.

Dann beginnt der Rezeptreigen, der mit Fruchtdesserts seinen Anfang nimmt. Rezept für Rezept wird bestens die jeweilige Zubereitung erklärt und es ist für jeden Geschmack und auch für jede Jahreszeit das Passende zu finden.

Hervorheben möchte ich bei den Fruchtdesserts "Zitrusfrucht in Weingelee", eine Dessert, das man mit Sauternwein zubereitet. Lobend erwähnen will ich die gute, schrittweise Erläuterung der Zubereitung von "Crème Anglaise" und die Hinweise ihrer Variationen mit Kaffee, Ingwer, Minze. Auch die Zubereitung der Zabaione wird auf Bildern gut dargestellt und dies gilt auch für die "Katalanische Creme". Sünde, Sünde, Sünde. Hier gilt es, Schuldgefühle zu verdrängen. Pausenlos.

Mein besonderes Augenmerk gilt der "Crème brulèe mit Ingwer". Sie ist von den Zutaten her weniger gehaltvoll als die klassische Form und dabei geschmacklich raffinierter. Gezeigt wird, wie man ein "Orangen-Soufflés" zubereitet. Das "Rhabarber-Soufflé" ist verlockend, aber auch das "Birnen-Soufflés mit Pistazien", an dem Eau-de Vie-Williamsbirne nicht fehlen darf.

Dass es gar nicht so kompliziert ist Crepe zuzubereiten, wird klar, wenn man sich die Arbeitsschritte anhand der Fotos genauer ansieht. Sie mit Sommerbeeren zu füllen, ist jetzt natürlich angesagt.

Begeistert bin ich u.a. vom "Blutorangensorbet", aber auch von den "Schwimmenden Inseln mit Rhabarber" und der genauen Erklärung wie man eine Biskuitrolle perfekt kreiert.

Ein Traum ist die "Bayerische Creme mit Mango". Dafür würde sich ein Fakir gewiss stundenlang aufs Nagelbrett legen.

Teeliebhaber werden erfreut von dem Rezept für "Kandierten Früchtekuchen" sein, dessen Oberseite nach dem Backen mit Rum beträufelt wird sowie einen Aprikosenguss erhält. Pralinenfreunde werden sicher gerne 80 Schokoladentrüffel herstellen, die natürlich von ganz hoher Qualität sind, wenn man die richtigen Produkte verwendet. Wer diese auf einen Sitz aufisst, ist eindeutig unmäßig und muss zur Strafe den Gipfel die Eigernordwand in Rekordzeit erstürmen.

Roux erklärt sogar wie man "Mandel-Tuies zubereitet". Diese Leckerei schmeckt übrigens überirdisch gut zu "Kaffee- Karamell-Creme".

Aufschlussreich sind die Grundrezepte zum Schluss, so etwa für "Creme Chantilly", die weitaus besser schmeckt als unsere preußisch steif geschlagene Sahne. Dafür freilich gibt es gute Gründe. Verraten werde ich sie an dieser Stelle nicht.

Ein wunderbares Rezeptbuch. 

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Rezension:Das beste Eis der Welt (Broschiert)

Jeni Britton Bauer, Amerikas Eiscreme-Queen, stellt in diesem Buch 120 Rezepte für köstliche Eissorten vor, die zuzubereiten nicht nur ein nettes Sommervergnügen darstellen kann.

Zunächst werden die einzelnen Arbeitsschritte genau erklärt und auf Fotos auch visualisiert. Die Zutaten und die Arbeitsgeräte werden ausführlich erläutert, da es bei der Herstellung von Eiscreme auf die kleinsten Details ankommt und zwar von der Art der verwendeten Milch bis zum Topf.

Die Sinneseindrücke beim Verzehr von Eiscreme werden auch ausgelotet. Hier geht es um Geschmack, Textur, Konsistenz und Abgang.

Man lernt die Grundrezepte für Eiscreme und Joghurteis kennen. Die Rezepte werden schrittweise genau erklärt. Falsch machen kann man da eigentlich nichts, wenn man brav umsetzt, was Bauer schreibt.

Man lernt auch feine Saucen oder Weinbrandkirschen und andere Leckereien für das Eis herzustellen, so etwa eine extra bittere dunkle Schokoladensauce, aber auch eine karamellisierte weiße Schokoladenglasur.

Die vorgestellten Eisrezepte sind den Jahreszeiten zugeordnet. Die Arbeitsschritte heißen stets: Vorbereiten; Zubereiten; Kühlen; Frieren.

Zunächst wird das jeweils vorgestellte Eis charakterisiert. Beispiel: "Earl-Grey-Eiscreme mit Kirschen"- "Schwarzer Tee mit Bergamotte Aromen und getrockneten Kirschen - dieses Eis ist süß und elegant. Earl Grey wird mit Bergamotteöl aromatisiert, das aus der Schale einer kleinen Orange gepresst wird. Das Aroma dieser Orangen erinnert an Bitterorangen und Pinien." (Zitat S. 41)

Hervorheben möchte ich das "Rhabarber- Joghurteis" als Top-Frühlingsleckerei. Für den Sommer gefallen mir das "Frische Minzeeis" und das "Ananassorbet mit Piment d`Espelette" am besten. Das präsentierte "Sommerobst-Dessert mit Joghurt-Zitroneneis" überzeugt selbst eingefleischte Eismuffel.

Bei den Herbsteissorten entsprechen das "Olivenöleiscreme mit gesalzenen Kürbiskernen" und das "Süßkartoffeleiscreme mit gerösteten Marshmallows" nicht meinem Geschmack, obschon die Rezepturen sehr raffiniert angelegt sind. Göttlich hingegen finde ich das "Rieslingbirnensorbet" und das "Olso-Abrosia-Eisdessert", das man mit "Cranberry-Royale-Sorbet" und einer "Himbeer-Preiselbeer-Sauce" zubereitet.

Im Winter dann warten Rezepte für "Orangenblüten-Eiscreme mit dunklen Schokostückchen", "Grapefruit-Hibiskus-Joghurteis" oder auch eine "Eiscreme mit Mandelkrokant und brauner Butter"" auf den verwöhnten Gaumen und viele, viele andere Sorten mehr, z.B. auch "Schoko- Rotwein- Eiscreme".

Diese Rezeptbuch empfehle ich gerne, denn es erlaubt uns endlich Eis auf den Tisch zu bringen, dessen Inhaltsstoffe wir wirklich kennen.

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Rezension: Fresh! 150 Rezepte für Säfte, Smoothies & Co (Broschiert)

Dieses Buch enthält 150 leckere Rezepte für fruchtige Smoothies, Fruchtsäfte und Coolers, sahnige Smoothies und Milchshakes, Gemüsesäfte und Fruchtiges mit Schwips. Der Schwerpunkt liegt auf alkoholfreien Getränken, die man zumeist auch Kindern unbedenklich serverien kann.

Lobend erwähnen möchte ich gleich zu Anfang die vielen appetitanregenden Fotos der farblich beeindruckenden Getränke, die zumeist ohne Zucker zubereitet werden.

Vor jedem der Rezepte erfährt man Wissenswertes über einzelne Zutaten. Die Rezepte sind gut erläutert und die Zutaten problemlos auf jedem Wochenmarkt zu erwerben. Viele der Getränke sind hervorragende Muntermacher. Das gilt nicht zuletzt auch für "Welcome", in dem Salatgurken, Melonen und Ingwer eine entscheidende Rolle spielen.

Sehr delikat auch ist der "Ananas-Ingwer-Slush mit Minze", ein ideales Getränk an heißen Tagen.

Bei den Fruchtsäften und Coolers fiel mir sofort die "Vitamin-C-Bombe" ins Auge, die aus Orangen, Grapefruits und Erdbeeren zubereitet wird und bei der man einen Teil der weißen Haut der Zitrusfrüchte mitverarbeiten sollte, weil diese viele Antioxidantien enthalten.

Lecker auch finde ich die Mischung aus frischer Birne, Apfel, Ingwer und reifen Kiwis und auch jene aus Birne und Ingwer. Da diese Getränke nicht süß sind, eignen sie sich auch als Durstlöscher.

"Eismokka spezial" gehört der Rubrik "Sahnige Smoothies und Milchshakes" an und wird mit Biomilch zubereitet. Die diversen Lassis schmecken auch besser, wenn man fettarme Biojohurts verwendet.

Sehr gut finde ich die Rezepte für Gemüsesäfte. Hervorheben möchte ich hier den munter machenden "Salat-Petersilien-Trunk", der durch seine Farbe und auch geschmacklich besticht. Super lecker und munter machend ist auch die "Virgin Mary"", in der Tomaten, Chilischote, Selleriestangen, Knoblauchzehen, Worcestersauce und Eiswürfel eine Rolle spielen.

Wer einen Schwips bekommen möchte,findet auf den letzten Seiten entsprechende Rezepte und wer diesen gemeinsam mit anderen erleben will, der sollte eine "Tropische Sangria" zubereiten. Die Rezeptur klingt vielversprechend und versetzt den Leser gedanklich in andere Gefilde.

Ein Buch, das ich gerne empfehle. 

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Rezension:Frische Fische - Kochen und essen (Gebundene Ausgabe)


Anfang letzten Jahres habe ich meinen Fleisch- und Wurstkonsum vollständig eingestellt, bin allerdings nicht zur Vegetarierin geworden, da ich nach wie vor einige Male in der Woche Fisch esse. Kochbücher, die interessante, vielleicht auch neue Fischrezepte vorstellen, machen mich seither natürlich neugierig, nicht zuletzt weil ich mit Vorliebe Unbekanntes ausprobiere, um Langeweile am Herd und bei Tisch zu vermeiden .

Das vorliegende, reích bebilderte Fisch-Kochbuch ist eine Gemeinschaftsarbeit der Hobbyköche Dirk Stermann, der als Autor, Moderator und Kabarettist in Wien lebt und der in der Bio-Fischzucht Gut Hornegg aufgewachsenen Kunsthistorikerin Christiane Kada, sowie des Fotodesigners Stephan Friesinger.

Wie man dem Intervíew zu Buchbeginn, das Florian Holzer mit Kada und Stermann führt, entnehmen kann, haben die beiden ein Kochbuch auf den Weg gebracht für Leute, die Freude an gutem Essen haben und zudem Interesse am Kochen mit Süßwasserfischen.

Man erfährt in der Folge Wissenswertes zur biologisch geführten Fischzucht von Gut Hornegg, dessen Teiche auf eine Anlage aus der Barockzeit zurückgehen. Nicht uninteressant zu lesen, dass die dortige Teichlandschaft einer großen Anzahl seltener Tiere einen adäquaten Lebensraum bíetet. Das Zusammenspiel der einzelnen Umweltfaktoren ist in einer Teichlandschaft überaus komplex. Es handelt sich bei den Teichen um leistungsstarke Ökosysteme, deren Gesetzmäßigkeiten man nicht stören darf. Will man ihr Gleichgewicht wahren, muss der Teichwirt Pflanzenwachstum, Nährstoffeintrag und Fischbesatz sorgfältig ste uern, (vgl.: S.19).

Man erfährt des Weiteren, was man unter "nachhaltigen" Fischen versteht. Es geht mithin um den respektvollen Umgang mit der Natur und seinem Fischangebot, das durch seine Produktíonsweise und seine überzeugende Qualítät der Überfischung der Meere verantwortungsvoll entgegenwirken soll, (vgl.: S.20).

Zunächst lernt man Speisefische kennen, die in der naturnahen Teichwirtschaft heranwachsen. Dabei handelt es sich um: Amur, Brachse, Flussbarsch, Hecht, Karausche, Karpfen, Rotauge, Rotfeder, Schleie, Wels und Zander. Diese Fische werden allesamt sehr gut charakterisiert, zudem bekommt man stets Informationen zu alternativen Namen dieser Fische, erfährt welcher Familie sie angehören, wie alt sie maximal werden können, wie groß sie sind und wovon sie sich ernähren. Der Wels kann übrigens bis zu 100 Jahre alt werden, aber auch der Karpfen hat die Chance 50 Jahre zu leben, wenn er zuvor nicht in der Pfanne landet.

Erklärt wird ausführlich wie man Fische schlachtet, sie aufbewahrt und welche Werkzeuge man benötigt, um sie zuzubereiten. Aufgelistet wird alsdann, welche Beilagen zu Fisch passen, auch welche Saucen und Gewürze. Erfreulicherweise werden auch Weinvorschläge gemacht, die ich bedenkenlos abnicken kann.

Die Rezepte im Buch sind untergliedert in: "Suppen", "Ganz schnell gekocht", "Panaden und Krusten", "Kinderleicht", "Festliche Gaumenfreuden", "Fische Grillen", "Aus anderen Ländern und Kulturen", "Innereien", "Rezepte aus vergangenen Tagen", "Feine Räucherfische", "Resteessen".

Die Zutaten sind jeweils übersichtlich aufgelistet und die Zubereitung wird stets schrittweise erläutert. Generell wird auf ausgewogene Aromen geachtet und sehr gut mit Gewürzen und Kräutern hantiert.

Bei den Suppen gefällt mir die "Bouillabaisse von Süßwasserfischen" besonders gut. Diese Fischsuppe enthält keine Schalen- und keine Krustentiere, erinnert aber von den Geschmacksnuancen aufgrund der Würzung schon ein wenig an die südfranzösische Köstlichkeit. Gefallen hat mir aber auch "Halaszle". Das ist eine ungarische Spezialität, an der Paprika und Chili nicht fehlen dürfen.

Einfach und dennoch geschmacklich raffiniert finde ich das Rezept für "Zanderfilet in Zitronen-Kapernsoße", das sich sehr schnell zubereiten lässt. Die zahlreichen vielversprechenden Karpfengerichte, werde ich wohl erst im Spätherbst ausprobieren und stattdessen jetzt und im Sommer verschiedene Zandergerichte zubereiten. Leider habe ich keine Idee, woher ich "Zanderwangerln" kríegen soll. Schade. Die "Zanderwangerln auf Pappardelle mit Safransauce" hätte ich gerne zubereitet. Das Rezept ist hervorragend. Allerdings klingt das Rezept für "Zanderfilet auf Fenchel-Risotto" auch vielversprechend und lässt problemloser zubereiten.

Wer im Sommer gerne grillt, wird darf sich über die entsprechenden Grillfischrezepte freuen, speziell über das "Gegrillte Welssteak mit Peperonata", sofern ihm nicht der Bissen im Mund stecken bleibt bei dem Gedanken, dass das Tier hundert Jahre hätte alt werden können.

Von den vorgestellten Fischgerichten aus anderen Ländern sagt mir ein Gericht aus Sizilien am meisten zu, nicht zuletzt wegen der orientalischen Geschmackseinflüsse. Der "Gemischte Fisch auf Couscous" macht mich der Aromen wegen neugierig. Vor allem des Nelkenaromas wegen. Ob dieses Powergewürz mit dem zarten Fischgeschmack harmoniert?

Es ist unmöglich im Rahmen einer Rezensíon alle Rezepte näher zu beleuchten. Aufgefallen sind mir viele bislang unbekannte Fischspeisen, z.B. im Bereich der Innereien, wie etwa "Gebratener Karpfenmilcher mit Zitronenzesten und Petersilie" und im Bereich von feinen Räucherfischen "Lasagne vom geräucherten Amur".

Die Zubereitungsart und die Würzung der Gerichte ist sehr unterschiedlich. Insofern ist das Kochbuch eine Bereícherung für alle, die gerne Fischgerichte mögen. Ich finde übrigens, dass nur derjenige Fische essen sollte, der zumindest einen solchen schon mal ausgenommen hat. Eine Art Bewusstwerdungsritual nicht nur für Fischstäbchenesser.

Empfehlenswert. 

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Rezension: La Provence wie wir sie lieben: Rezepte voller Duft und Aromen des Südens (Gebundene Ausgabe)


Die Provence zählt zu meinen Lieblingsgegenden in Europa. Ich habe diese Region im Laufe der letzten Jahrzehnte einige Male besucht, doch leider war ich bislang noch nicht in der "Bastide Saint Antoine" in Grasse, wo man die Küche des Sternekochs Jacques Chibois genießen kann. Er und die Autorin Lousia Jones, sowie der Fotograf Guy Hervais haben das vorliegende Buch auf den Weg gebracht, das dem Leser Einblicke in die Besonderheiten der Region gibt, speziell im Hinblick auf die kulinarische Vielfalt.

Themen sind das provenzalische Haus, der Garten sowie Genuss und Wohlbefinden dort. Des Weiteren lernt man eine Vielzahl von provenzialischen Rezepten von Jacques Chibois kennen, wie auch wissenenswerte Tipps des Kochs aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz.

Zunächst wird man darüber aufgeklärt, was man unter einer "Bastide" versteht, einem Begriff, den man in der Provence schon im 13. Jahrhundert kannte und den der Bauexperte Émile Garcin heute als "herrschaftliches Haus im Grünen" umschreibt. Über die Freuden des provenzialischen Brunches wird man unterrichtet, auch über regionaltypische Bettwäsche und wo diese hergestellt wird. Wissenswertes liest man über die Verwendung einer irdenen Form, in der früher eine Speise der einfachen Bevölkerung gegart wurde, das sogenannte "Tian", ein vegetarisches Gemüsegericht.

Heiraten in der Provence ist ein Thema dieses Buches, natürlich auch die Rosen aus Grasse, die nicht nur im Hinblick auf die Parfumindustrie, sondern auf die Verwendung in der Küche. Chibois wartet diesbezüglich mit einem Rezept für ein entsprechendes Dessert auf, genannt "Rosenblätter it Walderdbeeren und Pistazien". Sehr edel. Solche Desserts haben die Troubadoure einst Ihren angebeteten Damen kredenzt, vermute ich mal. Wie kann da noch widerstehen?

Man liest über die Gärten von Saint-Antoine, die den charakteristischen Grundriss der alten Güter um Grasse bewahrt haben, deren breite Wege gemächlich zwischen den Olivenbäumen hindurchführen und liest auch über die Gärten von Val Joanis im Süden des Luberon, oberhalb von endlosen Weinbergen und Olivenhainen.

Weinberge assoziiert man nicht grundlos mit Pfirsichen und freut sich ein entsprechendes Rezept kennenzulernen, dass man gewiss auch mit Weinbergpfirsichen aus den Rheingau kreieren kann, die Rede ist von "Pochierten Pfirsichen mit Eisenkraut-Eis und Himbeeren".

Chibois erläutert u.a., wie man Blüten in der Küche verwendet und Kräuter in Saucen, aber man lernt auch den fachgerechten Umgang mit Zitronen und Sahne in Speisen sowie das richtige Garen von Fisch.

Spannend zu lesen ist der Beitrag mit dem Titel "Gemüse aus Revolutionstagen". Hier geht es um die Geschichte von Tomaten und Auberginen, die erst nach der Französischen Revolution in Frankreich in der Küche ihren Durchbruch fanden. Über Menton und seine Zitronen liest man Aufschlussreiches, nicht zuletzt auch über das dort alljährlich stattfindende Zitronenfest, das den örtlichen Zitronenanbau belebt. Ein delikates Rezept hierzu findet man auf Seite 126:"Mit Zitrone und Ingwer marinierter Thunfisch und Schafskäseklößchen".

Es folgen eine Reihe sehr schmackhafter südfranzösischer Gerichte, wie etwa "Dorade mit Fenchel, Zitrone und glasierten Aprikosen","Minestrone aus frischen Früchten und Gemüse mit Olivenöl-Givré", "Gebratener Petersfisch mit Selleriesauce und keinen Artischcken" etc. aber auch ein Bericht über das Gemüse aus dem Var und ein weiterer über das Olivenöl einst und Heute.

Alles in allem ein sehr aufschlussreiches Buch,  über die Gepflogenheiten und die kulinarischen Genüsse in der Provence.

Empfehlenswert.
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Rezension:Schaum & Glas: 80 Rezepte für Espumas und feine Verrines (Broschiert)

Dieses bemerkenswerte, reich bebilderte Rezeptbuch des Autors Paul Simon und des Kochs und Patissiers José Maréchal enthält 80 Rezepte für Espumas, Chantillys und feine Verrines.

Der Begriff "Espuma" stammt aus dem Spanischen und heißt "Schaum". Dabei bleibt anders als beim Mousse, einer verwandten Zubereitungstechnik, das natürliche Aroma, die Vitamine, Mineralstoffe und die Farbe erhalten. Die Festigkeit erhält dieser Schaum durch Gelatine oder Agar-Agar. "Chantilly" wird aus aromatischen Zutaten und Sahne hergestellt. "Verrines" wiederum bestehen aus geschichteten Köstlichkeiten im Glas.

Die Autoren untergliedern Ihre Rezepte in:

Süße Chantillys
Herzhafte Chantillys
Die Vielfalt der Espumas
Cocktail-Espumas
Herzhafte Schäume
Süße Schäume
Verrines
Im Hinblick auf die Zubereitung der Chantillys und Espumas erhält man eine allgemeine Rezeptanleitung. Davor allerdings wird man über den Utensilien zur Herstellung der Speisen gut nachvollziehbar unterrichtet.
Die süßen Chantillys eignen sich bestens zum Garnieren von Eisbechern und dergleichen. Dies gilt im Besonderen für "Chantilly mit Pistazien", zu deren Zubereitung man Schlagsahne, Pistazienpaste, Bittermandelöl und Zucker verwendet.
Herzhafte Chantillys eignen sich als Dip zu rohem Gemüse oder als Alternative zur Mayonaise, etc.

Sehr delikat schmeckt das "Aprikosen-Espuma", das sich einfach herstellen lässt und ganz ohne Zucker zubereitet wird. Ein Traum für Zunge und Gaumen ist übrigens "Champagner-Espuma mit Brombeerlikör". Einfach unwiderstehlich.

Lobend erwähnen möchte ich die herzhaften Schäume, vor allem "Espuma Tomaten-Mozzarella", eine delikate Vorspeise im Rahmen eines mediterranen Menüs. Sehr gut auch ist das Rezept für "Marinierte Dorade mit Safran-Chantilly", ein schönes Zwischengericht, das nur durch "Jakobsmuschel-Carpaccio mit Limetten-Chantilly" getoppt werden kann.

 den süßen Schäumen haben jetzt im herannahenden Monat Mai die "Erdbeeren mit Erdbeer-Chantilly und Basilikum" die erste Präferenz. "Irish Coffee mit Chantilly" allerdings ist eine Delikatesse, die man sich das ganze Jahr gönnen darf, sofern man ansonsten nicht sündigt.

Bei den Verrines schließlich gilt mein besonderes Augenmerk im herzhaften Bereich den "Lachs-Tapioka mit Kreukümmel-Guacamole", den "Riesengarnelen mit Sprossen" und der "Gemüse-Charlotte".
Im süßen Bereich wage ich mich kaum etwas hervorzuheben, weil alle Desserts überirdisch gut sind. Ich werde am Wochenende" Rot und Schwarz" zubereiten. Hier schmiegt sich im Glas eine "Rote Erdbeer-Himbeer-Johannisbeergrütze" an eine "Zartbitterschokoladencreme" und warten darauf, dass man sie gemeinsam genießt. Erdbeerdessertliebhaber werden sicher auch von den "Erdbeeren mit Basilikum und Limoncello" begeistert sein.

Ein Buch, das ich gerne empfehle.

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Rezension:Essbare Blüten: Bunte Rezepte für Speisen und Getränke (Gebundene Ausgabe)

Die Autorin Claudia Költringer hat gemeinsam mit der Fotografin Bettina Salomon dieses schöne Rezeptbuch auf den Weg gebracht, das ich mit Interesse gelesen habe. Verdeutlicht wird hier, dass Blumen nicht nur zur Tischdekoration dienen, sondern dass man sie auch essen kann.

Ich gebe zu, dass ich etwas befangen bin, wenn ich ein Gänseblümchen zerkauen soll, habe aber keine Probleme die Blätter einzeln im Salat zu verspeisen. Es ist ein emotionales Problem, das beim Verspeisen eines Blumengesichtes entsteht. Diesem Problem möchte ich mich nicht aussetzen. Deshalb bleiben Gänseblümchen in der Suppe reine Deko, die beim Löffeln an den Tellerrand gelegt werden.

Wie man erfährt, haben die Ägypter bereits Rosen, Veilchen und Lavendel an Speisen verwendet und in der asiatischen Küche werden die Blüten von Chrysanthemen, Zitronengras und Koriander schon mehr als 1000 Jahren eingesetzt. Die wirklich große Kunst der Verarbeitung von essbaren Blüten in kulinarische Köstlichkeiten entwickelte sich in Frankreich, wurde über die Jahrhunderte zunehmend verfeinert und eröffnete mit dem Ende des 18. Jahrhunderts völlig neue Wege. Blütenaromen im Alkohol sind übrigens eine Erfindung der Italiener. Hier nämlich tauchen die Rezepte für die ersten Liköre auf.

Das Buch thematisiert:
Salat und Suppen, Dips und Desserts
Essig und Öl
Soßen, Dressing und Co.
Gewürze, Tees, Liköre und Limonaden.

Die Rezepte werden alle sehr gut erläutert und schrittweise erklärt. Anhand von hübschen Fotos hat man Gelegenheit sich die Rezept-Ergebnisse anzuschauen.

Wer weniger befangen ist als ich, wird bei den Salaten, Suppen, Dips und Desserts viele Anregungen finden. Gänseblümchen in der Suppe sehen allerliebst aus. Aber genau das ist der springende Punkt.

Gefallen haben mir die Essig- und Öl-Rezepte, auch die Dressings und Gewürze, aber vor allem die Tees.

Die Blütenporträts zum Schluss habe ich mit großem Interesse gelesen. Spezielle Blumen werden im Einzelnen näher beschrieben und es kommen auch jeweils Standort, Ernte und Verwendung zur Sprache.

Das Buch ist sehr schön gestaltet, informativ und alle Mal seine fünf Sterne wert, auch wenn für mich Hornveilchen, Löwenmäulchen und Gänseblümchen tabu sind.
Frische Erdbeeren mit Rosenpfeffer übrigens schmecken vorzüglich. Das Rezept finden Sie auf S. 91

Empfehlenswert.

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Rezension:Die Gesunde Wildkräuter-Küche: 120 Rezepte mit Gänseblümchen, Vogelmiere & Co (Gebundene Ausgabe)

Es ist nicht das erste Wildkräuterkochbuch, das ich rezensiere. Da ich aber gerne Speisen mit Wildkräutern zubereite, bin ich an neuen Rezepten stets überaus interessiert.


Das vorliegende, reich bebilderte Buch haben die Kräuterpädagogin Katharina Schober und die Autorin Dr. Renate Hartmann auf den Weg gebracht. Nach einer sehr informativen, mehrseitigen Einleitung, in der man Wissenswertes über die Wirkstoffgruppen der Wildkräuter erfährt und in diesem Zusammenhang liest, worin der Wirkstoff "Salvetrol" erhalten ist, man des Weiteren mit Phytomedizin, Tipps zum Sammeln von Wild- und Unkräutern und der Aufbereitung von Wildkräutern konfrontiert wird, hat man Gelegenheit sich in über 40 Kräuterporträts zu vertiefen und eine Vielzahl delikater Rezepte kennenzulernen.


Man erfährt immer, wo man das jeweilige Kräutlein findet, womit man es verwechseln kann, wie es schmeckt, wann man es pflückt, welche Inhaltsstoffe es hat, wie es sich mit der Heilwirkung verhält und was es im Hinblick auf die Tradition zu sagen gibt.

Bei den Rezepten gefallen mir jene am besten, bei denen man die Kräuter frisch verwendet. Ich denke dabei an "Brennesselsalat", "Gierschpesto", "Grünes Kräuterpesto mit verlorenen Eiern", oder an den "Wilden grünen Trank".

Generell finde ich die vielen Infos über die Heilwirkung der Pflanzen lobenswert. Wer Vitamin C nicht in Pillenform zu sich nehmen möchte, sollte es mit Kornelkirschen probieren, denn diese gelten als Powefrüchte, was den Vitamin C- Gehalt anbelangt und beinhalten zudem auch noch Magnesium, Phosphor, Zink, Eisen, Mangan, Kupfer, Kalium und Weinsäure.

Die letzten Seiten des Buches behandeln essbare Blüten. Zudem wird kurz aufgelistet, welche Kräuter sich zu Würzkräutern, welche für Salate und welche sich für Suppen und Gemüse eignen.

Ein Buch, das ich gerne empfehle, nicht zuletzt, weil es zu Spaziergängen in der Natur anregt, wo man mit dem Buch in der Hand, sicherlich das ein oder andere Kräutlein findet.

PS: Sauerampfer habe ich in einen Terrakottakübel gepflanzt. Er soll gegen Frühjahrmüdigkeit helfen. Davon habe ich noch nichts bemerkt. Vielleicht sollte ich die Dosis erhöhen.

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Rezensionen: Crème Brûlée: Knusprig zarte Verführung (Gebundene Ausgabe)

Dieses Set enthält einen funktionstüchtigen Küchen-Gasbrenner und ein kleines Rezeptbüchlein mit überaus delikaten Rezepten für den verwöhnten Gaumen.

Vorgestellt werden zahlreiche Variationen der "Crème Brulée", zu Deutsch "gebrannte Creme", die ich übrigens in den frühen 1990er erstmals in Avignon im Hotel "L`Europe" gegessen habe. Die Creme kommt aber nicht aus Südfrankreich, sondern aus Katalonien. Dort wird sie traditionell in flachen Tonschalen serviert. Im vorliegenden Buch lernt man von dieser Eier-Vanille-Creme salzige und süße Variationen kennen.

Eingangs erhält man sehr gute Tipps, die man beherzigen sollte, wenn man zufriedenstellende Ergebnisse erzielen möchte.

Die Rezepte werden schrittweise und dabei sehr gut erläutert. Sie sind untergliedert in Rezepte für zwei Personen, solche, wenn Freunde kommen und solche für die ganze Familie.

Besonders gut finde ich die Rezepte für die "Crème Brulée mit Süßwein", die "Crème Brulée mit Zitrone, Honig und Pinienkernen" und die "Crème Brulée aus Mascarpone und Himbeeren". Schoko- Crème-Brulées kommen meinem Geschmacksempfinden nicht entgegen und die salzig- süßen Variationen finde nur ich dann interessant, wenn sie als Käsegang ein Menü abschließen, so etwa als "Crème Brulée mit Roquefort und Aprikosen" oder als "Crème Brulée mit Ziegenkäse und Rosmarin".

Süßkomponenten in der Vorspeise sind dann raffiniert, wenn sie beispielsweise als "Crème Brulée mit eingelegten Tomaten" daherkommen, weil hier die säuerlichen Geschmacksnoten der Tomaten sich vortrefflich mit den zuckrigen der Karamellschicht verbinden.

Empfehlenswert.

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Rezension:Butcher, S: Veggiestan: Der Zauber der orientalischen Gemüseküche (Gebundene Ausgabe)

Sally Butcher hat ein wirklich bemerkenswertes Kochbuch auf den Weg gebracht, denn sie bringt dem Leser den Zauber der orientalischen Gemüseküche nahe. Der Begriff "Veggiestan" der für "Land der Gemüse" steht, ist frei erfunden, ist vermutlich das Land der Träume all jener, die sich Fleischspeisen verabschiedet haben.
In der Einleitung schreibt die Autorin Wissenswertes u.a. über das Erlebnis "Essen in Orient", um dann mit einer Fülle delikater Rezepte aufzuwarten. Diese untergliedert sie in die Kapitel: Brot und Teigwaren, Kräuter und Salate, Milch- und Eierspeisen, Suppen, Hülsenfrüchte, Reis und Getreide, Gemüse, Kochen mit Früchten, Eingelegtes, Eingemachtes und Würzsaucen und Süßspeisen.

Die Besonderheit bei den 170 Rezepten besteht darin, dass man vor den meisten Rezepten Wissenswertes zum warenkundlichen Hintergrund des Gerichtes erfährt und auf diese Weise ganz allmählich mental in die orientalische Küche eintaucht.

Die einzelnen Rezepte sind hervorragend erklärt. Die Art Rezepte zu erläutern, erinnert das Errählen orientalischer Geschichten. Die Eile, die der Diktion der europäischen Rezeptvermittlung anhaftet, ist hier nicht gegeben.

Mein Augenmerk galt besonders den Kräutern und Salaten. In diesem Kapitel werden auch die Hausmittel und die Kräuterheilkunde und so bemerkenswerte Rezepte wie etwa "Gurken-Granatapfel-Salza" oder auch ein "Sellerieragout mit Kräutern" vorgestellt. Dabei handelt es sich bei den Kräutern um Minze, Petersilie und Koriander.

Interessant auch sind die Milch- und Eierspeisen und hier speziell die "Auberginen mit Joghurtsauce", ein leckeres Sommergericht und die "Überbackenen Tomaten mit Eifüllung", die mit "Zatar" gewürzt wurden. Sommerlich muten ferner die Zutaten für die "Kalte Joghurtsuppe mit Safran" an. Diese Suppe erhält durch die Kräuter den letzten Pfiff. Dill und Minze sollten unbedingt dabei sein.

Sehr gut beschrieben werden die wesentlichen orientalischen Gewürzmischungen, die in so mancher Suppe eine Rolle spielen. Wer Gerichte mit Hülsenfrüchten Reis oder Getreide schätzt, findet hier viele außergewöhnliche Speisen, allesamt hocharomatisch gewürzt. Besonders loben möchte ich den "Bulgursalat mit Spinat und Aprikosen", an dem die Pistazien nicht vergessen werden dürfen, über die man auf Seite 182 Näheres erfährt.
Wer Auberginen, Artischocken und Okraschoten zu schätzen weiß, findet im Buch viele ansprechende Rezepte.

Erwähnenswert auch ist ein Pflaumeneintopf, der süße, saure und feurige Komponenten sein Eigen nennt. Manche Rezepte enthalten getrocknete Berberitzen, so etwa die "Linsen mit Pfirsichen und Chili", eine Speise, die mit Muskat und Zimt gewürzt ist.

Die Desserts sind natürlich teilweise recht süß. Davon mal abgesehen haben mir die "Meringen mit Granatäpfeln" am besten gefallen, weil der Granatapfel eine typisch orientalische Frucht ist und in dem Rezept hocharomatisch daherkommt.

Das Buch enthält sogar Kaffee und Teerezepte, mit denen man auch ein vegetarisches Menü abrunden kann.

Alles in allem ein tolles Buch, dass all jenen Freude machen wird, die geheimnisvolle Aromen mögen.

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Rezension:Verführerische Rezepte aus dem Garten: Kochen, dekorieren, genießen (Gebundene Ausgabe)

Dieses wunderschöne, reich bebilderte und dabei sehr informative Buch stellt delikate Rezepte aus dem Garten vor. Das Konzept ist in Zusammenarbeit der Zeitschrift "Wohnen und Garten" mit dem "Callwey Verlag" entstanden. Ein Beweis, dass Team-Arbeit Bemerkenswertes hervorbringen kann.

Die Rezepte sind in 25 Kapitel untergliedert und eine wahre Freude für all die Menschen, bei denen die Augen gerne mitessen. Vieles, was der Garten hervorbringt, findet in den leckeren Rezepten Platz. Zudem wird mit hübschen Deko-Ideen aufgewartet.

Verlockend klingt die Rezeptur für eine "Gurkensuppe mit Bärlauch und Krebsfleisch" gleich zu Beginn und auch die "Räucherlachsröllchen", bei denen Schnittlauch und Dill eine nicht unwesentliche Rolle spielen, schmecken gewiss sehr delikat.


Man liest allgemeine Betrachtungen zu Kräutern, um dann entsprechende Rezepte kennenzulernen und sich aufgrund der Fotos Appetit zu holen. "Spargel-Cappuccino mit Koriander" schmeckt sehr lecker. Die orientalischen Geschmacksnoten des Korianders harmonieren vortrefflich mit dem grünen Spargel. Das hätte ich eigentlich nicht für möglich gehalten.

Die Vorschläge für Dekorationen mit Kräutern beeindrucken mich sehr. Mit wenig Mitteln lassen sich eine romantische Tischdekoration gestalten oder Blütenkränze kreieren, die sich an Türklinken einladend befestigen lassen.

Wie ein Rendezvous unter Apfelbäumen ausschauen kann, weiß man spätestens nach der Lektüre des Buches, aber auch über eine Gartentafel zu Ostern bleibt man nicht unaufgeklärt. Sehr delikat sind die Rezepte hier für "Häppchen mit Kaviar und Garnelen" und "Kräuterschaumsuppe mit gebackenem Ei".

Über Salate aus dem Garten wird man unterrichtet. Hier kann ich die "Tomaten-Vinaigrette", auch das "Joghurtdressing mit Schnittlauch" sehr empfehlen.

Gefallen hat mir nicht zuletzt das Kapitel über Waldmeister und dort besonders das "Waldmeister- Sabayon", in dem ein guter Weißwein nicht fehlen darf.

Wer Holunder mag, findet im Buch sehr gute Rezepte und wer Erdbeeren liebt ebenfalls. Sehr lecker schmeckt das "Erdbeermousse mit Blätterteigstangen". Das Dessert eignet sich als 3. Gang beim Ostermenü bestens. Wussten Sie, dass es seit dem 14. Jahrhundert in europäischen Gärten Erdbeeren gibt?

Der "Beerenkuchen" ist geradezu ideal für eine sommerliche Tafel, freilich auch das "Himbeersouffle", zu dem man ein Vanilleeisbällchen reicht. "Schweizer Johannisbeerenkuchen" verlockt ebenso wie eine "Holunderbowle mit Erdbeeren". Gefallen finde ich auch an "Erdbeer-Tomaten-Salsa", an einer "Melonen-Minz-Kaltschale" und den vorzüglichen "Kirsch-Rezepten". Ideal für den Sommer sind "Gazpacho aus Tomate und Wassermelone mit Koriander", auch "Gegrillte Auberginen" sowie die köstlichen Fenchelrezepte.

Mein besonderes Augenmerk gilt den Mirabellen- und Pfirsichrezepte. Hier werde ich im Sommer einige zubereiten. Der "Mirabellen-Strudel mit Blätterteig" und der "Gebackene Pfirsich mit Mandelstreuseln" sind gewiss unwiderstehlich, aber " Cidre-Zimt-Apfel mit Vanilleeis" nicht minder.

Empfehlenswert. 
Bilder:  Callwey-Verlag
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Rezension:Norbert Niederkofler - Mein Südtirol: Eine kulinarische Rundreise (Gebundene Ausgabe)

Dieser Prachtband, in dem Zeno von Braitenberg und Christine Lasta den hochdekorierten Starkoch Norbert Niederkofler und sein Umfeld portätieren, ist weit mehr als ein Kochbuch. Es ist eine Liebeserklärung an Südtirol, die Heimat Niederkoflers, von der er sagt, dass er nirgendwo auf der Welt eine spannendere Symbiose aus nördlich präziser Mentalität und südlich mediterraner Lockerheit erlebt habe als dort. Die sich für einen Koch daraus ergebenden Voraussetzungen, versucht er in seinen höchst komplexen Gerichten zu vermitteln, von denen man eine Auswahl im Buch kennenlernen kann.

Das Buch ist in vier Teile untergliedert und besticht durch seine zauberhaften Bilder von Südtirol, realisiert von dem Fotografen Udo Bernhart.

Für den Südtiroler, so erfährt man, ist der Umgang mit dem Elementaren, das sich Konzentrieren auf die vier Elemente von entscheidender Bedeutung. Ihm geht es allerdings nicht so sehr um die esoterischen Zuordnung, die es in diesem Zusammenhang gibt, sondern darum, die Elemente in ihrer jeweiligen Einzigartigkeit zu erkennen und zu respektieren, (vgl.: S. 28).


Der erste Teil ist dem Element Erde gewidmet. Hier lernt man die erfolgreichste Weinproduzentin Südtirols, Elena Walch, kennen und kann sich dann in Rezepte vertiefen, die alles andere als einfach nachzubereiten sind.

Ich habe selten so komplexe Rezepte gelesen, wie hier in diesem Buch und stoße an die Grenzen meiner Fähigkeiten am Herd, wenn ich versuche die Rezepte in die Praxis umzusetzen. Da mein Ehrgeiz andere Betätigungsfelder kennt, bleibt das Buch ein Anschauungsobjekt für mich, aber kein Gegenstand, der in der Küche Verwendung findet.



"Tiramisú St. Hubertus" setzt beispielsweise voraus, das man Kaffeeeis, Schokoladen-Kaffee-Creme, Kaffeestreusel, Kaffeegelee, Mascarponeschaum, warmen Schaum von weißer Schokolade, Kaffee-Kakao-Hippe und karamellisierte Haselnüsse zubereitet. Kein einfaches Unterfangen.



In den Folgekapiteln dann werden die Elemente Luft, Feuer und Wasser vorgestellt. Hier begegnen sich dann zunächst Norbert Niederkofler und Reinhold Messner. Hier auch erfährt man, dass Messner ein begeisterter Gast von Spitzenköchen ist, aber auch bäuerliches Essen zu schätzen weiß. Wenn Messner auf 8000 Metern Höhe (Luft) unterwegs ist, isst er kaum etwas, weil der Magen in diesen Höhen kaum etwas verdauen kann. Vermutlich denkt er dann an die delikaten Gerichte Niederkoflers und sieht einen guten Grund, den Berg wieder runterzusteigen.



Die Rezepte, die Niederkofler dem Element "Luft" zuordnet, entsprechen meinen Geschmacksvorstellungen mehr als die Erdgerichte, weil sie leichter und luftiger daherkommen. Hervorheben möchte ich "Vitello Tonnato 2011", natürlich hochschwierig in der Zubereitung und "Nur Tomate". Auch hier bin ich in der Praxis überfordert, ahne jedoch wie delikat das Gericht mundet. Das Luft-Dessert "Ananassüppchen mit Passionsfrucht" sieht angerichtet so schön aus, dass man nicht wagt, es aufzuessen. Übrigens wird bei allen Gerichten erklärt, wie man sie anrichtet.



Weitergeht es im Kapitel Feuer mit wunderschönen Fotos und einem Treffen zwischen Marcus Lanz und dem Spitzenkoch. "Kartoffelgnocci mit Blutwurst- grüner Apfel und Knurrhahn" nach dem Rezept des Südtirolers würde ich gerne essen. Fragt sich nur, wer es mir kocht. Vielleicht sollte ich nach Südtirol reisen.



Schlussendlich trifft sich Niederkofler mit dem erfolgreichen Skifahrer Gustav Thöni, im Kapitel, das sich mit dem Element Wasser befasst. Aber auch hier werden die delikaten Rezepte nicht einfacher in der Zubereitung und ich kriege weiche Knie beim Lesen des Rezeptes für "Steinpilze und Calamaretti Spillo" und mir fällt der Satz ein "Übung macht den Meister". Ja genau.



Eine Fehlinvestition ist das Buch aber trotz meines Unvermögens die Gerichte nachbereiten zu können nicht, denn ich weiß nun, dass Norbert Niederkofler ein Kochgenie ist, der auf einem kaum zu überbietenden Niveau sein Handwerk ausübt. Er ist ganz ungemein ambitioniert und das schlägt sich in seinem Können nieder. Die Elemente sind sein Anliegen und ihnen huldigt er wie Göttern der Vorzeit.



Bei den Rezepten in den einzelnen Kapiteln handelt es sich um Antipasti, Primi Piatti, Piatti de Pesce, Secondi und Dolci.


Ein sehr schönes Buch, das Ihren ganzen Ehrgeiz erfordert, wenn Sie zur Tat schreiten wollen. Wenn Sie es schaffen, diese Gerichte perfekt auf den Tisch zu zaubern, werden Sie vom Michelin gewiss besternt. Daran gibt es keinen Zweifel.

Empfehlenswert.

Fotos: Collection Rolf Heyne
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Rezension:Vieatnam 2- Das vietnamesische Kochbuch. Neue Geschichten und Rezepte von Luke Nguyen (Gebundene Ausgabe)

Der Autor des Kochbuches  VIEATNAM. Das vietnamesische Kochbuch. Geschichten und Rezepte von Luke Nguyen [Gebundene Ausgabe] wartet nun mit "Vietnam 2" auf, weil er sich erneut auf eine kulinarische Reise durch Vietnam begeben hat, um wiederum kulinarische Besonderheiten der vietnamesischen Küche zu entdecken und die Wurzeln seiner weit verzweigten Familie aufzuspüren.

Auch für das vorliegende Buch gilt: Der Autor dieses hochinteressanten Buches ist der 1978 geborene Luke Nguyen. Er ist Kind vietnamesischer Eltern. Nguyen lebt als Koch in Australien und betreibt dort in Sydney gemeinsam mit seiner Schwester das mehrfach ausgezeichnete "Red Lantern".

Nguyens "VIEATNAM2" enthält spannende Reisegeschichten und viele raffinierte Rezepte. Dabei ist das hochwertige Buch reich bebildert.

Sein Buch beginnt Nguyen nach einer kurzen Einführung mit dem Kapitel "Hanoi". Er stellt diese Stadt unter kulinarischen Gesichtspunkten vor, indem er mit einer Vielzahl dort entdeckter Rezepte aufwartet, aber auch Wissenswertes über Hanoi berichtet und zahlreiche fotographische Eindrücke weitergibt.

Die Rezepte werden sehr gut erläutert. So erfährt man beispielsweise wie man "Schlangenkopffisch aus der Pfanne mit Kurkuma und Dill" zubereitet. Dieser Fisch gilt in Vietnam als Delikatesse. Der Fisch ähnelt vom Kopf her einer Schlange und man wird ihn bei uns nur in Spezialläden kaufen können. Das gilt auch für den vietnamesischen Dill, der sich geschmacklich von dem der in Europa wächst, unterscheidet.

Interessant auch finde ich das Rezept für "Gegrillte Riesengarnelen mit Knoblauch und grünem Papaya". Durch die Minze- und die vietnamesischen Korianderblätter erhält das Gericht den letzten Kick.

Für Fleischesser warten Speisen wie etwa "Rindfleisch mit Betelblättern gegrillt" darauf nachgekocht zu werden. Bislang wusste ich nicht, dass man Betelblätter in der Küche verwenden kann. Wieder etwas dazugelernt.

Begeistert bin ich von den vielen Rezepten, bei denen Krabben eine Rolle spielen. Die "Zimtkrabben aus der Pfanne" habe ich schon ausprobiert. Sie sind sehr delikat. Zum Anbraten habe ich Rapsöl verwendet. Der Autor lässt hier offen, welches Pflanzenöl man am besten verwenden kann.

Luke Nguyen besucht viele gute Köche in Hanoi und berichtet über diese, so auch über den Meisterkoch Didier Corlou, der das berühmte "Le Verticale" besitzt und offenbar die vietnamesische Küche ganz vortrefflich zuzubereiten weiß. Sehr lecker ist übrigens die "Pho-Nudelsuppe mit Lachs". Es handelt sich hierbei um ein Rezept von Didier, das aufgrund des Sternanis- und Zimtaromas überaus exotisch mundet.

Es ist mir unmöglich in der Rezension über all die vielen Begegnungen und Erfahrungen des Autors auf seiner Reise etwas zu schreiben oder gar all die einzelnen wunderbaren Gerichte hier auf die Zutaten hin zu untersuchen. "Rindfleisch in Rotwein geschmort" sollten Fleischesser sich nicht entgehen lassen. Hier verbinden sich französische und vietnamesische Geschmacksnoten auf geradezu vortreffliche Weise.

Als Fischesserin hat mich allerdings ein anderes Gericht weitaus mehr in seinen Bann gezogen. Es handelt sich hierbei um "Gedämpften Murray-Dorsch mit Passionsfruchtsauce". Diese Speise ist nicht nur sehr lecker, sondern optisch ein Hingucker und eignet sich als Zwischengang, wenn Gäste verwöhnt werden wollen.

In der Folge lernt man die Reiseziele Dalat und Saigon kennen und wird schlussendlich im Rahmen des Kapitels "Frankreich" mit Nguyens dortiger Verwandtschaft vertraut gemacht.

Es gibt so viele wirklich sehr bemerkenswerte Rezepte in diesem Buch, dass ich nicht weiß, welche ich hervorheben soll, damit Sie eine Idee davon erhalten, was Sie hier erwartet.

Erwähnen möchte ich den "Salat aus Pomelo, Avocado und Hummerschwanz", ein edles Sommergericht, für festliche Anlässe. Besonders neugierig habe ich den Bericht über Saigon gelesen und mich in Rezepte vertieft, die der Autor dort entdeckt hat.

"Scampi, sautiert in würziger Tomate und schwarzem Pfeffer" könnte in ähnlicher Art auch irgendwo in Frankreich auf den Tisch gebracht werden, wenn auch weniger scharf zubereitet, ganz anders hingegen sieht es bei "Rohem Lachs mit Mandarinen und Perilla" aus. Der Autor berichtet, wo und mit wem er diese Speise in Saigon zubereitet hat.

Ein wirkliches Highligt sind die "Knusprigen Reismehlcrepes" mit Hummer und Enokipilzen", nicht ganz einfach in der Zubereitung. Das Kochergebnis zeigt, dass sich die Mühe lohnt. Sehr gelungen auch ist das Rezept "Gedämpfter Zackenbarsch in Bananenblättern mit Kurkuma und Zitronengras". Hierzu nimmt man rotes Curry.

Gefallen haben mir auch die Rezepte, die Nguyen in Frankreich bei seiner weit verzweigten Familie gesammelt hat. Hier stellt er u.a. seines Cousins Sawa vor, das die französischen Vietnamesen vor 40 Jahren in Marseille kreiert haben. Es handelt sich hierbei um "Karamellisierte Froschschenkel". Wer berechtigte Bedenken hat, Froschschenkel zu verwenden, kann auch Schnecken nehmen, empfiehlt der Autor, wobei das Schneckengericht Schnecken in Koriander und asiatischer Basilikum" mir fast delikater erscheint.
Hocherfreut bin ich über die vielen Fisch- und Schalentierrezepte im Buch, wobei Fleischesser auch nicht zu kurz kommen.

Die "Muscheln in Butter mit Knoblauch und Basilikum" werde ich in Kürze ausprobieren. Das Gericht stammt von vietnamesischen Franzosen, insofern kann man bedenkenlos ein Glas kühlen Sancerre dazu genießen.

Empfehlenswert.

Foto: Collection Rolf Heyne

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Rezension:Echt griechisch!: Familienrezepte von Mama Anastasía (Gebundene Ausgabe)

Obschon ich in mehr als neun Jahren eine Vielzahl von Kochbüchern rezensiert habe, ist dies erst das zweite Rezeptbuch, das sich mit der griechischen Küche befasst. Diese Küche stellt sich als eine einfache, bodenständige und damit alles andere als raffinierte Küche dar, von der man vermuten kann, dass sie sich seit der Antike in ihren Zutaten, sieht man einmal von den Tomaten ab, kaum verändert hat.

Die Autorin Elissavet Patrikiou wartet mit 70 authentischen Familienrezepten ihrer Mutter Anastasia und ihrer Großmutter Sofia auf. Die beiden Damen lernt man im Buch im Rahmen vieler stimmungsvoller Fotos optisch kennen und erfährt über sie in den Geschichten aus dem griechischen Alltag und der griechischen Esskultur, die neben den Rezepten im Buch auch enthalten sind, Wissenswertes.

Das Kochbuch ist untergliedert in Rezepte für Gemüse, Mezedes, Fisch, Fleisch, Süßes.

Die Griechen sind Gemüseliebhaber. Das muss man wissen, um die griechische Küche zu verstehen. Die Autorin berichtet vom Reichtum an Wildgemüsesorten im Norden des Landes, den "chórta", aus denen zumeist Salate zubereitet werden, nachdem diese Gemüsesorten gekocht worden sind und dem Gartengemüse, das die Bauern auf den Markgassen verkaufen.

Die Rezepte in Buch sind alle sehr übersichtlich angeordnet, lassen sich gut nachvollziehen und leicht zubereiten. Sehr delikat ist der "Auberginen-Kartoffel-Eintopf", in dem Lorbeerblätter nicht fehlen sollten oder auch der "Rote Spitzpaprika mit Gemüse gefüllt". Dazu harmoniert Joghurt, der mit frisch gehackter Minze und ein wenig Salz angerührt wird.

Da ich Zutaten wie Tomaten, Knoblauch, Auberginen, Schafskäse in der Alltagsküche zu schätzen weiß, kommen mir manche Gerichte im Buch entgegen. Dies gilt auch für die "Auberginentöpfchen", die mit Käse überbacken werden.

Die Griechen verwenden kaum Gewürze, so die Autorin. Neben Pfeffer und Salz ist wilder Oregano und Lorbeer beliebt. Der Lorbeer heißt auf Griechisch "Dáphni" und zwar deshalb, weil die Nymphe Daphne, folgt man der griechischen Mythologie, sich in einen Lorbeerstrauch verwandelte, um den Nachstellungen Apolls zu entkommen, (vgl.: S. 70).

"Mezedes" sind übrigens kleine Häppchen, die man zumeist kalt isst und die sich von daher auch für eine größere Runde eignen. Man stellt diese Häppchen, die sich alle miteinander kombinieren lassen, gemeinsam auf den Tisch. "Gefüllte Weinblätter" kennt jeder, der schon mal "beim Griechen um die Ecke" essen war. Auch "Gegrillte Oktopus" und der griechische "Bauernsalat", sowie "Gebackener Schafskäse" dürften vielen bekannt sein. Weniger in aller Munde dürften "Fischrogenküchlein" sein, zu deren Zubereitung man roten Forellenkaviar verwendet, dieser eignet sich auch für die "Fischrogencreme".

Die Autorin schreibt Wissenswertes über Schafskäse, bevor sie Fischgerichte vorstellt. Die "Gedünsteten Miesmuscheln in Weinsud", auch die "Gefüllten Kalamare" gefallen mir von der Rezeptur her recht gut. Dass man zu Doraden Kartoffelsalat reicht, ist für mich gewöhnungsbedüftig, weil dieser feine Fisch in meinen Augen edlere Beilagen verdient. Doch dies ist Ansichtssache.

Bei den Fleischgerichten sind die Lammgerichte am Interessanten, so etwa "Lammfilet mit Feta" und bei den süßen Speisen fiel mir der "Blätterteigkuchen mit Cremefüllung" besonders auf, den man warm oder auch kalt servieren kann. Eine Kalorienbombe. Gewiss sehr lecker. Dazu eine Tasse "Griechischen Mokka" und man braucht nur noch zu warten, bis Hüftgold ansetzt, es sei denn man tanzt anschließend "Sirtaki" bis zum Umfallen.

Das Kochbuch ist sehr schön gestaltet. Die Rezepte werden gut erklärt. Durch die begefügten Geschichten kommt Kurzweil auf. In Kochbuchbibliotheken ist das Buch eine Bereicherung im Hinblick auf das Vervollständigen der Rubrik "Länderküche".

Empfehlenswert.

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Pismek-Kochen auf Türkisch: Geschichten & Rezepte aus dem Land am Bosporus (Gebundene Ausgabe)

Die Food- und Reisejournalistin Leanne Kitchen hat ein traumhaftes, reich bebildertes Buch auf den Weg gebracht, in dem sie mit Geschichten und Rezepten aus der Türkei aufwartet.

In der Einführung bereits weist sie darauf hin, dass die Bewohner der Türkei stolz auf ihre kulinarische Kultur sind. Diese wurde von vielen Einflüssen und Quellen geprägt. So gibt es höfische Gerichte aus der Zeit der Osmanen, aber auch schlichte anatolische Bauernkost. Beeinflusst wurde die türkische Küche durch die angrenzenden Länder Griechenland, Bulgarien, Georgien, Armenien, Aserbeidschan, Iran, Irak und Syrien.


Kitchen ist kreuz und quer durch die Türkei gereist. Dies spiegelt sich in den Rezepten des Buches wieder, wie man schon beim ersten Durchblättern des Buches erahnt. Dabei sind die Rezepte untergliedert sie in die Rubriken: Meze, Suppen, Brot, Gebäck und Nudeln, Reis und Bulgur, Fisch und Meeresfrüchte, Geflügel und Fleisch sowie Desserts. Begleitet werden die Rezepte, die alle sehr ausführlich beschrieben sind, von Fotos, die die Speisen appetitanregend visualisieren, von Bildern des Landes und der Menschen dort sowie kulinarischen Erfahrungsberichten und Anekdoten.


Kitchen erläutert zunächst, was man unter dem Begriff Meze zu verstehen hat, der auf ein persisches Wort zurückgeht und "angenehmer Geschmack" bedeutet. Meze sind kleine Vorspeisen, wie etwas "Lauch mit Zitrone, Rosinen und Tulum" oder aber "Huhn-Walnuss- Salat", ein Meze-Klassiker der georgischen Küche.

Feines Olivenöl spielt bei vielen Gerichten eine Rolle und Tomaten, Knoblauch, Dill als auch Kreuzkümmel ebenfalls.

Die Autorin lässt die Leser wissen, dass die Türken Suppen mögen und nennt u.a. das Rezept für eine delikate "Muschelsuppe mit Sellerie und Safran", deren Basis eine Fisch- oder eine Hühnerbrühe sein kann. Hier wird kein Dill, sondern gehackte glatte Petersilie hinzugeben, die mit dem Safran offenbar besser harmoniert.

Immer wieder schreibt Kitchen von ihren Reiseeindrücken und dokumentiert diese auch auf Bildern. Diese Eindrücke sind jene einer Foodjournalistin und als solche hält sie kulinarische Erfahrungen fest. So schreibt sie beispielsweise über ihre Erfahrungen mit dem Holzofenbrot und den Paprikaschoten in Ufra. Die Schoten wachsen auf dem dürren Land rund um die Stadt. Auch über Kappadokien im Herzen Anatoliens berichtet sie und über Frauen, die dort gemeinsam Yufka-Teil backen, nachdem sie ihn zuvor zu dünnen, runden Blättern ausgerollt hatten.

Bemerkenswerte Brotrezepte wie "Simit, dem Brotring mit Sesamkruste lernt man in der Folge kennen.

Dann liest man, dass türkische Kost primär aus Gemüse besteht und kann sich aufgrund der Rezepte überzeugen, welch leckere Speisen die Türken daraus zubereiten. Besonders schmackhaft sind die "Bohnen mit Okra", hier dürfen Knoblauch und Tomatenmark nicht fehlen und auch der Dill nicht, der das Gericht geschmacklich abrundet. Man liest vom wilden Grüngemüse in Ayvalik, gemeint ist wilder Fenchel, Malven, wilder Chicorée und Nesseln, die dort auf dem Markt angeboten werden. Bei den Gemüsegerichten fehlt auch das berühmte Gericht "Der Imam fiel in Ohnmacht" nicht, dessen Hauptzutaten Baby- Auberginen, Tomaten, Zwiebel und Dill sind.

Es ist unmöglich all die Orte aufzuzählen, die Kitchen aufgesucht hat und etwas über all die Eindrücke zu erwähnen, geschweige denn, zu allen Rezepten im Buch Stellung zu beziehen.

Erwähnen möchte ich allerdings den "Tomaten-Granatapfel-Minze-Salat mit Safran-Labneh". Der Joghurt wird mit dem Safran und durch ein einfaches Verfahren angedickt. Man lernt einige Reis- und Bulgur-Pilaw- Speisen kennen und erfährt Näheres zur Herstellung von Pekmez, einem melasseähnlichen Sirup, der entsteht, wenn man Obstmost eindämpft. Das beste Pilawgericht im Buch ist m.E. "Pilaw mit Muscheln, Dill und Rosinen" . Die Pinienkerne sollte man nicht vergessen, wenn die Speise wirklich optimal munden soll.

Außerordentlich gute Fisch- und Meeresfrüchtegerichte aus der türkischen Küche warten darauf, nachgekocht zu werden, so etwa "Tintenfischeintopf mit Wein, Gewürzen und Kapern". Rotwein und Zimt, Piment und Chiliflocken sorgen für ein interessantes Geschmackserlebnis. Lobend erwähnen möchte ich auch den "Schwertfisch-Kebab mit Sellerie-Orangen-Walnuss-Salat" (ein schönes Rezept für Sommerabende) und "Lachs, in Weinblättern gebacken, mit Traubensoße". Der Zimt lässt erahnen, dass dieses Gericht orientalisch geprägt ist.


Leckere Huhn- und Lammgerichte werden Fleischesser begeistern, sofern sie mit der türkuschen Würzung zurechtkommen. Das "Hühnchen mit gewürzter Bulgurfüllung, Pflaumen und Pegmez-Glasur" ist ein Festtagsgericht, auch was seine Aromen anbelangt und das gilt für die "Langsam gebratene Lammkeule mit pochierten Äpfeln". Beide Speisen werden mit Zimt aromatisiert, beide enthalten Nüsse, ansonsten ist die Rezeptur unterschiedlich und damit auch das Gaumenerlebnis.

Schlussendlich lernt man eine Fülle von Desserts kennen. Süß sind sie allemal und so auch die "Mit Walnüssen gefüllten Feigen im Rotwein-Nelken-Sirup mit Honig-Eiscreme".

Lesenswert ist der kleine Bericht über die berühmten Baklava von Gaziabtep. Man erfährt, wie diese zubereitet werden und begreift, dass man diese Leckerei andächtig genießen sollte, denn die Zubereitung ist mit viel Arbeit verbunden.

Ein sehr gutes aufschlussreiches Buch, das dem Leser zeigt, dass die türkische Küche ein kulinarisches Highlight darstellt.
Empfehlenswert.

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Rezension: Eine Prise Sylt: Eine kulinarische Rundreise (Gebundene Ausgabe)

In diesem reich bebilderten Kochbuch stellt Holger Bodendorf sein Können vor. Dieser Sternekoch führt seit 10 Jahren das 1784 erbaute Fünf-Sterne-Superior-Privathotel "Landhaus Stricker" in Tinnum auf Sylt und verwöhnt dort seine Gäste kulinarisch in seinem Restaurant "Bodendorf`s".

Sieben Tage Sylt, gaumengekitzelt mit Speisen dieses Meisterkochs, sind das Thema des Bildbandes. Dabei hat Bodendorf die Rezepte so gestaltet, dass man sie mit etwas Mühe, am heimischen Herd durchaus zubereiten kann. Ein Spaziergang ist das allerdings nicht.

Neben Fotos der Speisen, um die es im Buch hauptsächlich geht, kann man sich an vielen Sylt-Impressionen erfreuen und erahnen wie schön die Insel tatsächlich ist.


Das Buch beinhaltet Rezepte für: Frühstück, Picknick, Wraps, Snacks, Sundowner, Kindergerichte, Hauptgänge, Desserts und Käse.


Zur Einstimmung lernt man Rezepte für Wraps kennen, so etwa mit gegrillter Zucchini, Mozzarella und Aprikosenvinaigrette und auch Snacks, die auf Löffeln serviert werden. Diese Imbisse eignen sich sehr gut bei einem Sektempfang und sind mit allerbesten Zutaten zubereitet. Besonders angetan bin ich von dem Rezept "Grüner Spargel mit Kerbelcreme, Kaisergranat und Kartoffelstroh". Die einzelnen Aromen verbinden sich vortrefflich.

Christa Engstler / Collection Rolf Heyne 
In der Folge lernt man die Lieblingsgerichte im "Bodendorf`s" kennen. Die Aromen sind höchst differenziert und fordern dem Gaumen Feingefühl ab, um die einzelnen Nuancen präzise analysieren zu können. Erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang den "Rehrücken mit Nougatkruste, geschmortem Chicorée, glacierten Pfirsichen und Pastinakencreme" oder auch "Gebratetenen Jakobsmuscheln mit Haselnusscreme, Ahornsirupvinaigrette, Artischocken und roten Feldsalat." Diese Vinaigrette enthält Zutaten, die mich zunächst staunen ließen und mich an eine Aromaüberraschung für kalten Wildschweinbraten haben denken lassen.

Tag für Tag werden dann weitere Gerichte des Hauses vorgestellt. Gefallen hat mir u.a. das Rezept für "Hausgebeizten Lachs mit Rösti, Rahmsauerkraut und gebackenen Schalotten," auch der "Marinierte Räucheraal mit krossem Pumpernickel und Gartengurken". Diese Kreationen eignen sich bestens zu Stehempfängen.



Foto by Marc Rehbeck
 

 Lobend erwähnen möchte ich das Rezept "Bretonischer Hummer mit Brunnenkressesauce und Kichererbsencreme", das farblich ein echter Hingucker ist und aufgrund der Würzung an ein Gericht aus Tausendundeiner Nacht erinnert. Ebenfalls beinahe ein wenig orientalisch mutet das "Kaffeegebeizte Rinderfilet mit glasierten Urmöhren, Kartoffel-Sellerie-Mousseline und Portweinfond" an und da Bodendorf am dritten Tag mit Bulgur agiert, ist zu vermuten, dass er nicht nur grundsätzlich einen Hang zur mediterranen Küche hat, sondern auch gerne dem Orient geschmacklich die Ehre erweist.

Sein "Eintopf von Artischocken, Vongole- Muscheln und Tomaten" könnte eine Kreation eines italienischen Kochs sein, aber sein "Sylter -Deichlammrücken mit Ziegenfrischkäsekruste, Tomaten-Artischocken-Crepelle und Petersiliengremolata, Balsalmicojus" verdeutlicht, dass er auch in der regionalen Küche zu Hause ist und das gilt auch für viele andere Speisen, so etwa für den "Angeldorsch auf der Haut gebraten mit Püree von Kartoffeln und Sauerkraut, Speckstippe."

Christa Engstler / Collection Rolf Heyne 
Am fünften Tag habe ich mit viel Neugierde die Rezepte für das Abend-Menü jenes Tages gelesen und auch die in dann folgenden Rezepte für die Mitternachts-Snacks. Alles sehr delikat und empfehlenswert.

Die "Marinierten Matjes mit Paprika und Schwarzbrotbrötchen" habe ich bereits ausprobiert. Das Geschmacksergebnis ist exzellent. Die Zutaten für die Vinaigrette haben es in sich und geben diesem kleinen Gericht den letzten Pfiff.

Jeder einzelne Tag ist ein kulinarisches Highlight, so viel nur.

Das Buch macht neugierig auf das vorgestellte Hotel und das Restaurant auf Sylt. Von den bislang von mir vorgestellten Sylt-Köchen spricht Bodendorf mich am meisten an.

Empfehlenswert.
 
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