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Rezension: Das Einmaleins des Dampfgarens: Schonende Zubereitung - Leichter Genuss (Gebundene Ausgabe)

Meine Cousine besitzt einen Dampfgarer und ihr auch werde ich dieses Buch schenken, das sie sich gewünscht hat. Susanne-Kuttnig-Urbanz hat gemeinsam mit dem Diätkoch Friedrich Pinteritsch sowie den Fotografen Gabriela und Günter Jost dieses Buch auf den Weg gebracht.

Zunächst erhält man die wichtigsten Informationen zur Verwendung von professionellen Haushaltsdampfgargeräten und wird über das Dämpfen im Kochtopf, im Wok, im Etagentopf und im Bambuskorb informiert. Eine Step-by-Step-Anteilung für ein schmackhaftes Schnellkochtopfgericht, nimmt selbst Skeptikern wie mir die Bedenken. Ja, die Zubereitung ist schonend. Speisen aus dem Dampfgarer sind gesund. Die Ernährungsexpertin und Ärztin Dr. Quschan verdeutlicht dies in ihren Anmerkungen. Sie klärt zudem im Buch über gesunde und weniger gesunde Nahrung auf.

Der Rezeptteil ist untergliedert in:
Basics

Fisch und Fleisch

Süßes

Menükompostitionen aus den Rezepten

Die Rezepte sind sehr gut erklärt und einfach nachzukochen. Man erfährt jeweils wie man mit dem Dampfkochtopf bei den einzelnen Gerichten zu verfahren hat.

Sinnvoll ist es, Rotkraut im Dampfgarer zuzubereiten. Das Rezept für "Apfelrotkraut" ist bestens. Rotwein, Orangensaft und Preisbeeren sollten immer beigegeben werden. Lebkuchengewürz würde ich nur in der Vorweihnachtszeit verwenden.

Die "Couscous-Wirsingrouladen" dürften meiner Cousine zusagen. Ein raffiniertes, vegetarisches Rezept, gewiss ebenso lecker wie die "Mit Quinoa gefüllten Tomaten". Im Dampfkochtopf benötigen Erbsen übrigens nur 4 Minuten, um gar zu werden. Auch die Linsensuppe ist schnell gemacht.

Ein delikates Gericht ist die "Spinat-Pilzterrine" und auch das "Gemüsesoufflé", Speisen, die mich von der Auswahl der Zutaten und den damit einhergehenden Geschmacksnuancen mehr als nur zufrieden stellen.

Sehr gute Fischrezepte warten hier auf den Hobbykoch mit wenig Zeit und die Geflügel- und Fleischgerichte lassen auch nichts zu wünschen übrig. "Roulade vom Weidestier an Merlotsaft" kann man nach 90 Minuten bereits auf den Tisch bringen. Die Kräutermischung für die Sauce verdient es erwähnt zu werden: Kamille, Ringelblume, Apfelminze, Himbeerblätter, Brombeerblätter, Erdbeerblätter, Kornblumen und Sonnenblumenblätter.

Das Rezept für "Tafelspitz" möchte ich loben. Die Zutaten sind perfekt.

"Marillenknödel" oder "Germknodel" sind Nachspeisen, die geradezu nach einem Schnellkochtopf schreien, insbesondere, wenn man Gäste hat.

Marmeladen und Chutney, wie auch Apfelmus sollte man auch im Dampfgarer kochen, denn dieses Verfahren ist zeitsparend.

Die Rezepte im Buch sind so konzipiert, dass die Aromenvielfalt jede einzelne Speise zu einem Highlight macht. Meine Vorurteile gegenüber dem Dampfgarer konnten aufgrund dieses Buches endlich beseitigt werden.

Die Menüzusammenstellungen am Ende des Buches sind prima. Damit kann man selbst bei hohen Gästen Eindruck schinden.:-))
Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.


Rezension: Libanesisch kochen- Ghillie Basan

Dieses bemerkenswerte Kochbuch befasst sich mit der libanesischen Küche. Zunächst berichtet die Autorin Ghilli Basan Wisseneswertes über die Landschaft und Regionen, über den schmalen Küstenstreifen, der sich entlang des warmen Mittelmeers schlängelt, über die Berge östlich davon und über die dahinter liegende, fruchtbare Bekaa-Ebene, aus der die meisten libanesischen Lebensmittel stammen.

Die kulinarischeVergangenheit des Landes wird gestreift. Man liest von der klassischen Epoche, vom Einfluss der Osmanen, von der Zeit der französischen Besatzung, vom unabhängigen Staat, von dem modernen Libanon und von dessen Feiertagen. Die Bevölkerung besteht aus 59% Muslimen, 40% Christen und 1% Andersgläubigen. Deshalb auch ist kulinarische Vielfalt riesig.


Die legendäre libanesische Gastfreundschaft soll in der Bevölkerung noch immer verankert sein. Ein Gast wird mit den Worten "Beti Betak" empfangen. Das bedeutet "mein Haus ist auch Dein Haus". Die Worte sind in der Regel ernst gemeint. In der Folge wird man über Essgewohnheiten, über das Nationalgericht des Libanon, die Küchenausstattung und die Straßenmärkte unterrichtet und auch über die traditionellen Lebensmittel, wie etwa Milchprodukte, Oliven, Brot, Sesamsaat, Trüffeln und Pinienkerne.

Thematisiert werden auch Kräuter, Gewürze und Aromen und hier ganz konkret: Johannisbrotsirup, Granatapfelkonzentrat, Mastix, Zimt, Kreuzkümmel, Koriander, Safran, Knoblauch, Minze, glatte Petersilie, Rosenblütenblätter und Gewürzmischungen. Aufgeklärt wird ferner über die traditionellen Getränke, Kaffee, Tee, Wein und Bier sowie Spirituosen.


Die Rezepte des Buches sind untergliedert in:

-Meze und Salate

-Suppen, Brote und Snacks

-Getreide, Bohnen und Linsen

-Fisch und Schalentiere

-Fleisch und Geflügel

-Vegetarische Gerichte

-Dessert, Konfitüren und Getränke

Die insgesamt 80 Rezepte werden gut erklärt. Die Zutaten kann man in türkischen Läden problemlos erwerben. Meze sind Vorspeisen aller Art. Man bekommt vor jedem Rezept Näheres über das jeweilige Gericht mitgeteilt. So auch, was man unter "Halloumi" zu verstehen hat, den die Libanesen gerne grillen.

Besonders gefallen haben mir der "Petersiliensalat mit Bulgur" bei den Vorspeisen und bei den Suppen die erfrischende "Gurken-Joghurt-Suppe". Die "Libanesischen Fleischtäschchen" liebt man im gesamten Levante, delikater allerdings finde ich die "Käsetaschen mit Dill", die sich als Vorspeise gut eignen.


Lobenswert auch sind das "Käseomelett mit Paprika und Oliven", die Couscous- und Bulgurgerichte, auch "der Safranreis mit Pinienkernen", der mit Hühnerbrühe zubereitet wird.

Die Art Fische zuzubereiten gefällt mir, weil die Zubereitungsart schlicht und dabei sehr delikat ist. Am besten gefallen mir "Gebackener Fisch mit Lorbeeblättern, Orangen und Limetten", der "Fisch mit Tomaten-Granataapfel-Sauce" und die "Sautierten Garnelen mit Koriander und Limette". Ich mag es, dass man im Libanon Knoblauch zu schätzen weiß.

Bei den Fleischgerichten dominiert das Lamm. Ingredienzien wie Tomaten, Knoblauch, Pinienkerne spielen hier nicht selten eine Rolle. Sehr empfehlenswert finde ich die "Gebratenen Zwiebeln mit Lammfüllung" und die " Gefüllten Artischockenböden", bei denen als Gewürz Piment nicht vergessen werden darf.

Ausprobieren sollte man den "Gefüllten Truthahn mit Thymian" an Festtagen. Hier dürfen Zimt und Korinthen nicht fehlen, während bei den vegetarischen Speisen, Aprikosen, Tomaten, Mandelblättchen, Pinienkerne fast nie außen vor bleiben sollten.

Diese Wochen noch werde ich die "Aprikosen mit Reisfüllung" zubereiten, eine Speise, die man im Libanon bereits im Mittelalter zu schätzen wusste und in der neben Zimt und anderen Geschmackszutaten auch Minze nicht fehlen darf.

Die meisten Desserts sind natürlich ziemlich süß für mitteleuopäische Verhältnisse. Dies gilt aber nicht für den "Granatapfelsalat mit Pinienkernen und Honig". Bei dieser Leckerei darf Orangenblütenwasser nicht vergessen werden, wenn sie wirklich gelingen soll.

Ein sehr schönes, reich bebildertes Buch, das ich allen, die offen sind für fremde kulinarische Gerichte, gerne empfehle.
Bilder: © 2010 „Libanesisch kochen“, UMSCHAU / Jon Whitaker

Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.



Rezension: Tee aus heimischen Kräutern und Früchten

Manfred Neuhold hat dieses Praxisbuch für Tee aus heimischen Kräutern verfasst. Er lässt den Leser gleich zu Anfang wissen, dass Kräutertees nicht nur ein traditionelles Heilmittel, sondern auch ein erfrischender Haustrunk, genauso wie leckeres Getränk in geselliger Runde, Energie- Drink und Durstlöscher sind.

Der Autor erklärt im Rahmen eines historischen Exkurses, wie der Mensch zum Tee kam. Er nennt u.a. den griechischen Arzt Diokurides, der in seinem Werk "De materia medica" rund 800 Heilpflanzen auflistete. Auch Hildegard von Bingen macht er zum Thema. Zu ihren Zeiten war das Wort "Tee" in unseren Breiten noch unbekannt. Tee ist an sich nur das, was vom Teestrauch geerntet wird. Die holländischen Seefahrer brachten ihn nach Europa. Heute allerdings versteht man unter Tee in erster Linie die Zubereitungsart, den Aufguss, ganz unabhängig von der Art des aufgegossenen Kräutleins."(vgl: S.12)

Im Verlauf des Buches lernt man Teekult und Teekulturen kennen. Die Wiege der Teekultur ist China und Japan. Die Mönche des heiligen Benedikt brachten es einst zur Meisterschaft im Gartenbau und auch in der Kultivierung, wie Verwendung der Kräuter,(vgl.: S. 22). Sie unterrichteten die Bauern, wie man Kräutergärten anlegt. Hildegard von Bingen unterschied bereits Trinktees von Heiltees. Im vorliegenden Buch geht es primär um Trinktees. Diese Tees dienen dem Trinkgenuss, während Heiltees eine bestimmte Wirkung bei verschiedenen Leiden haben.

Man wird angeleitet Teekräuter zu sammeln und selbst zu ziehen und zwar nicht nur im Garten, sondern auch auf dem Balkon. Ernten, Trocknen und Aufbewahren, auch das Fermentieren kommen zur Sprache, bevor Früchte für den Tee vorgestellt werden. Der letzte Schritt zum Genuss, der Aufguss wird auch breitgefächert dagestellt. Anschließend lernt man eine Vielzahl heimischer Kräuter und Früchte für Tees und Teemischungen kennen.

Man liest über jedes vorgestellte Kräutlein und jede Frucht alles Wissenswerte und wird zudem über Anbau, Ernte und Zubereitung informiert.

Thematisiert werden 40 Kräuter und Früchte u.a.: Anis, Apfel, Birne, Brennessel, Brombeeren, Erdbeeren, Fenchel, Holunder, Kümmel, Thymian, Hagebutte etc.

Im darauf folgenden Kapitel lernt man 50 Teerezepte herzustellen. Dabei werden die Rezepte sehr gut erklärt. Gefallen haben mir die Punschrezepte und hier speziell der "Wiener Punsch", sowie der "Himbeergrog mit Vanille", aber auch die Drinks für heiße Tage, wie etwa "Erdbeer-Eistee mit Sekt".

Die Rezepte für "Teelikör" und "Tee-Gelees" verlocken, sofort zur Tat zu schreiten, speziell der "Vanille-Teelikör" ist für die jetzt kommenden nebeligen Tage ein netter Trostspender.

Zum Schluss werden übrigens Kräuterteemischungen für die Schönheitspflege von außen und innen offeriert werden.

Alles in allem ein sehr hilfreiches Buch, und zwar nicht nur für jene, die sich anschicken zur Kräuterhexe zu mutieren.

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Rezension: Sacher. Eine kulinarische Schatzkiste

Dieses Kochbuch der Edition Styria wird von mir zum Kochbuch des Jahre gekürt und das obschon die Rezepte bereits in anderen "Sacher"-Kochbüchern präsentiert worden sind.

In diesem Jahr habe ich viele sehr gute Kochbücher gelesen, Bücher die mit hervoragenden Produktinformationen und exzellenten Rezepten aufwarten. Das vorliegende Buch verzichtet auf einen warenkundlichen Teil, sondern kommt sofort zur Sache und wartet mit 150 Rezepten von Hans Peter Fink und Werner Pichelmaier auf.


Das von Christoph Wagner und dem Hotel Sacher herausgegebene Buch befindet sich in einer viereckigen Schachtel, die mit Seidenpapier ausgeschlagen ist und an eine Pralinenschachtel erinnert.


Die Buchdeckel sind aus rotem Samt und sehen überaus edel aus.


Die Rezepte sind untergliedert in:

Vorspeisen
Suppen
Beilagen. Vegetarische Gerichte
Salat. Gemüse
Fleisch. Geflügel. Wild
Fisch. Meeresfrüchte
Süße warme Mehlspeisen
Kalte Desserts
NaschwerkFrühstück à la Sacher
Kuchen. Torten. Schnitten

Die schönen Fotos wurden von Johannes Kittel, Herbert Lehmann und Kurt-Michael Westermannn realisiert.

Die Rezepte sind sehr gut erklärt. Immer wieder werden Tipps den Rezepten hinzugefügt. So liest man beispielsweise "Powidltascherln lassen sich problemlos auf Vorrat zubereiten, da sie sich gut zum Tiefkühlen eignen und bei Bedarf einfach sprudelnd in heißem Wasser gekocht werden müssen."
Das Kochbuch ist sehr, sehr schlicht gestaltet. Es sind nicht viele Fotos, die die Gerichte begleiten. Das Augenmerk wird voll auf die delikaten Speisen gerichtet, zu denen man ab und an im Vorfeld des Rezeptes historisch Wissenwertes erfährt.

Der Schwerpunkt der Speisen ist wienerisch-böhmisch angelegt, allerdings mit internationalem Flair. Die Rezepte sind gut erklärt und lassen sich problemlos zubereiten.

Ich werde einige der Rezepte hervorheben, damit Sie einen Eindruck davon erhalten, was sie erwartet:


Im Vorspeisenbereich möchte ich die "Sacher- Tafelspitzsulz mit Vogerlsalat" nennen, bei der trockener Sherry nicht fehlen darf und die mit selbstgemachtem Kürbiskern-Pesto beträufelt werden muss.

Die "Original Sacher-Gänseleber-Torte" ist die ideale Vorspeise für ein Festessen. Sie besteht aus einem Gänselebermousse, aus einer delikaten Marillenfülle sowie Eisweingelee und wird von Marillen-Chutney begleitet.

Bei den Suppen bin ich am meisten von der "Klassischen Wiener Rindsuppe" mit Bröserlknöderln und Frittaten angetan und von der "Erdäpfelsuppe mit Pilstrudel". An der Suppe darf Mayoran auf keinen Fall fehlen, weil er sich ganz exzellent mit dem Pilz- und Kartoffelgeschmack paart.

Die "Kärntner Kasnudeln" muten schon beinahe mediterran an. Die kleinen Minzeblättchen sorgen für ein interessantes Geschmacksergebnis. Zum Niederknien gut ist die "Klassische Schwammerlsauce", die zu gekochtem Rindfleisch passt und die man mit etwas Essig, Zucker und gehacktem Dill zusätzlich aromatisieren sollte.

Der ideale Begleiter für einen Weißweinabend mit Freunden stellt der Zwiebelkuchen "Sacher Eck" dar. Eier, geriebener Bergkäse und andere Zutaten sorgen für einen gut schmeckenden Überguss.


Das Rezept für "Böhmisches Schwammerlgulasch" habe ich sofort ausprobiert und vermutet, dass mein österreichischer Urgroßvater bei dem Duft der Speise sein Grab verlassen hat und unsichtbar am Tisch einen Teller mitaß. Dafür spricht, dass die Schüssel mit dem Gulasch bedenklich schnell leer war.


Superlecker auch sind die "Gefüllten Kohlrabi mit Kräuter-Knoblauch-Pesto". Auf den gemahlenen Kümmel sollte man nicht verzichten, weil er die Speise magenfreundlicher gestaltet. Das "Wiener Schnitzel" gelingt hervorragend nach dem Rezept im Buch und der "Tafelspitz" ebenfalls. Die Rindsknochen verleihen der Suppe einen tollen Geschmack.


Der "Kümmel-Schopfbraten mit mitgebratenen Erdäpfeln" ist ein schönes Sonntagsgericht. Die Gewürzpaste verleiht dem Fleisch ein sehr gutes Aroma. Natürlich fehlt auch ein Rezept für Backhenderl nicht. Das "Backhenderl Anna Sacher" ist wohl unübertreffbar im Rahmen der Rezepte für diese Spezialität.


Am meisten angetan bei den Fleischrezepten bin ich vom "Filet vom Almochsen mit Granatapfel und geräucherter Gänseleber". Die Gänseleber lässt sich übrigens unproblematisch räuchern.


Die Fischgerichte des Hauses Sacher haben es mir besonders angetan. "Gebratene Jakobsmuscheln mit Mangoconfit" finde ich von den Gewürzen her spannend. Erstaunt hat mich die Kreation "Gefüllte Regenbogenforelle mit Kren-Erdäpfel-Püree und Waldpilzen", weil diese Kreation überaus raffiniert daherkommt. Mein Favourit allerdings sind die "Hechtnockerln neu mit Bachkrebserln". Die Sauce aus Weißwein, Noilly Prat, Fischfond, kalter Butter, Creme fraiche, Dillspitzen und klein gehackten Schalotten passt bestens dazu. Bravo!

Hinweisen möchte ich auch auf das Rezept "Sacher-Austernvariationen". Die Sylter Royal (wahlweise irische Galway, Marennes veres o.ä.) können mit unterschiedlichen Saucen beträufelt werden. Vier Saucenvariationen lernt man im Buch kennen. Besonders interessant finde ich die Variation aus bestem Rohschinken, in feinen Scheiben geschnitten, etwas Kren, sehr fein gerieben und Pfeffer aus der Mühle.


Bei den süßen, warmen Mehlspeisen weiß ich nicht, was ich hervorheben soll. Die Speisen sind alle unverschämt gut. Ich entscheide mich für "Powidltascherln" und empfehle dazu, Stauds Powidl zu verwenden. Dieser Hersteller vertreibt eindeutig den besten Pflaumenmus. Die "Nussnudeln mit Bratäpfelcreme" erfreuen gewiss nicht nur Kinderherzen und bei den kalten Desserts sind die "Apfel-Mohn-Türmchen" und das "Steirer Kürbiskern-Parfait" unübertreffbar.


Die "Wiener Vanillenkipferl" werde ich in der Adventszeit backen und die "Marillenhippen" nächsten Samstag.


Das Buch enthält auch das Originalrezept für die "Sachertorte" und ein Rezept für eine "Himbeer-Vanille-Tarte", die Gäste gewiss erfreuen wird. Die "Trüffeltorte klassisch", mit kleinen Goldblättchen verziert, sollte man backen, wenn hoher Besuch ansteht, z.B. die Schwiegermutter. :-))


Dieses Buch ist das ideale Hochzeitsgeschenk, aber auch ein optimales Präsent zu runden Geburtstagen.


Sehr empfehlenswert.

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Rezension:Die Pasta Box, Rezeptkarten: Eine kulinarische Schatzkiste aus Italien (Gebundene Ausgabe)

Weshalb nicht über Byrons "Don Juan und die Vermicelli" bei Tisch reden?

Die Pasta-Box habe ich auf der Buchmesse entdeckt und war sofort begeistert. 33 witzige Illustrationen, eine fröhliche Farbgestaltung, 33 kurzweilige Anekdoten und Legenden rund um die Pasta und 33 delikate Pastarezepte warten darauf, in Form von aufklappbaren Rezeptkarten von den Lesern goutiert zu werden.

Auf der Innenseite der Rezeptkarten wird man durch ein gelungenes Nudeldesign erfreut. Auf den Außenseiten der Doppelkarte ist stets eine Anekdote oder Legende und ein Rezept zu lesen.

Wenn man Gäste hat, eignet sich die jeweilige Karte als Tischdekoration. Die Texte motivieren zu Gesprächen über die Speise, mit der man seine Gäste verwöhnen möchte.


Es ist nicht uninteressant, all die Texte wie "Eine kulinarische Reise vom Brenner bis in die Emila", "Pasta-arabisch", "Der Klassiker: "alla Norma", "Al dente" oder "Goethe und die gliedlangen Stifte" als Grundlage für ein kurzweiliges Tischgespräch zu nehmen und man freut sich, die Begründung zu studieren, weshalb Pasta glücklich macht.


Eine der Karten lässt den Leser wissen, dass die Pasta bereits 4000 Jahre alt ist und wie die aus China kommende Nudel nach Europa gelangte. Gefallen hat mir der Text "Das Gastmahl des Leoparden". Lampedusa hat in seinem Roman "Der Leopard" einen Nudelauflauf beschrieben, den man der Karte entnehmen kann.


Am besten finde ich die Anekdote mit dem Titel "Teufelswerkzeug". Ich werde sie zitieren, damit Sie eine Vorstellung davon erhalten, wie die Karten konzepiert sind:


"Die Gabel wurde im Mittelalter vor allem wegen ihres Aussehens abgelehnt, denn man glaubte, sie sei ein Werkzeug des Teufels. Sogar im Barock wurde noch heiß darüber diskutiert, ob die Gabel bei Tisch gebraucht werden solle oder nicht.

Selbst im 18. Jahrhundert wurde die Pasta- wie Goethe amüsiert feststellte- noch mit den Fingern gegessen. Ungeniert griff man in die große (und einzige) Schüssel auf dem Tisch und ließ mit zurückgelegten Kopf die Spaghetti in den Mund gleiten. Davon mussten die feinen Leute sich distanzieren, und so behaupten manche Historiker, dass die Erfindung der vierzinkigen Gabel den "Nudelschnüren" zu verdanken ist, die man mit diesem neuen Küchengerät elegant in den Mund befördern konnte.
Die Anekdote berichtet, dass der Haushofmeister Ferdinand II. (1454-1516), des Königs von Sizilien und Sardinien, es als unschicklich empfand, dass der König die Pasta mit den Fingern aß- und deshalb die (vierzinkige) Gabel erfand."


Ist dies nicht eine fabelhafte Gesprächsgrundlage bei Tisch?


Die 33 Pastarezepte sind alle sehr gut erklärt. Die Zubereitungszeit wird jeweils genannt und man erfährt zudem historisch Wissenswertes zu den einzelnen Rezepten.


Auf der Rezeptkarte, auf der die Anekdote "Goethe und die gliedlangen Stifte" auf der Vorderseite zu lesen ist, erfährt man rückseitig das Rezept "Fusilli mit kalabresischer N`duja". Dazu ein Glas Rotwein und das im Grunde einfache Mahl ist perfekt. Sehr delikat.


Meine Lieblingspasta steht auf der Karte, auf der man erfährt, dass Pasta glücklich macht. "Tagliono mit Garnelen" schmecken superlecker. Dazu trinke ich ein Glas Rosé, weil ich finde, dass Rotwein nicht zu Garnelen passt.


Ein großes Lob erhält Bernd Wiedmann von mir. Seine Illustrationen sind hübsch und witzig zugleich.


Die Rezeptkarten befinden sich in einer Pasta-Box mit lustigem Design. Eine tolle Geschenkidee, jedoch auch ein Schatzkästlein zum eigenen Gebrauch. Im Grunde freut man sich schon, wenn man das Kästlein öffnet. Die Farben sind ungeheuer positiv. Sehr schön!


Sehr empfehlenswert.

Rezension: Ansatzschnäpse- Liköre und WeineAnsatzschnäpse: Liköre und Kräuterweine (Gebundene Ausgabe)

Walter Gaigg möchte in diesem Buch seine mittlerweile 15 Jahre andauernde Erfahrung im Ansetzen von Schnäpsen und im Zubereiten von diversen Frucht- und Kräuterweinen weitergeben.
Er thematisiert zunächst das Zubereiten von Ansatzschnäpsen und hier u.a. der Ansetzalkohol, die Gewürz- und Zuckerzugabe, das Filtieren des Ansatz, die Flaschenverschlüsse, die Lagerung sowie die Geschenkflaschen und Präsentation.

Angesetzt werden können: Früchte, Kräuter, Blätter und Nadeln, Knospen, Zapfen, Wurzeln, Samen und Blüten.

In der Folge leitet der Autor sehr gut zu Weinbereitung an. Zur Sprache kommen die Geräte, das Ausgangsmaterial, die Gärung, das Abziehen des Weines, die Vorbereitung der Flaschen, die Flaschenverschlüsse und die Lagerung des Weines. Gaigg erklärt sogar wie man Sekt herstellt, bevor er mit einem recht umfangreichen, sehr gut beschriebenen Rezeptteil aufwartet.

Der Leser erfährt u.a. wie man Apfelkorn, Berberitzengeist, Brombeerlikör, Erdbeerlikör, Enziangeist, Estragonlikör, Hagebuttenlikör, Himbeerlikör, Kletzenlikör, Kriecherlgeist, Marillenlikör, Sandornlikör, Vogelbaumlikör und viele andere Leckereien dieser Art mehr herstellt.
Dabei vergisst der Autor nicht Warenkundeinformationen den Rezepten voranzustellen. Das gefällt mir besonders gut. Wer weiß schon, dass der Sanddornstrauch, wie der Klee und die Erle, in Symbiose mit Knöllchenbakterieren lebt, die ihm das Überleben in kargen Sanddünen ermöglicht, da er sich mit dem für ihn wichtigen Stickstoff selbst versorgt? Sandorn enthält viel Vitamin C und muss vor dem ersten Frost gepflückt werden.

Ich erlaube mir das Rezept für Sandornlikör hier vorzustellen, damit Sie eine Idee davon haben, wie Walter Gaigg arbeitet.

Sandornlikör
Die Früchte werden nach dem ersten Frost geflückt und in 38- 42%gem Korn angesetzt. Auf 1 L Früchte kommen ca. 1 1/2 L Korn.

Das gut verschlossene Gefäß wird 4-5 Wochen in die Sonne gestellt und öfter durchgeschüttelt. Nach dem Absetzen der Früchte wird gefiltert und eventuell mit in trockenem Weißwein aufgelöstem Kandiszucker nachgesüßt.
Der Likör sollte zu reife einige Monate im Keller lagern.

(Rezept: Seite 111)

Empfehlenswert.




Rezension: Kulinarische Erlebnisse: Meine Rezepte aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (Gebundene Ausgabe)

Ursula Heinzelmann, die Autorin dieses Kochbuch, wird allen bekannt sein, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung lesen und dabei kulinarisch ergiebigen Texten nicht abgeneigt sind. In dem vorliegenden Kochbuch stellt sie ihre Rezepte aus der FAZ vor. Eine gute Idee, wie ich finde, weil man in der Regel nach dem Lesen Zeitungen entsorgt und auf diese Weise auch die schönen Rezepte "flöten gehen".

Das Vorwort bringt es die Autorin auf den Punkt:"Kochen ist wie Yoga: Man muss voller Konzentration bei der Sache und doch ganz gelassen sein, damit daraus Erbauung für Körper und Geist und ein tatsächliches kulinarisches Erlebnis wird."
Heinzelmann erfreut den Leser in diesem Buch mit kurzweiligen Kolumnen, so etwa zu Ingwer, zum Huhn, zu Schmalz oder zur sommerlich-britischen Teezeromonie, ferner erteilt sie Grundkurse zu Oktopus und Co, zu Pie, zu Tee, zu Ingwer, Bitterorangenmarmelade nach englischer Art etc. und hält sogar mit ihrem Wissen in puncto des Riesenkerns der Avocado nicht hinter dem Berg. "Wozu der Riesenenkern?" fragt sie rhetorisch und beantwortet diese Frage sogleich mehr als bloß zufriedenstellend.

Die gut erklärten Rezepte werden von schlichten Fotos begleitet. Heinzelmann verzichtet auf aufwendiges Styling und nimmt den Lesern auf diese Weise die Ängste die Gerichte nachzukochen.Gleich zu Beginn reflektiert sie Wein und Co. als Aperitif. Vielleicht sollte man nicht unerwähnt lassen, dass Heinzelmann gelernte Sommelière und die Ehefrau des Weinkritikers Stuart Pigott ist und man ihren diesbezüglichen Betrachtungen insofern Vertrauen schenken kann.
Die Rezepte verdeutlichen, dass die Autorin mit einem Engländer verheiratet ist. "Ingwer-Eis", "Ingwer in rotem Curry mit weißem Spargel", "Zitronencreme", "Scones", "Pies" zeigen, dass sie gerne für Ihren Mann kocht. Heinzelmann stellt jedoch auch viele mediterrane und asiatische Rezepte vor. Meine Favouriten im Buch sind die Mangogerichte und die Melonenspeisen, so etwa "Hummer oder Garnelen auf Mango-Spinatsalat", "Mango-Törtchen", "Wassermelonen-Salat mit Tomaten,Gurke und Dill", "Wassermelone gegrillt oder gebraten mit Pistazien, Ingwer und Honig" und dergleichen mehr.
Ein gelungenes kleines Büchlein, für alle FAZ-Freunde, die auf keinen Fall zu Messies mutieren möchten.














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Rezension: Fondue - Becky Johnsen

Dieses Geschenk-Set enthält 4 Drahtkörbchen, die zum Herausfischen gegarter und fritierter Speisen dienen. Sie dürfen allerdings nicht zu lange in der heißen Flüssigkeit bleiben, weil ansonsten die Griffe heiß werden. Des Weiteren enthält das Set ein kleines Kochbuch von Becky Johnsen, das sich mit dem Thema "Fondue" bestens auseinandersetzt.

Das Kochbuch ist untergliedert in:
Utensilien
Techniken und Anleitung
Zutaten
Einfaches zum Dippen


Käse-Fondues
Fondues mit Frühe
Fondues mit Öl
Süße Fondues.


Sehr gut wird man gleich zu Beginn mit den entsprechenden Utensilien vertraut gemacht. Zur Sprache kommen u.a. Feuertöpfe, Rechauds, Fonduetöpfe, Fonduesets und Bestecke. Die Techniken zur Fonduezubereitung werden zufriedenstellend erläutert, das Gleiche gilt für die Zutaten. In Augenschein genommen werden die Lebensmittel zum Dippen. Nicht nur knusprige Croutons, sondern vieles andere mehr eignet sich hierzu, durchaus auch knackiges, frisches Gemüse.


Bei den Rezepten für Käsefondue hat mir das "Fondue aus Mascarpone und Tomaten mit gebackenen Auberginen" am besten gefallen. Die pikante Tomatensauce geht eine Liebesehe mit den gebratenen Auberginen ein. Sehr lecker.


Fondues mit Brühe ziehe ich jenen mit Öl vor, nicht zuletzt weil ich stets Bedenken habe, dass das Öl Feuer fängt. Der "Mongolische Feuertopf" mit Garnelen und Thunfischfilets ist empfehlenswert aber auch das japanische Gericht "Fondue Sukiyaki-Art" ist sehr lecker. Dünne Scheiben von mariniertem Rindfleisch, Tofu und Gemüse spielen hier eine Rolle. Die Marinade besteht aus Ingwer und Senf.


Lobenswert auch sind die "Krebsküchlein mit Gurken-Relish". Die Krebsküchlein werden am Tisch frittiert und werden mit den Drahtkörbchen herausgenommen. Das Relish wird mit Reisessig gewürzt.


Die Desserts lassen nichts zu wünschen übrig. Verdrängt man mal die Tatsache, dass das "Schokoladenfondue mit Birnen" garantiert Hüftgold zur Folge hat und lässt sich auf dieses himmlische Dessert unbefangen ein, wird man noch Jahre später von diesem Genuss schwärmen. Die pochierten Birnen werden zu einem üppigen Schokoladenfondue gereicht, das neben Zartbitterschokolade, starken schwarzen Kaffee und Creme double auch noch braunen Zucker enthält und von Vanilleeis begleitet wird.


Ein schönes, kleines Geschenk, mit dem Sie Hobby-Köchen gewiss eine Freude bereiten können.



Das Kren-Kochbuch von Hans Peter Fink

Der renommierte österreichische Koch Hans Peter Fink hat gemeinsam mit dem Fotografen Kurt-Michael Westermann dieses Kochbuch auf den Weg gebracht, dass eine Vielzahl von Rezepten mit Meerettich und Wasabi enthält.

Dem Rezeptteil hat der Koch warenkundliche Informationen vorangestellt. Hier erfährt man zunächst mehr über den Namen und die Herkunft des Kren (Meerettich). Es bleibt nicht unerwähnt, dass die Pflanze Heilmittel und Gewürz zugleich ist und sie unter anderem Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor, sowie die Vitamine B1, B2, B6, und sehr viel Vitamin C enthält. Kren ist Bestandteil der östereichischen Küche. Die Japaner schätzt den "Wasabi", der ähnliche Eigenschaften wie Kren besitzt, wohl aber etwas schärfer und geschmacklich frischer ist.

Fink berichtet in der Folge von der Geschichte des Steierer Krens, auch von dessen gesunden Eigenschaften, um dann mit den Rezepten aufzuwarten. Er untergliedert den Rezeptteil in:

Kalte Küche
Kein Würstel ohne Kren
Warmes mit Kren
Haltbare Schärfe
Von Forelle bis Zander
Eingemachte Henne bis Tafelspitz
Feine Desserts mit Kren und Wasabi

Alle Rezepte näher zu beleuchten, ist im Rahmen dieser Rezension unmöglich. Damit Sie einen Eindruck von dem erhalten, was Sie erwartet, möchte ich folgende Rezepte hervorheben: "Schweinewangerlsulz mit Kren-Paradeisern". Die Zutaten für die Sulz finde ich bemerkenswert. Korianderkörner, Wacholderbeeren, Pfefferkörner, Zimt, Piment und Liebstöckel sorgen für eine interessante Würzung. Der "Matjessalat mit Äpfeln und Kren" stellt eine gelungene Abwechslung zu herkömmlichen Matjessalaten dar und die "Schinkenröllchen mit Krengervais" sind delikate Happen zum Aperitif.

Superlecker schmeckt "Saures Rindfleisch mit Ei, Kürbisöl und Kren", aber auch die "Krenschaumsuppe mit Räucherforellenfilet", die sich sehr rasch zubereiten lässt. Überzeugt hat mich u.a. das Rezept für "Kurz gebratenen Thunfisch mit Wasabi-Joghurt und Ananas -Paprika- Relish", vielleicht etwas aufwendig in der Zubreitung, aber vom Geschmacksergebnis perfekt. Alle weiteren Fischgerichte im Buch sind ein Traum, sehr raffiniert in der Zubereitung und harmonisch in den individuellen Würzungen. Mehr will ich nicht verraten.

Bei den Fleischgerichten gefällt mir "Pochiertes Schweinefilet mit Erdäpfel-Kren-Püree und Petersilwurzeln" am besten, allerdings sollte man Finks "Mein Lieblings-Tafelspitz und seine scharfen Begleiter" unbedingt antesten und sich hinter die Ohren schreiben, dass man den Tafelspitz, solange er in der Suppe gart, nicht salzt.
Bei den Desserts finde ich das "Wasabi-Gurken-Eis mit Buttermilchshake" ideal für heiße Tage, gefallen hat mir auch das "Sauerrahm-Schafskäse-Mousse mit Wassabi und Trauben."

Die Rezepte sind alle sehr gut erklärt. Die Fotos regen den Appetit an. Das Buch ist eine Bereicherung für jede Kochbuchbibliothek.

Rezension Weihnachtliches Backvergnügen

Dieses kleine Büchlein ist hochinformativ und für alle, die gerne Weihnachtsplätzchen backen möchten, eine Fundgrube für delikate Rezepte.

Anna Landauer erteilt zunächst hilfreiche Informationen zu den Grundteigarten und ihren Zutaten. Zur Sprache kommen u.a. Zucker und seine Alternative Honig, Gewürze und Aromen, auch Nüsse, Mandeln, Mohn, sowie Schokolade und Marzipan.

Anschließend lernt man die Grundrezepte für Mürbteig, Rahmteig, Hefeteig, Lebkuchenteig, Eiweißmasse und Rührteig kennen. Zudem wird bestens erklärt, wie man Nuss- Mohn- und Kürbiskernfüllungen und verschiedene Cremes kreiiert. Auch Glasuren werden thematisiert, bevor mit einer Fülle von Rezepten aufgewartet wird.

Ich selbst backe generell nicht mit Weißmehl und versuche Zucker zumeist zu vermeiden. Beide Produkte sind bekanntermaßen hochgradig ungesund. Die Rezepte im Buch lassen sich alle problemlos mit frisch geschrotetem Dinkelmehl (schmeckt viel besser und ist gesünder) herstellen und beim Süßen der Plätzchen gibt es genügend Alternativen jenseits des Industriezuckers.

Die Rezeptideen haben mir gut gefallen, speziell jene für "Mandelringe", "Zimtsterne" und für die vielen unterschiedlichen Kipferlsorten. Sie sind alle sehr gut erklärt und lassen sich einfach zubereiten.

Meine Lieblingsweihnachtsplätzchen "Mürbes Spritzgebäck" wurden nicht vergessen. Meine Mutter backt sie seit Jahren bereits mit Dinkelmehl und das empfehle ich jedem auch zu tun, der das Rezept in die Tat umsetzen möchte.

Das "Weihnachtsstollenrezept" zum Schluss ist der Zutaten wegen nicht uninteressant. Der Kardamom und der Ingwer verleihen dem Dresdner Highlight gewiss einen besonderen Kick.

Das Buch ist sehr handlich und insofern gut beim aktiven Tun einzusetzen.

Rezension: Genussvoll kochen für Freunde- Jane Price

Dieses Kochbuch enthält 160 sehr gut beschriebene, delikate Rezepte, die von vielen appetitanregenden Bildern begleitet werden.
Das Buch ist untergliedert in:


-Essen mit Freunden
-Elegante Dinnerparty
-Ein Fest im Sommer
-Winterliche Festtage
-Mediterrane Feiern
-Asiatisch Genießen


Im Gegensatz zu den meisten Köchbüchern, die derzeit auf dem Markt sind, wird in diesem Buch auf einen warenkundlichen Teil im Vorfeld verzichtet und stattdessen sofort mit den Rezepten aufgewartet.


Die Arbeitsschritte werden immer gut erklärt. Vorbereitungs- und Garzeiten werden stets genannt.


In jedem Kapitel findet man leckere Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts, die stets dem Thema angepasst sind.


Besonders gut gefällt mir der "Pochierte Lachs mit Dillmayonaise" und der "Thunfisch mit Sauerampfer-Hollandaise" als Hauptspeise, wenn Freunde kommen. Beide Speisen lassen sich schnell zubereiten, schmecken lecker und verurteilen den Gastgeber nicht dazu, Stunden in der Küche zu verbringen. Delikat sind auch die "Kalbsröllchen mit Honig-Wildreis". Aufgeschnitten sehen die mit Spinat, Prosciutto und gekörntem Senf gefüllten Röllchen sehr hübsch aus. Die Sauce ist lecker, aufgrund ihrer mediterranen Geschmacksnoten.


Ein ganz großes Lob gibt es für die Rezepte "Krebsküchlein mit Avocadasalza" und für "Garnelenwickel mit Mangodip". Beide Speisen sehen ungeheuer appetitlich aus und schmecken super. Zwei empfehlenswerte Vorspeisen, nicht nur für Sommerfeten.


Ausprobiert habe ich u.a. die "Provenzalischen Jakobsmuscheln" und empfehle diese Vorspeise gerne weiter, auch sehr lecker schmecken die "Knoblauchgarnelen" und die "Moules Marinière", die einen gedanklich nach Südfrankreich versetzen.


Da ich ein Fan von Nizza-Salat bin, haben mich die Zutaten der im Buch vorgestellten Version interessiert. Sie unterscheidet sich vom herkömmlichen Nizzasalat dadurch, dass Basilikumblätter, rote Zwiebeln und Eisbergsalat neben den üblichen Ingredienzien eine Rolle spielen und der Salat knackiger schmeckt.


Bei den asiatischen Speisen möchte ich die "Vietnamesischen Crepes" hervorheben. Sehr lecker ist die Füllung und die Sauce zum Dippen. Die Füllung beinhaltet Garnelen, Hackfleisch, Reisnudeln, Paprika, Frühlingszwiebel und eine Reihe anderer Zutaten.


Eine gelungene Kreation ist auch der "Tintenfisch mit grünem Pfeffer", bei dem Thai-Basilikum nicht fehlen darf und die "Hühnchenpfanne mit Thai-Basilikum und Cashews", die man im Wok zubereitet.


Die Desserts werden nicht nur Süßmäulchen erfreuen. "Erdbeeren Romanoff" sind schnell zubereitet, schmecken delikat und sind nicht kalorienenhaltig. Alle anderen Desserts werden hier nicht verraten, so viel nur : Ihre Gäste werden begeistert sein.:-))


Empfehlenswert!

Rezension:Geliebte Wildkräuterküche: Die schönsten Rezeptideen ausgewählter Köche: Ausgewählte Köche präsentieren ihre besten Rezepte (Gebundene Ausgabe)

Die Buchmacherin Ria Lottermoser hat gemeinsam mit der Biologin Dr. Brigitte Klemme dieses Wildkräuterkochbuch auf den Weg gebracht. Die Köche Josef Fehrenbach, aus dem "Waldhotel Fehrenbach" in Hinterzarten, Martin Griesser aus dem "Gasthaus Adler" in Hohenems-Österreich, Yoann Hue aus dem "Vieux Sinzig" in Sinzig, Raimar Pilz aus dem "Restaurant Fuchshöhle" in Bad Säckingen, Achim Schwekendiek aus dem "Schlosshotel Münchenhausen" in Aerzen und Manuela Treppens vom " Monte Anima" in Loco im Tessin haben 60 Rezepte mit unterschiedlichen Wildkräutern kreiert, die im Buch bestens erklärt werden.
Bei den Kräutern handelt es sich um: Bärlauch, Große Brennessel, Dost, Gänseblümchen, Giersch, Gundermann, Schwarzer Holunder, Echtes Labkraut, Gewöhnliches Leimkraut, Löwenzahn, Melde, Minze, Wilde Möhre, Quendel, Sauerampfer, Spitzwegerich, Vogelmiere, Waldmeister, Wiesenbärenklau und Wiesenklee.
Die jeweiligen Kräuter sind gut beschrieben. Der Standort und die Blüte- sowie Erntezeit werden konkret genannt. Dass Bärlauch, ähnlich wie Knoblauch, Alliin enthält, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben und ebenso, dass man mit dieser alten Heilpflanze heute Pesto, Nudeln, Suppen, Aufstriche etc würzt. Aus Brennnesseln lässt sich weitaus mehr zubereiten als bloß Brennnesseltee, wie die Köche im Buch zeigen und hinter dem Begriff Dost verbirgt sich der wilde Majoran, dessen ätherische Öle dem Körper wohltun und der in der mediterranen Küche nicht hinwegzudenken ist.

Gänseblümchen beinhalten Saponine und Schleimstoffe, die schleimlösend wirken, schmecken nussig und munden als Pesto sehr gut. Giersch beinhaltet viel Kalium, Vitamin C und Flavonoide und soll bei Stoffwechselstörungen Wunder bewirken. Man liest über die Bitterstoffe von Gundermann, über die schweißtreibende Wirkung von Holunder, über die Verwendung von "Echtem Labskaut" bei den Germanen, die das Wildkraut der Fruchbarkeitsgöttin Freya widmeten und es traditionell Gebärenden als Bettstroh unterlegten.

Gewöhnliches Leimkraut kannte ich bislang noch noch nicht. Es soll wohl eine Rarität unter den Wildgemüsen sein, im Gegensatz zum Löwenzahn, dem häufgsten und bekanntesten Wildgemüse, dessen Bitterstoffe über die Geschmacksnerven die Sekretion von Verdauungsenzymen im Magen anregen . Minze bildet die Krönung eines Desserts und verleiht sommerlichen Getränken Frische, während die "Wilde Möhre" durch ihren hohen Gehalt an Carotinen besticht.

Quendel , sprich Wilder Tymian , wurde schon im 15. Jahrhundert in Klostergärten angebaut und verfügt über sehr große Heilkraft, wie im Buch näher erörtert wird. Wer weiß schon um die breitgestreute Wirkung gegen Bakterien und Viren seitens des Spitzwegerich, der sich als leckere Zugabe zu wilden Salaten perfekt eignet?
Die Vogelmiere scheint mir von den Inhaltstoffen eine besonders gesundheitsförderndes Wildkraut zu sein. Der Tagesbesarf an Eisen, Kalium und Vitamin C lässt sich durch 150 Gramm Vogelmiere decken und Kleeblüten schließlich enthalten Isoflavonoide, die im Menschen wie das Hormon Östrogen wirken.

Aus all diesen Kräutern entwickeln die Köche delikate Speisen deren Zubereitung sehr gut erklärt wird und die sich einfach nachkochen lassen.

Nähere Ausführungen zu den Speisen können Sie meinem Rezensionsblog entnehmen.

Im Anhang des gelungenen Buches sind Bezugsquellen für Kräuter und Wildpflanzen aufgelistet.

Ein gelungenes Kochbuch, das Gesundheit und Geschmack perfekt verbindet.




Rezension: Gäste verwöhnen wie ein Profi

Die Vita des Autors und Spitzenkochs Michael Schwarzmann kann man dem Klappentext des Buches entnehmen. Ich möchte sie an dieser Stelle nicht wiedergeben, sondern nur knapp erwähnen, dass Schwarzmann 2010 die Küchenleitung des Courtyard Marriott Linz übernommen hat.

Im vorliegenden Buch, das viele Fotos von Anna-Maria Muchitsch enthält, stellt der Koch Rezepte, Menüplanungen, Einkaufslisten und Tischdekorationen vor. Zwei Fragen beantwortet der Autor ausführlich:

1. Wie plane ich ein festliches Dinner? Die Theorie

2. Wie plane ich ein festliches Dinner? Die Praxis

Zur Sprache kommen die Küche und dort die Geräte. Näher beschrieben werden u.a. das Kochfeld, die Dunstabzugshaube, der Combi-Garer, der Tellerwärmer und der Dampfgarer. Das Küchenequiment bleibt nicht ausgespart und man liest von Töpfen, Messer und vielen Kleinigkeiten, wie etwa einem Zestenreißer, einer Fischpinzette und dergleichen, die man benötigt, um perfekt die Rezepte umsetzen zu können.

Tischdekorationen werden gezeigt, Menüplanungen werden thematisiert, Getränke in der Speiseabfolge sind ein weiteres Thema. Sehr gut wird die Glaskultur abgehandelt und die Grundausstattung im Hinblick auf Gläser vorgestellt, auch lernt man Menükarten zu konzepieren.

Aufgelistet wird in der Folge, welche Dinge auf einen festlich gedeckten Tisch gehören. Schade, dass man Messerbänkchen nicht erwähnt hat. Bestecke, Zusatzausstattung, Spezialbesteck, Gläser etc. gelangen in den Fokus und es wird gezeigt, wie man Stoffservietten faltet. Die "gebundene Rolle" sieht sehr hübsch aus, "Doppelfächer" und "Schiffchen" sind auch recht schön. Alle Beschreibungen lassen sich problemlos in die Praxis umsetzen.

Aufgeklärt wird man u.a. über verschiedene Salzsorten und erhält Tipps, wie man Käse perfekt präsentiert, bevor zur Praxis übergeleitet wird. Hier werden zunächst Rezepte für Eingemachtes und Speise-Dekorationen vorgestellt. Man lernt u.a. "Steirisches Kürbiskernpesto, Schwarze Nüsse, Pflaumen-Chutney" zuzubereiten, bevor man 2 Menüs in der Planung und Durchführung näher kennenlernt, aus denen dann ein 3. "Großes Menü" kreiert werden kann.

Neben den gut erklärten Rezepten, wird man über die dazu passenden Weine in Kenntnis gesetzt und erhält eine Idee davon, welche Bestecke und Gläser etc. beim jeweiligen Menü eingedeckt werden müssen.

Sehr delikat finde ich die Vorspeise "Eingelegte Steinpilze und Frischkäse mit Kernöl, Blattsalaten und Nüssen". Überzeugt hat mich auch das Rezept "Röllchen vom Vitello tonnato mit frittiertem Rucola". Alle Rezepte für die Menüs sind bestens erklärt und sehr raffiniert in der Zubereitung.

Damit Sie einen Eindruck von Schwarzmanns Küchenkunst erhalten, möchte ich hier das Rezept für "Mangosorbert mit Orangen und Prosecco" vorstellen.
200 g Mangosorbet
2 Orangen
Minze 0,4 l Prosecco

Die Orangen mit einem Messer filetieren. Das Mangosorbet in Gläser ihrer Wahl füllen. Mit Orangenspalten und Minze garnieren. Den Prosecco erst vor den Gästen in das Sorbetgas gießen, da es nur kurz, aber stark aufschäumt.

(Siehe S. 153)


Ein hochinformatives Buch, empfehlenswert.


Rezension: Kunstvoll anrichten-stilvoll servieren

Dieses sehr informative Buch haben Cara Hobday und Jo Denvury gemeinsam mit dem Fotograf Bob White auf den Weg gebracht. Bevor die Autoren ausführlich die Techniken hübschen Anrichtens näher erklären, wird man zunächst mit den Präsentationsregeln vertraut gemacht. Informiert wird man diesbezüglich im hinblick auf Ausgewogenheit, Form, Konstistenz, Aroma und Portionsgröße.

Die Tellerwahl ist ein Thema. Es wird gezeigt, wann es sinnvoll ist, anstelle von Tellern Holzbrettchen, Schüsseln und anderes mehr zum Anrichten von Speisen zu verwenden, um dann Utensilien und Geräte vorzustellen, mittels denen man Speisen hübsch gestalten kann. Hier lernt man beispielsweise einen Julienschäler, eine Gemüsehobel und einen Butterformer und deren Verwendungszweck kennen.


Sehr gut wird die Tischdekoration abgehandelt, dabei werden einfache Tricks mit großer ästhetischer Wirkung verraten. Dem Spiel mit dem Licht, Tischtücher etc. gilt das Augenmerk und kann sich dann schließlich in die Übersicht der Techniken vertiefen.

Zur Sprache kommen: Gebäckgarnituren, Gemüsegarnituren, Pürees und Streifen, Obstgarnituren, Körbchen, Becher und Croutons, Blättergarnituren, Garnituren aus Milchprodukten, Zucker-und Schokoladengarnituren.


Jede einzelne Technik wird sehr gut textlich erläutert und bildlich dargestellt. Die Utensilien und die Zutaten, die man benötigt werden genannt und man erfährt Schritt für Schritt wie man beispielweise Gemüsevierecke, gebogene Gemüsestreifen, Gemüse-Würfelchen, eine Gurkenblüte, eine Tomatenrose, eine Radieschenrose, Gemüsejulienne, Gemüsespaghetti, Formgemüse, ein Gemüsebündel und anderes mehr gestaltet.


Sehr gut gefallen mir die Zitrusspiralen, die Desserts und Getränke hübsch zu dekorieren vermögen. Inspirierend finde ich ferner die Techniken, um Nudelnester und Reis anzurichten. Die Kniffe zur Gestaltung von Kräuterbündeln habe ich dankbar übernommen, denn Dekoration mit Kräuter verleiht Speisen immer eine appetitanregende optische Frische.


Die Techniken, um Desserts in kleine Kunstwerke zu verwandeln, sind weniger kompliziert als ich zunächst dachte. Sehr schön sind die Schokoladenblätter, (habe es mit Gingkoblättern schon versucht, es funktioniert).


Sehr brauchbar finde ich die Infos zu essbaren Blüten. Zu den einzelnen Blüten wird jeweils erklärt wie diese schmecken, woran man sie verwendet und wann sie blühen. Dass man Kapuzinerkresse, Hornveilchen, Borretsch- und Lavendelblüten sowie Ringelblumen essen kann, wusste ich bereits, hingegen war mir u.a. nicht bekannt, dass Tagetes zu Meeresfrüchten sehr gut schmecken, man Nelken mit süßsauren Essiggurken kombinieren kann und es süße und pikante Blüten gibt.


Essbare Sprossen und Blätter werden in der Folge aufgelistet. Hier liest man u.a. von der Vogelmiere, mit der man herzhafte Gerichte dekorieren kann, aber auch vom Queller (Friesenkraut), den ich dieses Jahr auf dem Wochenmarkt in Mainz erstmals kaufte und der sich als leckere und dabei exotisch anmutende Beilage zu Fisch erwiesen hat, genau wie hier im Buch beschreiben.


Auf den letzten Seiten findet man gut beschriebene Grundrezepte und einen informativen Küchenzeitplan.


Für alle die Spaß an Ästhetik haben und wissen, dass das Auge immer mit isst, ist dieses Buch eine Fundgrube an Inspirationen.


Rezension: 100 beste Köche (Gebundene Ausgabe)

Das vorliegende Buch stellt einhundert hervorragende Köche vor. Jeder dieser Meisterköche präsentiert ein Rezept, dessen perfekte Umsetzung allerdings mehr als nur Grundkenntnisse im Kochen voraussetzt. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.
Der Autor des Buches August F. Winkler hat das Vorwort verfasst und dem Hauptteil des Buches eine 20 Seiten umfassende, kleine Kulturgeschichte des Essens vorangestellt.

Er erwähnt dort u. a. die karg gedeckte Tafel in Sparta, das von Petronius beschriebene Gastmahl des Trimalchio, welches das berühmteste Essen in der Weltliteratur darstellt und zugleich Vorbild aller Erlebnisgastronomie ist. Er schreibt von Zeiten, als man noch mit den Fingern speiste, auch von solchen, als man die Gabel ausschließlich zum Tranchieren benutze. Im Mittelalter war besagtes Tranchieren übrigens die wichtigste Disziplin der Tafelkunst.


Man liest von der allmählichen Änderung der Tischsitten und von der Tatsache, dass beim Frieden von Münster 1648 bei Tisch die heiligen Sieben bereits en vogue waren: Teller, Löffel, Messer, Gabel, Handtuch, Trinkglas und Zahnstocher.


Die pompösen Gastlichkeiten an den Höfen werden thematisiert, selbst das Spektakel am Hofe Philipps des Guten von Burgund findet Erwähnung, als die erste Oper während eines Festessens aufgeführt wurde. So liest man, dass zwei Dutzend Diener einen gewaltigen Teigberg in den Festsaal schoben. Nachdem Philipp mit seinem Schwert die Pastete aufgeschnitten hatte, kam aus der Krustenhaube ein komplettes Orchester hervor. Die opulenten Festmahle der Renaissance und des Barockzeitalters werden interessant gezeichnet, der Beginn des neuen kulinarischen Zeitalters findet Erwähnung und es fallen Namen wie Brillat-Savarin sowie Rumohr. Beide Personen waren reflektierende Feinschmecker, die das, was sie sich auf der Zunge genussvoll zergehen ließen, literarisch und gastrosophisch zu Papier brachten und damit ihre Leserschaft erfreuten.


Man erfährt Essentielles von der Hochblüte der französischen Küche, der Kochkunst zwischen Tradition und Moderne, schließlich von "Nouvelle" zu Molekular.


Dieser Abriss der Kulturgeschichte ist wirklich gelungen und ein guter Einstieg für das, was anschließend folgt.


Einhundert namhafte Köche aus dem Elsass, Italien, der Schweiz, Österreich und Deutschland werden portraitiert. Man erfährt jeweils Biographisches, aber auch gastrosophische Betrachtungen der einzelnen Meisterköche. Spannend werden die Restaurants, in denen die Küchenkünstler ihre Kreationen anbieten, beschrieben und Kontaktadressen genannt.


Den einzelnen Köchen werden zudem persönliche Fragen gestellt. So erfährt man u.a. welche Kochbücher der eine oder andere Meisterkoch bevorzugt, liest von deren Lieblingsgewürzen, ferner, wie sich die Befragten entspannen, welcher kulinarischen Versuchung sie nicht widerstehen können und vielem anderen mehr.


Der von mir besonders geschätzte Vincent Klink gibt u .a . preis, was er sammelt und weshalb er sammelt. "Alte Literatur und Kochbücher, denn kennt man sich mit altem Zeugs aus, versteht man besser die Gegenwart und Zukunft und wird vernünftig." (Da stimme ich Ihnen absolut zu, lieber Herr Klink!)


Wie eingangs bereits erwähnt, verrät jeder Koch ein Meister-Rezept.


Ich lese leidenschaftlich gerne Kochrezepte, besonders von sehr guten Köchen, um herauszufinden, wo die jeweils individuelle Note des einzelnen Kochs versteckt ist.


Die Rezepte sind sehr umfangreich und bedürfen bei der Umsetzung Geschick und Konzentration. Rezepte für Geflügel, Fisch, Fleisch, Meeresfrüchte, Vegetarisches und Desserts erwarten den geneigten Leser.


Besonders angetan bin ich von Marc Haeberlins, "Froschschenkel -Schäumchen", Michaela Peters "Kalbsbries mit Perigord-Trüffel geschmort" und Christoph Rüffers Kreation "Gebratene Jakobsmuscheln mit geschmolzener Gänseleber in Orangen-Ingwerbutter und Fenchelpüree". Natürlich sind alle anderen Rezepte ebenso göttlich.


Entzückt bin ich, dass Michael Husser aus Marlenheim im Elsass nicht vergessen wurde. Dort nämlich habe ich das beste Menü meines bisherigen Lebens genossen. Unvergesslich.


Wem bei der Rezeptur von Juan Amadors "Crema Catalana - Leger - mit Ananas & Vanille-Safran-Eis" nicht das Wasser im Munde zusammenläuft, hat seine Geschmacksnerven irgendwann verloren. Ihm gehört mein aufrichtiges Beileid.


Der Spanier kocht übrigens in Langen bei Darmstadt. Er zählt derzeit zu den brillantesten Küchenphilosophen, dessen Küche übrigens auf molekularen Techniken basiert. Ein wesentliches Prinzip dieser Technik ist die Denaturierung. Ein Produkt wird zerlegt und mit chemischen sowie physikalischen Techniken wie etwa Stickstoff bei 196 Grad neu, vor allem anders zusammengesetzt. Drinks werden als Gel serviert, Olivenöle als Bonbons und Hühnersuppen als Eislutscher geformt etc. Hochinteressant.


Ein sehr empfehlenswertes Buch.


Rezension:Genuss-Schule Fisch & Meeresfrüchte (Gebundene Ausgabe)

Die marktführende Foodzeitschrift "Essen&Trinken" stellt in diesem Kochbuch Rezepte für Fisch&Meeresfrüchte vor. Im ersten Kapitel werden die Fischfamilien der Rundfische (Rotbarsch, Zander, Dorade, Rotbarbe) und Plattfische (Scholle, Seezunge, Steinbutt) skizziert und anhand von Fotos gezeigt wie man Fische schuppt, ausnimmt, ausspült, filetiert sowie die Haut entfernt. Erläutert wird, welche Garmethoden sinnvoll sind und welche Arbeitsgeräte beim Kochen zum Einsatz kommen. Des Weiteren erfährt man Näheres über Garnelen, Hummer, Taschenkrebse, lernt wie man deren Panzer knackt, liest über Miesmuscheln, Austern, Jakobsmuscheln und Venusmuscheln, lernt auch diese zu öffnen und wird schließlich über Kalmare, Pulpo und Sepia aufgeklärt.



Die Rezepte sind untergliedert in: "Köstliche Kleinigkeiten", "Suppen&Eintöpfe", "Dünsten, Dämpfen&Pochieren" , "Aus Pfanne &Wok", "Aus dem Backofen" und "Meeresfrüchte".


Alle Speisen lassen sich - wie immer bei Gerichten aus der Versuchsküche von "Essen&Trinken" - problemlos zubereiten. Die Rezepte sind sehr gut gegliedert, die Zubereitungszeiten werden stets genannt. Vermerkt wird, ob die Rezepte einfach, schnell raffiniert oder gut vorzubereiten sind.


Im Rezeptteil finden sich einige Spezialinformationsseiten. Dort erfährt man, wie man Fische beizt, Fischfonds herstellt, Saucen zubereitet, Fische räuchert und Fische grillt.


Ich bin von folgenden Gerichten besonders angetan: "Fischsuppe mit Aioli und Gemüse", "Blumenkohlsuppe mit Flusskrebsen", "Lachsforellenragout mit Krebsschwänzen", "Seeteufel mit Weißkohlmantel", "Spicy-Fisch-Curry von der Dorade", "Calamari mit Garnelenfüllung" und "Schwarzer Risotto mit Meeresfrüchten".


Die vielen Rezeptabbildungen sind sehr appetitanregend. Die Gerichte selbst zeichnen sich alle durch Aromenvielfalt aus, die durch eine sensible Handhabung differenzierter Würzung zustande kommt. Lobenswert ist nicht zuletzt auch der gekonnte Umgang mit frischen Kräutern.



Rezension: Die echte Sri Lanka-Küche

Dieses Kochbuch mit Rezepten aus der Sri-Lanka-Küche hat der renommierte Koch Peter Kuruvita auf den Weg gebracht. Er stammt väterlicherseits von dieser Insel und hat in seiner Kindheit bei seiner Großmutter traditionell zubereitete Speisen von dort kennengelernt. Das Buch enthält eine Fülle delikater Rezepte, imposante Landschaftsaufnahmen, viele Familienbilder und appetitanregende Food-Fotos, sowie kurzweilige Anekdoten, die dem Leser das Leben auf Sri Lanka näher bringen.
Seine Rezepte untergliedert Kuruvita in:
Rezepte für den Anfang
Die Küche meiner Großmutter
Unterwegs
Verführerische Süßspeisen
Backwaren
Wickramapalas Lieblingsspeisen


Zu Beginn berichtet der Koch u.a. von seiner Familie. Seine Großmutter beschreibt er als liebenswürdige, gutherzige Frau, die stets zum Plaudern aufgelegt war und ihm Leckereien zusteckte. Als sie starb, war Kuruvita in Australien, vergessen hat er sie bis heute nicht.


Der Koch verdeutlicht, dass zu den großen Schätzen Sri Lankas Gewürze wie Zimt, Kardamom, Pfeffer, Nelken und Muskat gehören. Man nutzte sie dort schon vor Zeiten als Konservierungsmittel, zur Zubereitung von Arzeneien und zu Zaubertränken, sowie als Duftstoffe und Aphrodisiaka, nicht zuletzt aber zum Würzen von Speisen. Der Gewürzhandel begann, nachdem die Portugiesen die Insel entdeckt hatten.


Im 1. Kapitel des Kochbuches lernt man die Grundlagen für die Zubereitung typischer Currys aus Sri Lanka kennen. Dabei unterscheidet sich das Currypulver für Fleisch von dem für Gemüse und für Fischgerichte erheblich in seinen Zutaten. Man lernt nicht nur Currymischungen zuzubereiten, sondern auch Chutneys, leckere Sambals und Pickles herzustellen. Sehr gut zu Lamm passt das "Minz-Sambal", bei dem neben Minze und Ingwer auch Knoblauch und grüner Chili nicht fehlen dürfen, neben einigen anderen schmackhaften Zutaten, die an dieser Stelle nicht verraten werden.


Über Reis und seine Zubereitung wird man aufgeklärt, bevor der Autor die Küche seiner Großmutter thematisiert. Die Curry-Gerichte sind ein wahrer Genuss. Dies gilt für das "Rinder-Curry" ebenso wie für alle anderen Currys, hauptsächlich aber für das "Curry aus grüner Mango", das nicht nur Vegetarier goutieren werden. Dieses Curry hat einen süß-säuerlichen Geschmack mit einer ordentlichen Portion Chilischärfe. Sehr delikat schmeckt auch das "Ananascurry", das ebenfalls ohne Fleisch auskommt und sich als ein gutes, leichtes Sommergericht erweist.


Kuruvita schreibt, dass frische regionale Speisen in Sri Lanka sehr beliebt sind. In Teehäusern und so genannten Boutiquen können Reisende Lunchpakete und Straßensnacks kaufen, bis hin zu delikaten Spezialitäten verschiedener ethnischer Gruppen. Etwa 75 Prozent der Bevölkerung sind Singhalesen. Eine ihrer berühmtesten Spezialitäten sind die "Hoppers", die für Ungeübte nicht ganz so einfach zuzubereiten sind.


Ich staune bei jedem Rezept über die Gewürzvielfalt. Kuruvitas Lieblingscurry habe ich nachgekocht. Es schmeckt göttlich. Dieses superleckere "Krebscurry" enthält sehr viele Gewürzzutaten, die man aber in jedem gut sortierten Asialaden problemlos erwerben kann.


Desserts werden in Sri lanka selten zum Ausklang einer gewöhnlichen Mahlzeit gereicht. Diese sind, so erfährt man, Festen vorbehalten. Der "Liebeskuchen" eignet sich gut als Beilage zu einer Tasse Ceylon-Tee.


Das letzte Kapitel hat Kuruvita seinem Vater gewidmet, der als Ingenieur in Australien arbeitete und gemeinsam mit Kuruvitas Mutter, einer Lehrerin, ihn, wie er dankbar festhält, lehrte, ein gutes Leben zu führen. Zu den Lieblingsspeisen seines Vaters zählte der "Feurige Rindfleischeintopf", der in Sri Lanka fast auf jeder Speisekarte steht. Das Gericht ist einfach in der Zubereitung und schmeckt wirklich gut.


Im Glossar am Ende des Buches kann man einige Lebensmittel näher kennenlernen, die für uns Mitteleuropäer eher fremd sind, so etwa Pandan- und Kandablätter, die der ein oder andere möglichweise aus der ayuverdischen Heilkunst kennt.


Ein sehr schönes Kochbuch mit interessanten Rezepten, die sich problemlos nachkochen lassen.



PS: Mir gefällt wie liebevoll und anerkennend Kuruvita von seiner Familie spricht.Dieser Mann begreift seinen Erfolg als das Ergebnis seiner Erziehung und der Aufmerksamkeit, die ihm in seiner Familie zu Teil wurde.


Ich musste immer wieder an den Satz denken:"Denn solchem Kinde geht es gut, auf dem der Eltern Segen ruht." Wie immer, so bewahrheitet er sich auch bei Peter Kuruvita.



Rezension: Basilika

Dieses Kochbuch der Kochbuchautorin und Reisejournalistin Rose Marie Donhauser thematisiert die Küche der Region Basilikata in Italien, einer Region, die bereits in prähistorischer Zeit bewohnt war. Eingebettet liegt die Basilikata zwischen Kampanien im Westen, Ampulien im Norden sowie Nordosten und Kalabrien im Süden. Zwei Meere schließen sich dieser Region an: im Westen das Tyrrhenische Meer, im Süden das Ionische. (vgl.: S. 8).

Das heutige Basilikata nannte sich einst Lukanien. Erst seit 1947 wurde das Land, das primär von Bauern besiedelt war und ist, umbenannt. Die Autorin beschreibt die wichtigsten Orte von Basilikata und stellt in ihren Beschreibungen auf kulinarische Besonderheiten ab. Zahlreiche typisch regionale Gerichte sind mit den Jahreszeiten und der religiös beeinflussten Tradition verknüpft. So liest man, dass jedes Dorf seine spezifischen Dorf- und Madonnenfeste hat, bei denen es Usus ist, spezielles Essen auf den Tisch zu bringen. (vgl: S. 14)


Die besten Bratwürste sollen aus dem Gebiet zwischen Picerno, Banzi, Cancellara und Palazzo kommen. Diese Würste sind aus Schweinefleisch zubereitet, weil dieses Fleisch von jeher das bevorzugte Fleisch der Lukaner war. Die Schweine dort leben meist halbwild, gemeinsam mit Schafen und Lämmern auf Bergwiesen sowie Wäldern und ernähren sich primär von Eicheln, Kastanien und Bucheckern. Senise, Maratea und der Süden werden kulinarisch aufgedröselt und schließlich wird zuletzt auch der Ort Pisticci und das Ionische Meer in Augenschein genommen.


Fest, Bräuche und Traditionen bleiben nicht ausgespart und man wird über den reich gedeckten lukanischen Tisch informiert, bevor man einen spannenden Bericht über Pino Bianco und seine Mutter Angela lesen kann, der in Berlin die "Trattoria Muntagnola betreibt" und ein leidenschaftlicher Botschafter seiner Heimat Basilikata ist. Im Anschluss an diesen Bericht kann man sich in einen kleinen kulinarischen Sprachkurs vertiefen, danach beginnt der Rezeptteil. Er ist untergliedert in:


Antipasti- Vorspeisen
Zuppe- Suppen
La pasta fatta in casa- Hausgemachte Pasta
Focacce e pane- Focaccia und Brot
Vedure- Gemüse
Carne e pesce- Fleisch und Fisch
Peccati di gola- Desserts


Insgesamt 80 Speisen warten darauf ausprobiert zu werden. Die Rezepte sind sehr gut erklärt und problemlos in der praktischen Handhabung.


Die Lieblingsspeise der Lukaner soll "Saubohnenpüree mit Löwenzahnsalat" sein, auch darf bei ihnen Focaccia (Fladenbrot) nicht fehlen. Da ich Saubohnen nicht mag, möchte ich an dieser Stelle eine andere Vorspeise hervorheben: "Garnelen mit Fruchtsauce". Diese Vorspeise ist sehr delikat zubereitet. Erdbeeren und Äpfel sorgen für fruchtigen Geschmack. Oregano und Pinien geben der Speise einen mediterranen Kick.


Die Lukaner mögen Suppen. Deshalb sind die Suppen wohl auch so fantasievoll zubereitet und wirklich lecker. "Suppe mit Hülsenfrüchten und Weizen" kochte man in der Region schon im 16. Jahrhundert.


Bei der hausgemachten Pasta haben mir die "Cannelloni mit Ricotta und Spinat" am besten gefallen und beim Brot die "Gefüllten Teigtaschen", die ich mit der vegetarischen Füllung, bei der Oliven und Mangold nicht fehlen sollten, besonders geschmackvoll finde.


Sehr empfehlenswert sind die Gemüsegerichte. Die "Auberginen mit Rosinen und Pinienkernen in Tomatensauce" muten fast arabisch an. Bei den Fleischgerichten finde ich das "Lamm nach Art der Hirten" bemerkenswert. Es handelt sich hierbei um einen mediterranen Eintopf mit einer delikaten Würzung. Die Fischspeisen lohnt es, ebenfalls nachzukochen, insbesondere die "Gefüllten Tintenfische in Tomatensauce". Die Füllung harmoniert bestens mit der Sauce, in der Tomaten, Tafelwein und Kapern nicht fehlen dürfen.


Bei den Desserts fand ich eine Speise, die außergewöhnlich ist: "Kastaniencreme mit eingekochtem Wein". Diese sorgt bei Gästen garantiert für zufriedene Gesichter.


Auf den letzten Seiten beschreibt die Autorin die 17 besten Restaurants lukanischer Gastronomen weltweit. Diese Gastronomen haben ihre Lieblingsrezepte zu dem Kochbuch beigesteuert. Im Adressenverzeichnis am Schluss findet man gute Herstelleradressen nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Weine aus der Region. Dadurch ist es möglich, wirklich authentisch zu kochen und die regionalen Weine zu den Kochergebnissen zu reichen.


Empfehlenswert für Liebhaber rustikaler italienischer Speisen.



Rezension: Genießen auf den Weltmeeren

Die Buchautor und Fotojournalist Lutz Jäkel hat gemeinsam mit Stefan Wilke, dem Küchenchef der MS EUROPA Europa das vorliegende Buch verfasst. Die MS EUROPA ist das Flaggschiff der Reederei Hapag-Lloyd. Die Bordsprache des Schiffes ist deutsch, die Flagge ist die der Bahamas. Vom Berlitz Cruise Guide ist der Luxusliner zum 8. Mal in Folge als einziges Kreuzfahrtschiff weltweit mit begehrten "Prädikat 5 -Sterne plus" ausgezeichnet worden. Die Leser von "Genießen auf den Weltmeeren" haben die Chance kulinarisch an der 157 Tage andauernden Weltreise zu den schönsten Traumzielen dieser Erde teilzunehmen.
Sollte man nach der Lektüre auf den Geschmack gekommen sein das Gelesene "live" zu erleben, so ist dies pro Person für etwa 100.00 Euro möglich.


Küchenchef der MS EUROPA ist der Schwarzwälder Stefan Wilke, der nach seinen ersten Ausbildungsstationen in Baiersbronn vom 3-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt in die hohe Kunst der feinen Küche eingeweiht wurde. Er und seine Crew achten mit viel Akribie darauf, dass ihre Gäste auf allerhöchstem Niveau zufrieden gestellt werden. Das Schiff bewegt sich im Mittelmeer, im Indischen Ozean, im Nordpazifik, im Südatlantik, in der Karibik und im Golf von Mexiko.


Überall, wo der Luxusliner anlegt, kauft Wilke auf den lokalen Märkten ein, um die Speisen seiner Menüs mit traditionellen Zutaten zu kosmopolitischen Erlebnissen zu kombinieren. Die Berichte über die kulinarischen Besonderheiten einzelner Länder sind sehr spannend geschrieben.


Wie kocht man bei Windstärke 12? Was geschieht, wenn bei steifer Brise die Töpfe rutschen? Wer sind die Kapitäne auf dem Flaggschiff der Hapag -Loyd?


Wer ist für die Weine zuständig? Wie werden logistische Problem während der 157 Tage gelöst? Diese und viele andere Fragen beantwortet das Buch ausführlich.


Überrascht bin ich, dass auf der Weinkarte der MS EUROPA 375 Positionen edler Weine gelistet sind. Der Sommelier ist Herr über 18.000 Flaschen. Alle vier Wochen werden 6.000 Flaschen neu eingelagert, um den Bestand nicht zu minimieren. Zum Wein kommen noch 1.500 Flaschen Sekt und 2.500 Flaschen Champagner hinzu. Verdursten muss auf der MS EUROPA demnach keiner.


Die 60 Rezepte des Küchenchefs Stefan Wilke im Buch machen deutlich, dass man auf der MS EUROPA wirklich auf allerhöchstem Niveau kulinarisch verwöhnt wird.


Die Rezepte sind so gut erklärt, dass Hobbyköche keine Probleme damit haben sie zuhause zuzubereiten. Besonders gefällt mir, dass die Dekoration und das Anrichten auch beschrieben sind und der Sommelier mit bemerkenswerten Weintipps zum jeweiligen Essen Hilfestellung gibt. Einige Gerichte habe ich bereits nachgekocht und mich vom delikaten Ergebnis überzeugen können. Es handelt sich um:


"Kaisergranat mit Weichweizenrisotto und Weißweinsauce", (ein spanisches Zwischengericht). Hierzu empfiehlt der Sommelier Silvaner Sehnsucht des Weinguts Sauer aus Franken.


"Risotto mit Oktopus", (ein italienisches Zwischengericht) . Schmeckt umwerfend gut.


"Ingwer-Lauch-Suppe", (eine Suppe aus Thailand). Das Herstellen von Lauchstroh und Ingwerchips erfordert etwas Geduld. Zugegeben.:-) Ein kulinarisches Highlight kommt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten:


"Schwertfischsteak mit schwarzen Nudeln und Safransauce". Ich habe wie empfohlen Loibners Berg Riesling Smaragd von F.X. Pichler aus der Wachau dazu gereicht. Ein Traum!


Ebenfalls nicht von dieser Welt sind die japanischen Thunfischvariationen und "Escabeche vom Lachs mit Jasminreis und Sojaglasur" (Philippinen). Leider konnte ich den Grenache des Chateau Capitoul nicht auf die Schnelle auftreiben und reichte einen Cote de Provence dazu. Er harmonierte aber auch.


Sehr gut schmeckt der "Lammrücken mit Shirazsauce, Sesamkartoffeln und Karotten- Minz-Gemüse", (Neuseeland) und das "Hochrippensteak mit Maiskolben, Ofenkartoffeln und Chiliquark" aus Argentinien. Dazu habe ich Merlot von Norton, Mendoza gereicht, weil ich ein Fan dieses argentinischen Weinguts bin. Der Sommelier möge mir verzeihen. :-) Wirklich zum Niederknien sind die Klassiker- Gerichte zum Ende des Buches.


Noch habe ich mich nicht gewagt "Kaninchenrücken mit Gänsestopfleber, Pfifferlingen und Steinpilzen im Crepeteig mit Sherrysauce und Kaiserschoten" nachzukochen. Die Zubereitung ist nicht unkompliziert, aber die Ingredienzien machen mich sehr neugierig und wecken meinen Ehrgeiz.


Delikate Suppen, Vorspeisen, Hauptgerichte, Zwischengerichte, Desserts warten darauf vom Leser auf den häuslichen Tisch gezaubert zu werden und natürlich Schiffsreisewünsche zu potenzieren. Wem das Glück hold ist, wird eines Tages gewiss eine Weltreise auf der MS EUROPA genießen können. Ich wünsche dieses Glück jedem Menschen, der offen für Neues ist.


Ein Feuerwerk wunderschöner Fotos erwartet Sie und wird Ihre Reiselust ganz bestimmt wecken.
Empfehlenswert.


Rezension: Claire Joyes- Zu Gast bei Monet

Dieses Buch ist dem Maler Claude Oscar Monet (1840- 1926) gewidmet. Es beschäftigt sich allerdings nicht mit seiner Malerei, sondern primär mit seinen kulinarischen Vorlieben und seinem Leben ins seinem Haus und in seinem zauberhaften Garten in Giverny.

Der bedeutende französische Maler, der einst dem Impressionismus zum Durchbruch verhalf, überlebte diesen um eine ganze Generation. Gemeinsam mit seiner zweiten Frau,- Madame Hoschedé war in erster Ehe mit einem Kunstmäzen verehelicht- gestaltete er sein Anwesen in Giverny zu jenem traumhaften Refugium, das man im Buch aufgrund vieler imposanter Fotos bewundern kann. Wer die Bilder des Malers kennt, weiß, dass viele davon in seinem Garten entstanden sind und freut sich dieses kleine Paradies im Hier und Heute mit den künstlerischen Eindrücken Monets vergleichen zu können. Die Wohnideen der Eheleute waren geprägt von einem einfachen und natürlichen Lebensstil. Die Monets lebten auf dem Lande, aber sie waren - wohlgemerkt- nicht provinziell.

Monet schätzte, wie die meisten Franzosen sehr gutes Essen, allerdings kochte er im Gegensatz zu anderen Künstlern nicht selbst. Viele Rezepte, die in der Küche des Hauses zubereitet wurden, hatte das Ehepaar von Restaurantbesuchen mitgebracht oder von Freunden, zumeist Schriftstellern, Sammlern, Malern und Schauspielern empfohlen bekommen. (vgl.:S.18)

Das Personal "werkelte" in der Küche und im Garten und sorgte dafür, dass die "Herrschaft" zufriedengestellt wurde. In Giverny gab es einen Gemüsegarten, auch einen Geflügelhof. Diese Gegebenheiten wirkten sich natürlich sehr positiv auf die kulinarische Bandbreite der Speisen aus, die täglich frisch zubereitet wurden.

Der Maler soll von seinen Reisen nicht selten Samen und Pflanzen mitgebracht und sich sogar mit der Zucht empfindlicher Pflanzen versucht haben. Er besaß Gartenkataloge und agierte mit Glashauben, um empfindliche Pflanzen über den Winter zu bringen. (vgl.: S. 46)

Interessant ist es über die häuslichen Pflichten seiner Gattin - sie hieß übrigens Alice- nachzulesen. Zu diesen Pflichten gehörte auch die Überwachung des Vorratsschrankes. Nichte alle Zutaten zu den Gourmetspeisen wurden in Giverny hergestellt. Tee, Gewürze und auch das Olivenöl bezog man von einem Pariser Händler.

Man legte Wert auf gutes Porzellan sowie auf einen schön gedeckten Tisch und achtete auf stilistische Besonderheiten. Daneben gab es auch Eigenwilligkeiten, die Tafelbeobachtern nicht entgangen sind und das waren Monets kulinarische Vorlieben. Über diese berichtet die Autorin kurzweilig. Der Künstler schätzte, so liest man weiter, gute Weine und reichte nach dem Essen selbstgebrannten Pflaumenschnaps, in aus Norwegen mitgebrachten runden Gläschen. (vgl.:S. 60).

Picknicks und Festessen der Monets werden thematisiert. Dieses Kapitel wird von schönen Gartenfotos und auch zwei Gemäldeablichtungen begleitet. Die beiden Bilder habe ich vor 2 Jahren im Musée d Orsay in Paris im Original bewundert. Die Farben kommen auf den Ablichtungen recht gut zur Geltung, obschon das Weiß bei dem Gemälde "Frühstück im Freien" im Original noch einen Touch strahlender ist.

Die Gäste, so erfährt man, wurden in Giverny von einem Blütenmeer erwartet. "Das Haus war von wildem Wein und Kletterrosen überwuchert und im Garten lösten sich je nach Jahreszeit farblich genau aufeinander abgestimmte Blumenrabatten ab: vom durch weiße und rosa Farbtupfer abgemilderten Feuerrot des Frühjahrs bis zu den sanften Farben des Herbstes." (Zitat: S.100)

Empfangen wurden im Refugium u.a. alte Malerfreunde, wie etwa Renoir, Sisley, Pissaro und Cèzanne, aber auch ausgewählte Künster der amerikanischen Kolonie, die Künstlerin Berthe Morisot und Edgar Degas, sowie ungezählte Künstlerpersönlichkeiten mehr. Sie alle wurden mit vorzüglichen Speisen bewirtet, deren Rezeptur man im 2. Teil des Buches nachlesen kann. 180 Originalrezepte warten darauf, neugierig in Augenschein genommen zu werden. Der Rezeptaufbau unterscheidet sich von heutiger Rezeptgestaltung ein wenig, weil zumeist die Zutaten nicht gesondert aufgelistet sind. Dennoch kann man die Speisen problemlos nachkochen, sofern man etwas Ahnung vom Kochen hat.

Untergliedert sind die Rezepte in: Suppen und Eintöpfe, Eiergerichte, Saucen, Vorspeisen, Geflügel, Fleisch, Wild, Fischgerichte, Nachspeisen, Kuchen zum Tee, Konfitüren und Konserven. Im Vergleich mit alten Rezeptbüchern aus Deutschland kann man festhalten, dass bei den Monets weitaus neuzeitlicher, feiner und eleganter gekocht wurde. Monet war ein moderner Gourmet. Eindeutig. Die 180 Rezepte lassen keinen anderen Schluss zu.

Am Wochenende werde ich die "Muscheln in Kräutersud" nach dem im Buch enthaltenen Rezept zubereiten. Ich gebe das Rezept hier wieder, damit Sie einen Eindruck haben, was Sie im Rezeptteil erwartet:

"Moules au Vert- Muschel in Kräutersud"

Die Muscheln gut reinigen und mit stets frischem Wasser mehrmals waschen. Grob gehackte Zwiebeln und Staudensellerie in einer Kasserolle in Butter anschwitzen. Pfefferkörner, Salz und Muscheln dazugeben. Bei starker Hitze kochen, dabei mehrmals umrühren. Sobald die Muscheln gar sind, durch ein Sieb schütten, den Sud auffangen. Kerbel, ein wenig Sauerampfer, Petersilie und Estragon fein hacken, in Butter anschwitzen, mit Kochflüssigkeit und Weißwein auffüllen. Die Sauce zum Kochen bringen, mit Stärkemehl binden und die Muscheln darin erhitzen. Soll es feiner zugehen, die Muscheln nach dem Garen aus den Schalen lösen."

Das Stärkemehl werde ich weglassen und stattdessen einen Teelöffel eiskalter Butter dazugeben. Das sorgt auch für Bindung, schmeckt aber noch besser.

Die vielen schönen Fotos im Buch wurden von Jean-Bernard Naudin realisiert. Die Originalrezepte betreute der französische Dreisternekoch Joel Robuchon, für die Texte zeichnet Claire Joyes, die Frau eines Urenkels von Alice Hoschedé. Die alten Fotos wurden aus dem Familienbesitz beigesteuert. Die Speisen wurden so originalgetreu wie nur möglich zubereitet und auch präsentiert.

Ein Herbstereignis auf dem Büchermarkt. Einfach nur schööööön.:-))