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Rezension: Nektar und Ambrosia

Eine aufschlussreiche Studie über Ess- und Trinkgewohnheiten der Menschen während der letzten Jahrtausende. Beginnend mit den Sammlerinnen- und Jägerkulturen in grauer Vorzeit spricht der Professor für Ethnologie K. E. Müller über die immensen Schuldgefühle dieser Personengruppen gegenüber Tier- und Pflanzengottheiten, deren Kinder quasi aufgegessen wurden, denn nicht nur Tiere, auch Feldfrüchte und Getreide galten als beseelt.

Der Autor weist auf die mannigfaltigen Rituale hin, denen sich diese Menschen unterzogen, um sich auf diese Weise mit den Göttern zu versöhnen und wieder eins zu werden mit der Natur.


Diese Nähe zur Natur hatten auch die späteren Agrargesellschaften, die durch ihre anbaubedingte Seßhaftigkeit in großer Abhängigkeit standen zum Wind und kaum vorhersagbarem Wetter.


Vorratswirtschaft war eine Grundvoraussetzung um zu überleben und von daher sahen sich die Menschen gezwungen, immer ausgeklügeltere Methoden der Konservierung von Lebensmitteln zu entwickeln.


Brot, Honig, Milch, Bier und Wein galten lange als die Grundnahrungsmittel in vielen Regionen dieser Erde. Allmählich entwickelten sich immer differenziertere Gerichte - Kräuter und Gewürze begannen eine größere Rolle zu spielen - und schließlich entstand die Tafelkultur.


Rezepte wurden niedergeschrieben und Köche erlangten Ruhm, schon bei den Römern! Aber es gab auch immer die so genannte Hausmannskost, die den kulinarischen Höhepunkt im familiären Zusammensein ausmachte.


Der gedeckte Tisch war in allen Jahrhunderten ein Ort von sozialer Bedeutung.


Manieren galten zunächst als Abgrenzungsmittel gegenüber den Tieren, später waren sie aber auch eine bewusst errichtete Barriere gegenüber sozial minder priviligierten Gesellschaftsgruppen.


Die gemeinsame Mahlzeit war stets ein wichtiges Bindemittel für die Familie. Durch die "Fast - Food - Apokalypse" der letzten Jahrzehnte allerdings sitzen Familienmitglieder immer seltener zusammen am Tisch. Hier in Deutschland, so liest man, wird noch in jedem fünfzehnten Haushalt täglich gemeinsam eine Mahlzeit eingenommen. Die familiäre Tischgesellschaft befindet sich demnach in der Auflösung zugunsten "zunehmender Individualisierung und einer erhöhten Bereitschaft zu wechselnden Beziehungen", wie der Autor analysiert.


Bleibt zu erwarten, wie die Gesellschaft das abrupte Ende der über Jahrtausende gewachsenen Rituale verkraftet.


Ein interessanter Text, eine unendliche Fülle von Informationen, die an dieser Stelle natürlich nicht aufgelistet werden können.


Der Kauf des Buches ist sehr zu empfehlen.

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Rezension: Thomas Ruhl - Die neue regionale Küche

"Think global- buy local" ist das Motto der Spitzenköche, die in diesem Buch vorgestellt werden .

Der weltberühmte Foodfotograf Thomas Ruhl stellt in diesem Buch die neue regionale Küche vor. Der reich bebilderte Prachtband ist untergliedert in:

-An der Nordsee

-An der Ostsee

-Berlin und Brandenburg

-Niedersachsen

-Weserbergland

-Rheinland und Bergisches Land

-An der Ahr

-Dresden

-Rheingau

-Franken

-Niederbayern

-Schwarzwald

Ruhl zeigt, auf welche Weise lokale Produkte die im Buch vorgestellten Spitzenköche inspirieren. Sebstian Zier, Johannes King, Kevin Fehling, Christian Lohse, Alexander Dressel, Sven Elverfeld, Achim Schwekendiek, Sascha Stemberg, Volker Drkosch, Joachim Wissler, Christopher und Alejandro Wilbrand, Stefan Steinheuer, Mario Pattis, Patrik Kimpel, Christian Mittermeier, Denis Feix und Daniel Fehrenbacher warten mit delikaten Rezepten auf.

Im Rahmen von aufschlussreichen Berichten erfährt man mehr über die von diesen Köchen verwendeten Produkte. Ruhl informiert über regionale Anbieter. So liest man u.a. von Sven Jacobsens Rosenhof auf Nordstrand, der aus seinen Rosen zum Teil Rosenmarmelade herstellt und dessen Produkte nicht zuletzt auch von Johannes King goutiert werden. King stellt das Gericht "Rose de Resht mit Ziegenmilch, Ziegenkäse und gesalzenem Rosencracker" vor.

Es ist unmöglich all die landwirtschaftlichen Betriebe und Gärtner, die im Buch genannt werden, jetzt näher in Augenschein zu nehmen. Die hochwertige Lebensmittel, die sie erzeugen, verwenden die 16 Spitzenköche für ihre Kreationen und handeln dadurch ökologisch sinnvoll, nicht nur weil die Transportwege kurz sind.

50 Rezepte bietet dieses Kochbuch. Um sie nachzukochen bedarf es einiger Grundkenntnisse. Anfänger werden sich also zunächst ein wenig schwer tun, obschon die Rezepte gut beschrieben sind. Man sollte sie allerdings mehrfach lesen und die Arbeitsschritte gedanklich erst einmal durchspielen, bevor man zur Tat schreitet.

Hervorheben möchte ich ein Gericht von Hans Stefan Steinheuer "Gebratener Kalbsbries mit gebackener Zunge und Krebsen im Gurkenvermouthschaum mit Markcotta". Sehr schön ist der Salat aus Mini-Radieschen sowie Mini-Melonen und der Gurkengelee, welcher dieser Speise sommerliche Noten verleiht.

Gefallen hat mir auch "Mild geräucherter Lausitzer Saibling mit Salat von Wildkräutern im Sauerampferschaum" von Mario Pattis, der ähnlich wie sein "Filet vom erzgebirgischen Charolais-Rind auf gekräutertem Kartoffelstock mit frischen Morcheln in Thymianjus" vielleicht mit am überzeugendsten regionale Komponenten einbindet. Das gilt auch für sein wirklich delikates Käsemenü.

Erste Sahne sind die Speisen von Patrik Kimpel. Erwähnen möchte ich das Rezept für "Rhönschaf-Rücken mit Couscous, Zwiebelpüree und gefüllten Kartoffeln". Diese Kreation gefällt mir deshalb, weil sie das Lammgericht abend- und morgenländisch zugleich interpretiert. Das Kronenschlösschen im Rheingau kenne ich und empfehle es gerne.

Daniel Fehrenbachers "Reichenbacher Rehfilet im Kräuter- Biskuitmantel mit Rehleberklösschen und Steinpilzknöpfle" ist ein schönes Gericht für die bevorstehenden Weihnachtstage. Vielleicht sollte man in den Schwarzwald reisen und sich zwischen den Jahren von ihm bekochen lassen.

Ruhls informatives, reich bebildertes Kochbuch, begreife ich in erster Linie nicht als Kochbuch, sondern als Buch, das Einblicke gibt in die Küchenphilosophie von 16 Spitzenköchen in Deutschland, die dem Leser aufgrund ihrer Rezepte einen Idee verschaffen, was sie erwartet, wenn sie sich in deren Restaurants einfinden.
Sehr empfehlenswert.

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Rezension: Kohl

Lothar Bade wartet in diesem Buch mit Wissenswertem sowie Anekdoten und Geschichten um das alte Kulturgemüse Kohl auf. Zudem hat der Leser Gelegenheit 60 Kohlrezepte näher kennen zu lernen.

Zu Beginn liest man historisch Interessantes, so etwa, dass sich bei dem griechischen Arzt Hippokrates (460- 377 v. Chr.) die ersten Hinweise auf Sauerkraut finden und Aristoteles der Ansicht war, dass Kohl die Folgen eines Rausches abschwächen kann. Im Kochbuch des römischen Feinschmeckers Marcus Gavius Apicius (1. Jahrhundert n. Chr.) finden sich eine große Anzahl von Kohlrezepten. Albert Magnus war ähnlich wie Aristostoteles davon überzeugt, dass Kohl, besser noch Sauerkraut, den Kater nach übermäßigem Alkoholgenuss vertreiben könne und James Cook erkannte, dass Sauerkraut seine Mannschaft vor Skorbut zu schützen vermochte.

Dass Kohl über Heilkräfte unterschiedlicher Art verfügt, fanden die Menschen schon früh heraus. Deshalb auch baut man ihn weltweit an. Der Autor berichtet über die Anbaugebiete in Deutschland, gibt Anbauhinweise für Kohl im eigenen Garten und berichtet sehr spannend über das Sauerkraut, das Sebastian Kneipp als das gesündeste aller Lebensmittel bezeichnete.

Der Rezeptteil ist untergliedert in Rezepte für:

Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Grünkohl, Kohlrabi, Rosenkohl, Rotkohl, Sauerkraut, Spitzkohl, Weißkohl, Wirsing und weitere Kohlsorten.

Die Rezepte sind bestens nachvollziehbar erklärt und die Zutaten raffiniert gewählt, so dass bei allen Rezepten Geschmacksvielfalt versprochen werden kann.

Hervorheben möchte ich die Rezepte: "Überbackener Blumenkohl", hier spielen Schmelzkäse und Muskat eine entscheidende Rolle, das "Brokkoli-Lachs-Soufflé auf Safransauce", eine exzellente Vorspeise, bei der man auf Noilly Prat nicht verzichten sollte, die "Chinakohlröllchen" mit Pfeffer-Fisch-Füllung und frischem Meerrettich, die ihren letzten Pfiff durch den grünen eingelegten Pfeffer erhalten, dem "Grünkohlcurry", das durch seine Ingredienzien, wie etwa Mangochutney und Zimtstange vermutlich die Westfalen unter uns aufschrecken lässt, das edle "Kohlrabigratin" mit Tomate und Mozzarella, bei dem der Fenchelsamen für ein delikates Geschmackergebnis sorgt, der "Rosenkohlflan", der eine ebenso leckere Vorspeise ist, wie der "Warme, geschmorte Rotkohlsalat", zumindest in den Wintermonaten und schließlich "Jakobsmuscheln auf Sauerkraut mit Safransauce", die selbst Feinschmecker entzücken werden. Gourmets werden auch begeistert sein vom "Seeteufel mit scharfem Spitzkohl und Shiitakepilzen". Hier muss man mit Erdnuss- und Sesamöl arbeiten, weil man ansonsten die asiatischen Noten verwässert.

Das "Zanderfilet mit Kartoffel-Weißkohl-Schnecken" ist ein typisches Gericht aus dem Elsass und schmeckt zum Niederknien gut. Gefallen haben mir auch die Rezepte für den "Bayerischen Krautsalat" und für "Wirsingsalat", bei dem der gemahlene Koriander und das Nussöl dafür sorgen, dass er nicht alltäglich schmeckt.

Das absolute Highlight in meinen Augen ist die "Krebssuppe mit Weißkohl".

Die Zutaten: 1/2 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 1 kleine Karotte, 1 Limette, 120 g Weißkohl, 225 g Tomaten, 120 gr Krebsfleisch, 500ml Fischfond, 3 Korianderzweige, 3 Oreganozweige, 1/2 TL mildes Chilipulver, Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer.

Wenn Sie wissen möchten, wie man aus diesen Zutaten eine köstliche Suppe kreiert, sollte Sie das Buch lesen. :-))

Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.


Rezension: Kaiserliche Küche: Die Rezepte der Habsburger (Gebundene Ausgabe)

Die Literatur- und Kunsthistorikerin Gabriele Praschl-Bichler hat gemeinsam mit renommierten Koch Gerd Wolfgang Sievers dieses kulturhistorisch bemerkenswerte Buch auf den Weg gebracht. Nach einleitenden Worten von Gabriele Praschl-Bichler und einem Vorwort von Gerd Wolfgang Sievers wird zunächst die Küche und Esskultur im Mittelalter im Allgemeinen und die Entwicklung der Tisch-, Koch- und Esskultur von der frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert thematisiert.

Anschließend wird man - im Rahmen von zumeist etwas mehr als einer Seite - mit aufschlussreichen Kurzbiographien von insgesamt 20 Habsburger Regenten vertraut gemacht. Neben deren Lebensgeschichte erfährt man auch immer Näheres über die Esskultur in der jeweils fokussierten Zeit und bekommt stets auch einige authentische Rezepte nahe gebracht, die Gerd Wolfgang Sievers ein wenig unserem heutigen Geschmack angepasst hat, ohne die Rezepturen inhaltlich groß zu verändern.


Die Darstellung der Habsburger Herrscher mit ihren kulinarischen Gepflogenheiten beginnt mit Rudolf I. (1218-1291) und endet mit Erzherzog Otto (1912) und Erzherzog Karl (1961). Es ist schon erstaunlich, wie sich im Laufe der Zeit die Geschmäcker verändert haben, obschon ein "Kalter Rehrücken mit Herrensauce" sich in der Zubereitungen von heutigen Wildbrettspeisen nicht so sehr unterscheidet, wie ich urspünglich annahm.

Kaiser Maximilian I. (1459-1519) war ein großer Gourmet. Er war der erste hoch kultivierte Habsburger Regent, der sogar selbst Haushalts- und Einkaufslisten verfasste, Menüpläne gestaltete und sich um die Vorratshaltung kümmerte. Der Kaiser, der nach seinem Tode sein Herz im Sarg seiner bereits sehr jung verstorbenen ersten Gemahlin Maria von Burgund zum Zeichen seiner großen Liebe bestatten ließ, ernährte sich zu seinen Lebzeiten mit Speisen, wie etwa "Erbsen auf Höfische Art", "Gegrillte Schnecken" oder aber "Rehtopf mit Speck". Sehr spannend ist es, die alten Rezepte zu studieren, z. B. wie man zu Zeiten Maximilians bei Hofe einen Ochsen im Ganzen gebraten hat, (vgl.: S.62ff).

Kaiser Karl V. (1500-1558) zählte neben Maximilian I. zu den wenigen Feinschmeckern unter den Habsburger Herrschern. Er liebte stark gewürzte Pasteten. Die Gewürze waren damals extrem teuer und wurden aus dem orientalischen Raum eingeführt, (vgl. S.: 75).

Man lernt u.a. die Rezeptur einer "Taubenpastete" aus jener Zeit kennen und auch das Rezept für einen "Hammelbraten nach Art der Mauren." Es ist durchaus kein Problem diese Rezepte nachzukochen, denn die erforderlichen Gewürze kann man in jedem guten Wochenmarkt mittlerweile ohne Schwierigkeiten erwerben.

Kaiser Rudolf II. (1552-1662), war der älteste überlebende Sohn Kaiser Maximilians II. Als er regierte, erlebte die Kunst und die Wissenschaft eine nie dagewesene Blüte. Guiseppe Arcimboldo war einer der berühmtesten Hofmaler dieses Kaisers, der einen schwierigen Charakter besessen haben soll und zumeist allein tafelte. Es fällt auf, dass die Speisen raffinierter sind als bei den vorangegangen Regenten. Die "Hühnerpastete mit Früchten" zeugt von viel Kreativität und dies auch gilt für das "Schweineragout mit Äpfeln und Rosinen."

Kaiserin Maria Theresia (1717-1760) und ihr Gemahl bevorzugte intime Essen in kleiner Runde. Eine Mehlspeise aus jenen Tagen nannte sich "Wespennester" und diese Leckerlei, in der Mandeln und Rosinen nicht fehlen dürfen, scheint heute noch sehr beliebt zu sein.

Die Speisen, auch bei Hofe wandeln sich und zwar wie die gesamte Esskultur, je mehr man sich dem Hier und Heute nähert. Kaiserin Elisabeth (1837-1898) aß oft sehr reichhaltig, obschon sie überaus schlank war. Sie hielt ihr Gewicht, indem sie wie ein Hochleistungssportler trainierte. Die Rezepte aus jenen Tagen sind noch immer zeitgemäß und lohnen sich, zubereitet zu werden.

Ich habe vor einigen Jahren ein ähnliches Buch über die Küche am Hofe der preußischen Könige gelesen sowie rezensiert und habe dieses Buch aus der Bibliothek heute hervorgeholt, um Vergleiche anzustellen. Die Habsburger Rezepte sind von der Würzung her differenzierter und die Süßspeisen von einem Niveau, wie es wohl in ganz Europa einmalig ist.

Lobend erwähnen möchte ich die vielen schönen Bilder und Fotos, auch die Stammtafel der Habsburger Herrscher und das beachtliche Literaturverzeichnis, das deutlich macht, dass dieses Buch nicht mit heißer Nadel gestrickt worden ist.
Das Buch ist natürlich primär kein Kochbuch, sondern ein kuturhistorisches Juwel mit praktischen Beispielen.

Empfehlenswert.

Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.

© 2010 „Kaiserliche Küche“, Leopold Stocker Verlag


Rezension: Kochen für Gäste

Dieses Kochbuch enthält 70 Rezepte für Einsteiger, für Kreative und für Erfahrene. Die Rezepte stammen von Diane Dittmer, die appetitanregenden Fotos wurden von Maike Jessen realisiert.

Untergliedert ist das Buch in:

-Kochen im Dialog
-Snacks, Vorspeisen und Co.
-Vegetarisch und mit Fisch
-Mit Geflügel und Fleisch
-Desserts

Nach einigen Vorbemerkungen im Hinblick auf den perfekten Gastgeber kann man sich in die Rezepte vertiefen. Diese werden alle sehr gut erklärt. Die Zubereitungszeit wird genannt und man erhält auch stets Zusatzinfos zu den einzelnen Rezepten.

Hervorheben möchte ich bei den Vorspeisen den "Fenchel-Orangen-Salat mit Strudelpäckchen", den Einsteiger problemlos zubereiten können und der aufgrund seiner mediterranen Zutaten sehr lecker schmeckt, den "Lachs-Sesam-Würfel mit Erbsen-Minze-Dip" für Kreative, den m.E. auch Einsteiger zubereiten können und der mir wegen der englischen Geschmacksnoten gefällt.
Erwähnen will ich im Rahmen der Vorspeisen auch "Panna Cotta mit Kräutern", die für Erfahrene gedacht ist. Auch diese Speise lässt sich spielend zubereiten und wird von mir wegen der ausgewählten Kräuter gelobt. Kerbel, Dill und Estragon ergeben einen betont würzigen Geschmack und der Chili sorgt für den letzten Kick.

Gelungen ist das Rezept "Steinbuttfilet mit Haselnusskruste und Spargelragout". Der Steinbutt eignet sich bestens zum Spargel. Dieses Gericht ist ein Highlight im Monat Mai. Sehr gut auch sind die "Jakobsmuscheln mit Frühlingszwiebeln und Mie-Nudeln". Das Gericht enthält neben den Jakobsmuscheln auch Lachs, Zuckerschoten, Frühlingszwiebeln und andere Ingredienzien. Ich habe kürzlich erst asiaische Nudeln für mich entdeckt und dabei festgestellt, dass sie weitaus besser zu Fisch passen als europäische Nudeln. "Gefüllte Tintenfische auf Fenchel" lohnt es nachzukochen. Ich meine, dass man beim Weißwein, mit dem man den Gemüsefond ablöscht, zu einem Riesling greifen sollte.

Die "Limettenpourlade" werde ich am Wochenende mal ausprobieren. Bei den Zutaten spielen eine reife Avocado, Kirschtomaten, eine Limette, Knoblauchzehen und anderes mehr eine Rolle. Sehr gut ist das Rezept für "Lammlachse mit Salsa Verde und Kartoffel-Möhren-Gratin". Basilikum und Petersilie gehen eine gute Geschmackverbindung ein. Gefallen haben mir auch die "Kalbsröllchen mit Aprikosenfüllung". Ich stimme Frau Dittmer zu, dass dieses Gericht für Kreative optimal ist und deshalb verbanne ich sogleich das Mehl aus der Soße. Eins A ist das Rezept für "Tafelspitz mit zweierlei Saucen". Es handelt sich um eines der besten Tafelspitzrezepte, die ich bislang gelesen habe.

Bei den Desserts hat mir der "Baumkuchen mit Rosenmousse" am besten gefallen. Einfach ist diese Zubereitung nicht, doch man sollte sich nicht abschrecken lassen. Einfacher und gewiss ebenso delikat sind die "Portweinpflaumen mit Vanillemascarpone", die in dieser Jahreszeit der ideale Nachtisch sind, sofern man sich nicht dazu durchringt, eine "Zitronen-Mandel-Tarte mit Himbeeren" zu backen.

Ein schönes Kochbuch mit vielen neuen Rezepten, sogar für leckere Bowlen. Hier hat es mir übrigens die "Himbeer- Cassis-Bowle" angetan, die man mit Thai-Minze aromatisiert.

Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.

Rezension:Käfer - Einfach gut Bayrisch: Kochen und Genießen (Gebundene Ausgabe)

Dieses wunderbare Kochbuch werden all jene mögen, die die gehobene bayerische Küche zu schätzen wissen. Der Küchenchef der Käfer Wies`n-Schänke auf dem Münchener Oktoberfest, Andreas Schinharl, wartet mit exzellenden Rezepten auf, die sich gut nachkochen lassen und durch ihre Aromenvielfalt begeistern.

Schinharls großes Vorbild in seinen Lehrjahren war Alfons Schuhbeck, auf dessen Niveau er sich etablieren wollte. Nach seiner Ausbildung im Sternerestaurant Boettner machte er in München Station und begeistere sich hier für die klassische französische Küche und deren Spitzenprodukte. Ein Jahr lang kochte er anschließend auf der MS Europa, bevor er im Alter von nur 24 Jahren in einem der besten Restaurants Deutschlands, im "Bareiss" im Schwarzwald, seine Kenntnisse verfeinerte und nach anderen Stationen zum Spitzenkoch Reto Mathis ging. Seit drei Jahren ist Andreas Schirnharl Küchenchef der "Käfer Wies`n -Schänke".

Das Kochbuch ist untergliedert in:

- Magentratzel - Vorspeisen

- Wos Zünftiges zerst - Suppen

- G`sunds aus`m Wasser - Fisch

- Deftigs, des oiwei geb`n muas - Fleisch, Wild und Geflügel

- Dia de Kerndlfuadara - Vegetarisch

- Wos Siass zum End- Dessert

- Wo ma zerst wiss`n muas- Grundrezepte

Neben den vielen guten Rezepten für bayerische Schmankerln erhält man immer wieder Infos zu den verwendeten Produkten. Schirnharl legt großen Wert auf hohe Qualität bei den regionalen Produkten, ob nun Geselchtes, Huchen, Bierkäse und anders mehr.

Wie immer, wenn ich Kochbücher rezensiere, möchte ich auch hier einige Rezepte hervorheben:

Bei den Vorspeisen gefallen mir die "Kalbfleischpflanzerl auf lauwarmem Krautsalat mit Rotweinschalotten und weissem Basalmicodressing" am besten. Sehr erhellend ist für mich der Rezepthinweis, dass man zum Einweichen der trockenen Semmel Milch und Sahne verwenden soll. Stimmt. Auf diese Art schmeicheln die Pflanzerln der Zunge noch mehr. Der Krautsalat, zu dessen Ingredenzien Kümmel und Rinderbouillon gehört, schmeckt ausgezeichnet und passt auch zu vielen anderen Gerichten.

Sehr delikat ist der "Vogerlsalat mit Leitzachthaler Ziegenkäse, Thymian-Honig-Dressing und schwarzen Nüssen". Erstaunt hat mich, wie einfach man "Schwarze Nüsse" zubereiten kann. Zimtstangen, frischer Ingwer und Gewürznelken sorgen für ein pikantes Geschmackserlebnis.

Die "Aufgeschmolzene Brotsuppe" hat mein Urgroßvater bereits zubereitet, allerdings hat er getrocknete Waldschwammerln dazu verwendet. Die frischen Pfifferlinge machen das Gericht mediterraner. Eine Offenbarung ist die "Bayerische Bouillabaisse mit Weisskraut, Tomaten und Sauerrahm". Die ausgewählten Kräuter verleihen der Suppe den letzten Kick, insbesondere das Bohnenkraut. Superlecker.

Bei den Fischgerichten gefallen mir die "Gebratenen Sandfelchen auf Gurken-Dill-gemüse mit Gäubodenkartoffeln und Rieslingsauce" am besten. Die Rieslingsauce, die vortrefflich zum Fisch passt, wird durch die Zitronenfilets zu einem Gaumenerlebnis der besonderen Art. Sehr gut!

Das beste Kalbsbries habe ich bislang im "Spatenhaus" in München gegessen. Das Bries wurde dort in Königinnenpasteten serviert. Das Rezept von Andreas Schinharl "Kalbsbries mit Kartoffelnocken und Steinpilzen in Kräuterrahmsauce" toppt allerdings die Spatenhauskreation. Dieses Rezept zuzubereiten ist kein Spaziergang, denn ein Bries schmeckt nur dann köstlich, wenn man es akribisch häutet und wie ein Chirurg agiert. Bei Unachtsamkeiten in der Zubereitung kann man die Speise vergessen.

Sehr delikat ist das Rezept für die "Kalbsleber mit Kartoffelschmarrn, frischen, grünen Bohnenkernen, Rotwein und Röstschalotten", aber auch das "Ochsenkotelett mit Ofenkartoffeln, Schnittlauchsauerrahm und konfierten Kirschtomaten. Das ideale Gericht für Männer, die zuvor die Isar rauf und runter gerudert sind....!

Die feinen Damen, die ihre Nachmittage auf der Maximilianstraße verbringen, dürfen sich an einem "Gefüllten Stubenküken mit Schwarzwurzeln und Kräuterjus" delektieren.

Das beste vegetarische Gericht ist in meinen Augen der "Waldpilzschmarrn mit Bergkäse gratiniert und Bohnensalat mit Haselnusspesto", aber auch die "Dreierlei gefüllten Paprika" sind so lecker, dass man die "Kerndlfuadara" sehr gut verstehen kann. Genüsse müssen nicht zwingend fleischlich sein:-))

Ich liebe "Bayerische Creme". Die "Weiss-Blaue Bayerische Creme im Glas" von Schinharl ist durch die verwendeten schwarzen Johannisbeeren eine Liebeserklärung an Frankreich und Bayern zugleich. Eine tolle Kreation!

Ein Kuss vom Himmel ist eindeutig der "Milirahmstrudel mit glasierten Trauben und Vanillesauce". Davon sollte man aber nicht zu viel essen, wenn man schlank bleiben möchte.

Die "Dunkelbiersauce" bei den Grundrezepten ist die ideale Begleitung für einen Schweinebraten. Sehr gut gefallen mir die Senfrezepte, die eine schöne Alternative zu den gekauften französischen Produkten aus Dijon darstellen.
Ein tolles Kochbuch.
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Rezension:Die Kleinmarkthalle kocht: Rezepte, Tipps und Bilder aus der Frankfurter Kleinmarkthalle (Gebundene Ausgabe)

Jeden Samstag verbringe ich eine Stunde in der "Kleinmarkthalle" in Frankfurt, um dort delikate Lebensmittel aus aller Welt einzukaufen. Immer wieder wähne ich mich im Schlaraffenland und bade im Duftgemisch der vielen unterschiedlichen Aromen. Stets lerne ich etwas Neues kennen. Von daher hat mein Gaumen bislang nicht aufgehört zu frohlocken, wenn ich dieses Paradies betrete!

Im November 2007 ist das vorliegende Buch erschienen, das anhand vieler schöner Bilder einen visuellen Eindruck von besagter "Frankfurter Kleinmarkthalle" hinterlässt. Jeder kulinarisch interessierte Tourist oder Messebesucher sollte, wenn er die Bankenmetropole besucht, einen kleinen Abstecher in diesen Tempel der Farben und Aromen unternehmen, sofern er zu den Zeitgenossen zählt, die noch Freude am Genießen haben.


Vorgestellt werden Markt- Stände, deren Betreiber aus allen Herren Länder kommen.

So lernt man u .a. den Stand von Francesco Belvedere näher kennen, der eine Fülle italienischer Olivenöle und eine große Auswahl italienischer Weine, in erster Linie von kleinen ambitionierten Weingütern aus dem Süden, sowie Schinken, Käse, Salami direkt von den Erzeugern, die Belvedere persönlich kennt, anbietet. Man erfährt auch, dass dieser Händler Kochkurse auf kleinen Gutshöfen in der Toskana und in der Emilia Romagna organisiert.

Asiatische und lateinamerikanische Obst- und Gemüsespezialitäten vertreibt Franz Olbrich, der übrigens Kunstgeschichte studiert hat. Man bekommt bei ihm alles, angefangen bei Bittergurken und Wasserspinat und endend bei seltenen Salatsorten und Maniok.

Interessant auch ist der Stand, der sich "Peters Delikatessen" nennt. Dort kaufe ich übrigens sehr gerne ein, weil die Produkte Herrn Nowaks wirklich exzellent schmecken. Hier erhält man Pastrami und Bündner Fleisch, elsässische Gänseleberpastete, ahle Worscht und Biopresskopf aus Oberhessen, Vollkornbrot mit Walnüssen und getrocknete Aprikosen, selbstgekochte Marmeladen und Bitterschokolade von Valrhona, Fischterrinen und vieles andere mehr.

Mein Lieblingsstand ist im Buch erfreulicherweise auch beschrieben: der Gewürz- und Kräuterstand Karl Müller, der für jeden Liebhaber feiner Geschmacksnuancen beim Zubereiten von Speisen eine Offenbarung ist.

Feine Gewürze (unterschiedliche Pfeffersorten) und Kräuter (sehr leckere Kräutermischungen für Pasta), viele Reis- und Nudelsorten, Nüsse, Öle, Senf- und Essigarten, Hülsenfrüchte, darunter exotische Linsensorten, wohlschmeckende Risottomischungen, Suppen etc. sorgen für immer neue Esserlebnisse.

Ich mag übrigens Müllers Paella-Mischung besonders gerne, bei der man nur noch Huhn, Gambas und Muscheln, Olivenöl und etwas Wasser, natürlich auch Fleur de Sel hinzufügen muss. Fleur de Sel, Stein- und Kräutersalz vertreibt Müller ebenfalls.

Wer den versteckten Laden "Valentino Italienische Spezialitäten" von Karin und Domenico Valente nicht besucht, hat etwas verpasst! Hier erhält man feine italienische Spezialitäten, sehr leckere Antipasti und kann dort eine Kleinigkeit essen oder auch einen guten Espresso trinken.

Im Buch werden unendlich viele Obst- und Gemüse-, des weiteren Fleisch- und Wurstwaren-, sowie Geflügel- Wild- und Fischstände beschrieben, so auch der Marktstand von Franz Burkhard, dessen Familie schon seit 100 Jahren vom Fisch lebt. Im Souterrain der Markthalle tummeln sich in gekachelten Becken Forellen, Bachsaiblinge, Rotaugen, Zander, Brassen und Karpfen.

Man kann sich den Fisch aussuchen, den man wenige Stunden später auf dem Teller haben möchte, kann zusehen, wie er aus dem Becken gefischt, betäubt, aufgeschlitzt und ausgenommen wird, wenn man sich diesem natürlichen Vorgang bewusst aussetzen möchte.

150 klassische Rezepte werden im Buch präsentiert, die verdeutlichen, was man aus den wunderbaren Produkten, die in der Kleinmarkthalle angeboten werden, zaubern kann.

Begeistert bin ich von "Mr. Wong`s Paksoi mit Ingwer, Knoblauch und Austernsauce", aber auch den feinen Fleischgerichten, so etwa einer delikaten "Geschmorte Ochsenbacke" mit bemerkenswerten Ingredienzien, wie etwa Koriander und Fenchelsamen und einem ebensolch delikaten "Bombaycurry". Für dieses Gericht eignen sich Müllers Curry- Mischungen, die ich immer zuhause vorrätig habe!

Lecker auch ist das "Bresse-Huhn in altem Weinessig" und das "Spanische Mandelhuhn", hier dürfen Safranfäden nicht fehlen!

Wenn Gäste kommen empfiehlt es sich "Geschmorte Kaninchenkeulen mit Cidre-Senfsauce und gebratenen Apfelspalten" zu servieren oder aber ein "Hirschragout in Portwein geschmort mit Apfelgratin", besser noch "Perlhuhnbrust mit Steinpilz-Ragout" auf den Tisch zu bringen. Ihre Gäste werden sie vor Dankbarkeit küssen!

Von den vielen Fischgerichten hat mir besonders gut die "Dorade im Ofen gebraten mit Tomaten und Kartoffeln" als auch das "Kabeljaufilet mit Limetten-Kapern-Butter" gefallen, die natürlich von der "Seezunge im Ofen gegart mit Garnelensauce von Frank Liedemann" getoppt wird, einem Gericht, das man höheren Feiertagen vorbehalten sollte, damit die Exklusivität erhalten bleibt.

Da in der Markthalle viele Früchte vertrieben werden, finden diese sich auch in den Dessertrezepten wieder. Die "Aprikosentarte", sowie der "Aprikosen-Mandel-Flan" sind Highlights, die man sich an kühleren Tagen nicht entgehen lassen sollte. Im Sommer erfreut man sich wohl eher an einem "Zitronenparfait " oder an einem "Erdbeer-Joghurtparfait"!


Ein wirklich gelungenes Buch!

Alle Rezepte sind gut nachkochbar. Eingeteilt sind sie übrigens in die Rubriken: Suppen, Salate, Pasta, Gnocci, Risotto, Gemüse, Fleisch, Geflügel und Wild, Fisch und Desserts.

Empfehlenswert!

Rezension: La mia cucina- Sante de Santis

Der Autor dieses Buches ist der ultrasympathische italienische Koch, Kochbuchautor und Fernsehkoch Sante de Santis. Er ist Inhaber des Ristorante "San Pietro" in Stuttgart mit dazugehöriger Kochschule.
Die schönen Fotos von ihm und seinen Speisen hat Klaus Arras realisiert.

Die Rezepte zeigen, dass de Santis ein sehr kreativer Koch ist, der es versteht, seine Gäste zu verwöhnen.

Sante de Santis wartet zunächst mit zwei sehr geschmackvollen Menüs auf. Das eine Menü nennt er "Normale", das andere "Nobile". Die Rezepte für die einzelnen Gänge sind gut erklärt. Dabei gefallen mir de Santis handschriftlichen Aufzeichnungen, weil sie für eine ganz persönliche Note sorgen. Sehr gut sind die "Sedanini mit frischen Steinpilzen", bei denen man das Steinpilzpulver und der trockene Weißwein nicht vergessen darf. Traumhaft auch sind "Frische Brombeeren in der Knuspertruhe" und die "Pfirsiche in Alufolie gebacken mit süßem Herz". Diese Desserts schließen jeweils die beiden Menüs ab.

Der Koch wartet mit einer Vielzahl von anderen delikaten Menüs auf. Die Speisen harmonieren stets perfekt miteinander. Dennoch sollte man den Mut aufbringen, seine dargebotenen Rezepte zu neuen Menüs zusammenzustellen, um nicht das Gefühl zu haben, einfach nur stupide seine Kreationen abzukupfern.

Seine "Crostini mit rohem Schinken" passen zu einem Glas Rosé sehr gut. Gefallen haben mir auch die "Sizilianischen Grapefruits", die eine ideale Begleitung für Thunfischtranchen sind. Das Originalrezept wird mit Orangen zubereitet werden, vertraut der Fernsehkoch seinen Lesern an.

Sehr raffiniert ist die Zubereitung der "Taglioni mit Venusmuscheln", auch der "Rinderfiletstreifen in Tomatensauce" und der "Regenbogen von Thunfisch, Grapefruit, Feigen und Oliven". De Santis hat ein Händchen für das gewisse individuelle Etwas in seinen Rezepturen.

"Die "Doradenfilets mit kandierten Zitronen und Kräuterkartoffeln" finde ich besonders gelungen. Die Kräutermischung aus Minze, Zitronenmelisse, Rosmarin und Basilikum passt bestens zu diesem mediterranen Fisch. Ein großes Lob für den Koch aufgrund seiner "Avocadotörtchen mit Basilicum und Hummerkrabben". Diese Vorspeise gehört von jetzt an zu den Vorspeisen, die ich zubereite, wenn Gäste kommen.

Der "Seeteufel in Oliven" mit Rosmarin aromatisiert ist ein schönes Sommergericht und das "Geschmorte Lamm mit Tomaten und Couscous", das mit Ingwer und Mandeln zubereitet wird, ist ein delikate Speise jetzt im Herbst. Dazu ein Glas Vino Nobile und man wähnt sich im Schlaraffenland.

Im Anschluss an den Rezeptteil informiert der Koch über verschiedene italienische Lebensmittel. Das macht er sehr ausführlich und hochinformativ. Seine Ausführungen über Olivenöl haben mir gut gefallen und auch die zu Minestrone, - eigentlich Minestra-, zu Crostini und zu anderen kulinarischen Spezialitäten aus Italien, die ich an dieser Stelle nicht alle aufzählen möchte.

Das Kochbuch ist ein sehr persönliches Kochbuch, das die Handschrift dieses freundlichen Kochs trägt, den man spontan knuddeln möchte. De Santis ist ebenso süß wie seine Dessertkreationen, ein zum Mensch gewordener Teddybär:-))

Empfehlenswert.

Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.




Rezension: Die fabelhaften Rezepte der Fumiko

Die Japanerin Fumiko Kono wartet in diesem sehr schönen Buch mit 80 Kochrezepten auf. Man sieht dieser Frau beim ersten Blick bereits an, dass sie eine sehr sensible Köchin ist, die mit viel Fingerspitzengefühl ans Werk geht.
Den Rezepten vorangestellt sind kurze biographische Beschreibungen mit den Titeln:

-Kindheit in Tokio
-Besondere Gelegenheiten
-Studium in Paris

-In Passards Fußstapfen
-Die fliegende Köchin
-Die Herausforderung "Fouchon"

-Das New Yorker Leben
-Das heutige Tokio
-Erinnerungen an der Zukunft

Das Vorwort zum Buch hat der Dreisternekoch Alain Passard verfasst. Die hübschen Fotos von ihr und ihren delikaten Kochergebnissen realisierte Jean-Blaise Hall.

Auf keinen Fall möchte ich zu viel von der sehr abenteuerlichen Lebensgeschichte der hochbegabten Köchin verraten, die Herausforderungen zu schätzen weiß. Fumiko hat übrigens in Tokio englische Literatur studiert, bevor sie nach Paris ging. Ihren Universitätsabschluss machte sie 1993, anschließend belegte sie Literaturseminare an der Sorbonne als auch Internsivsprachkurse und verliebte sich in die französische Metropole, wo sie zwei Jahre später den Yorishia Kono heiratete, der Korrespondent beim Sender NTV in Paris war. Wie Fukimo später als Putzfrau beim Dreisternekoch Alain Passard zur Chefin de Cuisine im Traditionshaus "Fauchon" avancierte und als "flying chef" plötzlich auf allen Kontinenten unterwegs war, erfahren Sie im Buch ebenso, wie die Hintergründe dazu, dass die Japanerin heute wieder in Paris lebt und nun als Beraterin und Lehrerin an der Kochschule von Alain Ducasse tätig ist.

Die Rezepte in diesem Kochbuch sind äußerst raffiniert gestaltet. Französische und japanische Geschmacksnuancen vermählen sich auf atemberaubend elegante Weise. Es wird immer erklärt für wie viele Personen ein Rezept gedacht ist. Zubereitungs- und Garzeit werden auch genannt.

Die Lehrerin in Sachen hoher Küchenkunst versteht es didaktisch hervorragend ihre komplizierten Rezepturen dem Leser gut verständlich nahezubringen.

Damit Sie eine Idee davon haben, welche Rezepte in diesem Buch auf Sie warten, möchte ich folgende Kreationen hervorheben: "Kleine Rotbarben mit einer Füllung aus Reis, schwarzen Oliven und Sesam" und "Jakobsmuscheln mit Birnen und Gurke". Hier verwendet die Köchin "Ponzu". Das ist eine flüssige Würzmischung aus Sojasoße und Reisessig.

"Quinoasalat mit Kaki und Salatchrysantheme" finde ich sehr interessant. Die Blätter dieser Pflanze werden für das Rezept übrigens blanchiert und grob zerkleinert. Sehr gut auch sind die "Jakobsmuscheln mit Zitronengras", bei dem Safran und Ingwer nicht fehlen dürfen.

Hochkompliziert scheint mir die Zubereitung von "Kaisergranat - vom Winde verweht" zu sein. Das Engelshaar optimal zu gestalten, ist m.E. das Hauptproblem. Nicht immer gelingt Perfektion beim ersten Versuch, das sollte jedem klar sein. Lassen Sie sich also nicht entmutigen.

Lobend erwähnen möchte ich das "Tatar vom Lachs mit Granny Smith". Diese Kreation ist geschmacklich optimal und ganz simpel in der Zubereitung. Ein Highlight auch ist der "Grapefruitcocktail mit Basilicum", bei dem roter Camapri eine entscheidende Rolle spielt und das "In New York verlorende Croissant", von dem ich nicht wissen möchte, wie viele Kalorien es enthält.

Alles in allem ein sehr schönes Kochbuch, das Menschen mit sensiblen Geschmacksnerven gefallen wird, die die Vorteile einer globalen kulinarischen Welt zu schätzen wissen.
Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.


Rezension: Noodles- Vatcharin Bhumichitr



Sehr delikate Rezepte. Probieren Sie "Vietnamesische Nudelsuppe mit Garnelen und Pilzen". Sie werden staunen! :))

Autor dieses Buches ist der Thailänder Vatcharin Bhumichitr. Er ist einer der bekanntesten thailändischen Restaurantbesitzer, Chefkoch und Buchautor. Der Kosmopolit besuchte ganz Asien, um dieses Buch auf den Weg zu bringen, in dem er sich mit asiatischen Nudelgerichten befasst. 100 Rezepte warten darauf, nachgekocht zu werden. Diese Rezepte stammen aus China, Japan und Südostasien.

Zunächst wird man über die Geschichte der Nudel aufgeklärt. In China kochte man schon 2000 v. Chr. gelbe Nudeln, die aus einer Mischung von Rispen- und Kolbenhirse bestanden. Man erfährt, weshalb sich ab 1000 n.Chr. die chinesischen Nudeln in ganz Asien ausbreiteten und dass viele Rezepte in diesem Buch auf ursprünglichen Nudelgerichten beruhen.

Gut dargestellt wird, wie asiatische Nudeln zubereitet werden, wie man sie gart und welche Küchengeräte man beim Garvorgang benutzen sollte. In China werden Nudeln ungeschnitten auf den Tisch gebracht, weil sie der Tradition zufolge ein langes Leben repräsentieren, (vgl : S. 13). Aufgeklärt wird man über Nudelspezialitäten aus Japan, Korea, Thailand und Vietnam und erfährt wie man diese mit Stäbchen isst. Über Garmethoden wird man auch aufgeklärt, bevor man sich in den Rezeptteil vertiefen kann.


Die Rezepte sind untergliedert in:

Huhn und Ente
Schweinefleisch
Rindfleisch
Fisch und Meeresfrüchte
Vegetarische Gerichte

Die Rezepte sind gut gegliedert. Die Arbeitsschritte lassen sich problemlos nachvollziehen. Man erfährt immer, woher das Rezept stammt und es gibt zu jedem Gericht eine kleine Zusatzinformation. So liest man auf Seite 130 beispielsweise neben dem Rezept für "Kokos-Nudel-Suppe mit Fisch": "In Kambodscha serviert man dieses Gericht meist zum Frühstück. Probieren Sie es doch mal als Alternative zu Frühstücksflocken" und wenig später auf Seite 138 neben dem Rezept für "Indonesische gebratene Nudeln mit Fisch und Garnelen": "Süße Sojasauce ist eine dunkle Sauce, die aus Sojasauce, Zucker und Malz hergestellt wird."

Folgende Rezepte möchte ich hervorheben: "Hühnersuppe mit Nudeln". Das Rezept stammt aus Vietnam und enthält frischen Ingwer. "Javanesische Nudeln" werden mit Hühnerbrustfiletstückchen angereichert und enthalten zudem grüne und rote Chilischoten. Die "Wan-Tan-Suppe" aus China enthält u.a. geschnittene Eisbergsalatblätter, schmeckt sehr lecker, wird aber vom "Thailändischen Nudeltopf mit Krabbenscheren" getopt. Köstlich sind diese "Vermicellli -Glasnudeln"! Die Ingredienzien der Suppe versprechen ein feines Aroma. Sehr gut auch ist das Rezept für "Reisnudeln mit Schweinefleisch und schwarzer Bohnensauce" aus Thailand, das auch mit Vermicelli-Reisnudeln zubereitet wird.

"Japanische Nudeln mit Rindfleisch und Gemüse" enthalten einen raffinierten Zutatenmix, darunter Spargelbohnen, die ich bislang noch nicht kannte, auch Weißkohl , Rumpsteak, diagonal in mundgerechte Stücke geschnitten und süßen Reiswein. Gefallen auch hat mir ein Rezept aus China "Gebratene Nudeln mit Rindfleisch nach Peking-Art". Das Gericht wird mit frischen Gurkenstiften und Frühlingszwiebelringen garniert und erhält dadurch eine sommerliche Komponente.

Am meisten begeistert haben mich die Fisch- und Meeresfrüchtegerichte im Buch und hier vor allem "Scharfer Garneleneintopf mit Vermicelli" aus Vietnam, aber auch "Indonesische gebratene Nudeln mit Fisch und Garnelen". Dieses Gericht, das Seezungenfilets und Garnelen enthält, eignet sich als delikate Fischspeise, wenn Gäste kommen.





Superlecker ist die "Vietnamesische Nudelsuppe mit Garnelen und Pilzen", in der Gurkenstifte nicht fehlen dürfen. Bei den vegetarischen Gerichten haben mir die chinesischen "Süßsauren Nudeln mit Gemüse" gut gefallen, in der chinesische Pflaumensauce eine Rolle spielt. Gerichte mit Tofu habe ich überblättert, weil mir Tofu nicht schmeckt.

Am Wochenende werde ich "Gebratene Nudeln mit Meeresfrüchten" zubereiten. Noch weiß ich nicht, wo ich die getrockneten grünen Algen kaufen kann. Sollte ich sie im Asia-Laden nicht kriegen, werde ich frische Algen verwenden.



Sehr empfehlenswert.






© 2010 „Noodles“, Edition Styria / Will Heap

Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.


Rezension : 130 Rezepte aus dem Reich der Düfte und Aromen

Der leider schon verstorbene Koch und international angesehene Maler Arto der Haroutunian ist der Verfasser dieses Kochbuchs, das von Monika Sattrasai in Deutsche übersetzt worden ist. Die traumhaften Bilder wurden von der Fotografin Barbara Lutterbeck realisiert.

Das Kochbuch stellt eine Liebeserklärung an die orientalische Küche dar. Überrascht wird der Leser nicht nur mit 130 Rezepten, sondern nicht selten auch mit geschichtlichen und warenkundlichen Informationen zu den einzelnen Rezepten.

Die Rezepte sind untergliedert in:

Mezze
Suppen-Eintöpfe

Salat

Gemüse

Eierspeisen
Fisch

Geflügel
Fleisch

Reis, Nudeln
Brot

Desserts und Getränke

Es ist nicht mein erstes orientalisches Kochbuch, das ich rezensiere, insofern interessieren mich Besonderheiten, sprich kulinarische Spezialitäten, die über "Tabouleh", "Hummus-Bi-Tahina", "Falafel" und "Kibbeh Naya" hinausgehen.

Gleich bei den Vorspeisen habe ich eine Köstlichkeit entdeckt, die aus Israel kommt: "Avocado mit Walnüssen". Das Rezept enthält noch viele andere delikate Zutaten. Auch Vegetariar werden es mögen. Sehr vielversprechend ist das Aroma der armenischen Vorspeise "Kohlsalat mit Sesam und Walnüssen", an dem Sumach nicht fehlen darf, aber auch die "Hühnersuppe mit Walnüssen und Damazenerpflaumen", ein Rezept aus Georgien, das mit Zimt zubereitet wird.

Bei den Salaten bin ich besonders angetan von "Karottensalat mit Rosinen", der mit Zitronen- und Orangensaft aromatisiert wird. Es handelt sich um ein Gericht aus dem Iran, ähnlich wie der "Spinatsalat mit Pistazien", der genauer iranisch-kurdischer Herkunft ist und im gesamten Kaukasus beliebt sein soll.
"Mirza Ghassemi" ist ein Auberginen-Rührei, das nach einem persischen Dichter aus dem 18. Jahrhundert benannt wurde und das 6 Knoblauchzehen enthält, insofern wohl eher nicht während der Arbeitstage gegessen werden sollte, es sei denn man arbeitet im stillen Kämmerlein.

Der "Persische Fischtopf" besticht durch seine exotische Würzung, u.a. mit Bockhornklee und den getrockneten Limonen. (Tipp: Hobby-Köche im Großraum Frankfurt können diese beim Perser in der Kleinmarkthalle in Frankfurt kaufen).

Erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch ein altes Gericht aus dem Irak: "Huhn in Aprikosensoße". Dieses Gericht ist schon in Al-Baghdadis mittelalterlichem Küchen-Almanach aufgezeichnet worden. Das Lieblingsrezept der Iraner ist allerdings ein "Mit Früchten gefülltes Hähnchen", dessen Innenleben aus Äpfeln, Pflaumen, Trauben und Aprikosen besteht.

Kibbehs gehen übrigens auf die Assyrer zurück. Diese Hackfleischkugeln sind der Stolz der syrischen und libanesischen Küche. Im Buch finden sich für diese Spezialität einige sehr leckere Rezepte.

Bei den Reisgerichten bin sehr sehr angetan von dem "Tomatenreis", der durch die blanchierten Tomaten und das getrockenete Basilikum beinahe italienisch daherkommt. "Pilaw mit Mandeln und Datteln" bereiten die Beduinen gerne zu. Man sollte bei diesem Gericht keinesfalls auf das Rosenwasser verzichten, weil dieses der Speise einen geheimnisvollen Touch verleiht.


Im Garten meiner Mutter steht ein Feigenbaum. Dieser Feigenbaum macht mich stets neugierig auf Feigenrezepte. Gekochte Feigen in Sirup mit gehackten Pistazien erfreuen nicht nur den Gaumen der Iraner. Das gilt übrigens auch für "Kompott aus Trockenfrüchten". Das im Buch enthaltene Rezept kommt aus Armenien und enthält neben der Früchte, dem Honig, den Sultaninen, dem Zimt, den Pistazien und anderen Ingredienzien auch Cognac.

Den "Kaffee nach Beduinenart" trinke ich soeben. Safran und Kardamomsamen machen das Getränk zu einem Kuss des Himmels, den man nicht verschämt ablehnen sollte.

Empfehlenswert.
© 2010 „Zauber der orientalischen Küche“, Edition Styria / Gérard Degeorge (S. 56)


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Rezension: Die Kochschule- Vincent Boué und Hubert Delorme

Diese hochinformative Buch von Vincent Bouè und Hubert Delorme enthält die Beschreibung von 200 Küchentechniken, 250 Rezepten und 1000 Fotos, die Clay Mc Lachan realisiert hat. Das Vorwort zu diesem umfangreichen Werk hat die Kochlegende Paul Bocuse verfasst. Er lässt den Leser u.a. sogleich wissen: "In dieser neuen kulinarischen Bibel werden sämtliche Handgriffe und Techniken, die man für die Zubereitung der großen Klassiker beherrschen muss, anschaulich erklärt: schälen, hacken, tournieren, bardieren, grillen, schmoren, Fonds herstellen, ein Sabayon aufschlagen, Wolfsbarsch in Salzkruste, Roqueforttorteletts oder köstliches Eisparfait zubereiten.... solange die Messer geschwungen werden, wird gekocht. Und solange richtige gekocht wird, besteht kein Anlass zu Sorge!"



Man lernt in dieser Kochschule zunächst Grundteige herzustellen. Diese werden in die Oberbegriffe, feste Teige, weiche Teige, Hefeteig und Rührteig untergliedert. Alle Teigzubereitungen werden gut erklärt. Es gibt immer wieder Tipps und Hinweise, was man wissen sollte und einen Vermerk zu welchem im Buch enthaltenen Rezept der jeweilige Teig Verwendung findet. Unter der Rubrik "Die Kochschule" lernt man ferner Eier zuzubereiten, lernt auch Schnitttechniken und wird mit Garmethoden vertraut gemacht. Man wird unterrichtet in salzigen und süßen Zubereitungen und Grundsaucen, in süßen Grundcremes, süßen Massen, Mousses und Patisserieböden als auch in der Zubereitung von Eiscreme, Sorbert und geeisten Süßspeisen.


Die Schnitttechniken werden bildlich sehr gut dargestellt, auch die Arbeitsschritte bei den Zubereitungen einzelner Basics sind gelungen.


Der Kochschule folgt ein Kapitel, das die Überschrift "Praktischer Ratgeber" trägt. Hier werden u.a. abgehandelt: Vergessene Gemüse, Kräuter, Speisepilze, aber auch ein Saisonkalender für Früchte. Anschliedend werden Rezepte präsentiert.


Im Rezeptteil findet man auch speziell gekennzeichnete Rezepte von: Anne Sophie Pic, Gérard Passédat, Jean Francois Piège, Régis Marcon, Alain Passard, Xavier Thuret, Yves Thuriès, Didier Stéphan und Stéfan Augé. Diese Köche geben alle ein kleines Statement ab, bevor sie ihr Spezialrezept verraten.


Die Rezepte sind untergliedert in:

Vorspeisen
Fisch
Geflügel
Fleisch
Gemüse
Käse
Desserts
Eis

Bevor man sich in die Rezepte vertieft, sollte man die goldenen Küchenregeln studieren, die dem Rezeptteil vorgeschaltet sind.


Die 250 Rezepte sind bestens erklärt. Zubereitungszeit und Garzeit werden genannt, auch erhält man die Info für wie viele Personen das jeweilige Rezept gedacht ist. Tipps und Hinweise auf die Seitenzahlen in der Kochschule werden auch nicht vergessen.


Bei den Vorspeisen haben mich die "Gratinierten Austern" am meisten interessiert, aber mir hat auch die "Kaninchenterrine mit Pistazien und exotischem Chutney" sehr gut gefallen. Die französische Terrine harmoniert bestens mit den indischen Aromen des Chutneys. Ganz exzellent ist das Rezept für "Blätterteigpastetchen mit Kalbsbries, Cidre und Apfel". Ich finde, dass sich diese Speise auch sehr gut als Tellergericht zu einem Glas Rosé eignet.


Loben möchte ich die guten Fischrezepte im Buch, aber auch die Kreationen mit Geflügel. Das "Rinderfilet im Teigmantel" ist weniger kompliziert in der Zubereitung als ich annahm und eine schöne Alternative zum "Filet Wellington", das allerdings im Buch nicht thematisiert wird.


Die "Gratinierte Zwiebelsuppe" möchte ich erwähnen, zu der stilecht Gruyère verwendet wird und das "Rührei mit Ratatouille", ein delikates provenzialisches Gericht. Sehr aromenreich sind die "Torteletts mit Roquefort und karamellisierten Birnen". In einem 5-Gänge-Menü ist dies ein ideale Käsegang.


Die Rezepte für Desserts klingen alle verlockend. Mein erklärten Favouriten sind allerdings das "Soufflé mit Orangenlikör" und die "Tarte Tatin", die im Buch mit Golden Delicious angedacht sind und natürlich die "Schneeklößchen mit Karamell auf Vanillensauce".


Es freut mich, dass man das Rezept für "Mirabellentarte" nicht vergessen hat. Eine solche Tarte habe ich vor über 30 Jahren in den Vogesen das erste Mal gegessen und war schon damals begeistert. Ich staune über die Eisrezepte. "Profiteroles mit Rum-Rosinen-Eis" wird in Südfrankreich nicht selten als Dessert angeboten und ist ein überirdisch delikater Genuss.


Das Buch ist wirklich sehr informativ und in jeder Beziehung gelungen. Auf der beigefügten CD kann man Schnitttechniken nachvollziehen. Was man sieht, ist sehr lehrreich. Es ist für einen Anfänger durchaus nicht einfach, eine Zwiebel fein zu würfeln.


Dieses Buch ist das ideale Hochzeitgeschenk, aber auch ein sinnvolles Präsent für Menschen, die alleine ihren ersten Hausstand gründen. Didaktisch ist es sehr gut aufbereitet, so dass selbst Personen mit zwei linken Händen es schaffen, gute Kochergebnisse zu erzielen und das soll etwas heißen.
Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.




Rezension:Süßes zur Weihnachtszeit: Kekse. Punsche. Stollen. Pralinen. Zelten (Gebundene Ausgabe)

Die österreichische Kochbuchautorin Ingrid Pernkopf stellt in diesem Buch süße Rezepte zur Weihnachtszeit vor. Dabei zeigt sie gleich zu Anfang wie man glasiert, dekoriert, garniert, verziert, füllt und Gewürze mischt. Gefallen hat mir in diesem Zusammenhang besonders das Rezept für kristallisierte Blüten. Hier werden frische, essbare Blüten haltbar gemacht, die man als Dekor oder Garnitur verwenden kann. Die Weihnachtsgewürzmischungen sind gelungen. Das "Glühmostgewürz" eignet sich auch für Glühwein und zum Ansetzen von Punsch und Likören.

Lobenswert ist das Kapitel "Backen mit Kindern". Kinder sind von Natur aus kreativ. Sie kneten und basteln gerne und können sich beim Backen diesbezüglich austoben. Bunte Zuckerperlen dürfen nicht fehlen. Kinder mögen es bunt, sofern man ihnen die Lebensfreude noch nicht abtrainiert hat.


In der Folge lernt man Rezepte für Desserts, Kuchen, Schnitten und Gebäck kennen. Sehr gut ist das "Baumkuchenrezept", der "Dattel-Feigenkuchen", der durch den Armagnac ein feines Aroma erhält und der "Weihnachtliche Früchtekuchen", der sich bestens als Geschenk eignet.


Nächstes Lob: auch an Diabetiker wurde gedacht. Diese dürfen sich auf acht leckere Rezepte freuen und brauchen nicht auf den Geschmack von Weihnachten verzichten.


Die Rezepte für Konfekt, Pralinen, Naschwerk gefallen mir dann besonders, wenn Weihnachtsgewürze verwendet werden. Hervorheben möchte ich hier die "Zimttrüffel für Hohlkörper" und den "Weihnachtskonfekt".


Über die Ingredienzien von Makronen, Spritzgebäck und Busserln zu lesen macht schon jetzt Lust mit der Weihnachtsbäckerei zu beginnen. Sehr delikat sind die "Pignolikipferl" und die "Biskotten", geradezu ideal zu einer Tasse Milchkaffee. Mürbeteigplätzchen, wie etwa "Linzer Augen" oder "Spekulatius" stehen auf dem Backprogramm und natürlich auch "Vanillekipferl". Man erfährt wie man Lebkuchen, Früchtebrot und Stollen bäckt und es werden Salzgebäck und Vollwertiges thematisiert. Ich selbst backe gerne mit Dinkelmehl, nicht nur weil es gesünder ist als Weißmehl, sondern auch weil es leckerer schmeckt.


Gelungen sind die Rezepte für "Weihnachtsmarmeladen", wie etwa "Winterapfel" mit Rum und Lebkuchengewürz, "Weintrauben mit Nüssen" und die "Zwetschgenmarmelade mit Marzipan". Das Bittermandelöl verleiht dieser Marmelade den letzten Kick.


Sirupe, Liköre und Getränke kommen zu Sprache. Sehr delikat ist der "Traunkirchener Weihnachtspunsch". Neben schwarzem Tee, Rum und Weinbrand sorgen Gewürznelken und anderes für weihnachtslichen Aromen.


Ingrid Pernkopf wartet auch mit ausgewählten Klassikern aus ihren anderen Büchern auf, so etwa mit "Kletzenbrot", delikaten Marillenrollen und Traunsee-Schnitten.
Zum Ende des Buches werden Geräte und Werkzeuge zum Backen vorgestellt und erklärt sowie mit zahlenreichen Informationen zur Warenkunde und zu den Produkten aufgewartet, eine Vielzahl von Verarbeitungshinweisen gegeben, erklärt wie man Back-Fehler vermeidet und österreichische Begriffe ins Deutsche übersetzt. Wobei mir die österreichischen Begriffe besser gefallen. Busserl, Kipferl, Powidl, Striezel, Ribisil sind sprachliche Zucker-Busserln vom Himmel. Ganz große Verneigung vor dem österreichischen Sprachgefühl.


Ein Muss für Weihnachtsbäcker/innen.
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Rezension: Das Einmaleins des Dampfgarens: Schonende Zubereitung - Leichter Genuss (Gebundene Ausgabe)

Meine Cousine besitzt einen Dampfgarer und ihr auch werde ich dieses Buch schenken, das sie sich gewünscht hat. Susanne-Kuttnig-Urbanz hat gemeinsam mit dem Diätkoch Friedrich Pinteritsch sowie den Fotografen Gabriela und Günter Jost dieses Buch auf den Weg gebracht.

Zunächst erhält man die wichtigsten Informationen zur Verwendung von professionellen Haushaltsdampfgargeräten und wird über das Dämpfen im Kochtopf, im Wok, im Etagentopf und im Bambuskorb informiert. Eine Step-by-Step-Anteilung für ein schmackhaftes Schnellkochtopfgericht, nimmt selbst Skeptikern wie mir die Bedenken. Ja, die Zubereitung ist schonend. Speisen aus dem Dampfgarer sind gesund. Die Ernährungsexpertin und Ärztin Dr. Quschan verdeutlicht dies in ihren Anmerkungen. Sie klärt zudem im Buch über gesunde und weniger gesunde Nahrung auf.

Der Rezeptteil ist untergliedert in:
Basics

Fisch und Fleisch

Süßes

Menükompostitionen aus den Rezepten

Die Rezepte sind sehr gut erklärt und einfach nachzukochen. Man erfährt jeweils wie man mit dem Dampfkochtopf bei den einzelnen Gerichten zu verfahren hat.

Sinnvoll ist es, Rotkraut im Dampfgarer zuzubereiten. Das Rezept für "Apfelrotkraut" ist bestens. Rotwein, Orangensaft und Preisbeeren sollten immer beigegeben werden. Lebkuchengewürz würde ich nur in der Vorweihnachtszeit verwenden.

Die "Couscous-Wirsingrouladen" dürften meiner Cousine zusagen. Ein raffiniertes, vegetarisches Rezept, gewiss ebenso lecker wie die "Mit Quinoa gefüllten Tomaten". Im Dampfkochtopf benötigen Erbsen übrigens nur 4 Minuten, um gar zu werden. Auch die Linsensuppe ist schnell gemacht.

Ein delikates Gericht ist die "Spinat-Pilzterrine" und auch das "Gemüsesoufflé", Speisen, die mich von der Auswahl der Zutaten und den damit einhergehenden Geschmacksnuancen mehr als nur zufrieden stellen.

Sehr gute Fischrezepte warten hier auf den Hobbykoch mit wenig Zeit und die Geflügel- und Fleischgerichte lassen auch nichts zu wünschen übrig. "Roulade vom Weidestier an Merlotsaft" kann man nach 90 Minuten bereits auf den Tisch bringen. Die Kräutermischung für die Sauce verdient es erwähnt zu werden: Kamille, Ringelblume, Apfelminze, Himbeerblätter, Brombeerblätter, Erdbeerblätter, Kornblumen und Sonnenblumenblätter.

Das Rezept für "Tafelspitz" möchte ich loben. Die Zutaten sind perfekt.

"Marillenknödel" oder "Germknodel" sind Nachspeisen, die geradezu nach einem Schnellkochtopf schreien, insbesondere, wenn man Gäste hat.

Marmeladen und Chutney, wie auch Apfelmus sollte man auch im Dampfgarer kochen, denn dieses Verfahren ist zeitsparend.

Die Rezepte im Buch sind so konzipiert, dass die Aromenvielfalt jede einzelne Speise zu einem Highlight macht. Meine Vorurteile gegenüber dem Dampfgarer konnten aufgrund dieses Buches endlich beseitigt werden.

Die Menüzusammenstellungen am Ende des Buches sind prima. Damit kann man selbst bei hohen Gästen Eindruck schinden.:-))
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Rezension: Libanesisch kochen- Ghillie Basan

Dieses bemerkenswerte Kochbuch befasst sich mit der libanesischen Küche. Zunächst berichtet die Autorin Ghilli Basan Wisseneswertes über die Landschaft und Regionen, über den schmalen Küstenstreifen, der sich entlang des warmen Mittelmeers schlängelt, über die Berge östlich davon und über die dahinter liegende, fruchtbare Bekaa-Ebene, aus der die meisten libanesischen Lebensmittel stammen.

Die kulinarischeVergangenheit des Landes wird gestreift. Man liest von der klassischen Epoche, vom Einfluss der Osmanen, von der Zeit der französischen Besatzung, vom unabhängigen Staat, von dem modernen Libanon und von dessen Feiertagen. Die Bevölkerung besteht aus 59% Muslimen, 40% Christen und 1% Andersgläubigen. Deshalb auch ist kulinarische Vielfalt riesig.


Die legendäre libanesische Gastfreundschaft soll in der Bevölkerung noch immer verankert sein. Ein Gast wird mit den Worten "Beti Betak" empfangen. Das bedeutet "mein Haus ist auch Dein Haus". Die Worte sind in der Regel ernst gemeint. In der Folge wird man über Essgewohnheiten, über das Nationalgericht des Libanon, die Küchenausstattung und die Straßenmärkte unterrichtet und auch über die traditionellen Lebensmittel, wie etwa Milchprodukte, Oliven, Brot, Sesamsaat, Trüffeln und Pinienkerne.

Thematisiert werden auch Kräuter, Gewürze und Aromen und hier ganz konkret: Johannisbrotsirup, Granatapfelkonzentrat, Mastix, Zimt, Kreuzkümmel, Koriander, Safran, Knoblauch, Minze, glatte Petersilie, Rosenblütenblätter und Gewürzmischungen. Aufgeklärt wird ferner über die traditionellen Getränke, Kaffee, Tee, Wein und Bier sowie Spirituosen.


Die Rezepte des Buches sind untergliedert in:

-Meze und Salate

-Suppen, Brote und Snacks

-Getreide, Bohnen und Linsen

-Fisch und Schalentiere

-Fleisch und Geflügel

-Vegetarische Gerichte

-Dessert, Konfitüren und Getränke

Die insgesamt 80 Rezepte werden gut erklärt. Die Zutaten kann man in türkischen Läden problemlos erwerben. Meze sind Vorspeisen aller Art. Man bekommt vor jedem Rezept Näheres über das jeweilige Gericht mitgeteilt. So auch, was man unter "Halloumi" zu verstehen hat, den die Libanesen gerne grillen.

Besonders gefallen haben mir der "Petersiliensalat mit Bulgur" bei den Vorspeisen und bei den Suppen die erfrischende "Gurken-Joghurt-Suppe". Die "Libanesischen Fleischtäschchen" liebt man im gesamten Levante, delikater allerdings finde ich die "Käsetaschen mit Dill", die sich als Vorspeise gut eignen.


Lobenswert auch sind das "Käseomelett mit Paprika und Oliven", die Couscous- und Bulgurgerichte, auch "der Safranreis mit Pinienkernen", der mit Hühnerbrühe zubereitet wird.

Die Art Fische zuzubereiten gefällt mir, weil die Zubereitungsart schlicht und dabei sehr delikat ist. Am besten gefallen mir "Gebackener Fisch mit Lorbeeblättern, Orangen und Limetten", der "Fisch mit Tomaten-Granataapfel-Sauce" und die "Sautierten Garnelen mit Koriander und Limette". Ich mag es, dass man im Libanon Knoblauch zu schätzen weiß.

Bei den Fleischgerichten dominiert das Lamm. Ingredienzien wie Tomaten, Knoblauch, Pinienkerne spielen hier nicht selten eine Rolle. Sehr empfehlenswert finde ich die "Gebratenen Zwiebeln mit Lammfüllung" und die " Gefüllten Artischockenböden", bei denen als Gewürz Piment nicht vergessen werden darf.

Ausprobieren sollte man den "Gefüllten Truthahn mit Thymian" an Festtagen. Hier dürfen Zimt und Korinthen nicht fehlen, während bei den vegetarischen Speisen, Aprikosen, Tomaten, Mandelblättchen, Pinienkerne fast nie außen vor bleiben sollten.

Diese Wochen noch werde ich die "Aprikosen mit Reisfüllung" zubereiten, eine Speise, die man im Libanon bereits im Mittelalter zu schätzen wusste und in der neben Zimt und anderen Geschmackszutaten auch Minze nicht fehlen darf.

Die meisten Desserts sind natürlich ziemlich süß für mitteleuopäische Verhältnisse. Dies gilt aber nicht für den "Granatapfelsalat mit Pinienkernen und Honig". Bei dieser Leckerei darf Orangenblütenwasser nicht vergessen werden, wenn sie wirklich gelingen soll.

Ein sehr schönes, reich bebildertes Buch, das ich allen, die offen sind für fremde kulinarische Gerichte, gerne empfehle.
Bilder: © 2010 „Libanesisch kochen“, UMSCHAU / Jon Whitaker

Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.



Rezension: Tee aus heimischen Kräutern und Früchten

Manfred Neuhold hat dieses Praxisbuch für Tee aus heimischen Kräutern verfasst. Er lässt den Leser gleich zu Anfang wissen, dass Kräutertees nicht nur ein traditionelles Heilmittel, sondern auch ein erfrischender Haustrunk, genauso wie leckeres Getränk in geselliger Runde, Energie- Drink und Durstlöscher sind.

Der Autor erklärt im Rahmen eines historischen Exkurses, wie der Mensch zum Tee kam. Er nennt u.a. den griechischen Arzt Diokurides, der in seinem Werk "De materia medica" rund 800 Heilpflanzen auflistete. Auch Hildegard von Bingen macht er zum Thema. Zu ihren Zeiten war das Wort "Tee" in unseren Breiten noch unbekannt. Tee ist an sich nur das, was vom Teestrauch geerntet wird. Die holländischen Seefahrer brachten ihn nach Europa. Heute allerdings versteht man unter Tee in erster Linie die Zubereitungsart, den Aufguss, ganz unabhängig von der Art des aufgegossenen Kräutleins."(vgl: S.12)

Im Verlauf des Buches lernt man Teekult und Teekulturen kennen. Die Wiege der Teekultur ist China und Japan. Die Mönche des heiligen Benedikt brachten es einst zur Meisterschaft im Gartenbau und auch in der Kultivierung, wie Verwendung der Kräuter,(vgl.: S. 22). Sie unterrichteten die Bauern, wie man Kräutergärten anlegt. Hildegard von Bingen unterschied bereits Trinktees von Heiltees. Im vorliegenden Buch geht es primär um Trinktees. Diese Tees dienen dem Trinkgenuss, während Heiltees eine bestimmte Wirkung bei verschiedenen Leiden haben.

Man wird angeleitet Teekräuter zu sammeln und selbst zu ziehen und zwar nicht nur im Garten, sondern auch auf dem Balkon. Ernten, Trocknen und Aufbewahren, auch das Fermentieren kommen zur Sprache, bevor Früchte für den Tee vorgestellt werden. Der letzte Schritt zum Genuss, der Aufguss wird auch breitgefächert dagestellt. Anschließend lernt man eine Vielzahl heimischer Kräuter und Früchte für Tees und Teemischungen kennen.

Man liest über jedes vorgestellte Kräutlein und jede Frucht alles Wissenswerte und wird zudem über Anbau, Ernte und Zubereitung informiert.

Thematisiert werden 40 Kräuter und Früchte u.a.: Anis, Apfel, Birne, Brennessel, Brombeeren, Erdbeeren, Fenchel, Holunder, Kümmel, Thymian, Hagebutte etc.

Im darauf folgenden Kapitel lernt man 50 Teerezepte herzustellen. Dabei werden die Rezepte sehr gut erklärt. Gefallen haben mir die Punschrezepte und hier speziell der "Wiener Punsch", sowie der "Himbeergrog mit Vanille", aber auch die Drinks für heiße Tage, wie etwa "Erdbeer-Eistee mit Sekt".

Die Rezepte für "Teelikör" und "Tee-Gelees" verlocken, sofort zur Tat zu schreiten, speziell der "Vanille-Teelikör" ist für die jetzt kommenden nebeligen Tage ein netter Trostspender.

Zum Schluss werden übrigens Kräuterteemischungen für die Schönheitspflege von außen und innen offeriert werden.

Alles in allem ein sehr hilfreiches Buch, und zwar nicht nur für jene, die sich anschicken zur Kräuterhexe zu mutieren.

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Rezension: Sacher. Eine kulinarische Schatzkiste

Dieses Kochbuch der Edition Styria wird von mir zum Kochbuch des Jahre gekürt und das obschon die Rezepte bereits in anderen "Sacher"-Kochbüchern präsentiert worden sind.

In diesem Jahr habe ich viele sehr gute Kochbücher gelesen, Bücher die mit hervoragenden Produktinformationen und exzellenten Rezepten aufwarten. Das vorliegende Buch verzichtet auf einen warenkundlichen Teil, sondern kommt sofort zur Sache und wartet mit 150 Rezepten von Hans Peter Fink und Werner Pichelmaier auf.


Das von Christoph Wagner und dem Hotel Sacher herausgegebene Buch befindet sich in einer viereckigen Schachtel, die mit Seidenpapier ausgeschlagen ist und an eine Pralinenschachtel erinnert.


Die Buchdeckel sind aus rotem Samt und sehen überaus edel aus.


Die Rezepte sind untergliedert in:

Vorspeisen
Suppen
Beilagen. Vegetarische Gerichte
Salat. Gemüse
Fleisch. Geflügel. Wild
Fisch. Meeresfrüchte
Süße warme Mehlspeisen
Kalte Desserts
NaschwerkFrühstück à la Sacher
Kuchen. Torten. Schnitten

Die schönen Fotos wurden von Johannes Kittel, Herbert Lehmann und Kurt-Michael Westermannn realisiert.

Die Rezepte sind sehr gut erklärt. Immer wieder werden Tipps den Rezepten hinzugefügt. So liest man beispielsweise "Powidltascherln lassen sich problemlos auf Vorrat zubereiten, da sie sich gut zum Tiefkühlen eignen und bei Bedarf einfach sprudelnd in heißem Wasser gekocht werden müssen."
Das Kochbuch ist sehr, sehr schlicht gestaltet. Es sind nicht viele Fotos, die die Gerichte begleiten. Das Augenmerk wird voll auf die delikaten Speisen gerichtet, zu denen man ab und an im Vorfeld des Rezeptes historisch Wissenwertes erfährt.

Der Schwerpunkt der Speisen ist wienerisch-böhmisch angelegt, allerdings mit internationalem Flair. Die Rezepte sind gut erklärt und lassen sich problemlos zubereiten.

Ich werde einige der Rezepte hervorheben, damit Sie einen Eindruck davon erhalten, was sie erwartet:


Im Vorspeisenbereich möchte ich die "Sacher- Tafelspitzsulz mit Vogerlsalat" nennen, bei der trockener Sherry nicht fehlen darf und die mit selbstgemachtem Kürbiskern-Pesto beträufelt werden muss.

Die "Original Sacher-Gänseleber-Torte" ist die ideale Vorspeise für ein Festessen. Sie besteht aus einem Gänselebermousse, aus einer delikaten Marillenfülle sowie Eisweingelee und wird von Marillen-Chutney begleitet.

Bei den Suppen bin ich am meisten von der "Klassischen Wiener Rindsuppe" mit Bröserlknöderln und Frittaten angetan und von der "Erdäpfelsuppe mit Pilstrudel". An der Suppe darf Mayoran auf keinen Fall fehlen, weil er sich ganz exzellent mit dem Pilz- und Kartoffelgeschmack paart.

Die "Kärntner Kasnudeln" muten schon beinahe mediterran an. Die kleinen Minzeblättchen sorgen für ein interessantes Geschmacksergebnis. Zum Niederknien gut ist die "Klassische Schwammerlsauce", die zu gekochtem Rindfleisch passt und die man mit etwas Essig, Zucker und gehacktem Dill zusätzlich aromatisieren sollte.

Der ideale Begleiter für einen Weißweinabend mit Freunden stellt der Zwiebelkuchen "Sacher Eck" dar. Eier, geriebener Bergkäse und andere Zutaten sorgen für einen gut schmeckenden Überguss.


Das Rezept für "Böhmisches Schwammerlgulasch" habe ich sofort ausprobiert und vermutet, dass mein österreichischer Urgroßvater bei dem Duft der Speise sein Grab verlassen hat und unsichtbar am Tisch einen Teller mitaß. Dafür spricht, dass die Schüssel mit dem Gulasch bedenklich schnell leer war.


Superlecker auch sind die "Gefüllten Kohlrabi mit Kräuter-Knoblauch-Pesto". Auf den gemahlenen Kümmel sollte man nicht verzichten, weil er die Speise magenfreundlicher gestaltet. Das "Wiener Schnitzel" gelingt hervorragend nach dem Rezept im Buch und der "Tafelspitz" ebenfalls. Die Rindsknochen verleihen der Suppe einen tollen Geschmack.


Der "Kümmel-Schopfbraten mit mitgebratenen Erdäpfeln" ist ein schönes Sonntagsgericht. Die Gewürzpaste verleiht dem Fleisch ein sehr gutes Aroma. Natürlich fehlt auch ein Rezept für Backhenderl nicht. Das "Backhenderl Anna Sacher" ist wohl unübertreffbar im Rahmen der Rezepte für diese Spezialität.


Am meisten angetan bei den Fleischrezepten bin ich vom "Filet vom Almochsen mit Granatapfel und geräucherter Gänseleber". Die Gänseleber lässt sich übrigens unproblematisch räuchern.


Die Fischgerichte des Hauses Sacher haben es mir besonders angetan. "Gebratene Jakobsmuscheln mit Mangoconfit" finde ich von den Gewürzen her spannend. Erstaunt hat mich die Kreation "Gefüllte Regenbogenforelle mit Kren-Erdäpfel-Püree und Waldpilzen", weil diese Kreation überaus raffiniert daherkommt. Mein Favourit allerdings sind die "Hechtnockerln neu mit Bachkrebserln". Die Sauce aus Weißwein, Noilly Prat, Fischfond, kalter Butter, Creme fraiche, Dillspitzen und klein gehackten Schalotten passt bestens dazu. Bravo!

Hinweisen möchte ich auch auf das Rezept "Sacher-Austernvariationen". Die Sylter Royal (wahlweise irische Galway, Marennes veres o.ä.) können mit unterschiedlichen Saucen beträufelt werden. Vier Saucenvariationen lernt man im Buch kennen. Besonders interessant finde ich die Variation aus bestem Rohschinken, in feinen Scheiben geschnitten, etwas Kren, sehr fein gerieben und Pfeffer aus der Mühle.


Bei den süßen, warmen Mehlspeisen weiß ich nicht, was ich hervorheben soll. Die Speisen sind alle unverschämt gut. Ich entscheide mich für "Powidltascherln" und empfehle dazu, Stauds Powidl zu verwenden. Dieser Hersteller vertreibt eindeutig den besten Pflaumenmus. Die "Nussnudeln mit Bratäpfelcreme" erfreuen gewiss nicht nur Kinderherzen und bei den kalten Desserts sind die "Apfel-Mohn-Türmchen" und das "Steirer Kürbiskern-Parfait" unübertreffbar.


Die "Wiener Vanillenkipferl" werde ich in der Adventszeit backen und die "Marillenhippen" nächsten Samstag.


Das Buch enthält auch das Originalrezept für die "Sachertorte" und ein Rezept für eine "Himbeer-Vanille-Tarte", die Gäste gewiss erfreuen wird. Die "Trüffeltorte klassisch", mit kleinen Goldblättchen verziert, sollte man backen, wenn hoher Besuch ansteht, z.B. die Schwiegermutter. :-))


Dieses Buch ist das ideale Hochzeitsgeschenk, aber auch ein optimales Präsent zu runden Geburtstagen.


Sehr empfehlenswert.

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