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Rezension: Eckart Witzigmann - Meine Lieblingsrezepte

Der Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann stellt in diesem Kochbuch seine Lieblingsrezepte vor. Witzigmann wurde übrigens als erster Koch in Deutschland 1979 mit drei Michelinsternen ausgezeichnet. Er weiß, dass das Zubereiten von Speisen nicht nur mit Liebe, Gefühl und Geduld zu tun hat, sondern auch Intelligenz erfordert. Dies begründet der Meisterkoch ausgezeichnet in seinem Vorwort.

Das Kochbuch ist untergliedert in: Vorspeisen, Suppen und Eintöpfen, Saucen, Gemüsen, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Fisch und Meeresfrüchte, Geflügel, Wild und Wildgeflügel, sowie Desserts.

Kaum jemand kann Rezepte so gut erklären wie Witzigmann. Schritt für Schritt verdeutlicht er die Arbeitsabläufe. Genannt wird jeweils die Zubereitungszeit, auch für wie viele Personen die Zutaten eines Rezeptes gedacht sind bleibt nicht unausgesprochen.

Witzigmann warten bei einigen Rezepten mit Zusatztipps und Infos auf und berichtet über seine Erfahrungen mit Suppen und Eintöpfen, philosophiert über Saucen, bei denen sich, wie er sagt, erst der Meister zeigt. E informiert über Gemüse, nicht zuletzt über die reinweißen Spargelstangen und erklärt, was man tun muss, damit sich beim Letscho, dem pikanten ungarischen Schmorgemüse, das Aroma der Paprikaschoten voll entfalten kann.

Delikat schmeckt alles, was Witzigmann hier kreiert. Jetzt, während der heißen Tage gefällt mir als Vorspeise das Rezept für "Melonenhälften mit marinierten Flusskrebsen gefüllt" besonders gut. Es lässt sich problemlos innerhalb von nur 40 Minuten zubereiten.

Morgen werde ich wohl wieder einmal die "Geeiste Tomaten-Gurkensuppe" zubereiten. Sie schmeckt vorzüglich. Ich verwende stets sehr kleine Kapern, weil diese einfach noch aromatischer munden.

An Tagen, die etwas kühler sind, wartet das Rezept für "Böhmischen Pilzeintopf" darauf, ausprobiert zu werden. Der frische Dill verleiht den Pilzen ganz gewiss den letzten aromatischen Kick.

Witzigmanns "Morchelrahmsauce" schmeckt göttlich, nicht nur zu Fleischgerichten, sondern auch solo zu Nudeln. Seine "Gefüllten Zwiebeln" sind eine schöne Speise für Wochentage. Dies gilt auch für die "Tagliatelle mit Tomaten-Lauchzwiebelsauce".

Ein Sonntagsgericht ist der "Gebratene Seeteufel mit Muschelragout". Eine Leckerei für hohe Feiertage stellt der "Hummer mit Ingwer und Orange" dar. Ich bin nicht in der Lage einen Hummer zu töten, kann ihn nicht ins heiße sprudelnde Wasser setzen, mir fehlt der Killerinstinkt eines Jägers, aber das tote Tier auseinander nehmen, vermag ich schon. Das Gericht ist sehr delikat und nicht kompliziert in der Zubereitung.

Ebenso gut wie der "Hummer mit Ingwer und Orange" schmecken "Jakobsmuscheln mit Steinpilzen und Tomaten". Auch dieses Rezept zeigt, wie sensibel Witzigman Aromen aufeinander abzustimmen in der Lage ist.

Sehr delikate Fleischgerichte lernt man kennen. Interessant ist das Rezept "Pochierte Rinderlende mit jungem Gemüse und Sauce Béarnaise". Kulinarische Träume werden durch die "Kalbsbriesröschen auf Frühlingszwiebeln und gebackenen Morcheln" sowie "Milchkalbsleber mit weißem Pfirsich und Basalmico-Pfeffersauce" realisiert. Köstlich, wirklich köstlich.

Von Witzigmanns Wildgerichten möchte ich die "Fasanenbrust auf Champagnerkraut mit Périgord- Trüffelsauce" erwähnen. Der Meister rät die Brüste der Fasanenhennen zu nehmen, weil sie fleischiger sind als die der männlichen Vögel.

Ein Kussregen vom Himmel sind die Desserts zum Schluss. Die "Crepes mit Walderdbeeren >>Romanoff<< " lachen mich in ähnlicher Weise an wie der " Flambierte Pfirsich"........

Das Kochbuch arbeitet mit nur ganz wenigen Bildern. Witzigmann regt durch seine Rezepte die Fantasie an. Im Kopfkino entstehen die Ergebnisse kulinarischer Bemühungen, lange bevor man am Herd zur Tat schreitet.

Ein phänomenal gutes Kochbuch.

Rezension: Eckart Witzigmann- Süße Verführungen

 Süße Verführungen. Sonderausgabe (Gebundene Ausgabe) Eckart Witzigmann wird nicht zu Unrecht als Jahrhundert-Koch bezeichnet. Er ist begnadet. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich hatte einst Gelegenheit bei ihm in seinem damaligen Restaurant "Aubergine" zu speisen.

Im vorliegenden Süßspeisen-Kochbuch hat er, wie man dem Klappentext bereits entnehmen kann, die schönsten Rezepte aus der Welt der Patisserie zusammengetragen und dort auch interpretiert er sie auf betont kreative Weise.

Das Buch ist untergliedert in: Mehlspeisen, Puddinge, Omeletts und Soufflés, Cremes, Parfaits und Eis, festliche Desserts, Kuchen, Torten und Tartes, süßes Backen, pikantes Backen und Eingemachtes.


Die Rezepte werden von vielen appetitanregenden Bildern begleitet. Witzigmann erklärt alles didaktisch meisterlich - Schritt für Schritt - und gibt zu vielen Rezepten Zusatzinformationen.


Er lässt den Leser beispielsweise wissen, dass man in Österreich Zwetschgenknödel pur ohne Begleitung genießt, gleichwohl schmecken sie aber auch mit Mandelsauce und Vanillesauce gut. Beim Topfenpalatschinken kommt es seiner Meinung nach auf die Füllung und den Guss an, die dem hochdünnen Pfannkuchen seinen Charakter verleihen. Man liest an anderer Stelle auch, dass Salzburger Apfelstrudel vor dem Backen mit leicht gezuckerter Milch übergossen wird. So bleibe er schön saftig.


Die Rezepte sind ein Traum "Powidltascherln mit Quarkteig", "Topfensoufflé", diverse Omeletts etc, etc., auch das Rotweingratiné schmeckt überirdisch gut. Hier sorgt Himbeerpüree für eine fruchtige Note.


"Belgische Sahnewaffeln mit Kirschragout und Zimteis" sind nicht zu übertreffen. Das Kirschragout beinhaltet u.a. Rotwein, Portwein und Cassislikör, aber auch Kischwasser. Dieses Rezept ist freilich nichts für heiße Tage.


"Walderdbeergratin auf Vanilleparfait" ist jetzt ideal.


Ich möchte nun nicht alle Rezepte aufzählen. Vorgemerkt für den August habe ich mir jetzt schon die "Zwetschgendatschi" mit Mandelstreusel und auch die "Apfeltarte "Tarte Tatin", die Witzigmann mit einer Rumsauce serviert.


Mit meiner Mutter gemeinsam werde ich dieses Jahr Weihnachtsplätzchen nach Rezepten von Witzigmann backen. Das Rezept seiner "Vanillekipferl", aber auch seine "Orangenplätzchen" überzeugen mich besonders.

Das Rezept für "Zwetschgenröster" habe ich ausprobiert. Eine Offenbarung auf der Zunge.

Soeben habe ich mich entschlossen, einen Rumtopf nach Witzigmanns Rezept anzusetzen. Er verwendet absichtlich keine Himbeeren oder rote und schwarze Johannisbeeren, da sie leicht zerdrückt und unansehlich werden. So werde ich es auch machen.


Interessant auch ist das Rezept für Cassislikör. Dieser eignet sich für den Kir royal oder zum Aromatisieren von Mousse, Eis und Saucen. Powidl, ein Pflaumenmus aus getrockneten Pflaumen bereitet der Starkoch aus 500 g Dörrpflaumen, entsteint, 500 ml Rotwein, 600 g Zucker, 1 Gewürznelke, 1 Zimtstange, 20 ml Zitronensaft und 40 ml Rum , 58 Vol.% zu. Die Rezeptur scheint noch besser zu sein als die von den südhessischen Landfrauen, bei denen ich bislang Pflaumenmus erworben habe.


Dieses Buch sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Der "Englische Teekuchen" macht mich sprachlos. Er ist der ultimative Kuss vom Himmel.




Rezension:Milch & Sahne: 110 süße und herzhafte Rezepte (Broschiert)

  Das Autoren - und Verlegerehepaar Laurence und Gilles Laurendon stellen gemeinsam mit dem Food- Fotografen Akiko Ida und der Food-Stylistin Ilona Chavancova 110 süße und herzhafte Rezepte vor, in denen Milch, Sahne, Joghurt, Quark, Frischkäse, u. s .w. wichtige Rollen einnehmen.Zunächst erfährt man im Rahmen einer kleinen Warenkunde alles Wesentliche über Milch, Buttermilch, weiterer Milchsorten, Kondensmilch, Butter, Sahne, Crème Fraiche und Crème double, Frischkäse, Quark, Mascarpone und Joghurt, dann aber geht es gleich zur Sache. Alle Rezepte sind bestens erklärt und einfach zuzubereiten.
Mit großem Interesse las ich, wie man Butter, Quark und Joghurts selbst herstellen kann. Neugierig habe ich dies sofort ausprobiert. Es funktioniert tatsächlich, aber der Arbeitsaufwand steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis.

Sehr gut sind die Frühstücksrezepte, wie etwa "Getreideflocken mit Milch und Trockenobst", "Selbst gemachtes Müsli", "Vanille-Porridge" und ähnliches mehr. Die Ingredienzien sind wohl überdacht, sehr vitaminreich und mineralstoffhaltig. Gefallen haben mir auch die Rezepte für "Erdbeermilch" und für den "Papaya- Milchshake". Beides sind leckere, alkoholfreie Sommerdrinks. "Lakritzenmilch" und "Bunte Marshmallow-Milch" scheinen wohl eher ideale Getränke für Kindergeburtstage zu sein.

Einige delikate pikante Gerichte, wie "Kalbsragout", "Käse- Kartoffel- Gratin" , "Kartoffelpüree" auch Rezepte mit Meeresfrüchten sowie ein Fischgericht warten darauf nachgekocht zu werden und eine Fülle von leichten Dessertrezepten lassen die Süßmäuler unter den Lesern sicher frohlocken. Überzeugt haben mich die Rezepte für "Walderdbeeren auf Sahnequark", die "Creme Caramel" , auch die "Katalanische Creme" sowie für die lukullischen Highlights "Smoothie mit Milch-Baiser-Haube", "Bananenfrappeé" sowie "Bananen-Passionsfrucht-Sahne auf Kiwiepüree", aber auch die Rezeptur für einen "Wiener Kaffee", bei dem eine Prise gemahlener Zimt zu dem speziellen Geschmackserlebnis führt.

Die Rezepte haben alle das gewisse Etwas und heben sich damit von 0/8/15 Rezepten ab. Grund genug sich mit ihnen näher zu befassen. Etwas unorthodox ist der Aufbau des Buches, gleichwohl liegt im Suchen letztlich auch immer ein kleiner Reiz für neugierige Menschen......Keine schlechte Strategie um Interesse zu wecken.

Rezension:Parma: Lustvoll leben und genießen: Lustvoll leben und genießen im Bauch von Italien (Gebundene Ausgabe)

Im Klappentext erfährt man, dass dies das einzige Buch über die Stadt ist, die mehreren weltberühmten Delikatessen ihren Namen gab: Parma. Ob dies stimmt, vermag ich nicht zu überprüfen. Im Grunde ist mir dies auch nicht so wichtig. Ich habe das Buch nicht erworben, um eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen, sondern möchte aufgrund des vor mir liegenden Textes und der vielen schönen Bilder ermitteln, ob sich im Bauch von Italien wirklich so lustvoll leben und genießen lässt, wie der Untertitel des Werks von Nikko Amandonico verspricht , zudem möchte ich hin und wieder ein Gericht nach einem Rezept aus dem Kochbuch zubereiten.

Amandonico ist Autor und Fotograf zugleich. Er beschreibt in diesem Buch die Küche von Parma und ihre Grundzutaten so traditionsgemäß wie möglich. Zunächst allerdings skizziert er das Leben in dieser Stadt und lässt den Leser nicht im Ungewissen, dass die wohlhabenden Bürger in erster Linie von der Nahrungsmittelindustrie leben. Der Autor erwähnt die Tatsache, dass es hier zahlreiche Großbetriebe gibt, die Pasta, Milch, Tomaten und andere Lebensmittel produzieren, darunter Parmingiano-Reggiano (eine berühmte Käsesorte) und den legendären Prosciutto di Parma (der allseits bekannte Parma-Schinken), vgl.: S. 11.

Man erhält einen kleinen visuellen Eindruck von Parma aufgrund der schönen Fotos, erfährt wie Parmigiano Reggiano sowie Prosciutto die Parma hergestellt wird und liest u.a. wie man sonntags in dieser Stadt speist. Lustvoll und dem Genuss ergeben. Wunderbar.


Dann erst folgen insgesamt 70 Rezepte. Beginnend mit einem Grundrezept für Eierpasta, gefolgt von äußerst delikaten Pastarezepten, wie etwas Tortelli mit Weißkohlfüllung, Taliatelle mit Parmaschinken, Überbackene Auberginen-Lasagne, gute Risotto- und Gnocci-Rezepte, bemerkenswerte Fleischspeisen, wie "Im Ganzen gebratenes Perlhuhn mit schwarzer Trüffel aus Fango" oder "Kalbsrouladen". Die Rezepte sind ausführlich erklärt und ohne Probleme zuzubereiten.

Ich lese soeben das Rezept für "Kalbsschnitzel á la Stendhal" Der Autor merkt an "Der französische Schriftsteller Stendhal besuchte Anfang des 19. Jahrhunderts Parma und beschloss daraufhin, seinen nächsten Roman "Die Kartause von Parma" in der fiktiven Umgebung Parmas anzusiedeln. Diese Kalbsschnitzel sind ein Gericht zu seinen Ehren." (Zitat: S. 140)
Das Rezept ist phänomenal. Werde es am Sonntag gleich ausprobieren. Schon jetzt läuft mir das Wasser beim Gedanken an das feine Sößchen im Munde zusammen. Steinpilze, Walnüsse, Sahne und Wein spielen neben anderen Zutaten eine Rolle.

Interessant finde ich das Rezept für Walnusslikör und die vielen leckeren Süßspeisen. Es macht übrigens Freude die Anekdoten und Tipps zu lesen, die den Rezepten stets vorgeschaltet sind.

Ein schönes Buch, das auf Hochglanz verzichtet und dadurch um ein Vielfaches edler wirkt.

5 Sterne, was sonst bitte?

Rezension:Osttirol-Kochbuch (Sondereinband)

 

Während meiner Jungmädchenzeit war ich das letzte Mal in Osttirol. Damals bin ich mit meinen Eltern dort in den Ferien gewesen. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe ich mir neugierig die hübschen Bilder angeschaut und mich zu erinnern versucht. Erst dann habe ich zu lesen begonnen.

Gerd Wolfgang Sievers stellt zunächst die Landschaften in Osttirol vor: das Virgental und die Hohen Tauern, das Defreggental, die Landschaft um die Marktgemeinde Matrei, die 1000 Meter über dem Meeresspiegel liegt, das Lesachtal, das Hochpustertal und Lienz mit seiner schönen Umgebung. Lienz, die Perle der Dolomiten, ist eine schöne, lebendige, gepflegte Stadt, deren Bergpanorama ihr etwas Pittoreskes schenkt.

Der Autor skizziert kurz den Nationalpark Hohe Tauern, der mit einer Fläche von 1834 Quadratkilometern zu den größten Nationalparks Europas zählt. Auch Schloss Bruck lässt er nicht unerwähnt, die alte Residenzburg der Görzer Grafen, die heute eine Gemäldesammlung der beiden Maler Franz Defregger und Albin Egger-Lienz beherbergt.

Im Anschluss daran werden traditionelle Osttiroler Rezepte vorgestellt. Diese sind untergliedert in: Suppen und Eintöpfe, Nudel, Knödel, Mües und Plente, Hauptspeisen und Süßes. Die Rezepte sind alle gut erklärt und wirklich betont einfach zuzubereiten. Die tradionellen Gerichte der Region sind ziemlich kalorienhaltig, Kost für Menschen, die sich in den Bergen bewegen und nicht den Tag auf dem Bürosessel zubringen.

In der Folge lernt man kulinarische Spezialitäten näher kennen, wie etwa das "Osttiroler Berglamm", das mit seinem "sensationellen, feinst marmorierten Fleisch den Gaumen verzücken" soll, so der Autor. Die Lammgerichte sind alle interessant gewürzt, mit vielen Kräutern, nicht zuletzt mit aromatischer Bergminze, viel Knoblauch und anderen delikaten Zutaten.

Graukäse war mir bislang nicht bekannt. Es handelt sich um eine typische Tiroler Spezialität, die man schmackhaft in Suppen und Salaten einbinden kann.

Sievers stellt zudem einige gute Restaurants und Hotels vor und zeigt anhand von Rezepten deren jeweiliges Kochniveau. Für Personen, die in der Region Ferien machen möchten, sind diese Infos natürlich Gold wert. Das schönst Hotel ist m.E. das "Grandhotel Lienz", das am 30.4.2009 eröffnet wurde und das das erste 5- Sterne-Hotel in der Region ist. Das Rezept aus der Küche "Fasan im Honigsaftl mit Kastanienpofesen und Chicorée" klingt verlockend und dokumentiert, dass der Chefkoch Christian Flaschberger ein Könner ist. Sein Ziel ist es übrigens, die Produkte, Farben und Aromen de gebietes vom Karwendel bis zur Adria, von Friaul-Julisch-Venetien bis in das Engadin voll zur Geltung zu bringen.

Vorgestellt werden auch Jausestationen auf Almen sowie in Berghütten und Rezepte von dort. Hier hat mir das "Wildfleisch auf Osttiroler Art" sehr gut gefallen.

Das Buch ist empfehlenswert für Menschen, die interessiert sind an den kulinarischen Besonderheiten der fokussierten Region und um sich einen ersten Überblick über das Sehenswerte und die Gastronomie in Osttirol zu verschaffen.

Rezensionen: Voodoo Food: Magie der afrikanischen Küche (Gebundene Ausgabe)

Dr. Dodo Liadé stammt von der Elfenbeinküste. Der promovierte Politologe hat gemeinsam mit Zsuzsanna Ilijin , -sie hat visuelle Kommunikation in Stuttgart studiert- dieses bemerkenswerte Kochbuch auf den Weg gebracht.

Fokussiert wird die Küche von Abidjan nach Sansibar. Dabei unterstreicht Liadé dass es keine einheitliche afrikanische Küche gibt. Stattdessen kann man Afrika kulinarisch grob in vier Regionen untergliedern. Zur arabisch beeinflussten Küche zählen die Länder nördlich der Sahara, also Marokko, Algerien und Tunesien.

Ferner gibt es die äthiopische Küche, dazu gehört auch Eritrea, die südafrikanische Küche der Republik am Kap sowie die schwarzafrikanische Küche der Staaten West-, Zentral- und Ostafrikas.(vgl: S. 12)

Gemeinsam ist allen Regionen eine Neigung für Wurzelgemüse, Getreide und Fisch. Rohkost ist unüblich. Gemüse wird fast immer gekocht, geröstet, gebraten oder gegrillt, wie der Autor festhält.

Bevor man sich dem Rezeptteil widmet, sollte man sich zunächst mit den reichhaltigen Infos über Gewürze und Gewürzmischungen von voodoofood befassen.

Die einzelnen Gewürze werden sehr gut erläutert. Mohrenpfeffer kannte ich bislang noch nicht. In Afrika wird dieser Pfeffer auch "wilder Pfeffer" genannt. Er wächst in Guinea, Nigeria, Ghana, Togo, an der Elfenbeinküste und im Seneggal. Man nutzt den Pfeffer im Senegal für die Zubereitung eines Kaffeegetränkes.

Die Zutaten folgender Gewürzmischungen werden genau aufgelistet: Bebere, Charmé du Café, Gemüse Curry, Grüner Curry, Harrissa Tuareg, Kinder Curry, Grüner Curry, Lustgewürz, Milder Curry, Roter Curry, Matata, Zansibar Curry und Ingwerpaste.

Die meisten Gewürzmischungen enthalten Kreuzkümmel, Kardamom, Pfeffer, Koriander. Dennoch ist der Geschmack höchst verschieden, weil jede Mischung indiviuelle Würznoten enthält, mal durch Muskatnuss, mal durch Anis, mal durch Piment und Limonengras etc. bedingt. "Zanzibar Curry" wird beispielsweise aus Anis, Cayennepfeffer, Chili,Ingwer, Knoblauch, Nelken, Pfeffer rot, Pfeffer schwarz und Pfefferminze gemixt. Alle anderen Gewürzmischungen enthalten ebenfalls zumeist mehr als sieben Gewürze.

Die Rezepte sind eingeteilt in: Suppen, Beilagen, Vegetarische Gerichte, Fisch, Geflügel, Fleisch, Desserts und Getränke. Die einzelnen Rezepte sind gut untergliedert und werden bestens erklärt. Hin und wieder erhält man noch Sonderinfos - kulinarisches Insiderwissen- von Dr. Liadé und wird stets darüber aufgeklärt, woher die Gerichte stammen.

Damit Sie einen Eindruck davon erhalten, um welche insgesamt 60 Speisen es sich handelt, habe ich einige Gerichte hervorgehoben. Diese können Sie einer erweiterten Rezension auf meinem Rezensions-Blog entnehmen.

Ein außergewöhnliches Kochbuch.

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Rezension:American Bar. The Artistry of Mixing Drinks (Gebundene Ausgabe)

Die guten Rezepte eines schönen Mannes.,
Bei dieser Hitze (35 Grad plus in Frankfurt) fällt das Lesen und Rezensieren nicht leicht. Ich habe mich die letzten Tage deshalb mit kurzweiliger Lektüre befasst, u.a. mit dem vorliegenden wunderbaren Buch von Charles Schumann.

Die legendäre Bar "Schumann s" habe ich im München vor einigen Jahren ein paar Mal besucht, dort leckere Drinks probiert und die Atmosphäre sowie den Besitzer Charles Schumann in guter Erinnerung behalten. Charles Schumann ist wirklich schöner Mann. In diesem Punkt teile ich die Meinung mit Elke Heidenreich.

Das Buch enthält eine Fülle von Rezepten für Drinks und Cocktails, die nach Buchstaben geordnet sind. Die Rezepte sind alle gut nachvollziehbar erklärt. Untergliedert sind sie in: Aperitifs, Brandy-Drinks, Chahaca-Drinks, Campari-Drinks, Campari-Drinks, Champagner-Drinks, Classic-Drinks, Cofee-Drinks, Coladas, Collinses, Daiquiris, Degistifs, Eggnogs, Fizzes, Flips, Gin-Drinks, Hangover und Corpse Reviver Cocktails, Highballs, Hot Drinks, Juleps, Low-Alkohol Drinks, Martini-Cocktails und Variationen, No Alcohol Drinks, Rum-Drinks Sours, Tequila-Drinks, 24 -Hour Drinks, Whisky- und Whisky-Drinks sowie Wodka-Drinks.

Im Anschluss daran werden Cocktail- und Drinkgruppen näher vorgestellt, so etwa Champagner-Cocktails. Man erfährt des Weiteren Näheres über Destillate aus Wein, wie etwa Cognac bzw. Armagnac, Destillate aus Pflanzen, wie etwa Tequila und Mezcal. Liköre werden thematisiert, auch versetzte Weine, wie Port.

Wie man Cocktails rührt, welche Ausstattung in eine Bar gehört weiß man nach dieser Lektüre auch und kennt sogar die wichtigsten internationalen Fachausdrücke an der Bar.

Schumann informiert auf den letzten Seiten sehr spannend über Ausbildung und Weiterbildung des Berufs eines Barmanns, über den Umgang mit Gästen und über seine eigene Laufbahn als Barkeeper.

Ich erlaube mir zu Ende der Rezension das Rezept für ein erfrischendes Sommergetränk zu nennen:
"Monte Carlo Imperial"
1- 2 cl Zitronensaft
1 cl Crème de Menthe (weiß)
2 cl Gin
Champagner

"Im Shaker auf Eiswürfeln kräftig schütteln, im Champagnerkelch abseihen, mit Champagner auffüllen." Zitat: Seite 141

Ein tolles, sehr handliches Buch für Menschen, deren Leben nicht nur aus Theorie besteht.

Rezension:Kräuter - Kressen - Sprossen: Warenkunde, Reportagen und Rezepte von Spitzenköchen (Gebundene Ausgabe)

 Dieses Buch hat der renommierte Food- Fotograf Thomas Ruhl auf den Weg gebracht. Es beinhaltet umfangreiche Sachinformationen, Reportagen und Rezepte von Spitzenköchen zu Kräutern, Kressen sowie Sprossen und wartet mit einer Fülle traumhafter Food-Fotos auf.

Bei den Spitzenköchen handelt es sich um: Michael Hoffmann, Jean-Marie Dumaine, Kevin Dundon, Dick Soek, Chantel Megelmoes, Heiko Antoniewicz, Nils Henkel, Joachim Wissler, Cornelia Poletto, Volker Drkosch, Massimo Butturo und Alain Passard.

Zu Beginn wird man gleich über die Inhaltsstoffe von Kräutern aufgeklärt, die für deren Aromen und Wirkung ursächlich sind und erfährt alles über deren jeweilge Wirkung. Zur Sprache kommen: Flavonoide, Glucosinolate, Phenolsäuren, Phytoöstrogene, Phytoterine, Protease-Inhibitatoren, Saponine, Sulfide, Terpene.

Gut erklärt wird daraufhin wie man einen Kräutergarten anlegt. Anschließend kann man sich zum Thema Ernte, Lagerung, Trocknen, Einfrieren und Kochen mit Kräutern kundig machen.

Ruhl berichtet u.a. vom "Gut Boltenhagen" in Süderholz in Mecklenburg-Vorpommern. Dort betreiben Ralf Hiener und Olaf Schelle gemeinsam den Gartenbetrieb "Essbare Landschaften", in dem edle Wildkräuter anbaut werden. Man erfährt Näheres zur Biographie der beiden Kräuterenthusiasten, bevor man eine Fülle von Kräutern, Kressen und Sprossen sowohl optisch als auch im Rahmen ausführlicher Beschreibungen kennenlernt. Obschon dies nicht mein erstes Kräuterkochbuch ist, das ich gelesen habe, sind mir hier viele Wildkräuter begegnet, die ich bislang nicht bewusst wahrgenommen habe. Das "Franzosenkraut", die "Vogelmiere" und den "Giersch" habe ich durch einen Freund im vorletzten Jahr schon kennen gelernt . Wie breitgefächert der gesundheitliche Nutzen ist, hat mir die Lektüre dieses Buches nachhaltig verdeutlicht. Essbare Blüten werden übrigens auch beschrieben. Dass man Gewürz-Tagetes konsumieren kann, sagt bereits der Name, dass Eisbegonien in pikanten Salaten eine interessante säuerlich-frische Note besteuern, ist gewiss nicht jedem bekannt.

Die Köche werden mittels kurzweilig zu lesender Reportagen vorgestellt, hauptsächlich allerdings durch die Rezepte, mit denen sie den Leser erfreuen. Bevor ich mich zu den Rezepten näher äußere, möchte ich nochmals auf die wirklich umfangreiche Warenkunde zu sprechen kommen: Man kann die detaillierte Beschreibung der Pflanzen nicht genug loben. Das gilt für die Eberraute ebenso wie für Sternjasmin, die römische Kamille, die Ananasminze, die Goldmelisse und viele Dutzend anderer Kräuter mehr. Beeindruckend.

Auch die vielen Informationen zu Sprossen sind lesenswert. Dass Keimgemüse als Babypflanze eine höhere Konzentration an Proteinen, Mineralien, Enzymen, Rebonukleinsäure, DNA, Bioflavonide, T-Zellen etc. enthalten als das " erwachsenen" Gemüse, sollte man wissen und seine Schlüsse daraus ziehen. Neben Alfafa, Koriandersprossen sowie Erbsenspargel-Sprossen gibt es eine Vielzahl anderer Keime, die nicht zuletzt Chantel Mengelmoes sehr kreativ in ihre sehr delikaten Gerichte integriert.

Hätte man mich vor der Lektüre gefragt, was man unter eine "Venus Vase" zu verstehen hat, hätte ich vermutlich eine vage Fantasieantwort gegeben. Jetzt weiß ich nicht nur, dass diese Pflanze aus dem Tropischen Regenwald kommt und zu den Kannenpflanzen gehört, sondern auch, dass man sie als Gefäß aus der Natur für Cocktails verwenden kann. Eine hübsche Idee.

Die Rezepte sind alle sehr gut erklärt aber nicht ganz einfach nachkochbar, selbst dann nicht, wenn man einen Kräutergarten besitzt oder einen guten Wochenmarkt in seiner Nähe weiß. Das abgeforderte Zubereitungsniveau erfordert eine gewisse Erfahrung.

Sehr delikat ist Michael Hoffmanns "Kabeljau mit Taschenkrebsen und Meerrettich, Salat von der Vogelmiere und Babarakresse mit Herzmuscheln, Sauce Kardinal und Meerrettich -Brioche". Relativ einfach lässt sich Jean Marie Dumaines "Lachs gebraten mit Fenchel, Sauerampfer-Gazpacho und Vogelbeeren" nachkochen.

Besonders gut gefallen hat mir das Gericht Kevin Dundons "Sautierte Irische Jakobsmuscheln auf Erbsenpüree mit rosa Grapefruitschaum und Gemüsesprossen", das sich als recht unkompliziert in der Zubereitung erwiesen hat, im Gegensatz zu Nils Henkels "Savarin von Schnecken und Kalbsbries, Wildkräutersalat , Vinaigrette von Joselito-Schinken". Nils Henkel, der zu den besten 40 Köchen weltweit zählt, zeigt mit diesem und den Folgegerichten eine Form von Subtilität, die mir allerhöchsten Respekt abfordert. Auch alle anderen genannten Köche zeigen wie gut sie mit den Kräutern, Kressen und Sprossen umgehen können.

Ein gelungenes, hochinformatives Buch, das in keiner wohl sortierten, guten Kochbuchsammlung fehlen sollte.





Rezension:Kleines Lexikon der Wein-Irrtümer (Gebundene Ausgabe)

 Der Sommelier Frank Kämmer räumt in diesem Buch mit unzähligen Wein-Irrtümern auf. Dass Weine im Alter besser werden und in der Jugend nur dann gut sind, wenn sie heftig und dauernd von der Sonne bestrahlt worden sind ,scheinen Gerüchte zu sein. Unhaltbar ist der Glaube, dass Rotwein generell älter wird als Weißwein. Frank Kämmer macht den Leser mit mancherlei biochemischem Hintergrundswissen vertraut . Er beweist, das derjenige sich irrt, der behauptet böse Winzer schütten Zucker in den Most und verdeutlicht in diesem Zusammenhang , was man unter dem Begriff "Chaptalisation" zu verstehen hat.

Er räumt mit dem Vorurteil auf, dass Champagner immer leckerer schmeckt als Sekt und verweist in der Folge auf hochkultivierte Winzersekte, die im Vergleich zum derzeit vielgelobten Aldi-Champagner bei Verkostungen nicht grundlos besser abschneiden. Salz löst, entgegen anderer Behauptungen, keine Rotweinflecken und deutsche Weine sind durchaus nicht sauer. Kämmer erklärt die Harmonie zwischen Speis und Trank und räumt auch hier mit wilden Vorurteilen und Fehlannahmen auf.

Die Öchslegrade sind ein Thema für den Autor und er zerpflückt die These , dass nur Billigweine einen Schraubverschluss haben. Wer glaubt, dass auf fruchtbaren Böden die besten Weine gedeihen, irrt ebenso, wie derjenige der behauptet ein Hochgewächs wachse nur in Höhenlagen. Auch irrt, wer glaubt, dass man zu Käse nur Rotwein trinken kann. Lassen wir den Sommelier zu Wort kommen: " Einige Käsesorten haben sich sogar als ausgeprochene "Rotweinkiller" erwiesen - eine Tatsache, die sicher jeder bestätigen wird, der zum Beispiel einmal einen reifen elsässischen Münster mit einem Rotwein kombiniert hat. Das hinterlässt nämlich einen geradezu widerlich, bitteren Nachgeschmack nach schlecht gelüftetem Kuhstall auf der Zunge."

Wie man sieht, schreibt der Autor sehr plastisch und unverkünstelt, so dass jeder Weintrinker, sofern ihn nicht charakterbedingte Ignoranz und Renitenz daran hindern, leicht seine bisherigen Vorurteile und Meinungen zum Thema Wein revidieren kann. "Dazulernen" heisst das Motto und nicht "den Kopf in den Sand stecken"!
Interessant und kurzweilig zu lesen.
Die Öchslegrade sind ein Thema für den Autor und er zerpflückt die These , dass nur Billigweine einen Schraubverschluss haben. Wer glaubt, dass auf fruchtbaren Böden die besten Weine gedeihen, irrt ebenso, wie derjenige der behauptet ein Hochgewächs wachse nur in Höhenlagen. Auch irrt, wer glaubt, dass man zu Käse nur Rotwein trinken kann. Lassen wir den Sommelier zu Wort kommen: " Einige Käsesorten haben sich sogar als ausgeprochene "Rotweinkiller" erwiesen - eine Tatsache, die sicher jeder bestätigen wird, der zum Beispiel einmal einen reifen elsässischen Münster mit einem Rotwein kombiniert hat. Das hinterlässt nämlich einen geradezu widerlich, bitteren Nachgeschmack nach schlecht gelüftetem Kuhstall auf der Zunge."

Wie man sieht, schreibt der Autor sehr plastisch und unverkünstelt, so dass jeder Weintrinker, sofern ihn nicht charakterbedingte Ignoranz und Renitenz daran hindern, leicht seine bisherigen Vorurteile und Meinungen zum Thema Wein revidieren kann. "Dazulernen" heisst das Motto und nicht "den Kopf in den Sand stecken"!
Interessant und kurzweilig zu lesen!


 

Rezension:Picknick: Fein und leicht serviert (Broschiert)

Eine Flasche Champagner und ein paar Mini-Sandwichs im Picknick-Korb versprechen einen gelungenen Sonntagnachmittag,

Lange dauert es nicht mehr bis es draußen warm genug ist, um einen Imbiss im Kreise seiner Lieben am Wochenende unter einem Baum, an einem Bachlauf, an einem See oder einfach nur im Garten zu sich zu nehmen, um in heiterer Runde ein schönes Picknick zu genießen.150 Rezepte für diesen Anlass werden im vorliegenden Buch vorgestellt. Viele der Rezepte eignen sich auch für Cocktailpartys, Geburtsfeste und Partys, die nicht im Freien stattfinden. Die meisten Speisen kann man leicht in die Hand nehmen. Sie benötigen keine aufwendige Präsentation, um appetitanregend auszusehen und lassen sich gut vorbereiten.

Untergliedert sind die Rezepte in: "Fingerfood", "Gabelhappen", "Handliche Hauptgerichte" sowie "Süsses und Getränke".Bei der Fingerfood gefallen mir besonders die "Blätterteigzöpfe mit getrockneten Tomaten", die man innerhalb von 25 Minuten Vorbereitungs- und Backzeit servieren kann und die bei einem spontanen Umtrunk auf der Terrasse oder im Garten ein idealer Weinbegleiter sind. Sehr gut für einen Sektempfang im Garten eigenen sich "Blätterteigtaschen mit Räucherforelle". Die winzigen Blätterteigtaschen sind mit einer Frischkäsecreme gefüllt, die neben Frühlingszwiebeln, auch Dill und Kapern enthalten.Für Gartenpartys kommen u.a. der "Thai-Rindfleischsalat in Gurkenbechern", die " Mini-Quiche-Lorrains " und " Mini-Scones mit Schinken, Lauch und Portweinfeigen" in Frage.

Zu einem unkomplizierten Picknick am Bachlauf unter einer Trauerweide nach einer Radtour empfehlen sich "Mini-Sandwiches mit Pute und Brie" oder "Pan Bagnat". Diese Baguettestücke sind mit Zutaten gefüllt, die an jene des berühmten "Nizza-Salats" erinnern.Gabelhappen, auch nette handliche Hauptgerichte eignen sich für aufwendigere Picknicks, auch als Speisen für ein nettes Zusammensein mit der Familie , Freunden oder Bekannten. Die Speisen sind sommerlich-leicht und erfreuen durch ihre Farben.

Hervorheben möchte ist den "Antipastisalat" mit getrockneten Tomaten, Oliven, Auberginen, Artischocken und Paprika und den delikaten "Garnelen-Papaya-Salat mit Limettendressing". Das Dressing enthält u.a. Ingwer und etwas Zucker und verleiht den Ingredienzien den letzten Kick. Sehr gut auch ist der "Hühnchensalat mit Gemüse". Koriandergrün, Honig und süße Chilisauce lassen diesen Salat fernöstlich daherkommen.

Wirklich edel erscheint der "Thunfisch-Nudel-Salat mit grünen Bohnen". Der Thunfisch wird vorab vorsichtig sautiert und behutsam in den Salat untergehoben, damit er nicht zerbröckelt. Exzellent mundet der "Gemischte Meeresfrüchtesalat". In ihm vermählen sich Garnelen, Flusskrebse und Jakobsmuscheln, festes weißes Fischfilet in einer umwerfend gut schmeckenden Vinaigrette.

Begeistert haben mich die schönen Bruschetta und Crostini-Rezepte, die ich diesen Sommer sicher häufiger nutzen werde. "Bruschetta mit Spinat-Käse-Roulade " , "Crostini mit Paprika-Roulade" aber auch die "Olivenkekse mit Tomaten-Feta-Salsa " sind wunderbare, schnell zubereitete Happen zu einem Glas Wein.
Die Highlihgts im Buch sind die "Jakobsmuschelspieße mit Kräutern" , die " Rosmarin-Thunfischspieße", die "Garnelen-Spieße mit Chili" und "Knoblauch- Lamm -Spieße". Diese Spieße gart man auf einem Ofengrill oder einer Grillplatte.

Bei den Süßspeisen bin ich von den "Erdbeeren in Schokolode" sehr angetan, nicht zuletzt, weil meine Mutter sie mir als Kind im Sommer stets zubereitet hat und der Konfekt hier im Rezept eine Besonderheit enthält, der eine feine Gaumenfreude verspricht. Die "Asiatische Fruchtplatte" ist ein schöner Abschluss für ein sommerliches Picknick. Wer möchte kann hinterher "Sangria" trinken. Ein Rezept dazu findet sich am Ende des Buches. Gin und Wodka sorgen neben Rotwein im Getränk dafür, dass man sich anschließend besser erst einmal in die Hängematte begibt.


 

Rezension: Das große Buch der Tomaten

Wissen Sie wie die "Purpurkalebasse" aussieht und vor allem wie sie schmeckt?,
Dies ist mein drittes Tomatenbuch, das ich rezensiere. Es unterscheidet sich maßgeblich von den vorangegangen, weil es den Schwerpunkt nicht auf Rezepte legt, sondern auf Sortenporträts.

Zunächst erfährt man allerdings Wissenswertes zur Geschichte und Botanik, liest über die vegetativen Merkmale und erfreut sich der schönen Fotos von Markus Dlouhy und Andreas Sprecher(Autor des Buches), die die Tomatenvielfalt sehr appetitanregend visualisieren. Dass die Tomate aus den nördlichen Anden stammt, weiß der ein oder andere gewiss bereits, auch dass Christoph Kolumbus sie 1496 mit nach Europa brachte.

Was mir unbekannt war bislang ist, dass Joseph Pitton de Tournefort erstmals den Namen Lycopersicon verwandte und der Siegeszug der Tomate in die europäische Küche 1692 begann, nachdem Antonio Latini das erste Tomatenrezept publizierte.

In der Folge lernt man die vielen Vital- und Inhaltsstoffe der Tomate kennen und wird über das Lycopin , ein sekundärer Pflanzenstoff, gut informiert, der in den Tomaten den roten Farbstoff bildet. Er besitzt ausgeprägte antioxidative Eigenschaften und bekämpft freie Radikale. Der Lycopinanteil ist bei verarbeiteteten und erhitzten Tomatenprodukten höher, weil Lycopin hohe Temperaturen benötigt, um vollständig aufgeschlossen zu werden.

Man lernt Fleischtomaten, Rundtomaten, Ochsenherztomaten, Kirschtomaten und Flaschentomaten und deren Beschaffenheit kennen, erfährt, was man von frühen, mittlelfrühen und späten Sorten zu halten hat, bevor man erklärt bekommt, wie aus Tomatensamen Tomaten werden. Die Schädlinge werden aufgelistet und auch die Schäden, die diese verursachen. Ferner wir der Pilz- Bakterien- und Virenbefall an der Pflanze thematisiert und darüber hinaus über Nährstoffprobleme und Krautfäule gesprochen.

Ab Seite 74 bis Seite 166 kann man sich in Sortenportäts vertiefen und dabei in Erfahrung bringen, welche Farbe, welchen Habitus, welche Eigenschaften und Reifezeit die jeweilige Tomatensorte hat. Auch erfährt man, woher die einzelnen Sorten kommen. Jede Sorte ist abgelichtet.

Besonders interessant finde ich die "Ananas noire", eine Neuzüchtung, bei der alles stimmen soll vom Aroma bis zum Stielansatz. Diese Tomate macht micht neugierig. Lecker scheint auch die "Berner Rose" und die "Crimson" zu sein. Gerne würde ich die "Green Moldovan" probieren, die einen tropischen Geschmack besitzen soll.

Ich ahnte nicht, wieviel Fleischtomatensorten es gibt. Hier überzeugt mich am meisten die "Tlacolula", die aus Mexiko kommt und die ein gutes Süß-Säure-Verhältnis hat. Herz- und Rundtomaten sehen nicht nur schön aus, sondern schmecken aus vorzüglich. Dies scheint im besonderen Maße für die "Brown Flesh" zuzutreffen". Bei den Flaschen- und Kirschtomaten gibt es auch viele bemerkenswerte Sorten. Ich staune noch immer über die breite Palette an Möglichkeiten. Die Aromen der einzelnen Sorten sind so verschieden, dass es wirklich sinnvoll ist, sich ausgiebig mit den Porträts zu befassen, bevor man Tomaten anbaut.

Die Rezepte im Anschluss sind untergliedert in: Kalte Saucen, warme Saucen, Dies und Das, Suppen und Häppchen. Alle Rezepte sind sehr gut gegliedert und bestens nachvollziehbar beschrieben. Damit Sie lesen können, was ich damit konkret meine, habe ich auf meinem Rezensionsblog unterhalb der Rezension das Rezept für die "Klassische Tomatensauce" zitiert.
Dies ist mein drittes Tomatenbuch, das ich rezensiere. Es unterscheidet sich maßgeblich von den vorangegangen, weil es den Schwerpunkt nicht auf Rezepte legt, sondern auf Sortenporträts.

Zunächst erfährt man allerdings Wissenswertes zur Geschichte und Botanik, liest über die vegetativen Merkmale und erfreut sich der schönen Fotos von Markus Dlouhy und Andreas Sprecher(Autor des Buches), die die Tomatenvielfalt sehr appetitanregend visualisieren. Dass die Tomate aus den nördlichen Anden stammt, weiß der ein oder andere gewiss bereits, auch dass Christoph Kolumbus sie 1496 mit nach Europa brachte.

Was mir unbekannt war bislang ist, dass Joseph Pitton de Tournefort erstmals den Namen Lycopersicon verwandte und der Siegeszug der Tomate in die europäische Küche 1692 begann, nachdem Antonio Latini das erste Tomatenrezept publizierte.

In der Folge lernt man die vielen Vital- und Inhaltsstoffe der Tomate kennen und wird über das Lycopin , ein sekundärer Pflanzenstoff, gut informiert, der in den Tomaten den roten Farbstoff bildet. Er besitzt ausgeprägte antioxidative Eigenschaften und bekämpft freie Radikale. Der Lycopinanteil ist bei verarbeiteteten und erhitzten Tomatenprodukten höher, weil Lycopin hohe Temperaturen benötigt, um vollständig aufgeschlossen zu werden.

Man lernt Fleischtomaten, Rundtomaten, Ochsenherztomaten, Kirschtomaten und Flaschentomaten und deren Beschaffenheit kennen, erfährt, was man von frühen, mittlelfrühen und späten Sorten zu halten hat, bevor man erklärt bekommt, wie aus Tomatensamen Tomaten werden. Die Schädlinge werden aufgelistet und auch die Schäden, die diese verursachen. Ferner wir der Pilz- Bakterien- und Virenbefall an der Pflanze thematisiert und darüber hinaus über Nährstoffprobleme und Krautfäule gesprochen.

Ab Seite 74 bis Seite 166 kann man sich in Sortenportäts vertiefen und dabei in Erfahrung bringen, welche Farbe, welchen Habitus, welche Eigenschaften und Reifezeit die jeweilige Tomatensorte hat. Auch erfährt man, woher die einzelnen Sorten kommen. Jede Sorte ist abgelichtet.

Besonders interessant finde ich die "Ananas noire", eine Neuzüchtung, bei der alles stimmen soll vom Aroma bis zum Stielansatz. Diese Tomate macht micht neugierig. Lecker scheint auch die "Berner Rose" und die "Crimson" zu sein. Gerne würde ich die "Green Moldovan" probieren, die einen tropischen Geschmack besitzen soll.

Ich ahnte nicht, wieviel Fleischtomatensorten es gibt. Hier überzeugt mich am meisten die "Tlacolula", die aus Mexiko kommt und die ein gutes Süß-Säure-Verhältnis hat. Herz- und Rundtomaten sehen nicht nur schön aus, sondern schmecken aus vorzüglich. Dies scheint im besonderen Maße für die "Brown Flesh" zuzutreffen". Bei den Flaschen- und Kirschtomaten gibt es auch viele bemerkenswerte Sorten. Ich staune noch immer über die breite Palette an Möglichkeiten. Die Aromen der einzelnen Sorten sind so verschieden, dass es wirklich sinnvoll ist, sich ausgiebig mit den Porträts zu befassen, bevor man Tomaten anbaut.

Die Rezepte im Anschluss sind untergliedert in: Kalte Saucen, warme Saucen, Dies und Das, Suppen und Häppchen. Alle Rezepte sind sehr gut gegliedert und bestens nachvollziehbar beschrieben. Damit Sie lesen können, was ich damit konkret meine, habe ich auf meinem Rezensionsblog unterhalb der Rezension das Rezept für die "Klassische Tomatensauce" zitiert.

Rezension:Tomate (Gebundene Ausgabe)

Wie bereitet man "Salsa aus gerösteten Tomaten und Chipotle-Chili" zu?,
 
Gabriele Halper hat hat gemeinsam mit Luzia Ellert und Elisabeth Ruckser dieses hochwertige Tomaten-Kochbuch kreiert.

Die insgesamt 130 Rezepte sind untergliedert in die Rubriken:

Im Glas

Kalte Sommergerichte

Warme Sommergerichte

Aus dem Glas

In den mehrseitigen einleitenden Worten zum Buch erfährt man eine Menge Warenkundliches über diese Frucht, die die Azteken "Tomatl" nannten und die in den östlichen Regionen Österreichs mit dem Begriff "Paradeiser" bezeichnet wird. Nach Europa gelangte die Tomate im Jahre 1523 und wurde im 16. Jahrhundert bereits rund um Neapel angebaut.

Thematisiert wird, weshalb die Tomate so gesund ist. Sie enthält viele Vitamine, Mineralstoffe, Fruchtsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe, die näher bezeichnet werden und sie enthält "Lycopin". Dieser Stoff ist primär daran beteiligt, Körperzellen vor aggressiven freien Radikalen zu schützen. Zudem schützt er vor starkem Sonnenlicht, Arteriosklerose und kräftigt das Immunsystem. Weil Lycopin durch Erhitzen nicht zerstört wird, ballt es sich sogar in Tomatensaft, -pürree und Ketchup. Das Tyramin in der Tomate hebt den Blutzuckerspiegel und sorgt für positive Stimmung.

Man liest Wissenswertes über das Saatgut und den Anbau von Tomaten und wie man dieses selbst züchten kann. Allerdings möchte ich an dieser Stelle Saatgut von Amazon empfehlen, mit dem ich selbst gute Erfahrungen gesammelt habe.

Von den Rezepten unter dem Oberbegriff "Ins Glas" möchte ich "Eingelegte Steinpilz -Tomaten" hervorheben. Es handelt sich hierbei um ein exzellentes Antipasto, das man auch leicht erwärmen und am besten mit frischem Weißbrot reichen sollte.Die Rosmarienzweige ergänzen sich gut mit dem Geschmack der Steinpilze und "Mini-Ovalis".

Sehr lecker auch sind die "Grünen Tomaten in Pfeffersud". Diese Beilage passt bestens zu gebratenem Rind- oder Lammfleisch, allerdings auch zu würzigem Ziegenkäse. Im Rezept spielen neben den grünen Tomaten auch Sechuanpfeffer, Zimstangen Gewürznelken und Ingwerwurzeln eine nicht unwesentliche Rolle. Von den Tomatensaucen im Glas gefällt mir die Tomatensauce "Santorini" mit Aranzini am besten. Sie eignet sich zu Pasta, Lamm und Geflügel und erhält durch das Orangeat und den Orangensaft eine sommerlich-fruchtige Note.

Besonders gut gefallen hat mir das "Auberginen-Tomaten-Püree mit gebratenem Knoblauch", die sich als Pasta -Sauce eignet, allerdings auch als Begleiter für weichen Käse. Interessant finde ich das "Tomaten-Boskop-Chutney", - hier sollte man den Ingwer nicht vergessen- und das " Fünf-Gewürze-Tomatenketchup", das geschmacklich alles übertrifft, was gemeinhin als Ketchup in Supermärkten angeboten wird. Die "Tomatenmarmelade mit Anis und Fenchel" schmeckt lecker zu Wild aber auch zu Käse und das " Zwiebel-Tomaten-Relish" ist eine ideale Beilage zu kaltem Fleisch.

Wunderbar sind die Rezepte für kalte Sommergerichte. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle "Geeiste Tomatensuppe mit Granatapfel und Ziegenkäse-Wan-Tan" aber auch die "Tomaten-Petit- Fours", die mit zweierlei Käsecremes gefüllt werden. Dass man der Ziegenfrischkäsecreme Minzeblättchen hinzufügt, finde ich sehr originell. Delikate kalte Sommergerichte sind das "Thunfisch-Tomaten-Carpaccio mit Sesamcreme" und der "Steirische Rindfleischsalat mit Bohnen, Tomaten und Kernöl". Für ganz heiße Tage eignet sich als kleiner Imbiss das "Himbeer-Tomaten-Sorbet mit Karamellstangen". Eine "Bowle von gelben Kirschtomaten mit Orangen und Ingwer" ist eine schöne Alternative zu den üblichen Sommebowlen, die jeder kennt.

Weitere Gerichte können Sie meinem Rezensionsblog entnehmen. Die Rezepte werden natürlich auch dort nicht verraten.

Alle Rezepte sind sehr gut strukturiert und lassen sich problemlos nachkochen.

Lobend erwähnen möchte ich die fast schon künstlerischen Food-Fotos. Sie sind überaus appetitanregend und motivieren zum kreativen Tun am heimischen Herd.




Rezension: VIEATNAM. Das vietnamesische Kochbuch. Geschichten und Rezepte von Luke Nguyen (Gebundene Ausgabe)

Der Autor dieses hochinteressanten Buches ist der 1978 geborene Luke Nguyen. Er ist Kind vietnamesischer Eltern. Nguyen lebt als Koch in Australien und betreibt dort in Sydney gemeinsam mit seiner Schwester das mehrfach ausgezeichnete "Red Lantern". Nguyens "VIEATNAM" enthält spannende Reisegeschichten und viele raffinierte Rezepte aus der Heimat seiner Vorfahren. Das hochwertige Buch ist reich bebildert.

Luke Nguyen berichtet zunächst von Sa Pa, im Nordwesten von Vietnam. Der Koch fügt bei seinen Rezepten, die er den jeweilig besuchten Regionen kulinarisch zuordnet, immer wieder warenkundliche Informationen bei. Das liest sich dann beispielsweise, wie folgt: "Eines Tages saßen Suze und ich an einem Stand auf dem Markt von Sa Pa. Die Leute am Tisch neben uns hatten uns gebeten, uns zu ihnen zu setzen. Es waren Einheimische aus Hanoi. Sie aßen tratitionelle Gerichte aus Sa Pa. Eines dieser Gerichte war im Wok zubereitetes Rind mit einem seltsamen hellgrünen Gemüse: Kohlrabi.

Kohlrabi gehört zur gleichen Familie wie Kohl und Brokkoli. Nach meiner Rückkehr nach Sydney ging ich auf den Markt und fand dort eine wunderbare violette Sorte. Ich habe einige Gerichte damit zubereitet und meinen Eltern vorgesetzt. Sie hatten Kohlrabi noch nie gegessen, waren aber begeistert" (Zitat. S. 29).

Die Rezepte im Buch sind alle sehr gut erklärt. Die Zutaten kann man in jedem Asia-Laden kaufen. Die Gerichte sind alle aromenreich gewürzt und beinhalten viele gesundheitsfördernde Zutaten. Hühnerschenkel bereitet man in Vietnam offenbar gerne zu, weil sie preiswert sind und sich bestens zum Grillen und Braten eignen. Geröstete Sesamsaat und Korianderblätter spielen beim Garnieren des "Pfannengerührten Ingwerhuhns" eine wichtige Rolle.

Luke Nguyen berichtet auch von seinen Aufenthalten in Hanoi, Quy Nhon, Nha Trang, Hue, Saigon und dem Mekong-Delta. In Hanoi ist Hundefleisch eine Spezialität. Es soll überall in der Stadt Restaurants geben, die sich auf Hund spezialisiert haben. Für uns Mitteleuropäer ist dies freilich gewöhnungsbedürftig. Rezepte mit Hundefleisch sind im Buch allerdings nicht enthalten. Dafür jedoch eine wunderbare "Reisnudelsuppe mit Schweinefleisch auf Hanoi-Art", auch so genannte "Knusprige Päckchen nach Hanoi-Art", die gemeinsam mit einer Fischsauce serviert werden und sehr delikat schmecken.

Im kaiserlichen Hue sind die Architektur und die Straßen sehr elegant gestaltet. Viele Vietnamesen betrachten das Essen in Hue als das kultivierteste im Land. So erfährt man die Rezeptur von "Fröhlichen Pfannkuchen aus Hue". Fröhlich sind sie deshalb, weil sie knackig und knusprig sind, möglicherweise aber auch, weil sie Sandgarnelen enthalten. Wer kennt schon die Ursache für die Gefühlslage eines Pfannkuchens?:-))

An dieser Stelle ist es unmöglich auf die einzelnen Reisberichte und Reiseerfahrungen Luke Nguyens einzugehen. Interessant finde ich immer die kulinarischen Besonderheiten der bereisten Regionen, nicht zuletzt, weil ich viele Gemüsesorten bislang noch nicht zubereitet habe. Das gilt auch für die Bittermelone, deren Konstistenz knackig und saftig ist und die man in Vietnam zu Suppen reicht.

Sehr leckere Gerichte aus Hoi An sind der "Kübisblütensalat mit Garnelen und Schweinefleisch", aber auch das "Tamarindenrindfleisch mit Gurkensalat". Es fällt auf, dass bei den Farben vieler Speisen Grün dominiert. Dies scheint mir ein Garant dafür zu sein, dass die Speisen viele sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Gestern habe ich übrigens "Kohlrabi mit Sandgarnelen" nach einem Rezept Nguyens zubereitet. Es war sehr delikat und äußerst kalorienarm. Den empfohlenen Jasminreis habe ich durch Basmati ersetzt, was dem Gericht geschmacklich nicht geschadet hat.

Luke Nguyens Aufeinthalt in Saigon möchte ich noch erwähnen, genauer ein Gericht, dass der Autor bei einer seiner vielen Tanten gegessen hat. "Gekochtes Ingwerhähnchen", dessen Genuss ein Ritual vorausging, das Lukes verstorbenem Onkel galt. Die Familienbindung scheint bei Vietnamesen wirklich sehr ausgeprägt zu sein. Ich vermute, dass darin auch der Grund dafür liegt, dass die vietnamesische Küche so delikat ist. Man sitzt gerne mit seinen Nächsten am Tisch und genießt gemeinsam ein gutes Essen, nicht zuletzt ein " Familienfondue mit Meeresfrüchten."

Im Übrigen habe ich vergessen lobend zu erwähnen, dass man bei den Buchseiten auf Hochglanz verzichtet hat und dadurch das Buch in seiner Gesamtheit beinahe geheimnisvoll wirkt. Nun ist es nachgeholt.

Die Zutaten für das Famlienfondue mit Meeresfrüchten habe ich für neugierige Topfgucker auf meinem Rezensionsblog unterhalb der Rezension angefügt.


Rezension:Gewürze: Das große Kochbuch (Gebundene Ausgabe)

Dieses wunderbare Warenkunde- und Kochbuch wurde von der Kochbuchautorin Rose Marie Donhauser und dem Küchenchef des "Restaurant 44" des Swissotel Berlin, Danijel Kresovic realisiert.

Im ersten Teil des Buches lernt man u.a. die Welt der Gewürze kennen und kann sich anhand sehr guter Erläuterungen erst einmal darüber klar werden, welcher Gewürztyp man ist. Thematisiert wird, was Würzen eigentlich heißt, zu welchem richtigen Zeitpunkt man würzt und was man unter dem Spiel der Aromen zu verstehen hat. Man erfährt zu dem Wissenswertes über die Geschichte des Gewürzhandels und über Gewürze als Medizin.

Das Wort "Gewürz" geht auf das althochdeutsche Wort "Wurz" zurück, was Wurzel oder Pflanze bedeutet, (vgl: S. 20). Man liest beispielsweise, dass in Mesopotamien Kümmel, Thymian und auch Lorbeer bereits als Arzneimittel für Magenstörungen bekannt waren. Sehr spannend zu lesen ist der dargestellte Weg vom Gewürzhändler zum Apotheker und die dann folgende Übersicht der Wirkkraft von Gewürzen.

Im 2. Kapitel des Buches wird man mit der Gewürzpraxis konfrontiert. Man erfährt wie man Kräuter und Gewürze durch Trocknen haltbar macht, wie Gewürze pulverisiert werden und wird darüberhinaus in Kenntnis gesetzt wie Mörser und Mühlen funktionieren.

Anschließend lernt man eine Fülle von Gewürzen näher kennen. Erkärt wird jeweils deren Herkunft und Verbreitung, die Lagerung und Haltbarkeit, der Geschmack und das Aussehen, die Verwendung in der Küche, die Wirkkraft, die Besonderheiten und Wissenwertes. Da dies nicht mein erstes Gewürzkochbuch ist, das ich in den Händen habe und selbst seit vielen Jahren mit Kräutern und Gewürzen experimentiere, denke ich, das ich mir ein Urteil über Kräuterporträts erlauben zu darf. Sie sind ganz ausgezeichnet und übertreffen alles, was ich bislang gelesen habe. Paradieskörner kannte ich bislang noch nicht. Sie kommen aus Westafrika und stammen aus der Familie der Ingwergewächse. Seinen Namen hat das Gewürz im Mittelalter erhalten und zwar wegen seines überiridischen Duftes.

Gefallen hat mir ganz besonders das Salzporträt und hier die Darstellung der TopTen der kosmopolitischen Salze. Das Tibet-Salz wird übrigens in 3200 Metern Höhe aus dem Qinghai-Salzsee geerntet. Es soll würzig, aromatisch und leicht erdig schmecken, (vgl.: S. 92). Sehr gut auch ist die Darstellung "Saurer Gewürze", bei denen für die säuerliche Note organische Säuren ausschlaggebend sind. Amchur war mir diesbezüglich bislang noch nicht bekannt. Es handelt sich hierbei um ein Pulver aus getrockneten Mangos, das man in indischen Currygerichten verwendet.

Man lernt alsdann Gewürzmischungen selbst herzustellen, wird über die Zutaten der wichtigsten, bekanntesten Gewürzmischungen informiert und erhält die Rezepte besonderer, bei uns wenig bekannter Gewürzmischungen, wie etwa Djah Oftadeh, Panch Phoron und Shichimi Togarashi. Lobenswert ist die Übersicht der Verwendung der besprochenen Gewürze in der Küche, dem ein Persönlichkeitsportät des Spitzenkochs Danijel Kresovic- dem Meister der Aromen- folgt. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass insgesamt 60 Gewürze und Gewürzmischungen zur Sprache kommen.

Die insgesamt 40 Rezepte sind untergliedert in: Vorspeisen, Suppen, Vegetarisch, Fisch, Fleisch und Geflügel, Käse und Desserts. Es folgen anschließend drei Menü-Empfehlungen unter zauberhaften Themenstellungen "In der Ruhe liegt die Kraft", "1001 Nacht " und "Große Karawane".

Die Rezepte sind gut gegliedert, allerdings benötigt man eine wenig Kocherfahrung, um aufgrund der Komplexität der Rezepturen nicht in die Knie zu gehen. Bei den Suppen bin ich besonders von "Jalapeno-Gazpacho" mit Ziegenkäsetatar und Papayasalat angetan. In diesem Gericht kommt das von mir bereits erwähnte persische Gewürz Djah Oftadeh zum Tragen. Großes Lob dafür, dass zu jedem Gericht auch die optimalen Weinbegleiter genannt werden. Im Falle der soeben genannten Speise ist es ein Puilly Fumé von der Loire.

Bei den Vorspeisen überzeugt mich am meisten der gebratene Tafelspitz, der von Carne Cruda, Rosinen-Salza-verde und Kräutersalat begleitet wird. Carne Cruda (Kalbstatar) wird mit delikaten Zutaten angemacht, dazu gehören Kapern und geröstete Pinienkerne, auch Koriandersamen. Im Kräutersalat findet man auch Liebstöckel. Das Maggi-Aroma, das aufgrund des Liebstöckels den Salat leicht durchzieht, wirkt aber keineswegs profan.

Vegetarier werden begeistert sein von der "Büffelmozzarellaterrine" mit Basilikum-Safran-Gratiné und Gewürztomaten. Dass man Noillay Prat am Gratiné nicht vergessen hat, finde ich prima, weil es eine delikate Geschmacksehe mit den Safranfäden eingeht.

Heilbutt ist einer meiner Lieblingsfische. Deshalb auch möchte ich das Gericht "Heilbutt- Pata Negra- Pistazien-Süßkartoffel-Gewürznelke-Orangenhollandaise" bei den Fischgerichten hervorheben. Raffiniert gewürzt ist die Orangenhollandaise. Zunächst haben mich die 5 Nelken geschockt, aber sie schmecken entgegen meiner Erwartung nicht hervor. Der Estragon sorgt für Harmonie, vielleicht auch der Noilly Prat, den ich gerne in verschiedenen Saucen verwende, des subtilen Anis-Aromas wegen.

Das "Confierte Kalbsfilet" mit Artischocken, Erbsen und Orangenkompott ist ein sensationell gutes Gericht. Dabei werden die Erbsen püriert serviert, nachdem sie mit frischen Zitronenverbenienblättern geschmacklich veredelt wurden.

Rotweintrinker werden begeistert sein von den Käsegängen. Mir gefällt das Rezept "Lauwarm geräucherter Camenbert-Lavendelgrissini- Fenchelsalat" besonders gut. Ich stimme mit Kresovic überein, dass man beim Camembert unbedingt darauf achten muss, dass er AOC-Qualität hat und natürlich aus der Normandie kommen sollte.

Die Dessertrezepte sind alle köstlich. Wenn meine Mutter demnächst zu Besuch kommmt, werde ich " Mohnkuchen mit Kahlúa-Eis" zubereiten, nicht nur weil Kresovic das Rezept von seiner Mutter und diese es von ihrer Mutter erhalten hat, sondern weil der Mohnstrudel mit Äpfeln, Frischkäse und Haselnüssen einfach fantastisch schmeckt.

Auf den letzten Seiten sind einige Grundrezepte für Fonds angeführt. Dann kann man sich auf einem zweiseitigen Foto in ein Chilimeer vertiefen. Das tue ich gerne, weil ich Chili liebe.

Die vielen schönen Fotos im Buch stammen von Florian Bolk.

Auf meinem Rezensionsblog können Sie im Anschluss an die Rezension die Zutaten für die ägyptische Gewürzmischung "Dukka" nachlesen.


Rezension: Vision Perfektion Faszination: Große Küche auf Schloss Prielau (Gebundene Ausgabe)

Hier stellt ein Spitzenkoch sein Können vor.,
 In diesem Kochbuch wartet der Spitzenkoch Andreas Mayer mit delikaten Rezepten aus der gehobenen Küche auf. Eckart Witzigmann hat das Vorwort zu diesem reich bebilderten Werk verfasst und lässt den Leser wissen, dass er Mayer seit langen Jahren in Freundschaft verbunden ist, ihn zu dem Buch gratuliert und den Inhalt bewundernd goutiert.

Andreas Mayer berichtet zunächst von seinem Werdegang und seiner Kochphilosophie. Für ihn ist die Frage "Hat`s geschmeckt?" keine Frage nach dem erreichten Sättigungsgrad, sondern die weitaus subtilere Frage nach dem Glückszustand des Gastes nach einem ausgiebigen Essen,(vgl.: S. 15) Während ich mich in seine Überlegungen vertiefe, streift mein Blick ein Foto, dass Mayers rote Schuhe zeigt.. Diese hübschen Schuhe - italienische "Banfi"- trägt auch Papst Benedikt, dessen exzellenten Modegeschmack ich immer wieder bewundere.

Mayers Werdegang in der Spitzengastronomie begann bei dem französischen Meisterkoch Jean-Claude Bourgueil in Düsseldorf. Von seinen Erfahrungen dort berichtet Mayer, auch von jenen im "Landhaus Scherrer" in Hamburg. Sein Weg führte über das "Fischereihafen Restaurant" in Berlin schließlich zu Eckart Witzigmann, wo er zunächst im "Aubergine" in München arbeite und später Witzigmann nach Düsseldorf folgte, um dort unter Witzigmanns Leitung ein Restaurantkonzept zu betreuen. In der Folge arbeite Mayer erneut in München in der "Käfer-Schenke", in Aschau bei Heinz Winkler und war drei Jahre Küchenchef in den "Vier Jahreszeiten" in München. Witzigmann unterstütze er alsdann als Küchenchef in dessen Unternehmen "Palazzo". Von Witzigmann hat Mayer die letzten Feinheiten erlernt. Mayer fast zusammen:"Die Begegnung mit dem großen Koch war sicher einer der glücklichsten Momente meiner Karriere, und ohne Eckart Witzigmann wäre meine Leidenschaft fürs Kochen mit Sicherheit nicht so ausgeprägt, wie sie es heute ist"(Zitat. S. 29).

Durch Witzigmann lernte Mayer Dr. Wolfgang Porsche kennen, der ihm 2004 anbot sein Schloss Prielau als Koch und Gastgeber zu übernehmen. Hier realisiert Mayer seine wunderbaren Kreationen. Mayer ist des Lobes voll, wenn es um den Dr. Porsche geht, der lange Zeit das Schloss privat bewohnte. Mit Porsche unterhält sich Mayer gerne über Perfektion Formästetik, die beide sehr zu schätzen wissen.

Mayer präsentiert in diesem Buch zunächst sieben Menüs, beginnend mit dem so genannten "Porschemenü", das aus 6 Gängen besteht. Die einzelnen Gerichte werden alle bestens erklärt. Sie nachzukochen ist nicht einfach. Solche Menüs sollte man gemeinsam mit Freunden zubereiten, dann artet das Kochen nicht in Stress aus.

Die Gerichte Mayers sind außergewöhnlich. Allein das "Rinderfilet im Kräuter-Farce und Pulpomantel mit Pulpogröstl und Pulpobonbons" flößt mir Ehrfurcht ein. Dieses Rezept nachzubereiten, kommt dem Schreiben einer Doktorarbeit gleich.

Ich habe alle Rezepte gelesen und weiß nun wie göttlich Andreas Mayer kocht und dass er zu den ganz großen Köchen in Europa zählt. Selten habe ich so komplexe Rezepturen gelesen.

Die Fingerfood - Rezepte im Anschluss an die Menüs und die Grundrezepte sind ein guter Einstieg, um sich allmählich an die Menü-Rezepte heranzuwagen. Allerdings sollte man nicht zu große Erwartungshaltungen bei den ersten Versuchen an sich stellen. Um auf dem Niveau wie Mayer zu kochen muss man üben, üben, üben... und selbst dann ist es fraglich, ob man es schafft auf seinem Niveau anzukommen.

Ein sehr interessantes Kochbuch, das das Können eines neuen Witzigmanns präsentiert.

Die Marmeladen-Bibel: 270 Rezepte von Christine Ferber (Gebundene Ausgabe)

Ein gehäufter Teelöffel von diesen süßen Köstlichkeiten am Tag macht weder dick noch krank. Gönnen Sie sich diesen Genuß.:-)),
Christine Färber stellt in diesem Buch 270 Rezepte für Marmeladen, Konfitüren, Gelees, eingemachte Früchte, Kompotte und Fruchtsuppen, Coulis, Säfte, Sirup, Chutneys, Confit und sauer Eingelegtes vor. Gleich zu Beginn erklärt sie, was man allgemein unter den einzelnen Begriffen zu verstehen hat, dann verdeutlicht sie, welche Produkte unbedingt zu einer geschmackvollen Marmelade gehören.

Neben den Früchten und dem obligatorischen Zucker sollte man auch immer ein wenig Zitrone verwenden, weil diese den Geschmack der Früchte unterstreicht und ihre Farbe hält. Zudem fördert sie das Gelieren und die Haltbarkeit, so Färber und verhindert das Kristallisieren des Zuckers in der Marmelade (vgl.: S.9 ).

Die Autorin erklärt in der Folge ausführlich das generelle Zubereiten von Marmelade und welche Küchengerät man dazu benötigt. Das Einfüllen in entsprechende Gläser und das Aromatisieren wird ebenfalls erörtet. Anschließend zählt sie die häufigsten Probleme beim Marmeladeherstellen auf. Wann gärt eine Marmelade? Wann zeigt sich Schimmel? Wann ist die Marmelade zu dick? Wann bleibt sie flüssig?

Der Rezeptteil beginnt mit Beeren aus dem Garten. Die Rezepte sind alle sehr gut erklärt. Der Zuckeranteil ist bei manchen Kreationen ziemlich hoch. Da man Marmeladen, Gelees und Konfitüren nur in kleinen Mengen genießt, sehe ich in dieser Tatsache kein Problem. Lobenswert ist unter den einzelnen Rezepten die Rubrik "Das besondere Detail". Hier erfährt man, worauf man bei verschiedenen Produkten speziell achten soll, um ein gutes Kochergebnis zu erzielen.

Bei den Rezepten für Erdbeerkonfitüren möchte ich jene mit frischer Minze und schwarzem Pfeffer hervorheben und bei der Himbeerkonfitüre diese, die aufgrund der Litschis und des Rosenwassers dem Ganzen eine fernöstliche Note verleiht. Das Rezept für Marmelade aus roten Johannisbeeren sorgt für guten Geschmack, dennoch ziehe ich Ferbers kalt gerührtes Johannisbeergelee dieser Marmelade vor. Es schmeckt übrigens nicht nur auf dem sonntaglichen Toast, sondern auch auf einem Beerensorbet. Bei dem Marmeladen für schwarze Johannisbeeren finde ich jene, die mit Rotwein versetzt ist, am besten. Den Brombeergelee ziehe ich der Konfitüre der Kerne wegen vor.

Es folgt das Kapitel Steinobst und Kernobst. Die Aprikosenmarmeladen weisen keine Besonderheiten auf, dafür jedoch die "Nektarinenkonfitüre mit Lavendel". Das spezielle Aroma entsteht hier durch die Blüten des Lavendels. Die Rezepturen der Kirschkonfitüren fand ich nicht so spannend. Raffinierte Kreationen sind die "Quitten-Orangen-Konfitüre mit Kardamom" und die unterschiedlichen Feigenkonfitüren. Auf diese Rezepte freut sich meine Mutter schon jetzt, der ich dieses Buch schenken werde. Die besitzt einem Feigenbaum in ihrem Garten und hält Ausschau nach immer neuen Verarbeitungsmöglichkeiten für die vielen Früchte, die der Baum trägt. Den Feigenkonfitüren sind Weinbergpfirsiche, auch Gewürztraminer und Passionsfrüchte beigegeben. Das wird ihr gefallen, zumal in diesem Jahr ihr Weinbergpfirsichbaum das zweite Mal tragen wird.

Lobend erwähnen möchte ich die "Mirabellenkonfitüre mit Weißwein und Vanille", die "Weiße Pfirsichkonfitüre mit Safran", die Birnenkonfitüre mit Ingwer" , die "Apfelkonfitüre mit Calvados" und die "Reneklodenkonfitüre mit getrockneten Zitronen". Diese Kreationen verleihen dem Frühstückstisch eine angenehm französische Note.

Gelungen auch sind die Rezeptideen für Wildfrüchte, wie etwa für Preiselbeerkonfitüren, Kastanienmarmeladen, Konfitüren aus Waldbrombeeren, wilden Heidelbeeren, Walderdbeeren und die Gelees aus Holzäpfeln, speziell jene mit Earl-Grey-Tee.

Die süßen Kreationen aus dem Gemüsegarten sind für meinen Geschmack teilweise etwas gewöhnungsbedürftig, speziell die "Zwiebelkonfitüre mit Waldhonig, Weißwein und Lebkuchengewürz". Gefallen haben mir die Rezepte für Konfitüren aus grünen Tomaten, insbesondere diese in denen man zusätzlich Äpfel verwendet.

Das größte Lob gilt dem Kapitel "Vergessene Früchte". Die Rezepte für Hagebuttenmarmeladen sind sehr gut, nicht nur der Aromatisierungen wegen. Bestens auch sind die Kreationen aus Berberitzen, Weißdorn, Schlehen, Mispeln, Holunder, aber auch aus Vogelbeeren. Die "Trauben-Apfel-Konfitüre mit Nüssen" schließlich ist die ideale Beilage zu gebratener Entenleber.

Zitrusfrüchte und exotisches Obst bringen englische Noten auf den Frühstückstisch. Hervorheben möchte ich "Passionsfrucht-Kürbis-Konfitüre", "Kumquat-Orangen-Konfitüre", mit delikaten bitteren Geschmacksnoten, "Mango-Ananas-Konfitüre mit Limette und Koriander", "Rosa Grapefruitkonfitüre mit Granny Smith-Äpfeln ", aber auch die diversen Zitronen- und Limettenkonfitüren.

Begeistert bin ich von den Kompottrezepten und hier im Speziellen von dem Feigenkompott und dem Rhabarberkompott. Färber zeigt wie man Zwetschgen, Mirabellen auch Tomaten etc. einmacht und feine Fruchtsuppen kreiert, so etwa eine Suppe aus Weinbergpfirsichen und Himbeeren.

Wer im Sommer gerne ein Eis mit Fruchpüree mag, wird begeistert sein im Hinblick auf die Coulisrezepte. Von den Saftrezepten hat mir "Samtiger Pfirsichsaft mit Earl-Grey -Tee" am besten gefallen. Sirup ist zwar nicht mein Fall, aber der Sauerkirschsirup im Himbeermark klingt recht verlockend.

Wer selbstgemachte Chutney schätzt, findet am Ende des Buches sehr gute Rezepte. Hervorheben möchte ich: "Tomaten-Möhren-Chutney mit Vanille",- Ferber verwendet Cidreessig, Knoblauch und Kardamom - und das " Kürbischutney mit glasierten Maronen", auch hier agiert sie mit Cidreessig. Die Kreation passt sehr gut zu verschiedenen Käsesorten. Bei den Confits möchte ist das Rezept für " Konfierte Birnen mit geröstetem Sesam" hervorheben, das ebenfalls eine guter Begleiter für Käse darstellt, aber auch die "Konfierten Äpfel mit Pinienkernen", die bestens mit Roquefort harmonieren.

Ein traumhaftes Buch.

PS: Nicht unerwähnt lassen möchte ich die hübschen Fotos von Bernhard Winkelmann und das gelungene Styling von Marie-France Michalon.