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Rezension: Seelenwärmer-Annemarie Wildeisen-at Verlag


Dieses reich bebilderte, sehr bemerkenswerte Kochbuch der Autorin Annemarie Wildeisen wartet mit unkomplizierten, dabei  höchst unterschiedlichen Rezepten für ein ganzes Küchenjahr auf. Dabei ist das Werk in sechs große Abschnitte untergliedert.

Die einzelnen Rezepte sind gut gegliedert, die Zutaten perfekt aufgelistet und es wir ein appetitanregendes Foto vom jeweiligen Rezeptergebnis präsentiert. Zudem erfährt man stets für wie viel Personen die Zutaten ausreichen und- was nicht unwichtig ist- Annemarie Wildeisen kommentiert jedes Rezept und verleiht dadurch allen Rezepten eine persönliche Note. Durch diese Kommentare erinnert man sich besser an die Rezepte und wird neugieriger auf das Rezeptergebnis. 

Zunächst lernt man Rezepte für jeden Tag kennen. Hier möchte ich bei den Salaten den "Nüsslisalat mit Kartoffel-Crôutons" hervorheben Es handelt sich um einen Feldsalat mit einer Käse-Dressing, den man durchaus ohne weitere Gänge als Mittagsmahl auf den Tisch bringen kann. Die "Suppengerichte" begeistern allesamt. Hervorheben möchte ich hier zunächst die "Blumenkohlsuppe mit Zitronenbröseln". Durch die Zitronenbrösel kommt  die Suppe fast mediterran daher und der Portwein in ihr verstärkt diesen gekonnt südlichen Eindruck. Mediterran auch erscheint die "Kartoffel-Oliven-Suppe" mit Schinkenrahm. Hier sorgen Weißwein, Noilly Prat, Oliven, Knoblauch und Basilikum für den gelungenen mediterranen Effekt. Auch sehr gut gefällt mir das Rezept für die "Zwiebelcremesuppe", nicht nur weil das Toastbrot gewürfelt und geröstet ist, sondern weil der Gruyère nicht überbacken in die heiße Suppe gestreut wird. 

Bevor man Pasta-Rezepte liest, sollte man zunächst die 10 Pasta-Gebote studieren. Bei den Rezepten stieß ich auf "Risoni mit Zitrone und Kräutern". Ein Rezept, das man unbedingt ausprobieren sollte...  Dazu ein paar gebratene Gambas und ein Glas Rosé. Köstlich!  

Gelegenheit hat man auch das Risotto-Einmaleins zu erlernen und es dann vielfältig umzusetzen. Hervorheben möchte ich, der Jahreszeit angepasst, den "Kürbis-Prosecco-Risotto" und den "Steinpilzrisotto mit Portwein". Beide Pasta-Rezepte sorgen für Aha-Erlebnisse und machen staunen, was vegetarisch möglich ist. 

Was weiter? Rezepte, die mit "Grüne Tage" umschrieben sind. Hier sorgt zunächst ein "Überbackenes Kartoffel-Knoblauch-Püree" für Neugierde, das mit Tomatensalat auf den Tisch kommt. 

Man lernt des Weiteren Verschiedenes aus Kräutern zu kreieren, "Kräuterbutter" und "Pesto" gehören dazu, kann sich durch viele grüne Rezepte kochen, lernt Eier zu pochieren und in die Welt der Tomaten eintauchen. Die "Tomaten in Basilikumrahm" sind ein Geheimtipp. 

Im Abschnitt "Alles für einen Sommertag" wird die Lust am Kochen und am Essen nochmals gesteigert. "Rauchlachs mit Gemüsetatar" aber auch die "Schinken-Gemüse-Sulz" eignen sich hervorragend als Vorspeise, wenn Gäste kommen und zu einem Glas kühlen Rosé passt natürlich der „Sommerliche Gemüse-Frischkäse mit Knoblauchbrot"  bestens. 

Sehr delikate Fleischgerichte wie etwa "Saté vom Schweinsfilet mit Gurke" aber auch "Basilikum –Kalbfleisch mit Melone und Avocado" sollte man vorrangig nachkochen. 

Dann lernt man über Mozzarella und Burrata Wissenswertes und wird mit Zucchetti- und Erbsengerichten vertraut gemacht. Gelungen auch ist das Rezept für "Marinierten Lachs mit Limetten-Mayonnaise"

Dann kommen die Genusstage… Hervorheben möchte ist hier die "Schweinsfiletröllchen auf Röstgemüse", das "Lamm an Knoblauchsauce", aromatisiert mit Cognac, das "Zitronenhuhn mit Fenchel" und den "Gefüllten Hackbraten", der ebenfalls erfreulich mediterran daherkommt. 

Es folgen Backtage. Hier finde ich den "Sizilianischen Olivenölkuchen" bemerkenswert, weil er schnörkellos ist. Dann gibt es noch eine Reihe toller Desserts. Erwähnen möchte ich die "Limettentörtchen", zudem das "Aprikosen-Himbeer-Schichtdessert" und den "Überbackenen Rhabarberkompott". 

Dieses Koch- und Backbuch ist tatsächlich ein "Seelenwärmer" und die Rezeptergebnisse sind es auch. Wer gerne kocht, hat viel Freude mit diesem zeitgemäßen Kochbuch, weil die Autorin es versteht über die Landesgrenzen hinweg Gerichte zu kreieren, die erfreulich weltoffen daherkommen. Die Gewürze sind stets gut aufeinander abgestimmt und stets ein wenig geheimnisvoll. Was will man noch mehr?

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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