Dieses Blog durchsuchen

Rezension: Die Küche von Andalusien-Maria José Sevilla-Gerstenberg



Maria José Sevilla, die in Madrid geborene, preisgekrönte Verfasserin dieses Kochbuchs ist eine namhafte Kochbuch- und Fernsehautorin und gilt als Expertin für spanische Küche und Weine.

Gemeinsam mit der studierten Fotografin Nassima Rothacker hat sie dieses bemerkenswerte Buch im Verlag Gerstenberg auf den Weg gebracht, das sich kulinarisch mit dem wohl schönsten Landstrich Spaniens befasst. 

Nach einer zweiseitigen Einleitung lernt man zunächst die Zutaten der andalusischen Küche kennen. Nicht nur das Fleisch der iberischen Schweine, die in den Wäldern von Salamanca gehalten werden, ist eine Zutat der Region, sondern auch Oliven, Sherry-Essig und Reis, der dort in Andalusien angebaut wird und vieles andere mehr. 

Der Rezeptteil des reich illustrierten Buches umfasst sechs Kapitel, als da sind: 
Tapa und Raciones 
Brote und Gebäck 
Gemüse rund ums Jahr 
Vom Fischhändler 
Beliebte Fleischgerichte 
Für Naschkatzen 

Jedes Kapitel beginnt mit einem warenkundlichen Teil, der stets sehr viele Informationen bereithält. Darüber hinaus warten  in die Rezeptwelt einstimmende Bilder auf die Leser. Erst dann geht es zu den Rezepten, die auch bebildert sind. Insgesamt warten 80, sehr gut beschriebene Rezepte darauf, ausprobiert zu werden. 

Zu Beginn des ersten Kapitels erfährt man Wissenswertes zu Tapas. Das ist eine Zusammenstellung kleiner Gerichte. Vormals wurde ein Tellerchen damit in Bars kostenlos zu einem Glas Sherry gereicht. Dieses Tellerchen bedeckte das Glas. Eine größere Portion Tapas wird übrigens als "Racion" bezeichnet.

Was es mit der Tapas-Kultur auf sich hat, wird sehr gut erläutert. Dann lernt man köstliche Tapas-Rezepte kennen. Den einzelnen Rezepten wurden stets warenkundliche Infos vorangestellt. Hervorheben möchte ich bei den Tapas-Rezepten "Röstbrot mit gebratenen Wachteleiern und Iberico-Schinken", "Garnelenpuffer aus Cadiz“, "Knoblauchgarnelen“ und mit "Gemüse gefüllte Muscheln mit Aioli". 

Die Namen aller Gerichte im Buch werden in spanischer und deutscher Sprache benannt. 

Knoblauchgarnelen (Gambas al ajillo) sind als klassische Tapa in ganz Andalusien beliebt, liest man. Sie sind einfach zuzubereiten. Welchen Wein man dazu genießen soll, erfährt man auch. 

Dann liest man Wissenswertes über Brot und Gebäck. Brot soll eines der Lieblingsessen der Spanier sein und aus Andalusien sollen die vielfältigsten Brotsorten stammen. Deshalb lernt man einige sehr interessante Brotrezepte kennen, nicht zuletzt für "Festtagsbrote aus Granada". Gefallen haben mir speziell "Andalusische Brötchen mit Tomaten, Olivenöl und Iberico-Schinken". Völlig unkompliziert, jedoch bestens im Geschmack.

Weiter geht es mit Gemüse und Co. Hier liest man u.a. auch, dass die Andalusier frischen Fenchel in Fleisch- und Gemüseeintöpfen nutzen und Marinaden mit Fenchelsamen verfeinern. Die wunderbare Rezepte überzeugen mich alle. Hervorheben möchte ich  die "Andalusische Gazpacho", die man problemlos auch in unseren Regionen zubereiten kann, die "Gebratenen Erbsen mit Speck und Waldpilzen" und den "Sommersalat aus Jaen".  Kein Zutatenbeschaffungsproblem.

Sehr gut beschrieben sind auch die warenkundlichen Teile der dann folgenden Kapitel. Bei den Fisch- und Schalen- sowie Krustentiergerichten werde ich jetzt im September (Monat mit r) die "Miesmuscheln mit Zitronenschale, Zwiebeln und Weißwein" ausprobieren. Kompliziert ist die Zubereitung nicht. Etwas arbeitsintensiver ist der "Seeteufel-Meeresfrüchte-Salat". Sehr gut aufeinander abgestimmte Zutaten!

Die "Paella nach Sevilla-Art" mit vielen bemerkenswerten Zutaten ist von den Aromen her das Highlight des Buches. Ein Fest für die Augen und für den Gaumen zugleich!

Und dann die Fleischgerichte…! "Maurischen Fleischspieße "Andalusi" machen der tollen Gewürze wegen neugierig. Nein sagen kann man auch nicht bei dem "Marinierten Iberico-Filet mit Röstkartoffeln und Paprika" und dem "Cordobanischen Schweinefilet mit klassischen Saucen" sowie vielen anderen Fleischgerichten, die man natürlich nicht zu oft genießen sollte, aus unterschiedlichen Gründen. Sie wissen schon!

Die Welt der Süßspeisen schließlich wartet mit Köstlichkeiten wie "Mandel-Aprikosen-Kekse" auf, auch mit einem "Blutorangen-Karamell-Flan" oder beispielsweise einer "Roulade mit Orangencremefüllung". Diese perfekt herzustellen, ist etwas kniffelig. 

Alles in allem ist dieses Rezeptbuch eine lohnenswerte Investition, weil es sich um eine Fundgrube unendlich delikater Speisen handelt, die dokumentieren, dass die Kochkultur in Andalusien eine lange Geschichte hat.

Maximal empfehlenswert

Helga König

Onlinebestellung: Gerstenberg oder überall im Buchhandel erhältlich.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen